| wenn ich groß bin, werde ich erwachsen |
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Freitag, 8. August 2008
WIESO BIN ICH WIEDER DIE EINZIGE WO TOPFEN NICHT FUNKTIONIERT??????
bianca, 20:41h
das war schon alles was ich sagen wollte
ich hasse es und die webmaster ignorieren mich beharrlich ... link (1 comment) ... comment Freitag, 18. April 2008
bianca, 00:16h
Rumänien
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche România Rumänien Flagge Rumäniens Wappen Rumäniens Flagge Wappen Amtssprache Rumänisch Hauptstadt Bukarest Staatsform Republik Staatsoberhaupt Präsident Traian Băsescu Regierungschef Premierminister Călin Popescu Tăriceanu Fläche 238.391 km² Einwohnerzahl 21.564.000 (Stand 2007[1]) Bevölkerungsdichte 93,7 Einwohner pro km² BIP - Total (Nominal) - Total (PPP) - BIP/Einw. (Nom.) - BIP/Einw. (PPP) 2006 (Quelle: IMF[2]) $121,9 Mrd. $213,5 Mrd. $5.633 $9.868 Währung 1 Leu = 100 Bani Unabhängigkeit 9. Mai 1877 Nationalhymne Deşteaptă-te, române! Nationalfeiertag 1. Dezember Zeitzone UTC+2 OEZ UTC+3 OESZ (März?Oktober) Kfz-Kennzeichen RO Internet-TLD .ro Telefonvorwahl +40 Rumänien (rumänisch România) ist eine Republik in Europa, die von der Pannonischen Tiefebene bis zum Schwarzen Meer reicht. Der Name Romania war im Latein der Spätantike eine verbreitete Kurzbezeichnung für das Römische Reich. Rumänien grenzt (von Süden im Uhrzeigersinn) an Bulgarien, Serbien, Ungarn, Ukraine und Moldawien. Rumänien ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der OSZE und der Europäischen Union. Inhaltsverzeichnis [Verbergen] * 1 Geografie o 1.1 Topografie o 1.2 Klima * 2 Natur o 2.1 Flora o 2.2 Fauna * 3 Bevölkerung o 3.1 Demografie o 3.2 Ethnien und Sprachen o 3.3 Religion * 4 Geschichte o 4.1 Frühgeschichte und Ethnogenese der Rumänen o 4.2 Die drei Fürstentümer o 4.3 Etablierung des unabhängigen Rumäniens o 4.4 Großrumänien o 4.5 Die kommunistische Herrschaft o 4.6 Rumänien seit 1990 * 5 Namensgeschichte * 6 Politik o 6.1 Politisches System o 6.2 Außenpolitik o 6.3 Militär * 7 Verwaltungsgliederung * 8 Infrastruktur o 8.1 Flugverkehr o 8.2 Straßennetz o 8.3 Eisenbahn * 9 Wirtschaft o 9.1 Privatisierung und Beschäftigung o 9.2 Industrie o 9.3 Tourismus o 9.4 Großprojekte * 10 Kunst und Kultur * 11 Staatliche Symbole * 12 Offizielle Feiertage * 13 Weitere Informationen * 14 Literatur * 15 Quellenangaben * 16 Weblinks Geografie Topografie Rumänien hat eine Fläche von 238.391 km². Es liegt in der Übergangszone zwischen Mittel-, Süd- und Osteuropa und grenzt im Süden an Bulgarien, im Westen an Serbien und Ungarn, im Norden an die Ukraine, sowie im Osten an Moldawien und das Schwarze Meer. Rumäniens Landschaft wird etwa zu je einem Drittel von Gebirge, Hochland und Ebene eingenommen. Der prägende Gebirgszug sind die Karpaten, welche die drei historischen Regionen Moldau, Walachei und Siebenbürgen voneinander trennen. Höchster Punkt Rumäniens ist der Moldoveanu mit 2.544 m. Das geografische Zentrum Rumäniens ist das Siebenbürgische Hochland, das im Westen vom Apuseni-Gebirge und ansonsten vom Karpatenbogen umschlossen wird. Die Ostkarpaten stellen die Grenzen zum Moldauer Hochland dar, das im Nordosten Rumäniens liegt. Die Südkarpaten wiederum trennen Siebenbürgen von der Walachischen Tiefebene, die das südliche Rumänien bildet. Die Region lässt sich in das östliche Oltenien und das westliche Muntenien unterteilen. Im Westen Rumäniens grenzen die Karpatenausläufer an die Pannonische Tiefebene. Hier befinden sich die historischen Regionen Banat (Südwesten), Kreischgebiet (Westen) und Maramures (Nordwesten). Des Weiteren liegt im Norden Rumäniens die Bukowina. Im Osten des Landes grenzt die Dobrudscha ans Schwarze Meer. Der bedeutendste Fluss Rumäniens ist die Donau, die über 1.075 km durch oder an Rumänien entlang fließt. Sie bildet die rumänische Südgrenze und mündet im Donaudelta ins Schwarze Meer. Die übrigen wichtigen Flüsse des Landes gehören zum Einzugsgebiet der Donau. Die Theiß grenzt Rumänien nach Nordwesten ab, der Pruth nach Nordosten. Der Sereth fließt durch den rumänischen Teil Moldaus, der Olt durch die Walachei, der Mureş durch Siebenbürgen. → Siehe auch: Liste der Flüsse in Rumänien Klima Klimadiagramm von Bukarest Klimadiagramm von Bukarest Rumänien gehört prinzipiell zur gemäßigten Klimazone im Bereich der Westwindzone. Durch die natürliche Barriere der Karpaten unterscheiden sich die einzelnen Landesteile allerdings klimatisch voneinander. Siebenbürgen (westlich der Karpaten) ist noch vom maritimen Klima der atlantischen Winde geprägt. Die Karpaten verhindern jedoch, dass diese den Osten und Süden des Landes erreichen. In Moldau (östlich der Karpaten) herrscht ein kontinentales Klima vor. Diese Region ist kalten Luftströmen aus der Ukraine ausgesetzt. In der Walachei (südlich der Karpaten) existieren mediterrane Einflüsse, sowie in stärkerem Ausmaß in der Dobrudscha. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen variieren innerhalb Rumäniens zwischen 11°C im Süden und 8°C im Norden. Im Winter betragen die durchschnittlichen Temperaturen 0°C an der Schwarzmeerküste und -15°C im Hochgebirge. Im Sommer steigen die durchschnittlichen Temperaturen in den tieferen Regionen des Lands auf mehr als 25°C. Die Niederschläge sind tendenziell am stärksten im Nordwesten Rumäniens und am schwächsten im Südosten. Die höchsten jährlichen Niederschlagsraten treten mit 1.500 mm im Hochgebirge auf, verglichen mit 400 mm an der Schwarzmeerküste. Natur Flora Neben den natürlich vorkommenden Pflanzen spielen heute eine Reihe von eingeführten Arten wie die Robinie eine zunehmende Rolle in der Vegetation. Nutzpflanzen sind unter anderem die aus Amerika eingeführte Kartoffel, der Mais und der Apfelbaum. Fauna Braunbär in den Südkarpaten 2007 Braunbär in den Südkarpaten 2007 Die meisten in Rumänien heimischen Tiere leben in den gemäßigten Laubwäldern. Im Wald leben unter vielen anderen Arten verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe, Wildschweine sowie Füchse. In der Walachischen Tiefebene leben noch kleine Populationen von Trappen. Das unter dem Schutz der UNESCO stehende Donaudelta ist der Lebensraum von über 4.000 Tier- und über 1.000 Pflanzenarten. Die rumänischen Karpaten sind durch eine große Artenvielfalt gekennzeichnet. Hier leben die zahlreichsten europäischen Populationen von großen Säugetieren: Braunbären (ca. 6.600 Exemplare[3]), Wölfe (ca. 3.100 Exemplare[4]) und Luchse (ca 1.500 Exemplare[5]). Bevölkerung Bevölkerung Rumäniens, 1980?2007[1] Jahr Einwohner 1980 22.201.000 1990 23.207.000 2000 22.117.000 2007 21.564.000 Demografie Rumänien hat 21,6 Millionen Einwohner bei einer für EU-Verhältnisse leicht unterdurchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 93,7 Einwohnern pro km2. Der urbane Anteil ist dabei mit 54 Prozent im Verhältnis zur ländlichen Bevölkerung gemessen am europäischen Durchschnitt ausgewogen. Die Bevölkerung verteilt sich relativ gleichmäßig auf die einzelnen Landesteile. Seit der Revolution 1989 besteht in Rumänien ein Geburtendefizit, so dass die Bevölkerung leicht gesunken ist. Dafür ist vor allem die niedrige Fruchtbarkeitsrate von 1,3 Kindern pro Frau verantwortlich.[6] Dies hat auch Auswirkungen auf die rumänische Altersstruktur, nach der ? für Europa typisch ? nur 15 Prozent der Einwohner jünger als 15 Jahre alt sind. Weitere 15 Prozent der Bevölkerung sind älter als 65, wobei dieser Wert angesichts der zunehmenden Lebenserwartung (72 Jahre) mittelfristig steigen wird. Des Weiteren ist Rumänien aufgrund seiner wirtschaftlichen Probleme seit 1945 ein Auswanderungsland gewesen, auch wenn sich diese Entwicklung durch die Stärkung der Wirtschaft seit 2002 abschwächt.[7] Mit Abstand größte Stadt Rumäniens ist die Landeshauptstadt Bukarest, in der 1,9 Millionen Einwohner leben, was sie zur insgesamt sechstgrößten Stadt innerhalb der EU macht. Gleich mehrere Städte liegen etwa um einen Wert von 300.000 Einwohnern herum, wobei es sich meist um die historischen Zentren der rumänischen Regionen handelt: Iaşi, Cluj-Napoca, Timişoara, Constanţa, Craiova, Galaţi und Braşov. Insgesamt haben 24 Städte Rumäniens mehr als 100.000 Einwohner. → Siehe auch: Liste der Städte in Rumänien → Siehe auch: Liste deutscher Bezeichnungen rumänischer Orte Ethnien und Sprachen Siedlungsgebiete der Ungarn in Rumänien Siedlungsgebiete der Ungarn in Rumänien Rumänen bilden mit 89,5 % die größte Bevölkerungsgruppe in Rumänien.[8]. Daneben existieren aber zahlreiche autochthone, nationale Minderheiten, die teilweise regional die Mehrheit stellen. Darunter sind vor allem die Ungarn mit 6,6 % (etwa 1,4 Millionen Menschen) hervorzuheben. Die Hauptsiedlungsgebiete der ungarischen Bevölkerung befinden sich im Grenzgebiet zu Ungarn, sowie im Südosten Siebenbürgens, dem Szeklerland. Das Verhältnis zwischen Rumänen und den Ungarn ist historisch vorbelastet, hat sich allerdings seit Mitte der 1990er verbessert. Die Demokratische Union der Ungarn in Rumänien, eine ethnische Sammelpartei, ist seitdem mehrfach Teil der nationalen Regierungskoalition gewesen. Die nächstgrößte Bevölkerungsgruppe in Rumänien sind die Roma (2,5 %), die allerdings keine regionalen Schwerpunkte bewohnen. Der ursprünglich hohe Anteil der Deutschen ist auf 0,3 % gesunken. Dabei handelt es sich vor allem um Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben (Banat und Nordwesten bei Satu Mare). Der Altersdurchschnitt dieser Gruppen ist jedoch relativ hoch, so dass die Gesamtzahl der Deutschen in Rumänien von etwa 60.000 Menschen weiter sinken wird. Daneben existieren zahlreiche weitere Minderheiten: Ukrainer (0,3 %) in der Bukowina und Maramuresch, Russen (0,2 %), Türken (0,2 %), und Tartaren (0,1 %) in der Dobrudscha, sowie Serben (0,1 %) und Slowaken (0,1 %) im Banat. Die Verteilung der Sprachen entspricht weitgehend den einzelnen Nationalitäten.[8] Amtssprache Rumäniens ist laut Verfassung Rumänisch (limba română), eine der Ostromanischen Sprachen, das von 91 % der Bevölkerung des Landes gesprochen wird. Ungarisch nimmt mit 6,7 % regional ebenfalls eine bedeutende Rolle ein. In Regionen, in denen eine der Minderheitensprachen von mehr als 20 % der Bevölkerung gesprochen wird, ist diese offizielle Zweitsprache in Verwaltung, Gerichten und Schulen. Die häufigsten Fremdsprachen in Rumänien sind Englisch und Französisch. Religion Das Wappen der rumänisch-orthodoxen Kirche Das Wappen der rumänisch-orthodoxen Kirche Rumänien hat als säkulares Land keine Staatsreligion. Allerdings bekennt sich mit 86,7 %[1] der überwiegende Teil der Bevölkerung zur Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Diese ist eine autokephalische Kirche innerhalb der osteuropäischen Orthodoxie. Die ethnische und sprachliche Teilung Rumäniens setzt sich in der Kirchenzugehörigkeit fort, da die Ungarn vorzugsweise anderen Konfessionen angehören. Protestanten machen insgesamt 6,6 % der Bevölkerung aus. Etwa die Hälfte von ihnen sind Calvinisten, während die übrigen den unabhängingen Gemeinden der Pentikostalen, Baptisten, Adventisten, Unitarier, Lutheraner und Evangelikanen angehören. Die protestantischen Kirchen sind überproportional unter den Ungarn und Deutschen in Siebenbürgen vertreten. Insgesamt 5,6 % der Rumänen bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, wovon allerdings etwa ein Sechstel der mit Rom unierten Griechisch-Katholischen Kirche angehört. Die Mehrheit der Katholiken wird von den ethnischen Ungarn gestellt. Des Weiteren gibt es in Rumänien 0,3 % Moslems, wobei es sich vor allem um Türken und Tartaren aus der Dobrudscha handelt. Von den ursprünglich zahlreichen Juden ist nur eine kleine Minderheit übrig geblieben. Die Anzahl der rumänischen Konfessionslosen liegt trotz der langen kommunistischen Herrschaft nur bei 0,2 %. Geschichte → Hauptartikel: Geschichte Rumäniens Frühgeschichte und Ethnogenese der Rumänen Ethnogenese der Rumänen Ethnogenese der Rumänen Das Gebiet des heutigen Rumänien wurde mindestens seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. von Geten und Dakern besiedelt. Diese wurden 106 n. Chr. durch Trajan gewaltsam in das Römische Reich eingegliedert. Die Römer etablierten auf dem Gebiet des heutigen Siebenbürgens und des Banats die Provinz Dacia (Dakien), welche etwa 271 wieder aufgegeben wurde. Während der Völkerwanderung wurde das Gebiet des heutigen Rumäniens von verschiedenen Stämmen durchzogen, darunter Gothen, Slawen, Hunnen und Magyaren (Ungarn). Der Ursprung des rumänischen Volkes ist unter Historikern umstritten, die zwei konkurrierende Thesen vertreten: Die dako-romanische Kontinuitätstheorie besagt, dass auch nach der Aufgabe der römischen Provinz Dacia dauerhaft nördlich der Donau eine dakisch-romanische Bevölkerung verblieben sei, aus denen zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert die heutigen Rumänen hervorgegangen seien. Dem gegenüber steht die Migrationsthese, wonach die Ethnogenese der Rumänen südlich der Donau stattgefunden habe und diese Bevölkerung erst nach dem Ungarneinfall (9. Jahrhundert) nach Siebenbürgen eingewandert sei. Die drei Fürstentümer Die drei rumänischen Fürstentümer wurden durch die Karpaten geteilt: Moldau (rot), Walachei (blau), Siebenbürgen (gelb) Die drei rumänischen Fürstentümer wurden durch die Karpaten geteilt: Moldau (rot), Walachei (blau), Siebenbürgen (gelb) Siebenbürgen war etwa seit 895 Teil des ungarischen Árpáden-Reiches. Nach dem Aussterben der Dynastie wurde Siebenbürgen ab dem späten 13. Jahrhundert faktisch autonom. Teile seiner rumänischen Bevölkerung siedelten sich jenseits der Karpaten an, wodurch sich im 14. Jahrhundert auch die Fürstentümer Moldau und Walachei etablieren konnten. Die drei Fürstentümer befanden sich während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit im Grenzgebiet des osmanischen und ungarisch-habsburgischen Einflussgebietes. Siebenbürgen war ab dem 15. Jahrhundert wieder fest an Ungarn gebunden, während seine rumänische Bevölkerung gegenüber den dort angesiedelten Ungarn und Deutschen viele Rechte einbüßte. Moldau und die Walachei konnten zeitweilig ihre Unabhängigkeit bewahren, waren aber seit dem frühen 16. Jahrhundert dem Osmanischen Reich gegenüber tributpflichtig. Ihre politische und religiöse Autonomie sowie ihre ethnische Homogenität blieb jedoch bestehen. Bedeutende Fürsten dieser Epoche waren Mircea der Alte (Mircea cel Bătrân, 1386?1418) und Vlad III. Drăculea (1448?1476) in der Walachei, sowie Stephan der Große (Ştefan cel Mare, 1457?1504) in Moldau. Im Jahr 1600 waren alle drei Fürstentümer kurzzeitig unter Michael dem Tapferen (Mihai Viteazul, 1593?1601) vereinigt. Im 18. Jahrhundert verschlechterte sich die politische Lage der rumänischen Fürstentümer: Siebenbürgen wurde bis 1711 fester Bestandteil von Österreich-Ungarn, während Moldau und die Walachei immer stärker von Konstantinopel aus kontrolliert wurden. Seit dem Rückgang der türkischen Macht im 19. Jahrhundert lagen beide Fürstentümer wiederum im Spannungsfeld zwischen Österreich-Ungarn und Russland. Österreich eroberte zusätzlich zu Siebenbürgen bis 1775 auch die Bukowina und das Banat, während sich Russland 1812 in Bessarabien festsetzte. Die Reste Moldaus und der Walachei verblieben bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts unter der Abhängigkeit des Osmanischen Reiches. Etablierung des unabhängigen Rumäniens Karl I. wurde erster König Rumäniens Karl I. wurde erster König Rumäniens 1859 wurde Alexander Johann I. (Alexandru Ioan Cuza) sowohl zum Fürsten der Walachei als auch Moldaus gewählt und proklamierte am 24. Dezember 1861 den souveränen Staat Rumänien (das sogenannte ?Altreich?). Aufgrund seiner innenpolitischen Reformen wurde er aber 1866 mit Billigung der Großmächte durch die Bojaren (Adlige) zur Abdankung gezwungen und durch Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (Carol I.) ersetzt. Im Russisch-Türkischen Krieg 1877?1878 unterstützten die Rumänen Russland, woraufhin ihre Unabhängigkeit auf dem Berliner Kongress bestätigt wurde. Zusätzlich erhielt Rumänien die Dobrudscha gegen die Abtretung des südlichen Bessarabien an Russland. Am 26. März 1881 wurde in Bukarest das neue Königreich Rumänien proklamiert. Nach mehreren Jahren innenpolitischer Reformen und außenpolitischer Stabilität kämpfte Rumänien 1913 im Zweiten Balkankrieg gegen Bulgarien und sicherte sich im Frieden von Bukarest die südliche Dobrudscha. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 verhinderte die rumänische Oligarchie gegen den Willen Karls I. eine Parteinahme zugunsten der Mittelmächte. Sein Neffe und Nachfolger Ferdinand I. trat im Sommer 1916 der Entente bei. Zunächst eroberten die Rumänen den Südosten Siebenbürgens. Die Gegenoffensive der deutschen, österreichischen und bulgarischen Truppen führte jedoch zur Besetzung der Walachei im Dezember 1916, so dass Ferdinand I. in die Provinz Moldau fliehen musste. Dort konnte mit französischer Hilfe der militärische Widerstand wiederhergestellt werden. In den Friedensverträgen von Versailles 1919 und Trianon 1920 profitierte Rumänien erheblich von seiner Parteinahme zugunsten der Siegermächte: Vom untergegangen Österreich-Ungarn erhielt es Siebenbürgen, das östliche Kreischgebiet, die Bukowina und zwei Drittel des Banats, sowie zusätzlich Bessarabien vom bolschewistisch gewordenen Russland. Großrumänien Die Grenzen des unabhängigen Rumäniens: Das Altreich (violett), Großrumänien (orange), die heutigen Grenzen (pink) Die Grenzen des unabhängigen Rumäniens: Das Altreich (violett), Großrumänien (orange), die heutigen Grenzen (pink) Staatsfläche und Bevölkerungszahl des neuen ?Großrumäniens? hatten sich verdoppelt, wodurch es von einem relativ einheitlichen Nationalstaat zu einem Vielvölkerstaat geworden war. Etwa ein Viertel der rumänischen Staatsbürger gehörten einer der nationalen Minderheiten wie Ungarn, Deutschen, Juden oder Ukrainern an. Wie andere Staaten Europas war auch Rumänien in der Zwischenkriegszeit von politischer Instabilität gekennzeichnet. 1927 wurde Kronprinz Karl zum Thronverzicht gezwungen und sein minderjähriger Sohn Michael I. (Mihai I.) wurde König. Sein Vater bestieg jedoch 1930 doch noch als Karl II. (Carol II.) den Thron. Rumänien hatte sich zunächst außenpolitisch an Frankreich und Großbritannien orientiert, wandte sich aber ab 1934 aus wirtschaftlichen Gründen und auf der Suche nach einer neuen Schutzmacht Hitler-Deutschland zu. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der sich daran anschließenden territorialen Neuordnung Europas im Hitler-Stalin-Pakt verlor Rumänien große Gebiete seines Staatsgebietes: Im Sommer 1940 fielen die Nordbukowina und Bessarabien an die Sowjetunion, die Süddobrudscha an Bulgarien, und schließlich das nördliche Siebenbürgen an Ungarn (Zweiten Wiener Schiedsspruch). Karl II. ging nach diesen Verlusten ins Exil, woraufhin die Macht faktisch an den neuen Ministerpräsidenten Ion Antonescu fiel. Dieser errichtete ein totalitäres System und trat den Achsenmächten bei. 1941 beteiligte sich Rumänien am zunächst erfolgreichen deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion, wodurch Bessarabien wieder rumänisch wurde. Innenpolitisch wurden Juden und Roma vom Antonescu-Regime verfolgt und ermordet.[9][10] Die erfolgreiche Offensive der Roten Armee im August 1944 führte schließlich zum Sturz Antonescus und zum Frontwechsel Rumäniens. Es erhielt zwar Nordsiebenbürgen zurück, doch kam Bessarabien wieder unter sowjetische Herrschaft. Dessen nördlicher Teil bildet heute den eigenständigen Staat Moldawien, der südliche (Budschak) gehört zur Ukraine. Die kommunistische Herrschaft Nicolae Ceauşescu ? rumänischer Autokrat von 1965 bis 1989 Nicolae Ceauşescu ? rumänischer Autokrat von 1965 bis 1989 Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Rumänien völlig unter sowjetischen Einfluss. Die Eliten des alten Systems und politische Gegner wurden enteignet, verschleppt oder ermordet. 1947 wurden zunächst alle bürgerlichen Parteien verboten und am 30. Dezember 1947 schließlich König Mihai I. abgesetzt. Die Sozialdemokraten wurden mit der zuvor unbedeutenden Kommunistischen Partei Rumäniens (KPR) zwangsvereinigt, woraus die Rumänische Arbeiterpartei (RAP) hervorging. Diese rief die Volksrepublik Rumänien aus, in der Gheorghe Gheorghiu-Dej als Führer der RAP der bestimmende Mann war. Staat und Wirtschaft Rumäniens wurden systematisch nach kommunistischen Vorstellungen umgeformt: 1948 wurde die Industrie verstaatlicht, ab 1950 auch die Landwirtschaft. Um den ethnischen Gegensatz mit den Ungarn innerhalb Rumäniens abzuschwächen, wurde 1952 in deren Hauptsiedlungsgebiet das autonome Szeklerland eingerichtet. Obwohl Gheorghiu-Dej eine vorsichtige Eigenständigkeit gegenüber der Sowjetunion anstrebte, trat Rumänien 1955 dem Warschauer Pakt bei. Mitte der 1950er verbesserte sich die wirtschaftliche Versorgungslage in Rumänen, was die innenpolitische Lage stabilisierte. Am 21. August 1965 wurde die Sozialistische Republik Rumänien ausgerufen. Führender Mann des Landes wurde Nicolae Ceauşescu, der nach dem Tod von Gheorghiu-Dej das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei übernommen hatte (seit 1974 auch Präsident). Ceauşescu unternahm mehrere radikale Einschnitte in die rumänische Wirtschaft und Gesellschaft: Gesetze zur Förderung des Kinderreichtums und ein Abtreibungsverbot sollten die Bevölkerungszahl Rumäniens steigern.[11]. Mittels ausländischer Kredite und durch die Umsiedlung von Teilen der Landbevölkerung in die Städte sollte das agrarisch geprägte Land industrialisiert werden. Der gewünschte Erfolg dieser Maßnahmen stellte sich jedoch nicht ein, sondern führte seit den 1970ern zu einer Versorgungskrise. Der Zusammenbruch der Volkswirtschaft und die mangelnde Bonität Rumäniens zwang das Regime zum Export von Grundversorgungsgütern. Dennoch bewahrte Ceauşescu seine Macht durch eine Geheimpolizei (Securitate) und einen ausgeprägten Personenkult. Nach dem Mauerfall und der Wende 1989 in der DDR und den anderen Staaten des Ostblocks kam es jedoch zur Rumänischen Revolution. Demonstrationen forderten das Ende des Ceauşescu-Regimes, welches mit mit Gewalt regierte, was zu mehr als 1000 Todesopfern führte. Nachdem sich die Armee mit den Demonstranten verbündet hatte, wurde Ceauşescu am 25. Dezember 1989 vor ein Militärgericht gestellt und standrechtlich erschossen. Rumänien seit 1990 In der nachkommunistischen Zeit konnte sich Rumänien zunächst nur langsam von den Folgen jahrzehntelanger Diktatur und Misswirtschaft erholen. Vorherrschende Partei in den Jahren nach der Revolution wurde die Sozialdemokratische Partei (PSD; ursprünglich Nationale Rettungsfront) unter dem neuen Staatspräsidenten Ion Iliescu. Diese rekrutierte sich größtenteils aus den alten kommunistischen Eliten. Dennoch verfolgte Rumänien von nun an einen demokratischen und marktwirtschaftlichen Kurs. Außenpolitisch orientierte es sich nach Westen, was 2004 zum Beitritt in die NATO sowie 2007 in die Europäische Union führte. Seit 2004 ist Traian Băsescu, gemeinsamer Kandidat eines Mitte-Rechts-Bündnisses, rumänischer Staatspräsident. Namensgeschichte → Hauptartikel: Rumäne/Rumänien (Etymologie) Der rumänische Begriff România (Rumänien) kommt vom rumänischen român (Rumäne), der seinerseits eine Ableitung des lateinischen romanus (Römer, römisch) darstellt. Die ältesten bekannten Dokumente, welche den Begriff "Rumäne" attestieren, stammen von Berichten italienischer Humanisten, die im 16. Jahrhundert zumeist vom Papst auf Erkundungsreise durch Siebenbürgen, die Walachei und Moldau gesandt wurden. Das bekannteste Schriftstück, in dem der rumänische Landesname der Walachei attestiert wird, ist ein Brief des Kaufmannes Neacșu an Braşovs (Kronstadt) Bürgermeister aus dem Jahr 1521. In diesem Text wird das von Fremden als Fürstentum Walachei bezeichnete Gebiet auf Rumänisch ?Rumänisches Land" (orig.: Țeara Rumânească) genannt. Historische Dokumente weisen zwei Schreibweisen für Rumäne auf: român und rumân. Mehrere Jahrhunderte lang wurden beide Schreibweisen undifferenziert eingesetzt, manchmal innerhalb desselben Satzes. Durch einen soziolinguistischen Prozess der semantischen Differenzierung gewann im 17. Jahrhundert die vorherrschende Sprechform rumân die Bedeutung Leibeigener, während die Sprechform român ihre ethnosprachliche Bedeutung behielt. Nach der Abschaffung der Leibeigenschaft durch den Fürst Constantin Mavrocordat um 1746 ging die Form rumân allmählich aus der Sprache verloren, die Sprechform român stabilisierte sich definitiv nach 1830. In seiner modernen Bedeutung wurde der Begriff ?Rumänien" anfangs des 19. Jahrhunderts attestiert, als der griechische Mönch und Literat Dimitrie Daniel Philippide 1816 die "Geschichte Rumäniens" und "Geographie Rumäniens" in Leipzig veröffentlichte. Politik → Hauptartikel: Politisches System Rumäniens Politisches System Rumänien ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der Präsident (rum. preşedinte), Regierungschef ist der Premierminister (rum. Prim-ministru). Die gesetzgebende Gewalt liegt bei einem Zweikammerparlament, das aus der Abgeordnetenkammer (Camera Deputaţilor) und dem Senat (Senatul) besteht. Rumänien war seit 2005 Beitrittskandidat zur Europäischen Union. Die Verhandlungen wurden am 25. April 2005 abgeschlossen; am 1. Januar 2007 trat das Land unter Auflagen[12] der Union bei. → Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter Rumäniens Außenpolitik Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Rumänien am 29. März 2004 Mitglied der NATO, die rumänische Armee ist seitdem in die transatlantische Sicherheitsstruktur eingebunden. 2004 und 2005 war Rumänien nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, im Juli 2004 und im Oktober 2005 führte es den Vorsitz. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen gemäß eigener Aussagen die Verpflichtungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, den Drogen- und Menschenhandel sowie gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Im Mittelpunkt stünden auch die Armutsbekämpfung und die nachhaltige Entwicklung als integraler Bestandteil der weltweiten Stabilität. Nach starken Verlusten der sozialdemokratischen Partei bei der Kommunalwahl Juni 2004 fiel die Umbildung der rumänischen Regierung just in die Endphase der EU-Beitrittsverhandlungen, die im Dezember 2004 abgeschlossen wurden. Seit 1. Januar 2007 ist Rumänien Mitglied der EU. Aus den Parlamentswahlen vom 28. November 2004 ging eine bürgerlich-liberale Minderheitsregierung hervor, die aus der Allianz D.A. (Gerechtigkeit und Wahrheit) (112 Sitze), der UDMR (Partei der ungarischen Minderheit) (22 Sitze) und der sozialliberalen PUR (Humanistische Partei Rumäniens, heute Konservative Partei/PC; 19 Sitze) besteht. Bukarests ehemaliger Bürgermeister Traian Băsescu wurde in der Stichwahl vom 12. Dezember mit 52 % der Stimmen zum neuen Präsidenten Rumäniens gewählt. Militär → Hauptartikel: Rumänische Armee Die Armata Română (Rumänische Armee) als Streitkräfte von Rumänien sind seit dem 29. März 2004 in das Verteidigungs- und Sicherungskonzept der NATO eingebunden. Der Wehrdienst wurde formell im Jahr 2004 abgeschafft. Das Militärbudget betrugt 2006 4,3 Mrd US-Dollar. Verwaltungsgliederung Verwaltungsgliederung Rumäniens Verwaltungsgliederung Rumäniens Derzeit ist Rumänien in 41 Bezirke (?judeţ?, Pl.: ?judeţe?) und eine Hauptstadt (Bukarest = Bucureşti) unterteilt. Diese Verwaltungsgliederung wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild der französischen Départements vorgenommen. Nach 1950 wurde diese Gliederung zugunsten des sowjetischen Modells aufgegeben; 1968 wurde aber das alte, heute noch geltende System, wieder eingeführt. 1981 wurden die Bezirke Ilfov und Ialomiţa in die Bezirke Giurgiu, Călăraşi, Ialomiţa und Ilfov neuorganisiert. Bis 1995 war Ilfov kein selbstständiger Bezirk, sondern von Bukarest abhängig. → Siehe auch: Liste der Bezirke in Rumänien → Siehe auch: Liste der Planungsregionen in Rumänien → Siehe auch: Liste der historischen Regionen in Rumänien und Moldawien Infrastruktur Das rumänische Straßennetz Das rumänische Straßennetz Das rumänische Eisenbahnnetz Das rumänische Eisenbahnnetz Die Infrastruktur Rumäniens hat gewisse Probleme. Rumänien wird von den paneuropäischen Verkehrskorridoren Nr. 4 und Nr. 9 durchquert sowie von Nr. 7 (Wasserweg Donau) in seinem Süden begrenzt. Investitionen in den Eisenbahnverkehr sowie den Zustand der Straßen sind dringend nötig. Flugverkehr Es existieren zwei Flughäfen bei Bukarest, weiterhin je einer bei Sibiu, Târgu Mureş, Constanţa, Cluj-Napoca, Timişoara, Oradea, Bacău und Iaşi. Einheimische Fluggesellschaften sind Tarom, Carpatair und die Billigfluggesellschaft Blue Air. Straßennetz Es existieren zwei Autobahnen: * Autobahn A1 Piteşti?Bukarest (ca. 113 km) * Autobahn A2 Bukarest?Feteşti?Constanţa (ca. 225 km) Autobahnen/Abschnitte im Bau: * Autobahnabschnitt A3 Braşov?Oradea (ca. 415 km, Fertigstellung ca. 2012, Autostrada Transilvania) * Autobahnumgehung (A1) Piteşti (Fertigstellung 2007 geplant) * Autobahnumgehung (A1) Sibiu (Fertigstellung 2008 geplant Centura Sibiu) Autobahnen/Abschnitte in Planung: * Autobahn A1 Piteşti?Sibiu?Deva?Timişoara?Arad (nach Ungarn) * Autobahn A3 Bukarest?Comarnic?Predeal?Braşov (ca. 174 km) * Bukarest?Iaşi (nach Moldawien) * Autobahnring für Bukarest Eisenbahn Rumänien verfügt mit der Rumänischen Staatsbahn (CFR) über eines der längsten Eisenbahnnetze Europas. Große Teile des Streckennetzes und des rollenden Materials haben einen starken Modernisierungsbedarf, wobei es in den letzten Jahren punktuelle Verbesserungen gab. So werden seit Anfang 2003 u.a. im Fernverkehr moderne Desiro-Züge (CFR Baureihe 96) unter dem Namen ?Săgeata Albastră? (?Blauer Pfeil?) eingesetzt. Wirtschaft → Hauptartikel: Wirtschaft Rumäniens Rumänische Nationalbank in Bukarest (Banca Naţională a României) Rumänische Nationalbank in Bukarest (Banca Naţională a României) Rumänien erwirtschaftete im Jahr 2006 nach Schätzungen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von etwa 101,31 Mrd. Euro, was bei einer Bevölkerung von 22,3 Mio.[13] rund 4242 Euro pro Kopf entspricht. Im Vergleich mit dem BIP der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Rumänien einen Index von 43,3 (EU-25 = 100; 2003).[14] Trotz der nun positiven volkswirtschaftlichen Gesamtentwicklung (BIP-Wachstum seit 2001 durchschnittlich 5 %) bedarf die rumänische Wirtschaft weiterer Reformen. Das Wirtschaftswachstum erreichte im Jahr 2004 8,3 % und im Jahr 2005 4,1 %[15]. Die Zuwächse stammen aus Landwirtschaft, Industrie und Bauwesen. Eine weiterhin positive Entwicklung wird in den nächsten Jahren in der Bauwirtschaft erwartet. Ebenfalls sind die Bereiche des Verkehrs in Bahn, Hafen oder generelle Energieprojekte durch internationale Finanzinstitute und EU-Programme im Aufschwung. Auch sind Einzelbranchen wie Kommunikations- und Informationsindustrie im Wachstum begriffen. Versicherungswesen, Tourismus, Pharma, Lebensmittel und Großhandel, Maschinen und Kfz-Industrie desgleichen erleben einen wirtschaftlichen Anstieg. Der Durchschnittslohn in Rumänien beträgt derzeit angeblich etwa 420 Euro. Der Anteil des Dienstleistungssektors am BIP lag 2002 bei 44,7 %, während der Anteil des Industriesektors durch Umstrukturierung und Abbau speziell in der Schwerindustrie von noch 40 % im Jahr 1989 auf nur noch 29,1 % im Jahr 2002 zurückging. Der Landwirtschaftssektor machte 7 % des BIP aus. Dagegen waren 2004 mit 22,6 % Rekordzuwächse im Landwirtschaftssektor zu verzeichnen. Die jährliche Teuerungsrate ging in Rumänien seit der ersten Welle der EU-Erweiterung 2004 von 9,6 % auf 8,6 % im Jahr 2005 zurück. Für 2006 wurde mit einer Inflationsrate von 6,5 % gerechnet[15]. Obwohl die Wirtschaft 2005 weiterhin wuchs und auch das Exportvolumen gesteigert werden konnte, hatte Rumänien 2005 eine Steigerung des Außenhandelsdefizits gegenüber dem Vorjahr um 3 Mrd. Euro zu verzeichnen[15], was mit der im Verhältnis zur Produktionsleistung überproportional gestiegenen Nachfrage nach Importgütern zu erklären ist, die durch Erleichterungen bei der Kreditvergabe möglich wurde. Das hieraus resultierende Leistungsbilanzdefizit belief sich auf rund 9 % des Bruttoinlandsprodukts.[15] Ministerpräsident Călin Popescu Tăriceanu nannte in seiner Antrittsrede 2006 im Parlament als sein wirtschaftspolitisches Ziel die Übernahme des Euro bis zum Jahr 2012. Dafür wird angesichts des hohen Budgetdefizits eine konsequente Sparpolitik verfolgt werden müssen. Wirtschaftspolitische Themen spielten auch bei den Parlamentsdiskussionen eine große Rolle, wobei keine Partei damit warb, die Staatsfinanzen mit Steuererhöhungen sanieren zu wollen. Mit 6,7 % Wachstum kann Rumänien als Tigerstaat Mitteleuropas bezeichnet werden. Das Land zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Seit 2005 gilt eine Einheitssteuer von 16 %. Rumänien ist einer der größten Produzenten von Halbleiter-Anwendungen wie PC-Hauptplatinen, Notebooks und WLAN-Komponenten, die unter verschiedensten (konkurrierenden) Marken weltweit abgesetzt werden. Man bezeichnet dieses als Original Equipment Manufacturer. Privatisierung und Beschäftigung Die Privatisierung der staatlichen Betriebe wird fortgesetzt. Im Juli 2004 erhielt der österreichische Energieversorger OMV die Aktienmehrheit an dem rumänischen Öl- und Erdgaskonzern PETROM (60.000 Mitarbeiter). Ende 2005 erhielt die österreichische Erste Bank den Zuschlag für eine Beteiligung von 61,88 % an der größten rumänischen Bank, der Banca Comercială Română (BCR). Der Kaufpreis von 3,75 Mrd. EUR war bisher die mit Abstand größte Direktinvestition in Rumänien. Nach Zahlen der Wirtschaftskammer wurden bisher rund 30 Prozent aller ausländischen Investitionen in Rumänien von österreichischen Firmen getätigt. Betrug die Erwerbslosenquote im Jahr 2000 noch 10,5 %, waren es im Dezember 2005 nur noch 5,9 %. Der Staat schreibt einen gesetzlichen Mindestlohn von 130 Euro vor. Nach wie vor suchen aber viele Rumänen Arbeit im Ausland, vorzugsweise in den Mittelmeerländern Italien und Spanien. Industrie Die Industrie trägt zu beinahe 35 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt etwa 20 Prozent aller Arbeitskräfte. Hergestellt werden in Rumänien vor allem Elektronik wie Computer, Telekommunikationsausrüstungen, Unterhaltungselektronik und Halbleiter; daneben Fahrzeuge, Schiffe, Produkte der chemischen Industrie, Stahl und Produkte der Leichtindustrie wie Textilien, Schuhe oder Lebensmittel. Tourismus 2003 erwirtschaftete der Tourismus 780 Millionen Dollar, 14 % mehr als 2002. Die Zahl der Gäste betrug 5,6 Millionen (davon 1,1 Mio aus dem Ausland), was einem Zuwachs von 15,5 % entsprach. Zum Herbst des Jahres 2004 war der Baustart für das erste von zwei touristischen Großprojekten geplant. Nach einem Fossilienfund entsteht im Bezirk Hunedoara ein Dinosaurierpark. Der Baubeginn des zweiten Großprojekts ? des Themenparkes Dracula-Park bei Sighişoara (Schäßburg) ? wurde bisher von einer Bürgerinitiative verhindert und soll jetzt in der Nähe von Bukarest entstehen. Mit dem 1. Juli 2005 erfolgte eine Währungsumstellung. Der Kurs beträgt (Stand Mai 2007) 3,28 Lei = 1 Euro. Es wurden neue Geldscheine und auch Münzen in Umlauf gebracht, die alten Zahlungsmittel behalten aber weiterhin ihre Gültigkeit. In Rumänien besteht seit Januar 2005 eine Vignettenpflicht für PKW und LKW auf allen Straßen. Die Vignetten (?Rovinieta?) sind an den Grenzübergängen und den meisten Tankstellen von OMV, Rompetrol und Petrom erhältlich. Bei der Ausreise wird an der Grenze kontrolliert, ob die Rovinieta und der dazugehörige Kaufbeleg vorhanden und gültig sind. Der Preis der Vignette richtet sich nach der Abgaseinstufung des Fahrzeuges. Großprojekte Projekt Wert Stand 2006 Anmerkung Transilvanien-Autobahn, (Braşov-Bors), 680 km 2,2 Mrd. Euro, bis 2012 Arbeiten nach Unterbrechung wieder aufgenommen Staatliche Finanzierung; Ausführung: Bechtel Karpaten-Autobahn, (Bukarest-Braşov) rund 1,7 Mrd. Euro. Ausschreibungen laufen; Bau von Anfang 2007 bis 2009 Staatliche Finanzierung oder PPP Städtische Infrastrukturprojekte in Bukarest circa 5,7 Mrd. Euro Ausschreibungen bis 2008 Städt. Eurobondanleihe, Bankkredite und private Finanzierungen Bahnmodernisierung bis 2018 circa 17 Mrd. Euro in Planung EU-Kofinanzierungen angestrebt Erdölsektor, Raffineriemodernisierung, Tankstellennetzausbau 3 Mrd. Euro bis 2010 in Planung Investor: Petrom/OMV Erweiterung des KKW in Cernavoda, Block drei und fünf bis 2011 bzw. 2015 2,2 Mrd. Euro in Vorbereitung Betreiber: Nuclearelectrica S.A. Metro-Erweiterungsprojekt in Bukarest, Linie V 1 Mrd. Euro in Vorbereitung EIB-Kredit von 370 Mio. Euro genehmigt Kunst und Kultur Brukenthal-Palais, links das ?Blaue Stadthaus?, rechts das Rathaus. Brukenthal-Palais, links das ?Blaue Stadthaus?, rechts das Rathaus. → Hauptartikel: Rumänische Kultur Rumänien teilt die traditionelle Kultur (Rumänische Kultur) mit der von Moldawien. In Rumänien füllen sich bei Literaturlesungen teilweise Stadien. Rumänische Comics werden Comedie genannt und finden auch in Deutschland zunehmend Fans. Auf der Frankfurter Buchmesse 2003 war Rumänien auch Gastland. In Rumänien existieren in 18 Städten 28 professionelle Orchester: * 18 Philharmonische Orchester * 9 Opernorchester * 1 Operettenorchester Im Jahr 2007 ist Sibiu Kulturhauptstadt Europas. → Siehe auch: Liste der Universitäten in Rumänien Staatliche Symbole Nationalfeiertag ist der 1. Dezember. Die Staatsflagge symbolisiert die Vereinigung des zentralen Siebenbürgen (gelb) mit der Walachei (blau) und Moldau (rot) zu ?Rumänien? (1920). Eine andere Deutung lautet: Berge (rot), Schwarzes Meer (blau), Getreide (gelb). Offizielle Feiertage Offizielle Feiertage in Rumänien sind[16]: 1. und 2. Januar Neujahr 1. und 2. Ostertage Ostern 1. Mai Tag der Arbeit/Maifeiertag 1. Dezember Nationalfeiertag 25. und 26. Dezember Weihnachtsfeiertage rumänische sagen: ALS ICH HEIDUCKE WAR Die Bojaren pflegte ich zutiefst zu beunruhigen - damals, als ich Heiducke war. Als der Mond hoch am Himmel stand, bewarf ich ihre Häuser mit Steinen, so daß die Herren meiner "Ankunft" mit Bangen harrten. Bei einem von ihnen, er hieß Nicolae Badoi, habe ich so viele Zwanziger gefunden, daß ich sie nicht alle wegschleppen konnte. In Carbunesti sah sich einer veranlaßt, mir sechzigtausend Zwanziger, zwei Gewehre und eine Pistole auszuliefern. In Tîrgu-Jiu suchte ich einen namens Barbuceanu auf, ich fand ihn auf dem Pferdemarkt und sagte ihm: - Nach Ihnen habe ich mich gesehnt, Herr Barbuceanu. - Ja, was wünschst Du von mir? - Sie sollen mir etliches borgen. - Geht es um viel Geld? - Nur um so viel, wie ich schleppen kann. DAS HEIDUCKENFEST Das Semenik-Massiv wird von drei Gipfeln gekrönt: der Semenik-, derGosna-und der Nedejaspitze. Von diesen dreien ist der Nedeja die einsamere, entlegenere. Sie wacht über ein großes, stilles, unbesiedeltes, waldreiches Gebiet, das sich gegen Bosowitsch und das Almaschtal hinabsenkt. Wer sich in diesem Gebiet verirrt, findet nicht so leicht wieder heraus. In früheren Zeiten versammelten sich alljährlich, am Sankt-Georgs-Tage , die Heiducken des Semenikgebirges auf der Nedeja zu einem Tanzfest. Sie kamen aus ihren Höhlen und Verstecken, und manche kamen aus den Dörfern und Städten, wo sie den Winter über unerkannt als Knechte oder Hausierer im Volke gelebt und dabei so manche Gelegenheit zu Raubanschlägen ausgekundschaftet hatten. Der Tag des Heiligen Georg, des Sommeranfangs, bedeutete auch für die Heiducken den Anbruch ihres freien Räuberlebens auf den schönen, grünen Almen und in den dunklen Wäldern des Semenikgebirges. An diesem Tage brannten auf der Pojana Nedeja viele große Lagerfeuer. Die Zigeuner spielten wie besessen. Auf dem blumigen, samtnen Teppich des Munte-Rasens drehten sich im Reigen die Heiducken, die einen wie Bauern gekleidet, die anderen nach Türkenart mit federgeschmückten Turbanen, Pluderhosen und waffenstrotzenden Gürteln angetan - darunter mancher berühmte Harombasch -, mit ihren Bräuten, feurigen Bauerndirnen, an deren Brust und Gliedern an diesem Tage die prächtigen, von der Spahie3 geraubten Geschmeide funkelten. Der Wein floß in Strömen, und bei den Feuern wurde so mancher neue Raubüberfall besprochen. Von der Nedeja, dem Fest der Heiducken, hat der Munte-Gipfel seinen Namen erhalten. DER TISCH DES BUCUR (gestraffte Fassung) Vor Jahren machte der Heiducke Bucur das Rîmnic-Tal unsicher; er pflegte nur Türken und Griechen anzugreifen, die den armen Rumänen den letzten Groschen wegnahmen, letztere jedoch zu beschenken. Es wird erzählt, er habe eine arme Rumänin getroffen, als diese ihre einzige Kuh dem Markt zutrieb, um mit dem Erlös die fälligen Steuern zahlen zu können. Bucur habe ihr den Kaufpreis gezahlt, die Kuh aber zurückgegeben mit dem Auftrag, sie zurückzutreiben, auf daß ihre Kinder genügend Milch haben. Aus irgendeinem Grund jedoch machte sich das Weib verstohlen auf den Weg zum Markt samt Kuh, worauf sie der Heiducke einholte und sie zur Strafe an ihren Haaren an einen Ast für eine geraume Zeit aufhängte. Bucur bewohnte mit seinen Kumpanen eine große Höhle auf dem Pleschu-Berg, die später Bucur-Höhle genannt werden sollte. Höher gab es einen flachen Felsen, der auf zwei kleineren ruhte ? dies war Bucurs Tisch. Einst waren darauf fünf goldene Sterne eingelassen, die den Sitzplatz der Heiducken kennzeichneten, und Bucurs Stern war natürlich größer. In der Höhle vermutet man weiterhin Schätze, die von den Heiducken versteckt sein sollten. DIE SAGE DES DORFES MERIA Hm! Hm! so geschah es also, daß gleich sieben Räuber zusammentrafen und daß jeder von ihnen einen Esel hatte; und alle hatten sie auf dem Esel je zwei Ledersäcke mit Geld. So wanderten sie umher, tagsüber schliefen sie, des Nachts jedoch raubten sie aus Gemeinden und Dörfern: Pelzwesten der Bauern, ihr ganzes Wams, Schafpelze, Stiefel, Schnürschuhe, Mützen, wie wir diese Dinge halt alle nennen, die verschiedensten Sachen trugen sie zusammen, damit sie etwas zum Verkaufen und auch selber was zum Anziehen hatten. Und so war das, und dann begann der Kampf - damals sagte man Hetzjagd, nicht Krieg, sondern Verfolgung; und damals nannte man die Polizei nicht Polizei, man nannte sie Haiduken . . . Haiduken, Grenzwächter. Und als die Räuber sahen, daß diese sich ihnen näherten, beschlossen sie, den Berg zu verlassen, sie wollten wegziehen von diesem Platz und einen sichereren Unterschlupf suchen, damit sie niemand ausfindig machen könnte, damit diese "Fahndung" sie nicht entdecke. Und so gingen sie mit ihren Eseln, ihrem Geld und ihren Töpfen, die sie besaßen, zur Höhle bei Piscu ? "Maul des Mihai" genannt, so hieß sie. Dort fanden sie diese Höhle, groß genug für 7 Personen und für die Ware, die sie bei sich hatten, und dort ließen sie sich nieder. Und dort war eine Eiche, die ganz nahe beim Felsen gewachsen war und vom Boden hinauf zur Spitze des Felsens reichte. Doch damals war der Eingang zur Höhle nicht unten auf dem Boden, die Höhle war weiter oben in der Mitte des Felsens. So dachten sie nach, wie sie in die Höhle gelangen könnten. Dann begannen sie mit der Axt von unten nach oben Kerben in die Eiche zu hacken, und in den Kerben befestigten sie Hölzer, damit sie so in ihre Wohnung gelangen konnten. Und auf diesen Hölzern stiegen sie bis zur Höhle hinauf und so gelangten sie in die Höhle. Dann reichten einige von unten denen von oben alle Waren, die sie mithatten, hinauf, damit sie diese in der Höhle aufstapeln konnten: leere Fässer, jene Ledersäcke voll Gold, Kupfergefäße, solche Tontöpfe ? wie wir sie halt nennen ? mit zwei Henkeln. Und in die Fässer und Eimer und Töpfe steckten sie das Geld hinein ? zu der Zeit war das Geld aus Gold und Silber. So ließen sie sich also hier nieder und wiederum begannen sie, die Dörfer auszurauben. Doch als sie sahen, daß die Verfolgung auch bis hierher reichte, überlegten sie, wie sie denn da alles zustopfen konnten, damit niemand die Höhle, in der sie hausten, bemerkte. Sodann schickten sie sich an und einige brachten Erde, einige Geäst und andere Steine hinauf, dieses alles häuften sie vor den Eingang der Höhle und stopften so das Loch zu. Dann stiegen sie herunter, fällten die Eiche ganz unten an der Wurzel und stürzten sie hinunter ins Tal. Dann verließen sie die Höhle. Man sagt, daß sie in die Mitte des Eingangs zur Höhle einen eisernen Nagel gehauen hätten, einen großen Nagel ? einen solchen, wie man sie an Fuhrwerken hat ?, damit sie die Stelle, wo der Eingang zur Höhle war, wieder erkennen könnten, falls sie im Kampf nicht umkämen und zurückkehrten, um sich ihre Sachen von dort zu holen. Doch sie konnten nicht zurückkommen. Wahrscheinlich verloren sie sich, vielleicht starben sie oder so was Ähnliches. Doch einer blieb übrig, der siebte blieb am Leben. Doch auch der wurde schließlich blind. Man sagt, daß er auf Jahrmärkte ging, du weißt ja, zu den großen Jahrmärkten, sich zu einem Brückenkopf hinstellte, damit die Leute sich seiner erbarmten und ihm Geld gaben. Und dann erzählte er alles, und einer begann es weiterzusagen, und besonders die Einwohner von Meria und Lunca hörten aufmerksam zu und erfuhren, wo die Räuber gewohnt hatten und was sie zurückließen, als sie sich davonmachten. Und wenn man dort nachgrabe und den Eingang zur Höhle öffne, dann hätten die ganzen Gemeinden Gold und Silber in Hülle und Fülle bis in alle Ewigkeit. Und wenn sie dann in die Höhle einträten, sollten sie keine Angst haben, denn auf ein Faß hätten die Räuber eine Schlange gesetzt, die sei jedoch aus Wachs und wäre so gemacht, daß sie sich aufblasen und fauchen könne, um den Menschen Angst einzusagen, damit niemand das Geld und den Schatz von dort wegnehmen könne. Und so blieb diese Geschichte bestehen; und die Alten behielten sie im Gedächtnis und erzählten sie uns. Wie es denn auch sei, es heißt schon seit uralten Zeiten: Wer dort herumstöbere und die Höhle öffne, der werde dort Geld, Pelzwesten, Schafspelze, Stiefel, Schnürschuhe und allerlei Kleider und das Gold finden. Und siehst du, auch jetzt noch kann man ein bißchen erkennen, wo die Eiche aus dem Boden am Felsen emporgewachsen war. SCHATZGRÄBER AN DER BEGA Vor vielen, vielen Jahren, als die Türken Temesvar und das ganze Banat verlassen hatten, konnte man nachts zwischen zwölf und ein Uhr am Begaufer Feuer brennen sehen. An mehreren Stellen kamen aus der Erde rot-gelbe und blaue Flammen empor. Unter den Leuten wurde gesprochen, daß an jenen Stellen türkische Goldschätze vergraben wären. Man sagte aber, daß diese Schätze während des Vergrabens von Hexenmeistern verwunschen wurden. Viele hatten schon an diesen Stellen gegraben, jedoch ohne Erfolg, denn man durfte dabei kein Wort sprechen. Ein einziges Wort genügte, daß die Flammen sowie auch die Schätze sofort verschwanden. Zwei arme, herzhafte Männer aus Kischoda, die reich werden wollten, beschlossen eines Tages, in der Nacht die Schätze zu suchen. Und wirklich: Um punkt zwölf Uhr, als die erste Flamme aus der Erde kam, standen die zwei Ki-schodarer mit Schaufeln und Spaten ausgerüstet da. Schon beim ersten Spatenstich kam ein weißer Geist mit einer allmächtigen Heugabel zum Vorschein. Er sprang und flog um die zwei herum und drohte, sie zu erstechen. Die zwei ließen sich aber nicht stören und gruben ruhig weiter. Bei jedem Spatenstich erschien ein anderes Gespenst, eines häßlicher und böser als das andere, und wollten die Schatzgräber einschüchtern, sie von ihrer Arbeit zurückhalten und sie zum Sprechen bringen, damit sie nicht an den verwunschenen Schatz gelangen. Es war aber alles umsonst, denn die zwei fürchteten sich nicht und sprachen auch kein einziges Wort. Als sie schon nahe am Schatze waren, da kamen unzählige Hexen und kleine Teufel, die auch die Aufgabe hatten, den Schatz zu bewachen, mit Beilen und Gabeln auf sie los. Auch diesmal erschraken die zwei mutigen Kischodarer nicht und gruben unbekümmert immer tiefer dem Schatze zu. Und es dauerte nicht lange, da stießen sie auf einen harten Gegenstand; es war eine eiserne Kassette. Als sie den Deckel hoben und den vielen Goldschmuck und die in allen Farben glänzenden Edelsteine sahen, da konnte sich der eine vor Erstaunen nicht zurückhalten und sagte jubelnd: "Himmel, was für eine Pracht!" Er hatte kaum das letzte Wort ausgesprochen, und schon war der kostbare Schatz verschwunden. Teufel, Gespenster und Hexen lachten jetzt, klatschten noch in die Hände und verschwanden dann auch. Die zwei standen nun vor der leeren Grube da, schauten einander an und wußten nicht, was sie sagen sollten. Müde und voller Ärger gingen sie dann nach Hause. Ob sie doch nochmal versuchten, und ob es ihnen doch noch gelungen ist, sich den verwunschenen türkischen Schatz anzueignen, das konnte niemand mehr erfahren. Wie die Leute in Kischoda sagen, müssen die Schätze am Begaufer doch ausgegraben worden sein, denn man sieht heute keine Flammen mehr aus der Erde kommen. AN DER QUELLE DER GOLDENEN BISTRITZ Das war noch Ende des vorigen Jahrhunderts. Da beschlossen drei Zipser, das Gold aus der Quelle zu heben. Eines Morgens machten sie sich, mit Spaten und Krampen ausgerüstet, auf: einer war aus Ludwigsdorf und hieß Gottlieb Baierle, die anderen beiden waren aus Mariensee und hießen Franz Knobloch und Johann Lerch. Es war schon gegen Mittag, als sie bei der Quelle anlangten, und sogleich begannen sie in der feuchten Erde zu graben. Es verging nicht viel Zeit, da rief eine Stimme aus dem Wald: "Lerch! Lerch!" "Tjuh, bös billst' vun mir? Ber seid's?" (Ja, was willst du von mir? Wer seid Ihr?) erwiderte Lerch. "Lerch, kumm! Lerch, kumm!" klang es zurück. Lerch lehnte den Spaten an einen Baum und ging in die Richtung, aus der die Stimme wieder rief: "Lerch, kumm! Lerch, kumm!". Plötzlich hörte man aus einer anderen Richtung eine ähnliche Stimme, die rief: "Knobloch, kumm aa du (Knobloch, komm auch du!)! Knobloch, kumm aa du!" "Jetzt berdn mir segn, ber do schrait" (Jetzt werden wir sehen, wer da ruft), sagte Knobloch und eilte in den Wald. Kaum war er verschwunden, tönte es wieder aus einer anderen Richtung, diesmal: "Baierle, kumm schon! Baierle, kumm schon!" "Boart, i kumm dir" (Warte nur, ich zeige es dir schon), antwortete Baierle und verschwand in der Richtung, aus der die Stimme kam. Drei Tage lang hörte man von den Schatzgräbern nichts mehr, dann erschienen sie in Mariensee ? halb verhungert und zerrissen: Waldweibl hatten sie von der Quelle fortgelockt und ihr böses Spiel mit ihnen getrieben. DER ALTE IM WALD Oben in einem Graben bei Jedt begegnete einem armen Zipser ein alter Mann. (Der Zipser war aus Ludwigsdorf und hatte acht Kinder.) Der Alte saß am Wegrand und bat den Zipser um ein Stückchen Brot. Dieser hatte zwar selbst wenig mit, doch teilte er es in zwei gleiche Stücke und gab eines dem Bettler. "Wenn du diesen Pfad weitergehst", sagte nun der Alte und wies seitlich in den Wald, "wirst du bald auf eine Wiese kommen, wo ein Feuer glimmt. Nimm von den Kohlen, so viel du anfassen kannst, und trag sie nach Hause. Das ist mein Geschenk für deine Freundlichkeit." Der Zipser bedankte sich, obwohl es ihm merkwürdig schien, mit glimmenden Kohlen beschenkt zu werden. Er ging jedoch in den Wald und gelangte nach einiger Zeit tatsächlich auf die Wiese, wo er auch das schon fast erloschene Feuer fand. Er nahm einige Kohlen und steckte sie in sein "Pinkl" ? so wird der Handsack bei den Zipser Waldarbeitern genannt. Da merkte er, daß sie weiterglühten und doch kein Loch brannten. So nahm er noch mehr davon und eilte hinunter nach Ludwigsdorf, weil es schon zu dunkeln begann. Als er zu Hause das "Pinkl" öffnete, sah er zu seiner großen Verwunderung, daß sich die Kohlen in Goldstücke verwandelt hatten. Diese Begebenheit sprach sich rasch herum, und am nächsten Tag kamen viele Bauern aus den umliegenden Tälern, um die Goldstücke zu sehen. Unter ihnen befand sich auch ein reicher Schafhändler, der wegen seines Geizes bekannt war. Er machte sich sogleich auf und eilte in den Jedter Wald, zu dem Graben, wo dem Zipser der alte Mann begegnet war. Tatsächlich saß der Bettler immer noch auf dem Baumstumpf am Weg, als schien er auf jemanden zu warten. Als er nun den Schafhändler sah, sagte er: "Geh du nur wieder nach Hause, dort gibt es jetzt Kohlen genug." Rasch eilte der Schafhändler zurück ins Dorf und da sah er, daß an der Stelle, wo vorher sein prunkvolles Haus gestanden hatte, nun ein Haufen glühender Kohlen lag. Doch niemand im Dorf hatte gesehen, wann es abgebrannt war. Grunddaten Rumänien Statistische Daten: Politisches System: Die Republik Rumänien ist eine Parlamentarische Demokratie, deren neue Verfassung 1991 in Kraft getreten ist. Verwaltungsordnung: Laut Verfassung gibt es in Rumänien Gemeinden, Städte und Kreise. Die kleinste Verwaltungseinheit ist die Gemeinde (comuna), die aus einem oder mehreren Dörfern zusammengesetzt ist und an deren Spitze ein direkt gewählter Bürgermeister und der Lokalrat stehen. Insgesamt gibt es 2.685 Gemeinden. Auch an der Spitze einer Stadt (oraș) stehen ein gewählter Bürgermeister und ein Lokalrat. Wichtigere Städte können in den Rang eines Munizipiums (municipiu) erhoben werden. Es gibt insgesamt 263 Städte, darunter 82 Munizipien. Der Kreis (județ) ist die größte Verwaltungseinheit und wird von einem Kreisrat, aus dessen Reihen der Kreisratsvorsitzende gewählt wird, sowie einem Präfekten geleitet. Der Kreisrat koordiniert die Tätigkeit der Lokalräte, der Präfekt hingegen ist Vertreter der Regierung auf Lokalebene. Jeder Kreis hat ein Verwaltungszentrum (Kreishauptstadt) und verfügt über eine gewisse Autonomie in Bereichen wie Wirtschaft, Wohnen, Naturschutz, Kultur und Unterricht. Rumänien hat 41 Kreise, die Hauptstadt Bukarest ist eine eigenständige Verwaltungseinheit. Großstädte: * Hauptstadt Bukarest (1.926.334 Ew., - 74.249 Ew. gegenüber 1992) * Constanța (310.471 Ew.) * Iași (320.888 Ew.) * Timișoara (317.660 Ew.) * Cluj (317.953 Ew.) * Craiova (302.601 Ew). * Insgesamt 24 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Fläche: 238.391 km2, Grenzen zu anderen Ländern: Im N und NO grenzt Rumänien an die an die Ukraine (649,4 km), im NO an die Republik Moldau (681,3 km), im SO an das Schwarze Meer (193,5 km), im S an Bulgarien (631,3 km), im SW an Serbien (546,4 km) und im NW an Ungarn (448,0 km). Einwohnerzahl: 21.680.974 (Stand: Volkszählung März 2002) Bevölkerungsgruppen: * Einwohner: 21.680.974 (Stand: Volkszählung März 2002), -4,2% Einw. im Vergleich zur Volkszählung 1992 * 48,7% männlich und 51,3% weiblich * 55% Stadtbevökerung * 45% Landbevölkerung * Bevölkerungsdichte: 90,9 Einwohner/km2 Ethnische Zusammensetzung: * Rumänen: 89,5% * Ungarn: 6,6% * Roma: 2,5% * Andere: Ukrainer, Deutsche (je 0,3%), weiterhin Türken, Serben, Tataren, Russen und Slowaken Religionszugehörigkeiten: * Christlich-orthodox (86,8%) * Katholiken (4,7%) * Protestanten (3,2%) * Muslime (0,3%) Sprachen: * Rumänisch: 91% * Bevölkerungsgruppen mit Muttersprache Ungarisch, Deutsch, Ukrainisch, Serbisch, Romani usw. * Die Amtsprache ist Rumänisch; laut Kommunal-Gesetz Nr. 215/2001 haben jedoch nationale Minderheiten überall dort, wo sie 20% der Bevölkerung stellen, das Recht, auf Ämtern ihre Muttersprache zu verwenden. Auch gibt es öffentliche Schulen in denen in Ungarisch, Deutsch usw. unterrichtet wird, sowie öffentliche Hochschulinstitute in ungarischer Sprache. Regierung und Parlament: Staatspräsident: Traian Băsescu (1. Amtszeit, seit Dezember 2004, ehemaliger Bukarester Oberbürgermeister) Der Präsident wird direkt und maximal für zwei Amtsperioden gewählt. Seit den letzten Wahlen 2004 wird der Präsident auf 5 Jahre gewählt (bisher wurden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen gleichzeitig alle vier Jahre abgehalten. Premierminister: Călin Popescu-Tăriceanu (PNL) Regierung: Die am 29. Dezember 2004 angelobte Regierung basierte auf einer Koalition Mitte-rechts gerichteter Kräfte: PNL und PD, die als Alianța D.A. die Wahlen knapp gewonnen haben, stellten den Premierminister Călin Popescu-Tăriceanu (PNL). Um mehrheitlich regieren zu können bedurften sie der Unterstützung seitens der UDMR und PC. Das so entstandene Kabinett hat die Struktur der vorangehenden sozialdemokratischen Regierung beibehalten und im Laufe seiner eineinhalbjährigen Tätigkeit keine tief greifenden Umbildungen vorgenommen. Bis April 2007 bestand die Regierung aus 2 Staatsministern, 16 Ministern und 5 Ministern ohne Ressort. Neues Kabinett seit dem 1. April 2007 Der Streit zwischen Staatschef und Premier führte zum Bruch der Allianz D.A. PNL-PD. Gestützt auf die Versprechen der politischen Opposition gleich welcher Couleur ? PSD, PRM und PC ?, eine Minderheitsregierung zu unterstützen, entschied Premier Călin Popescu-Tăriceanu den Ausschluss der Minister der Demokratischen Partei PD aus dem Kabinett. Der Ungarnverband UDMR wurde im Kabinett behalten und vom Premier für kompetent und loyal erklärt. Die neu gebildete Minderheitsregierung der PNL und der UDMR ist allerdings auf die Stimmen der oppositionellen PSD angewiesen. Nach der Umbildung besteht die Regierung nur noch aus einem Staatsminister, 15 Ministern und 1 delegierten Minister (ohne Ressort), wobei die wichtigsten Änderungen die Zusammenführung des Ministeriums für Wirtschaft mit dem Finanzministerium, die Abschaffung des Ministeriums für Europäische Integration und die Gründung eines Ministeriums für kleine und mittelständische Unternehmen betreffen. Parlament: Als direkt vom Volk gewähltes Organ ist das Parlament die höchste gesetzgebende Instanz des Landes und übt darüber hinaus eine wichtige Kontrollfunktion aus mittels parlamentarischer Enqueten, Anfragen an die Regierung und verschiedener Institutionen wie der Volksanwalt usw. Zwei-Kammern-Parlament: Senat (eine Art Obere Kammer): 137 Sitze (www.senat.ro) Abgeordnetenkammer (Camera Deputaților, eine Art Untere Kammer): 332 Sitze (www.cdep.ro) Parlamentsparteien: * Sozial-Demokratische Partei (PSD) * Alianța D.A. PNL-PD ? existiert seit März 2007 de facto nicht mehr * Nationalliberale Partei (PNL) * Demokratische Partei (PD) * Partei Großrumänien (PRM) * Demokratische Union der Magyaren aus Rumänien (Ungarnverband, UDMR) * Rumänische Humanistische Partei (PUR), seit Mai 2005: Konservative Partei (PC) Grunddaten Bukarest Fläche: 238 km2 Geographische Lage: Einwohnerzahl: 1.926.334 (Volkszählung 2002) Bevölkerungsdichte: 8.094 Einwohner/km2 Verwaltungsstruktur: Bukarest ist eine der 42 Verwaltungseinheiten des Landes. Administrativ einem Kreis gleich gestellt, hat Bukarest eine eigenständige Verwaltungsstruktur. Die Stadt, das Munizipium, wird von einem direkt gewählten Oberbürgermeister und einem Gemeinderat/Munizipalrat geleitet. Auf Stadtebene gibt es 6 Sektoren (Stadtteile/Bezirke), die ihrerseits von einem Bezirksrat und einem direkt gewählten Bezirksbürgermeister geleitet werden. Die Sektoren, die strahlenförmig vom Stadtzentrum ausgehen, haben keine Namen, sondern die Nummern 1 - 6. Auch gibt es in Bukarest - wie in jedem Kreis - eine Präfektur, geleitet vom Präfekten, dem Vertreter der Regierung auf Lokalebene. Bürgermeister und Vizebürgermeister: Oberbürgermeister: Adriean Videanu, PD (Demokratische Partei). Vizebürgermeister: Răzvan Murgeanu, Grigore Ioan Popa Generalsekretär des Oberbürgermeisteramtes: Tudor Toma Stadtparlament/Gemeinderat In den Bukarester Gemeinderat, das Parlament der Hauptstadt (Consiliul General al Municipiului Bucuresti), wurden bei den letzten Lokalwahlen am 6. Juni 2004 55 Mitglieder gewählt. Es handelt sich hierbei nicht um hauptberufliche Politiker, vielmehr erhalten die Abgeordneten für ihre Tätigkeit im Stadtparlament Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder. Aus ihren Reihen werden die beiden Vizebürgermeister und die gemeinderätlichen Fachausschüsse gewählt. Jedes Mitglied arbeitet in ein bis zwei Fachausschüssen. Nach den Wahlen wurden 15 Ausschüsse mit je 7 Mitgliedern kreiert. Auch gibt es laut Gesetz keinen Vorsitzenden des Gemeinderates, sondern lediglich einen Vorsitzenden der Gemeinderatssitzungen, der alle 6 Monate aus den Reihen der Gemeinderäte gewählt wird. Als eigenständige Verwaltungseinheit hat die Hauptstadt Bukarest wie jeder Landeskreis einen von der Regierung eingesetzten Präfekten. Dieser verfügt über ein eigenes Amt und ist als Vertreter der Regierung für die Umsetzung der Gesetze auf Lokalebene verantwortlich. Er nimmt an den Sitzungen des Gemeinderats teil, hat auch begrenzte Vollmachten und kann gegen die Beschlüsse des Gemeinderates Klage beim Verwaltungsgerichtshof (?Contencios administrativ?) einreichen. Zudem koordiniert der Präfekt die Tätigkeit der dezentralisierten öffentlichen Dienste und sichert - in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden - den Zivilschutz und die Sicherheit der Einwohner. Bukarester Präfektur: Laut der am 1. Jänner 2006 in Kraft getretenen Regierungsverordnung 179/2005, ist der Präfekt kein Politiker mehr, sondern hat den Status eines von der Regierung ernannten höheren Beamten. Bukarester Präfekt: Cătălin Deaconescu Geschichte Rumäniens aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche Die Geschichte Rumäniens ist stark vom Einfluss der Römer geprägt, was sich auch im Namen Rumänien oder rum. România (frz. Roumanie, engl. Romania) widerspiegelt. Romania war in der Spätantike eine übliche Bezeichnung für das Römische Reich, im Mittelalter für das Gebiet des Byzantinischen Reichs.[1] Die auf dem Gebiet des späteren Rumänien ansässigen Daker wurden 106 n. Chr. durch Trajan in das Römische Reich eingegliedert und sprachlich sowie kulturell romanisiert. 271 wurden die römischen Truppen ans rechte Donauufer zurückgezogen. In den folgenden Jahrhunderten setzte sich unter byzantinischer Herrschaft das orthodoxe Christentum durch, das die Kultur und Mentalität der Rumänen bis heute prägt. → Siehe auch: Rumänische Ethnogenese Inhaltsverzeichnis [Verbergen] * 1 Völkerwanderung * 2 Ungarische Migration * 3 Mittelalterliche Staaten o 3.1 Walachei und Moldau o 3.2 Siebenbürgen * 4 Osmanische Oberhoheit * 5 Erwachendes Nationalbewusstsein * 6 Vereinigung und Monarchie * 7 Die Jahre zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg * 8 Zweiter Weltkrieg * 9 Antonescu kommt an die Macht * 10 Rumänien und der Holocaust * 11 Der königliche Staatsstreich * 12 Aufstieg der Kommunisten * 13 Parteiinterne Machtkämpfe * 14 Die Ära Gheorghiu-Dej * 15 Das Ceauşescu-Regime * 16 Sturz * 17 Postkommunistische Ära * 18 1992?1996 * 19 1996?2000 * 20 2000?2004 * 21 2004?2008 * 22 Siehe auch * 23 Einzelnachweise * 24 Literatur * 25 Weblinks Völkerwanderung [Bearbeiten] Angesichts des Einfalls germanischer Völker zog sich die Verwaltung des römischen Reichs aus Dakien zurück. Die letzten Stellungen nördlich der Donau wurden während der Regierungszeit Aurelians (270?275) aufgegeben. Es folgten mehrere Wellen von Wanderungsbewegungen, darunter im 7. Jahrhundert die der Slawen, überwiegend Siedler, die das Tiefland des heutigen Rumäniens kolonisierten. Sie kamen in Kontakt mit der dako-romanischen Bevölkerung, die größtenteils im Hochland lebte, und wurden nach jahrhundertelangem Zusammenleben schließlich assimiliert. Auch viele Kriegerstämme zogen durch das rumänische Territorium, so die Hunnen, die Magyaren im 9. Jahrhundert und die Tataren im 13. Jahrhundert (siehe auch Völkerwanderung). Es gibt keine schriftlichen Nachweise für die Existenz von ?Proto-Rumänen? in der Gegend nördlich der Donau für das Jahrhundert nach Roms Rückzug aus Dakien. Es gibt aber wohl auch keinen Beweis für das Gegenteil. Dieser Umstand hat jahrhundertelang die Fehde um Siebenbürgen zwischen rumänischen und ungarischen Historikern angefacht. Einige Historiker behaupten, die Rumänen stammten in Wirklichkeit nicht von den romanisierten Dakern ab, sondern kämen von südlich der Donau und hätten sich im heutigen Gebiet Rumäniens niedergelassen. (Zu dieser Debatte siehe: Dako-romanische Kontinuitätstheorie). Andere Historiker erklären das Fehlen schriftlicher Beweismaterialen mit dem Fehlen einer organisierten lokalen Verwaltung bis zum 12. Jahrhundert, und dadurch, dass die Mongolen beim Plündern des Gebiets im Jahr 1241 jegliche existierenden Aufzeichnungen vernichtet hätten. Ungarische Migration [Bearbeiten] Im Jahr 896 ließen sich die Magyaren im zentralen Karpatenbecken nieder und waren damit der letzte der nomadischen Stämme, die in Europa Staaten bildeten. Ein Jahrhundert später dehnte Stephan I. das ungarische Königreich auf Siebenbürgen aus. Die Ungarn bauten Festungen, gründeten ein römisch-katholisches Bistum und begannen die dort angesiedelte Szekler-Bevölkerung zu missionieren. Es gibt Zweifel, dass unter den missionierten sich auch Rumänen befanden, da diese bereits christlich waren und nach dem Morgenländischen Schisma der östlichen orthodoxen Kirche treu blieben. Stephan und seine Nachfolger warben deutsche und ungarische Siedler an, um sich in der Region niederzulassen. Die Siedler kamen teilweise von weit her, darunter Szekler und der aus Palästina zurückkehrende Deutsche Orden, der Kronstadt (rumänisch Braşov) gründete, dann aber nach einem Konflikt mit dem König 1225 in die Ostseeregion umsiedelte. Ungarns Könige förderten die Loyalität der Kolonisten, indem sie ihnen Land, Handelsprivilegien und ein beträchtliches Maß an Autonomie gewährten. Der Adelsstand war auf Katholiken beschränkt, und während rumänische Adlige zur römisch-katholischen Konfession konvertierten (was schließlich zu derer Magyarisierung führte), um ihre Privilegien zu bewahren, wurden viele orthodoxen Rumänen Leibeigene, sowie auch zahlreiche Ungarn und in geringem Anteil auch Sachsen, die auf dem Komitatsboden lebten bzw. von ungarischen Adligen im Rahmen der sogenannten ?Innenkolonisation? dort angesiedelt wurden. 1241 fielen die Mongolen von Norden und Osten her über die Karpaten in Siebenbürgen ein. Sie schlugen die Truppen Bélas IV. in die Flucht, brannten in Siebenbürgen und Zentralungarn die Siedlungen nieder und ermordeten einen Teil der Bevölkerung. Als die Mongolen sich 1242 schlagartig wieder zurückzogen, startete Béla ein energisches Wiederaufbauprogramm. Er lud weitere Fremde ein, sich in Siebenbürgen und anderen verwüsteten Regionen des Königreichs niederzulassen, gewährte lokalen Adligen Land und ordnete an, Festungen aus Stein zu errichten. Bélas Wiederaufbaubemühungen und das Aussterben der Árpáden-Dynastie 1301 verschob die Machtverhältnisse in Ungarn signifikant. Der Einfluss des Königs sank, und rivalisierende Magnaten errichteten für sich kleinere Königreiche, enteigneten Bauernland und verschärften die feudalen Pflichten. Siebenbürgen wurde praktisch selbständig. Schon 1288 beriefen die siebenbürgischen Adligen ihre eigene Ständeversammlung ein. Unter steigendem wirtschaftlichen Druck von ungehemmten Feudalherren und religiösem Druck von eifernden Katholiken emigrierten viele Rumänen aus Siebenbürgen ostwärts und südwärts über die Karpaten und trugen entscheidend bei der Gründung der Fürstentümer Moldau und Walachei bei. Mittelalterliche Staaten [Bearbeiten] Frühe rumänische Staaten bildeten sich im 10. und 11. Jahrhundert heraus und erscheinen in historischen Quellen unter den Namen Wlachen (siehe auch Walachen). Die meisten dieser Staatsgebilde waren kleine Königreiche, die gewöhnlich nach dem Tod ihrer Oberhäupter zerfielen. Im 11. Jahrhundert kam das rumänisch-bulgarische Königreich auf, dessen Herrscher der rumänischen Asen-Dynastie entstammten; es umfasst das Gebiet des heutigen Südrumäniens und Bulgariens. Erst im 13. Jahrhundert entstanden die größeren Fürstentümer Moldau und Walachien. Siebenbürgen war zu dieser Zeit ein im wesentlichen autonomer Teil des ungarischen Königreichs, ein Ergebnis der Eroberung der vorher existierenden kleineren politischen Formationen im 11.-13. Jahrhundert. Walachei und Moldau [Bearbeiten] Die Legende besagt, dass 1290 Negru Vodă, ein führender rumänischer Adliger, Fogarasch im Süden Siebenbürgens zusammen einer Gruppe Adliger verließ und im Gebiet zwischen den südlichen Karpaten und der Donau ?Ţara Românească? gründete. Der Name heißt wörtlich ?Rumänisches Land?, bezeichnet tatsächlich die Walachei. Das Wort Walachei ist von dem slawischen Wort Vlach, dieses wiederum vom germanischen Walh abgeleitet, dass ursprünglich ?Fremder? und dann ?Römer?, ?Lateinsprächiger? hieß. Eine zweite Legende erzählt, dass ein rumänischer Woiwode namens Dragoş die Karpaten überquerte und sich mit anderen Rumänen in der Ebene zwischen den Bergen und dem Schwarzen Meer niederließ. Zu ihnen stieß 1349 ein siebenbürgischer Woiwode namens Bogdan, der gegen seinen Lehnsherrn rebellierte und sich am Fluss Moldova niederließ, der der Moldau ihren Namen gibt. Bogdan erklärte ein Jahrzehnt später die moldauische Unabhängigkeit von Ungarn. Die zurückgebliebenen rumänischen Adligen in Siebenbürgen nahmen schließlich die ungarische Sprache und Kultur an. Die rumänischen Leibeigenen in Siebenbürgen sprachen weiterhin Rumänisch und blieben beim orthodoxen Glauben; sie waren aber machtlos, sich der ungarischen Beherrschung zu entziehen. Walachei und Moldau gewannen im Laufe des 14. Jahrhunderts allmählich an Macht, einer für Südosteuropa friedlichen und wohlhabenden Zeit. Fürst Basarab I. der Walachei (ca. 1330?1352) musste, obwohl ihm 1330 ein Sieg gegen Karl I. gelang, die ungarischer Oberhoheit anerkennen. Der Patriarch der orthodoxen Kirche in Konstantinopel dagegen richtete einen kirchlichen Sitz in der Walachei ein und ernannte einen Metropoliten. Die Anerkennung durch die Kirche bestätigte den Status der Walachei als Fürstentum, und die Walachei befreite sich 1380 von der ungarischen Oberhoheit. Die Fürsten von Walachei und Moldau hatten fast absolute Macht; nur der Fürst hatte die Macht, Landbesitz zu verteilen und Adelstitel zu verleihen. Versammlungen der Adligen, oder Bojaren, und der höhere Klerus wählten Fürsten auf Lebenszeit, und das Fehlen eines Nachfolgegesetzes bereitete eine fruchtbare Atmosphäre für Intrigen. Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert findet man in der Geschichte der Fürstentümer reichlich Stürze von Fürsten durch rivalisierende Parteien, die oft von Fremden unterstützt wurden. Die Bojaren waren von der Steuerzahlung ausgenommen, mit Ausnahme von Abgaben auf die Hauptquellen landwirtschaftlichen Vermögens. Obwohl die Bauern einen Teil ihrer Erträge in Naturalien an die lokalen Adligen abgeben mussten, war ihnen, abgesehen von ihrer untergeordneten Stellung, nie das Recht vorenthalten, Grund und Boden zu besitzen oder umzusiedeln. Nach ihrer Gründung wiesen Walachei und Moldau eine ähnliche politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Struktur auf. Das Staatswesen, die politische Organisation und Selbstverständnis orientieren sich stark am oströmischen (byzantinischen) Modell Konstantinopels. Dennoch blieb die Entwicklung beider Fürstentümer mit chronischen Hindernissen behaftet: eine exzessive Fiskalität erwürgte die ohnehin wenig effiziente Agrarwirtschaft, die anhaltende politische Instabilität förderte nicht die Entfaltung stabiler interner Märkte und Städte. So blieb die Entstehung eines nennenswerten kommerziellen Lebens in der Hand fremder Kaufleute. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Handel zwischen den Mittelmeerländern und der Region am Schwarzen Meer. Händler aus Genua und Venedig gründeten Handelszentren entlang der Küste des Schwarzen Meers, wo Tataren, Deutsche, Griechen, Juden, Polen, Raguser und Armenier Waren tauschten. Die Rumänen (Walachen und Moldauer) blieben jedoch im wesentlichen ein Agrarvolk. Siebenbürgen [Bearbeiten] In Siebenbürgen erholte sich das wirtschaftliche Leben nach der mongolischen Invasion rasch. Neue, von den deutschen Kolonisten aus Westeuropa mitgebrachte Anbaumethoden kurbelten den Ernteertrag an. Handwerker bildeten Zünfte, als das Handwerk erblühte; Gold-, Silber- und Salzabbau wurde ausgedehnt, und geldbasierte Geschäftsabschlüsse ersetzten den Naturalientausch. Wenngleich die Stadtbewohner dank königlicher Privilegien und im Einklang mit dem mittelalterlichen Stadtrechte von feudalen Pflichten ausgenommen waren, dehnte sich der Feudalismus aus, und Adlige verschärften die Verpflichtungen. Die Leibeigenen rebellierten gegen die höheren Zahlungen; einige verließen das Land, während andere Gesetzlose wurden. 1437 erhoben sich rumänische und ungarische Bauern gegen ihre Feudalherren. Der Aufstand gewann Fahrt, wurde aber schließlich mit großem Aufwand von den vereinigten Kräften der ungarischen Adligen sowie der Unterstützung durch die Sachsen und Sekler in Siebenbürgen niedergeschlagen. Daraufhin wurde die Union der drei Nationen (ungarischer Adel, Nationsuniversität der Sachsen und Sekler), die gelobte, ihre Privilegien gegen jegliche Macht außer der des ungarischen Königs zu verteidigen. Das Dokument erklärte die Ungarn, Deutschen und Szekler zu den einzigen anerkannten Nationalitäten in Siebenbürgen. Von da an waren alle anderen Nationalitäten dort, vor allem die Rumänen, nur ?toleriert?. Der Adel bürdete seinen Leibeigenen allmählich noch härtere Bedingungen auf. 1437 beispielsweise musste jeder Leibeigene einen Tag im Jahr zur Erntezeit für seinen Lehnsherrn ohne Bezahlung arbeiten; 1514 mussten Leibeigene einen Tag pro Woche für ihren Herrn arbeiten, mit ihren eigenen Tieren und Werkzeugen. Osmanische Oberhoheit [Bearbeiten] Im 14. Jahrhundert dehnte sich das Osmanische Reich von Kleinasien auf die Balkanhalbinsel aus. Die Osmanen überquerten 1352 den Bosporus und besiegten 1389 die Serben bei Kosovo Polje (siehe Schlacht auf dem Amselfeld). Die Überlieferung besagt, dass der walachische Fürst Mircea cel Bătrân (1386?1418) sein Heer in den Kosovo schickte, um dort an der Seite der Serben zu kämpfen. Ihm gelang es auch vorübergehend, eine gewisse Machtstellung südlich der Donau aufzubauen. Dies nahm allerdings 1393 ein Ende, als Bayezid I. den bulgarische Tzarat von Tarnovo eroberte. Nun wurde das ?Rumänische Land? Walachei direkter Nachbar des Osmanischen Reiches an der Donau. Bayezid I. setzte seine Kampagne gen Norden fort: 1394 überquerte er die Donau, drang in die Walachei ein, doch Mircea brachte ihm am 10. Oktober 1394 in der Schlacht von Rovine eine empfindliche Niederlage bei. 1395 schloss Mircea in Braşov eine Allianz mit dem ungarischen König Sigismund von Luxemburg ab. Folglich schloss er sich 1396 mit seinem Heer einem Kreuzzug an, der vom ungarischen König Sigismund initiiert worden war. Der Feldzug endete in einer Katastrophe: die Osmanen schlugen Sigismunds Armee 1396 in der Schlacht von Nikopolis im heutigen Bulgarien in die Flucht. Bestärkt durch diesen Sieg, drangen die Osmanen im folgendem Jahr wieder in die Walachei ein, doch warf Mircea erneut die türkische Expedition über die Donau zurück. Ein weiterer osmanischer Versuch, die Walachei zu erobern, wurde von Mircea und seinem Heer 1400 wieder erfolgreich abgewehrt. 1402 bekam die Walachei einen Aufschub vom Druck durch das Osmanische Reich, da der mongolische Führer Tamerlan von Osten her in Kleinasien einmarschierte, den Sultan tötete und einen Bürgerkrieg verursachte. So gelang Mircea 1404 sogar, die an die Türken verlorene Provinz Dobrudscha zurück zu erobern. Als nach dem Osmanischen Interregnum wieder Ordnung im Reich einkehrte, erneuerten die Osmanen ihren Angriff auf die Walachei. Gegen das Ende seiner Herrschaft 1417 schloss Mircea mit Sultan Mehmed I. ein Abkommen, wodurch er mit einer jährlichen Tributszahlung von 3000 Goldmünzen die Selbständigkeit seines Landes erkaufte. Brăila, Giurgiu und Turnu fielen bis 1829 direkt an das Osmanische Reich und blieben bis heute Zentren des Islam in Rumänien. Nach Mirceas Tod 1418 erlebten die Walachei und die Moldau eine Phase des Verfalls. Nachfolgekämpfe, polnische und ungarische Intrigen sowie Korruption produzierten eine Serie von elf Fürsten innerhalb von nur 25 Jahren. So wie die osmanische Bedrohung zunahm, wurden die Fürstentümer geschwächt. 1444 schlugen die Osmanen abermals einen europäischen Feldzug bei Warna im heutigen Bulgarien. Als Konstantinopel im Jahr 1453 erobert wurde, schnitten die Osmanen die genuesischen und venezischen Galeeren von den Schwarzmeerhäfen ab. Der Handel ging zurück und die Isolation der rumänischen Fürstentümer nahm zu, obwohl sie im Gegensatz zu den weiter südlichen liegenden Ländern des Balkan der direkten osmanischen Herrschaft entkommen konnten. Zu dieser Zeit wurde Johann Hunyadi, ein magyarisierter Rumäne aus Siebenbürgen, Reichsverweser von Ungarn. Hunyadi, ein Held aus den Türkenkriegen, mobilisierte Ungarn gegen die Osmanen und rüstete eine Söldnerarmee aus, die erstmals aus einer dem ungarischen Adel auferlegten Steuer finanziert wurde. Er erzielte 1456 vor Belgrad einen durchschlagenden Sieg über die Türken, starb aber bald nach der Schlacht an der Pest. In einem seiner letzten Schritte brachte Hunyadi Vlad Ţepeş (1456?1462) auf den Thron der Walachei. Vlad wurde dafür bekannt, Feinde auf grausame Art hinzurichten. Er hasste die Türken und forderte den Sultan heraus, indem er seine Tributzahlungen verweigerte. 1461 versuchte Hamsa Pascha ihn in eine Falle zu locken, aber der walachische Fürst entdeckte den Verrat, ließ Hamsa und seine Männer gefangennehmen und pfählen. Sultan Mehmed II. marschierte später in die Walachei ein und zwang Vlad ins Exil nach Ungarn. Vlad kehrte noch einmal kurzzeitig auf den Thron zurück, starb aber wenig später, woraufhin der Widerstand der Walachei gegen die Osmanen sich abschwächte. Ştefan cel Mare auf einer rumänischen Ikone Ştefan cel Mare auf einer rumänischen Ikone Die Moldau und ihr Fürst Ştefan cel Mare (Stefan der Große, 1457?1504) waren die letzte Hoffnung des Fürstentums, der Bedrohung durch das Osmanische Reich zu begegnen. Stefan stellte aus der Bauernschaft der Moldau eine 55000 Mann starke Armee auf und schlug das eindringende Herr des ungarischen Königs Matthias Corvinus in einem zurück. Stefans Heer marschierte 1471 in die Walachei ein und besiegte die zurückschlagende osmanische Armee 1473 und 1474. Nach diesen Siegen bat Stephan Papst Sixtus IV., eine christliche Allianz gegen die Türken zusammenzurufen. Der Papst antwortete, indem er Stefan als Athleta Christi würdigte, aber er ließ dessen Forderung nach einem vereinigten Vorgehen des Christentums ungeachtet. Während der letzten Jahrzehnte von Stefans Regierungszeit erhöhen die Osmanen den Druck auf die Moldau. Sie nahmen 1484 wichtige Schwarzmeerhäfen ein und setzten 1485 die Hauptstadt der Moldau, Suceava, in Brand. Stefan gelang im darauffolgenden Jahr noch einmal ein Sieg, beschränkte seine Bemühungen um die Unabhängigkeit der Moldau dann aber auf das diplomatische Terrain. Auf seinem Todesbett soll er seinem Sohn angeraten haben, sich den Türken zu unterwerfen, wenn sie eine ehrenhafte Oberhoheit anbieten sollten. Nachfolgekämpfe schwächten die Moldau nach seinem Tod. 1514 kam es infolge von Ausbeutung durch den Adel und einem schlecht geplanten Kreuzzug zu einer ausgedehnten Bauernrevolte in Ungarn und Siebenbürgen. Gut ausgerüstete Bauern unter György Dózsa plünderten Güter im ganzen Land. Trotz ihrer großen Zahl waren die Bauern jedoch schlecht organisiert und erlitten bei Timişoara eine entscheidende Niederlage. Dózsa und die anderen Anführer wurden gefoltert und hingerichtet. Nach dem Aufstand erließ der ungarische Adel Gesetze, die die Leibeigenen für immer an ihre Scholle fesselten und ihre Arbeitspflichten erhöhten. Da nun Leibeigene und Adel tief voneinander entfremdet waren und verschiedene Magnaten mit dem König um die Macht konkurrierten, wurde Ungarn verwundbar für einen Angriff von außen. Die Osmanen stürmten 1521 Belgrad, schlugen 1526 eine ungarische Armee bei Mohács und eroberten 1541 Buda. Sie installierten einen Pascha für die Regierung Zentralungarns; die Habsburger kontrollierten Teile des nördlichen und westlichen Ungarns. Siebenbürgen wurde ein autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberhoheit. Nach dem Fall Budas erlebte Siebenbürgen, wenn auch ein Vasallenstaat der Hohen Pforte, eine Phase weitreichender Autonomie. Als Vasall zahlte Siebenbürgen einen jährlichen Tribut an die Pforte und gab militärische Unterstützung; im Gegenzug versprachen die Osmanen, Siebenbürgen vor äußeren Bedrohungen zu beschützen. Einheimische Fürsten regierten Siebenbürgen von 1540 bis 1690. Siebenbürgens mächtige, größtenteils ungarische, regierenden Familien, deren Stellung ironischerweise durch Ungarns Zerfall gestärkt wurde, wählten gewöhnlich den Fürsten, die von der Pforte bestätigt werden mussten; in einigen Fällen ernannten die Osmanen jedoch von vornherein den Fürsten. Die siebenbürgische Ständeversammlung wurde ein Parlament, und der Adel erneuerte die Union der drei Nationen, die immer noch die Rumänen von der politischen Macht ausschloss. Die Fürsten ergriffen Maßnahmen, um die siebenbürgischen Rumänen von denen in der Walachei und in der Moldau zu trennen und verboten orthodoxen Priestern, Siebenbürgen von der Walachei aus zu betreten. Nach Ungarns Zusammenbruch verbreitete sich die protestantische Reformation rasch in Siebenbürgen, und die Region wurde eine von Europas protestantischen Hochburgen. Siebenbürgens Deutsche nahmen das Luthertum an und viele Ungarn konvertierten zum Kalvinismus. Jedoch gelang es den Protestanten - die Katechismen in rumänischer Sprache drucken und verteilen ließen - kaum, die Rumänen aus der Orthodoxie anzulocken. 1571 verabschiedene der siebenbürgische Landtag ein Gesetz, das vier Religionen in siebenbürgischen Glaubensfreiheit und gleiche Rechte zubilligte: der Römisch-katholischen, lutherischen, kalvinistischen und unitarischen. Das Gesetz war eines der ersten seiner Art in Europa, aber die dadurch verkündete religiöse Gleichstellung war beschränkt. Orthodoxe Rumänen waren beispielsweise in ihrer Religionsausübung frei, aber politische Gleichstellung genossen sie nicht. Nach der Eroberung Budas durch die Osmanen wuchs der Druck des Osmanischen Reiches auch auf die Walachei und Moldau: in den daraufolgenden 170 Jahren gerieten die zwei rumänischen Fürstentümer graduell unter immer mehr Abhängigkeit von der Hohen Pforte, wenn auch ihr Status der eines Vasallenstaates blieb: gegen die Zahlung eines immer höher werdenden Tributs sicherten sich die Walachei und Moldau eine weitreichende innere Selbständigkeit und ? bis in den 18. Jahrhundert ? sogar einen gewissen Spielraum in der Außenpolitik. Die Osmanen wählten die walachischen und moldauischen Fürsten unter den Söhnen von adligen Geiseln oder Flüchtlingen. Wenige Fürsten starben eines natürlichen Todes, aber während ihrer Regierungszeit lebten sie in großem Luxus. Wie im Falle Siebenbürgens verpflichteten sich die zwei Fürstentümer auch zu militärischer Unterstützung gegenüber der Hohen Pforte und bekamen im Gegenzug das Versprechen der Osmanen, vor äußeren Bedrohungen beschützt zu werden. Mihai Viteazul Mihai Viteazul Die Fürstentümer Walachei, Siebenbürgen und Moldau wurden unter Mihai Viteazul zu einem einzigen Staat vereinigt Die Fürstentümer Walachei, Siebenbürgen und Moldau wurden unter Mihai Viteazul zu einem einzigen Staat vereinigt Der letzte rumänische Nationalheld, bevor Türken und Griechen allmählich ihren Würgegriff auf die Fürstentümer schlossen, war der Walache Mihai Viteazul (Michael der Tapfere, 1593?1601). Nachdem er inthronisiert war, nahm sein Heer mehrere osmanische Festungen ein. Mihais Ziel war letztendlich die völlige Selbständigkeit: zu diesem Zweck 1598 gelobte er zuerst dem römisch-deutschen Kaiser Rudolf II. die Treue. Ein Jahr später nahm Mihai Siebenbürgen ein, und sein Sieg reizte die siebenbürgischen Bauern zur Rebellion. Mihai war jedoch mehr daran interessiert, sich beim siebenbürgischen Adel beliebt zu machen, weniger daran, aufsässige Leibeigene zu unterstützen. Er unterdrückte den Aufstand und hielt die Union der drei Nationen aufrecht. Trotz der Versprechen des Fürsten misstrauten die Adligen ihm. 1600 schließlich eroberte Mihai die Moldau. Im Jahr 1600 regierte das erste Mal ein rumänischer Fürst über alle Rumänen in der Walachei, in Siebenbürgen und der Moldau. Mihais Erfolg schreckte Rudolf auf. Der Kaiser stachelte den siebenbürgischen Adel zur Revolte gegen den Fürsten auf, und gleichzeitig fiel Polen in die Moldau ein. Mihai konsolidierte seine Kräfte in der Walachei, leistete bei Rudolf Abbitte und stimmte einem Feldzug zusammen mit Rudolfs General Giorgio Basta zu, mit dem Siebenbürgen von aufmüpfigen ungarischen Adligen zurückgewonnen werden sollte. Nach ihrem Sieg ließ Basta Mihai wegen angeblichen Verrats umbringen. Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) wurde in der Legende eindrucksvoller als er in seinem Leben war, und seine kurzzeitige Vereinigung der rumänischen Territorien inspirierte später die Rumänen, um ihre kulturelle und politische Einheit zu kämpfen. In Siebenbürgen verfolgte Bastas Armee Protestanten und enteignete illegal ihren Besitz, bis Stephan Bocskay (1605?1607), ein früherer Unterstützer der Habsburger, eine Armee einberief, die die kaiserlichen Truppen aus dem Land trieb. 1606 unterschrieb Bocskay mit den Habsburgern und den Osmanen Friedensverträge, die ihm seine Stellung als Fürst von Siebenbürgen sicherten, religiöse Freiheit garantierten, und die Autonomie Siebenbürgens erweiterten. Nach Bocskays Tod und der Regierungszeit des tyrannischen Gabriel Báthory (1607?1613) zwang die Pforte die Siebenbürgen, Gábor Bethlen (1613?1629) als Fürst zu akzeptieren. Siebenbürgen erlebte ein goldenes Zeitalter unter Bethlens aufgeklärten Despotismus. Er förderte Landwirtschaft, Handel und Industrie, ließ neue Bergbauminen eröffnen, schickte Studenten zu protestantischen Universitäten im Ausland und verbot Grundherren, den Kindern ihrer Leibeigenen eine Ausbildung zu versagen. Nachdem Bethlen gestorben war, machte der siebenbürgische Landtag die meisten seiner Reformen rückgängig. Bald darauf wurde György Rákóczi I. (1630?1640) Fürst. Wie Bethlen schickte Rákóczi siebenbürgische Truppen in den Dreißigjährigen Krieg, um auf Seiten der Protestanten zu kämpfen; im Westfälischen Frieden wurde Siebenbürgen als souveräner Staat erwähnt. Das goldene Zeitalter endete, nachdem György Rákóczi II. (1648?1660) einen unglücklichen Angriff auf Polen gestartet hatte, ohne dies vorher mit der Pforte oder mit dem Landtag abzusprechen. Eine türkische und tatarische Armee schlug Rákóczis Heer und besetzte Siebenbürgen. Für die übrige Zeit seiner Unabhängigkeit musste Siebenbürgen eine Reihe schwacher Führer erdulden, und durch das ganze 17. Jahrhundert hindurch blieben seine rumänischen Bauern in Armut und Unwissenheit. Während der kurzen Amtszeit Mihais und den frühen Jahren osmanischer Oberhoheit änderte sich die Landverteilung innerhalb der Walachei und Moldau dramatisch. Über die Jahre gewährten walachische und moldauische Fürsten örtlichen Bojaren Landbesitz im Gegenzug für militärische Dienste, so dass im 17. Jahrhundert kaum noch Land übrig war. Auf der Suche nach Wohlstand begannen Bojaren auf Bauernland überzugreifen, und ihre militärische Loyalität dem Fürsten gegenüber ließ nach. In der Konsequenz breitete sich die Leibeigenschaft aus, erfolgreiche Bojaren wurden mehr Höflinge als Krieger, und eine zwischenliegende Klasse von verarmten niedrigen Adligen entwickelte sich. Möchtegern-Fürsten waren gezwungen, sich mit enormen Bestechungsgeldern den Weg zur Macht zu bahnen, und das Bauernleben wurde durch Steuern und Eintreibungen noch erbärmlicher. Jeder Fürst, der das Leben der Bauern zu verbessern suchte, riskierte einen finanziellen Rückstand, der Rivalen ermöglichen konnte, ihn bei der Pforte auszustechen und sich seines Postens zu bemächtigen. 1632 wurde Matei Basarab (1632?1654) der letzte aus der vorherrschenden walachischen Familie auf dem Thron; zwei Jahre später wurde Vasile Lupu (1634?1653), ein Mann albanischer Herkunft, Fürst der Moldau. Die Eifersüchtigkeiten und der Ehrgeiz von Matei und Vasile untergruben die Stärke der beiden Fürstentümer zu einer Zeit, als die Macht der Pforte zu schwinden begann. Vasile zielte auf den attraktiveren walachischen Thron ab und griff Matei an, aber die Armee des letzteren schlug die Moldauer, und eine Gruppe moldauischer Bojaren verdrängte Vasile. Sowohl Matei als auch Vasile waren aufgeklärte Herrscher, die Religion und Künste großzügig unterstützen, Druckerpressen einrichteten und religiöse Bücher und Gesetzbücher veröffentlichten. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts, nach dem Sieg gegen die Osmanen, wurden Ungarn und Siebenbürgen Teil des Habsburgerreichs. Die rumänischen Fürstentümer in der Zeitspanne 1793?1812 Die rumänischen Fürstentümer in der Zeitspanne 1793?1812 Die Zeit zwischen 1711 und 1821 wird in der rumänischen Historiographie als die ?Phanariotenzeit? bezeichnet, eine Zeit des Verfalls und nationalen Desasters. Die Walachei und Moldau verloren bis auf den äußeren Anschein ihre Unabhängigkeit, und die Pforte forderte beträchtliche Tributzahlungen ein. Als herrschende Fürsten wurden in den Fürstentümern Mitglieder von bedeutenden griechischen Familien aus dem Stadtviertel Phanar in Konstantinopel ernannt ? daher die Bezeichnung ?Phanarioti?. Obwohl den alten Staatsverträgen (?Kapitulationen?) zwischen der Hohen Pforte und den rumänischen Fürstentümern zufolge den osmanischen Untertanen verboten war, sich in den Fürstentümer nieder zu lassen, zu heiraten, dort Land zu erwerben, oder Moscheen zu bauen, erlaubten die Fürsten griechischen und türkischen Händlern und Wucherern, die Reichtümer der Fürstentümer auszubeuten. Indem sie ihre Privilegien eifersüchtig verteidigten, hemmten die Griechen die sich entwickelnde rumänische Mittelklasse. Zu dieser Zeit verzeichneten die rumänischen Fürstentümer schwere Territorialverluste. Die Walachei verlor 1718 (Infolge des Vertrages von Passarowitz)den westlichen Teil (die Kleine Walachei) an dem Habsburgerreich, erhielt es aber 1739 (Vertrag von Belgrad) zurück. 1775 besetzte Österreich den nordwestlichen Teil der Moldau, die Bukowina. 1812 besetzte Russland die östliche Hälfte des Fürstentums (Bessarabien) und bekam den Landesteil zwischen Pruth und Dnister im Frieden von Bukarest zugesprochen. Erwachendes Nationalbewusstsein [Bearbeiten] Während der Periode österreichischen Herrschaft in Siebenbürgen und osmanischer Oberhoheit über den Großteil des übrigen rumänischen Gebiets mussten sich die meisten ethnischen Rumänen mit einer Rolle als Bürger zweiter Klasse (oder sogar Nichtbürger). In den meisten siebenbürgischen Städten war den Rumänen nicht einmal das Wohnen innerhalb der Stadtmauern erlaubt. In der romantischen Ära entstand mehr und mehr ein nationales Bewusstsein unter den Rumänen, so wie unter vielen anderen Völkern in Europa. Da sie sich im Kontrast zu den nahegelegenen Slawen, Deutschen und Ungarn sahen, schauten die nationalistischen Rumänen nach Vorbildern für die Nationalität in anderen romanischen Ländern, besonders Frankreich. Wie in den meisten europäischen Ländern kam es 1848 in der Moldau, der Walachei und in Siebenbürgen zu Aufständen. Ihre Ziele ? völlige Selbständigkeit für die ersten beiden und nationale Emanzipation für das dritte ? blieben unerfüllt, waren aber die Basis für folgende Entwicklungen. Sie halfen auch der Bevölkerung der drei Fürstentümer, die Einheit ihrer Sprache und Interessen zu erkennen. Die rumänischen Fürstentümer ab 1856 (mit Cahul, Bolgrad und Ismail als Teil Moldaus. Nach der Vereinigung von 1859, als Teil Rumäniens bis 1878) Die rumänischen Fürstentümer ab 1856 (mit Cahul, Bolgrad und Ismail als Teil Moldaus. Nach der Vereinigung von 1859, als Teil Rumäniens bis 1878) Stark besteuert und schlecht verwaltet wählte das Volk sowohl in der Moldau als auch in der Walachei die gleiche Person ? Alexandru Ioan Cuza ? zum Fürsten. So entstand Rumänien, wenn auch ein Rumänien ohne Siebenbürgen, wo der rumänische Nationalismus unausweichlich mit dem ungarischen Nationalismus zusammenprallte. Für einige Zeit noch sollte Österreich-Ungarn, besonders unter der Doppelmonarchie von 1867, den Ungarn die feste Kontrolle geben, selbst in den Teilen Siebenbürgens, wo die Rumänen eine örtliche Mehrheit ausmachten. Vereinigung und Monarchie [Bearbeiten] Die Wahl von Alexandru Ioan Cuza als Fürst sowohl der Moldau als auch der Walachei unter der nominalen Oberhoheit des Osmanischen Reiches vereinigte 1859 eine identifizierbare rumänische Nation unter einem gemeinsamen Herrscher. Am 8. Dezember 1861 proklamierte Alexandru Ioan Cuza die Bildung des Staates Rumänien aus den Donaufürstentümern Moldau und Walachei. 1862 wurden die beiden Fürstentümer auch formal vereinigt und bildeten Rumänien mit Bukarest als Hauptstadt. Am 23. Februar 1866 zwang die sogenannte ?monströse Koalition? aus konservativen und radikalen Liberalen Cuza abzudanken. Der deutsche Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wurde zum Fürsten von Rumänien ernannt, mit dem Hintergedanken, dadurch die deutsche Unterstützung für die Einheit und die künftige Unabhängigkeit sicherzustellen. Seine Nachkommen sollten als Könige von Rumänien bis zum Sturz durch die Kommunisten 1947 herrschen. Rumänien 1878?1913 Rumänien 1878?1913 Nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877 bis 78, in dem Rumänien an der Seite Russlands gegen die türkische Herrschaft kämpfte, wurde Rumänien durch den Vertrag von Berlin 1878 (siehe Berliner Kongress) als unabhängig anerkannt. Als Territorium wurde ihm die Dobrudscha hinzugefügt, gleichzeitig musste es aber die drei Kreise Cahul, Bolgrad und Ismail im südlichen Bessarabien im Bereich der Donaumündung (etwa ein Viertel der Gesamtfläche) an Russland abtreten. Das Fürstentum proklamierte sich am 26. März 1881 zum Königreich, Karl wurde als Carol I. der erste König von Rumänien. Der neue Staat, zwischen dem Osmanischen, Österreich-Ungarischen und Russischen Reich eingezwängt, mit slawischen Nachbarn an drei Seiten, schaute in Richtung Westen, insbesondere nach Frankreich, nach kulturellen und administrativen Vorbildern. Heute ist dieser Staat auch als Altreich bekannt. Deutschland und Österreich-Ungarn, die sich 1882 mit Italien in einem Dreibund zusammengeschlossen hatten, versuchten Rumänien an sich zu binden, um im Falle eines Konflikts zu vermeiden, dass sich Rumänien auf die russische Seite stellen würde. In den Balkankriegen 1912/13 gelang es, neutral zu bleiben, und Bulgarien, das aus dem zweiten Balkankrieg als Verlierer hervorging, musste die Süddobrudscha an Rumänien abtreten. Auch im Ersten Weltkrieg versuchte man neutral zu bleiben; da Österreich-Ungarn Serbien den Krieg erklärte, gab es keine Bündnisverpflichtung. Im Laufe des Krieges änderten sich jedoch die Konstellationen. Italien erklärte den Mittelmächten den Krieg, und Bulgarien trat auf Seiten der Mittelmächte in den Krieg ein. 1916 trat Rumänien auf der Seite der Entente in den Krieg ein, da man die Möglichkeit sah, bei einem Sieg das mehrheitlich von Rumänen bewohnten Siebenbürgen einfordern zu können. Die rumänische Armee agierte aber militärisch äußerst unglücklich, und innerhalb weniger Monate war die gesamte Walachei von deutschen Truppen besetzt. Erst im Sommer 1917 konnte die rumänische Armee den deutschen Vormarsch stoppen. Am 7. Mai 1918 schloss Rumänien mit den Mittelmächten den Frieden von Bukarest. Rumänisch besiedelte Gebiete vor den territorialen Erweiterung Rumäniens aus 1918/1920 Rumänisch besiedelte Gebiete vor den territorialen Erweiterung Rumäniens aus 1918/1920 Im November trat Rumänien wieder in den Krieg ein und durfte von einer günstigen militärisch-politischen Konjunktur profitieren: weil das österreichisch-ungarische und das russische Reich verschwunden waren, konnte Rumänien in den Friedensverhandlungen umfassende territoriale Forderungen erheben, nämlich die Gebiete anfordern, wo es eine absolute rumänische Bevölkerungsmehrheit gab. Regierungsgremien, die in Siebenbürgen, Bessarabien und in der Bukowina gebildet wurden, entschieden sich für die Vereinigung mit Rumänien, was im Vertrag von Trianon 1920 bestätigt wurde. Die Jahre zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg [Bearbeiten] Rumänien 1918?1940 Rumänien 1918?1940 In dem neuen ?Großrumänien? waren drei Viertel der Bevölkerung ethnische Rumänen. In Siebenbürgen, Banat, Bukowina, Bessarabien und Dobrudscha lebten zahlreiche Minderheiten. Die Wichtigsten Minderheiten waren die Ungarn (7,9%), Deutschen (4,1%), Juden (4%), Ukrainer/Russinen (3,2%), Russen (2,3%), Bulgaren (2%), Roma/Zigeuner (1,5%), Türken (0,9%), Gagausen (0,6%) usw. Auch die Zahl der Rumänen die in den Nachbarstaaten entlang der Grenzen Großrumäniens lebten war nicht gering: 250.000 in der Sowjetunion (darunter 172.419 in der MASSR), 230.000 in Jugoslawien (serbisches Banat und Zentralserbien), 60.000 in Bulgarien (darunter 42.414 in der Umgebung von Widin) und 24.000 in Ungarn. Die meisten der Regierungen in den Zwischenkriegsjahren bewahrten die Form, aber nicht die Substanz, einer liberalen konstitutionellen Monarchie. Die Verfassung von 1923 gab dem König die Macht, das Parlament aufzulösen und nach Gutdünken Wahlen anzusetzen; als Konsequenz gab es zwischen 1930 und 1940 über 25 verschiedene Regierungen. Die nationale liberale Partei, die in den Jahren unmittelbar nur dem Ersten Weltkrieg dominierte, wurde immer nationalistischer und wurde 1927 durch die nationale Bauernpartei an der Macht abgelöst. Während dieser Zeit war die Beziehung zwischen den nationalistischen Parteien und König Carol II. von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Nach dem Tod seines Bruders Ferdinand 1927 wurde Carol wegen seiner bekannten jüdischen Mätresse Magda Lupescu an der Thronbesteigung gehindert. Nach drei Jahren im Exil, während deren sein Bruder Nicolae als Regent und sein junger Sohn Mihai als König diente, gab Carol öffentlich seine Mätresse auf und bestieg selber den Thron; es wurde aber rasch klar, dass sein Verzicht eine Täuschung war. In den 1930er Jahren stieg eine Zahl von ultranationalistischen Parteien auf, insbesondere die quasi-mystische faschistische Bewegung der Eisernen Garde (auch: ?Legion des Erzengels Michael?), die den Nationalismus, die Furcht vor dem Kommunismus und Ressentiments gegen die angebliche ausländische und jüdische Dominanz in der Wirtschaft ausnutzte. Am 10. Dezember 1933 ließ der liberale Premierminister Ion Duca die Eiserne Garde auflösen und tausende verhaften; 19 Tage später wurde er von Legionären der Eisernen Garde ermordet. Am 10. Februar 1938 entließ König Carol II. die Regierung und setzte eine Königsdiktatur ein, um damit die Bildung einer Regierung zu verhindern, der Minister aus der Eisernen Garde angehört hätten. Dies geschah in direkter Konfrontation mit Adolf Hitlers ausdrücklicher Unterstützung der Eisernen Garde. Über die nächsten zwei Jahre entwickelte sich der bereits heftige Konflikt zwischen der Eisernen Garde und anderen politischen Gruppierungen unter mehreren kurzlebigen Regierungen nahezu zu einem Bürgerkrieg. Im April 1938 ließ Carol den Führer der Eisernen Garde Corneliu Zelea Codreanu verhaften. In der Nacht vom 29. auf den 30. November 1938, vermutlich als Revanche für eine Reihe von Attentaten durch Kommandos der Eisernen Garde, wurden Codreanu und mehrere andere Legionäre getötet, angeblich bei einem Fluchtversuch. Man nimmt allgemein an, dass solch ein Fluchtversuch nicht stattgefunden hat. Die Diktatur durch den König war kurzlebig. Am 7. März 1939 wurde mit Armand Călinescu als Premierminister eine neue Regierung gebildet; am 21. September 1939, drei Wochen nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Călinescu als Rache für Codreanu wiederum von Legionären ermordet. Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten] Am 13. April 1939 hatten Frankreich und Großbritannien versprochen, die Unabhängigkeit Rumäniens zu sichern, aber Verhandlungen um eine ähnliche Garantie durch die Sowjets wurden abgebrochen, als Rumänien ablehnte, die Rote Armee sein Territorium betreten zu lassen. Am 23. August unterzeichneten Deutschland und die Sowjetunion den Molotow-Ribbentrop-Pakt, der unter anderem das sowjetische Interesse an Bessarabien festschrieb. Acht Tage später marschierte Deutschland in Polen ein. Rumänien blieb offiziell neutral und gewährte Mitgliedern von Polens fliehender Regierung Zuflucht. Nach der Ermordung des Premierministers Călinescu versuchte König Carol noch mehrere Monate, die Neutralität zu bewahren, aber Frankreichs Kapitulation und Großbritanniens Rückzug vom Festland machte deren Garantien an Rumänien hinfällig. Rumänien 1940?1941 Rumänien 1940?1941 1940 verlor Rumänien sowohl im Osten als auch im Westen Territorium. Nach einem Ultimatum im Juli besetzte die Sowjetunion Bessarabien und die Bukowina; zwei Drittel Bessarabiens wurden mit der UdSSR vereinigt, um die Moldawische Sozialistische Sowjetrepublik zu bilden. Der Rest wurde der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik zugeteilt. Kurz darauf zwangen Deutschland und Italien mit dem zweiten Wiener Schiedsspruch Rumänien dazu, eine Hälfte Siebenbürgens an Ungarn ?zurückzugeben?. Dieses Gebiet, wurde als Nordsiebenbürgen bezeichnet, im Gegensatz zu Südsiebenbürgen, das rumänisch blieb. Am 7. September musste unter dem Vertrag von Craiova der südliche Teil der Dobrudscha (im rumänischen Cadrilater genannt) an Bulgarien abgegeben werden. Diese territorialen Verluste erschütterten die Fundamente von Carols Macht. Ion Gigurtus am 4. Juli 1940 gebildete Regierung war die erste, der ein Minister der Eisernen Garde angehörte: Horia Sima, ein besonders bösartiger Antisemit, der nach Codreanus Tod der nominelle Führer der Bewegung geworden war, war einer der wenigen prominenten Legionäre, die das Blutbad der vergangenen Jahre überlebt hatten. Antonescu kommt an die Macht [Bearbeiten] Rumänien 1941?1944 Rumänien 1941?1944 Im unmittelbaren Gefolge des Verlusts von Nordsiebenbürgen bildeten die Eiserne Garde (geführt von Sima) und General (später Marschall) Ion Antonescu am 4. September 1940 die Regierung eines ?nationallegionären Staats?, welche die Abdankung Carols II. zugunsten seines 19-jährigen Sohns Mihai erzwang. Carol und Lupescu gingen ins Exil, und Rumänien näherte sich stark den Achsenmächten, trotz des vorausgegangenen Verrats bezüglich der territorialen Abtretungen. An der Macht, verschärfte die Eiserne Garde die bereits harten antisemitischen Gesetze und nahm Rache an ihren Feinden. Deutsche Truppen begannen am 8. Oktober 1940, die rumänischen Grenzen zu übertreten und waren bald 500.000 an der Zahl. Am 23. November trat Rumänien an der Seite der Achsenmächte in den Krieg ein. Mehr als 60 vormalige Würdenträger und Funktionäre wurden am 27. November im Gefängnis von Jilava hingerichtet, während sie auf ihren Prozess warteten. Der Historiker und frühere Premierminister Nicolae Iorga und der Ökonom Virgil Madgearu, ebenfalls Minister in einer früheren Regierung, wurden gar ohne Verhaftung ermordet. Die Kohabitation zwischen der Eisernen Garde und Antonescu war zu keinem Zeitpunkt einfach. Am 20. Januar 1941 versuchte die Eiserne Garde einen Staatsstreich, verbunden mit einem Pogrom gegen die Bukarester Juden. Innerhalb von vier Tagen hatte Antonescu den Staatsstreich niedergeschlagen. Die Eiserne Garde wurde aus der Regierung ausgeschlossen. Sima und viele andere Legionäre nahmen in Deutschland Zuflucht, andere wurden inhaftiert. Am 22. Juni 1941 griff Deutschland mit rumänischer Unterstützung die Sowjetunion an. Nachdem sie Bessarabien und die Bukowina zurückbekommen hatten, kämpften sie weiter Seite an Seite mit den Deutschen bis Odessa, Sewastopol und Stalingrad. Der rumänische Truppenanteil war beträchtlich; er war kleiner als der deutsche, aber größer als der aller anderen Verbündeten zusammen. Insgesamt waren es 14 Divisionen, aufgeteilt in zwei Armeen (3. und 4. rumänische Armee), die in der deutschen Heeresgruppe Süd kämpften. Bombardierung der Ölraffinerien in Ploieşti durch amerikanische B-24 Bomber Bombardierung der Ölraffinerien in Ploieşti durch amerikanische B-24 Bomber Rumänien annektierte sowjetisches Gebiet unmittelbar östlich des Dnister, einschließlich Odessa (Transnistria). Rumäniens wichtigster General Petre Dumitrescu bekam das Kommando über die 3. rumänische Armee, die zusammen mit der 6. deutschen Armee operierte. Sie stieß weit in die Sowjetunion vor, bis sie bei Stalingrad durch die sowjetische Gegenoffensive zerschlagen wurde, was auch zur Einkesselung der dt. 6. Armee führte. In der späteren Phase des Kriegs waren die restlichen rumänischen Verbände durch gewendete Kriegslage gezwungen, immer weiter zurückweichen. Während der Antonescu-Jahre versorgte Rumänien Deutschland und die Armeen der Achsenmächte mit Öl, Getreide und Industrieprodukten, zumeist ohne finanzielle Kompensation. Folglich wurde Rumänien um 1943 Ziel von alliierten Bombardements, insbesondere mit einem Angriff auf die Ölfelder von Ploieşti am 1. August 1943. Durch die unbezahlten Exporte schoss zudem die Inflation in die Höhe. Obwohl sowohl Ungarn als auch Rumänien mit Deutschland verbündet waren, stand Antonescus Regime wegen der Siebenbürgen-Frage Ungarn weiterhin diplomatisch feindlich gegenüber. Vor der sowjetischen Gegenoffensive von Stalingrad betrachtete die Regierung einen Krieg mit Ungarn wegen Siebenbürgen für die Zeit nach dem erwarteten Sieg über die Sowjetunion als unausweichlich. Rumänien und der Holocaust [Bearbeiten] Antonescu erklärte kurz nach seinem Amtsantritt 1940 die Juden Rumäniens für staatenlos, soweit sie nicht bereits vor Abschluss der Friedensverträge Bürger geworden waren. Das betraf so gut wie alle Juden, etwa 590.000. Mit dem Kriegseintritt Rumäniens begannen im Februar 1941 die Massaker der Eisernen Garde an den Juden. Innerhalb kürzester Zeit waren beispielsweise in Odessa über 60.000 Juden umgebracht. Selbst nach dem Sturz der Eisernen Garde führte das Antonescu-Regime, verbündet mit dem Deutschen Reich, eine Politik von Unterdrückung und Massakern an Juden (und an zweiter Stelle Roma und Sinti) fort, wenn auch hauptsächlich in den östlichen Gebieten. Pogrome und Deportationen waren in Moldau, der Bukowina und Bessarabien an der Tagesordnung. Die Zahl der Opfer ist umstritten, aber die niedrigsten seriösen Schätzungen bewegen sich zwischen 100.000 und 250.000 Juden und 25.000 Sinti und Roma in diesen Ostregionen, während von Siebenbürgens 150.000 Juden 120.000 unter dem Zugriff der Ungarn starben. Ohne deutschen Druck waren zum Zeitpunkt der Kapitulation Rumäniens im August 1944 mehr als die Hälfte der Juden des Landes liquidiert und nur die neue politische Lage verhinderte die völlige Ausrottung.[2] Der königliche Staatsstreich [Bearbeiten] Mit der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad im Februar 1943 begann sich das Blatt des Kriegs gegen die Achsenmächte zu wenden. Um 1944 lag die rumänische Wirtschaft durch die Kriegsausgaben und durch alliierte Bombardements in Scherben, und es begann sich eine Abneigung gegen die Last durch Deutschland selbst unter den einstigen enthusiastischen Kriegsunterstützern zu entwickeln. König Mihai, ursprünglich hauptsächlich eine Repräsentationsfigur, führte am 23. August 1944 erfolgreich einen Staatsstreich mit Unterstützung durch oppositionelle Politiker und durch die Armee. Er setzte Antonescus Diktatur ab und brachte Rumäniens arg zugerichtete Truppen auf die Seite der Alliierten. Im Kampf gegen Deutschland erlitt Rumänien weitere heftige Verluste in Siebenbürgen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Selbst nach dem Seitenwechsel im August 1944 konnte König Mihai die Erinnerung an die Teilnahme seines Landes an der deutschen Invasion in der Sowjetunion nicht auslöschen. Obwohl rumänische Kräfte unter sowjetischem Kommando kämpften, betrachteten die Sowjets Rumänien als besetztes Territorium. Am Ende des Kriegs stand ein gegenüber der Ausdehnung in der Zwischenkriegszeit deutlich verkleinertes Rumänien. Zwar wurde der Wiener Schiedsspruch revidiert und Nordsiebenbürgen wieder unter rumänische Verwaltung gebracht. Aber Bessarabien und die Nordbukowina mussten an die Sowjetunion, die Süddobrudscha an Bulgarien abgetreten werden. Aufstieg der Kommunisten [Bearbeiten] Die Jaltakonferenz hatte der Sowjetunion ein vorherrschendes Interesse an Rumänien zugebilligt. Die Pariser Friedensverträge räumten Rumänien nicht den Rang eines Mitalliierten zu, und die Rote Armee stand auf rumänischem Boden. Die Kommunisten spielten nur eine kleine Rolle in Mihais Kriegsregierung, an deren Spitze General Nicolae Rădescu stand. Dies sollte sich 1945 ändern, als Dr. Petru Groza von der Frontul Plugarilor, eine den Kommunisten nahe stehende Partei, Premierminister wurde. Obwohl diese Regierung breit angelegt war und Mitglieder der meisten größeren Vorkriegsparteien einschließlich der Eisernen Garde hatte, besetzten die Kommunisten die Schlüsselministerien. Der König war nicht glücklich mit der Richtung dieser Regierung, und als er Grozas Rücktritt erzwingen wollte, indem er die Unterzeichnung jeglicher Gesetze verweigerte, entschied sich Groza, die Gesetze auch ohne Mihais Unterschrift in Kraft zu setzen. Am 8. November 1945 wurde eine antikommunistische Demonstration vor dem Königspalast in Bukarest mit Gewalt aufgelöst, mit zahlreichen Verhaftungen, Verletzten und einer unbestimmten Zahl an Toten. Trotz der Missbilligung durch den König führte die erste Groza-Regierung eine Landreform durch und gab Frauen das Wahlrecht. Gleichzeitig brachte sie aber auch den Beginn der Sowjetvorherrschaft in Rumänien. In den Wahlen vom 9. November 1946 konnten die Kommunisten und ihre Alliierten 80% der Stimmen verbuchen, wobei Wahlmanipulation eine große Rolle gespielt hat. Mit machiavellischer Taktik gingen die Kommunisten zusammen mit der Eisernen Garde daran, den Einfluss der zentristischen Parteien zu eliminieren. Die Nationale Bauernpartei wurde 1947 der Spionage beschuldigt, nachdem klar wurde, dass sich ihre Führer geheim mit US-Funktionären getroffen hatten. Andere Parteien wurden gezwungen, sich mit den Kommunisten zu vereinigen. 1946 und 1947 wurden zehntausende Angehörige des Regimes, das auf der Seite der Achsenmächte gestanden hatte, als Kriegsverbrecher hingerichtet. Antonescu selbst wurde am 1. Juni 1946 hingerichtet. Mihai I. dankte unter Druck am 30. Dezember 1947 ab und ging ins Exil. Eine ?Rumänische Volksrepublik? wurde ausgerufen und am 13. April 1948 mit einer Verfassung formalisiert. Parteiinterne Machtkämpfe [Bearbeiten] Die frühen Jahre der kommunistischen Herrschaft in Rumänien waren durch wiederholte Kurswechsel und Massenverhaftungen geprägt, und verschiedene Gruppierungen kämpften um die Vorherrschaft. 1948 wurde die frühere Agrarreform rückgängig gemacht und durch eine Hinwendung zur Kollektivierung ersetzt. Dies führte zu zehntausenden von Festnahmen, ebenso wie die Bemühungen, die Unierte Kirche zu eliminieren. Am 11. Juni 1948 wurden alle Banken und großen Unternehmen verstaatlicht. Rumänien entwickelte ein System der Zwangsarbeit und politischen Gefängnisse ähnlich zur Sowjetunion. Beim erfolglosen Versuch, einen Donau-Schwarzmeer-Kanal zu bauen, starben geschätzte 100.000 politische Häftlinge. Es gab drei wichtige Gruppierungen, alle stalinistisch, die sich mehr durch ihre jeweilige persönliche Geschichte als durch tiefere politische oder philosophische Differenzen unterschieden: Die Emigranten unter Ana Pauker und Vasile Luca hatten in Krieg im Moskauer Exil verbracht. Die Einheimischen, von denen Gheorghe Gheorghiu-Dej der wichtigste war, waren während des Kriegs in rumänischen Gefängnissen gewesen. Eine etwas weniger stalinistische Gruppierung, zu der Lucreţiu Pătrăşcanu zählt, hatte sich durch die Antonescu-Jahre gerettet, indem sie sich in Rumänien versteckte. Sie hatte in den breiten Regierungen unmittelbar nach Mihais Staatsstreich teilgenommen. Mit Stalins Rückendeckung, und wahrscheinlich unter dem Einfluss der antisemitischen Politik des späten Stalinismus (Pauker war Jüdin), gewannen Gehorghiu-Dej und die Einheimischen den Machtkampf. Pauker wurde bei den Säuberungen zusammen mit 192.000 anderen Parteimitgliedern aus der Partei ausgeschlossen. Pătrăşcanu wurde nach einem Schauprozess hingerichtet. Die Ära Gheorghiu-Dej [Bearbeiten] Gheorghiu-Dej, ein überzeugter Stalinist, war nicht von den Reformen in Nikita Chruschtschows Sowjetunion nach Stalins Tod 1953 angetan. Er fürchtete auch den Plan des RGW, aus Rumänien den ?Brotkorb? des Ostblocks zu machen, da er ein Programm zur Entwicklung der Schwerindustrie verfolgte. Er schloss Rumäniens größte Arbeitslager, gab das Projekt Donau-Schwarzmeer-Kanal auf, stoppte Rationierungen und erhöhte die Arbeiterlöhne. Dies, verbunden mit dem anhaltenden Ressentiment, dass mit der Gründung der Moldawischen Sowjetrepublik historisch rumänisches Land Teil der Sowjetunion war, führte Rumänien unter Gheorghiu-Dej unausweichlich auf einen verhältnismäßig unabhängigen und nationalistischen Kurs hin. Gheorghiu-Dej identifizierte sich mit dem Stalinismus und das liberalere Sowjetregime drohte seine Autorität zu unterwandern. In einer Anstrengung, seine Position zu festigen, versprach Gheorghiu-Dej Kooperation mit jedem Staat ? unabhängig von seinem politisch-wirtschaftlichen System ?, solange er die internationale Gleichheit anerkannte und sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischte. Diese Politik führte zu einer Festigung von Rumäniens Beziehungen zu China, das ebenso nationale Selbstbestimmung befürwortete. 1954 trat Gheorghiu-Dej als Generalsekretär der Partei zurück, blieb aber Vorsitzender. Ein kollektives Sekretariat aus vier Mitgliedern, darunter Nicolae Ceauşescu, kontrollierte die Partei für ein Jahr, nach dem Gheorghiu-Dej wieder die Zügel in die Hand nahm. Trotz seiner neuen Politik der internationalen Kooperation trat Rumänien 1955 dem Warschauer Pakt bei, was zur Unterordnung und Integration eines Teils seines Militärs in die sowjetische Militärmaschine führte. Rumänien lehnte später Manöver des Warschauer Pakts auf seinem Gebiet ab und schränkte seine Beteiligung an Militärmanövern in anderen Ländern des Bündnisses ein. 1956 brandmarkte der sowjetische Premier Chruschtschow Stalin in einer geheimen Rede vor dem 20. Kongress der KPdSU. Gheorghiu-Dej und die Führung der PMR waren gestärkt, die de-Stalinisierung zu überstehen. Gheorghiu-Dej machte Pauker, Luca und Georgescu zu den Sündenböcken der Exzesse der rumänischen Kommunisten in der Vergangenheit und behauptete, dass die rumänische Partei die stalinistischen Elemente schon vor Stalins Tod gesäubert habe. Im Oktober 1956 widersetzten sich die kommunistischen Führer in Polen den sowjetischen militärischen Drohungen, sich in die einheimischen Angelegenheiten einzumischen und ein fügsameres Politbüro einzusetzen. Wenige Wochen später löste sich die kommunistische Partei in Ungarn während einer Revolution praktisch auf. Polens Trotz und Ungarns Volksaufstand inspirierten rumänische Studenten und Arbeiter, in den Universitäten und Arbeiterstädten für Freiheit, bessere Lebensbedingungen und das Ende der Sowjetvorherrschaft zu demonstrieren. Da Gheorghiu-Dej fürchtete, dass ein ungarischer Aufstand die ungarische Bevölkerung in seinem eigenen Land zur Revolte aufstacheln könnte, setzte er sich für eine rasche Intervention durch die Sowjets ein. Die Sowjetunion verstärkte ihre Militärpäsenz in Rumänien, insbesondere entlang der ungarischen Grenze. Wenngleich die Unruhen in Rumänien sich als bruchstückhaft und kontrollierbar erwiesen, diejenigen in Ungarn waren es nicht, und so startete Moskau im November einen blutigen Einmarsch in Ungarn. Nach der Revolution von 1956 arbeitete Gheorghiu-Dej eng mit Ungarns neuem Führer János Kádár zusammen. Obwohl Rumänien zunächst den exilierten früheren ungarischen Premier Imre Nagy aufnahm, lieferte es ihn an Budapest für einen Prozess und seine Hinrichtung aus. Im Gegenzug gab Kádár die ungarischen Ansprüche auf Siebenbürgen auf und prangerte Ungarn, die dort die Revolution unterstützt hatten, als Chauvinisten, Nationalisten und Irredentisten an. Rumäniens Regierung ergriff Maßnahmen, die Unzufriedenheit im Lande zu lindern, indem man Investititionen in die Schwerindustrie verminderte, die Produktion von Konsumgütern verstärkte, die Wirtschaftsverwaltung dezentralisierte, Löhne erhöhte und Elemente der Arbeiterselbstverwaltung einführte. Die Behörden schafften die obligatorischen Lieferungen durch Privatbauern ab, beschleunigten aber das Kollektivierungsprogramm Mitte der 1950er, wenn auch weniger brutal als zuvor. Die Regierung erklärte die Kollektivierung 1962 für vollständig; zu diesem Zeitpunkt hielten kollektive und Staatshöfe 77 % des bebaubaren Landes. Trotz Gheorghiu-Dejs Behauptung, dass er die rumänische Partei von Stalinisten gesäubert habe, blieb er wegen seiner offenbaren Mittäterschaft in den Parteiaktivitäten zwischen 1944 und 1953 anfällig für Angriffe. Bei einer Vollversammlung der PMR im März 1956 kritisierten Miron Constantinescu und Iosif Chisinevsch, beide Politbüromitglieder und stellvertretende Premiers, Gheorghiu-Dej. Constantinescu, der sich für eine Liberalisierung im Stil Chruschtschows einsetzte, stellte eine besondere Bedrohung für Gheorghiu-Dej dar, weil er gute Beziehungen zur Moskauer Führung unterhielt. Die PMR entfernte Constantinescu und Chisinevsch 1957, indem sie sie als Stalinisten denunzierte und sie der Mittäterschaft mit Pauker bezichtigte. Danach musste Gheorghiu-Dej keine ernsthafte Herausforderung seiner Führungsrolle befürchten. Ceauşescu ersetzte Constantinescu an der Spitze der PMR-Kader. Gheorghiu-Dej erreichte nie eine wirklich für beide Seiten akzeptable Einigung mit Ungarn über Siebenbürgen. Gheorghiu-Dej ging das Problem von zwei Seiten an: indem er die Führer der Ungarischen Volksunion festnehmen ließ und indem er 1952 im Szeklerland eine autonome ungarische Region (Regiunea Autonoma Maghiara) einrichtete. Das Ceauşescu-Regime [Bearbeiten] Gheorghiu-Dej starb 1965 unter unklaren Umständen (anscheinend als er wegen einer medizinischen Behandlung in Moskau war). Nach einem unausweichlichen Machtkampf wurde der vorher unauffällige Nicolae Ceauşescu sein Nachfolger. Wo Gheorghiu-Dej einer stalinistischen Linie gefolgt war, während die Sowjetunion in einer reformerischen Phase war, erschien Ceauşescu nun zunächst als Reformer, und das zu einer Zeit, wo die Sowjetunion unter Leonid Breschnew in eine neostalinistische Richtung steuerte. In seinen frühen Regierungsjahren war Ceauşescu sowohl im Inland als auch im Ausland populär. Landwirtschaftsgüter waren reichlich vorhanden, Konsumgüter tauchten wieder auf, es gab ein kulturelles Tauwetter. Im Ausland nahm man zur Kenntnis, dass er sich gegen den sowjetischen Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968 aussprach. Während sein Ansehen im Inland bald verblasste, hatte er wegen seiner unabhängigen politischen Linie weiterhin ungewöhnlich gute Beziehungen zu westlichen Regierungen und mit Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Unter Ceauşescu unterhielt Rumänien diplomatische Beziehungen unter anderem mit Westdeutschland, Israel, China, Albanien. Die Phase von Freiheit und scheinbarem Wohlstand sollte allerdings nur kurz sein. In einem Versuch, die Geburtenrate zu steigern, setzte Ceauşescu ein Gesetz durch, das Abtreibung und Verhütung beschränkte: beides war nur Frauen über 40 Jahren und solchen mit wenigstens 4 Kindern erlaubt; 1972 wurden diese Grenzen auf 45 Jahre bzw. 5 Kinder angehoben. In den 1980ern ging er noch weiter: obligatorische gynäkologische Untersuchungen sollten Frauen identifizieren, die ihre ?patriotische Verantwortung?, zu gebären, umgingen. Die Steuersätze wurden geändert, um Singles und Kinderlose zu benachteiligen. Dennoch versuchten viele Frauen, besonders Not leidende, ihr ungeborenes Kind mit Drähten oder Medikamenten heimlich abzutreiben. Anti-Baby-Pillen, Verhütungsmittel und sogar verfallene Abtreibungsmittel wurden auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Als Folge dieser Abtreibungsversuche (aber auch der schlechten Ernährung) starben 11.000 Frauen[3], auch wurden massenhaft behinderte Kinder geboren und in Waisenhäuser abgeschoben. Im Alter von drei Jahren wurden sie von einer Ärztekommission untersucht, die über ihr weiteres Schicksal entschied. Danach holte sich die Geheimpolizei Securitate ihren Nachwuchs aus den Waisenhäusern. Die chronisch kranken Kinder, die Kinder mit Entwicklungsschäden durch Mangelernährung und die Zurückgebliebenen wurden in Heime wie z. B. Cighid abgeschoben. Dort starben die meisten schon nach wenigen Wochen am Hunger und an Krankheiten oder sie erfroren einfach[4]. Während Gheorghiu-Dejs Haltung gegenüber der ungarischen Minderheit noch doppelzüngig war, ging Ceauşescu offen repressiv vor. Schulen in ungarischer Sprache, Verlagshäuser und kulturelle Institutionen wurden weitgehend geschlossen. Ethnische Ungarn wurden gedrängt, ihren Kindern traditionell rumänische Namen zu geben. Juden und Deutschen erging es verhältnismäßig besser: sie waren im Verhältnis zu den deutschen und israelischen Regierungen nützlich als Verhandlungsmasse. Andere Verletzungen von Menschenrechten waren typisch für ein stalinistisches Regime: der massive Einsatz der Geheimpolizei (die Securitate), Zensur, massive Umsiedlungen, wenn auch nicht im selben Maßstab wie in den 1950ern. Ganz Bukarest war mit einem Tunnelsystem für die Securitate unterzogen, wie sich 1989 beim Aufstand herausstellte. Ceauşescus Rumänien führte Gheorgiu-Dejs Politik der Industrialisierung fort, produzierte aber immer noch wenige Güter, die qualitativ auf dem Weltmarkt konkurrieren konnten. Nach einem Besuch in Nordkorea entwickelte Ceauşescus eine megalomanische Vision zum völligen Neuaufbau des Landes; dies wurde als Systematisierung bekannt. Ganze Städte und schließlich ein Großteil der Hauptstadt Bukarest wurden abgerissen und entweder durch nichtssagende Betongebäude oder (wenn das Geld ausging) durch nichts ersetzt, dieses Schicksal traf u.a. Teile der historischen Altstadt von Bukarest samt dem jüdischen Schtetl. Trotz allem, und trotz der entsetzlichen Behandlung der ?überzähligen? oder kranken Kinder, hatte das Land weiterhin ein gutes Schulsystem und im allgemeinen ein gutes Gesundheitssystem. Beide wurden jedoch durch die zunehmend überlebensnotwendige Korruption zerrüttet: Operationen und Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen mussten in Naturalien oder mit Bargeld ?bezahlt? werden, über 60-jährige erhielten oft gar keine medizinische Versorgung.[5] Nicht jedes Industrialisierungsprojekt scheiterte: Ceauşescu ließ Rumänien ein recht effektives System der Energieerzeugung und -übertragung zurück, das in den letzten Jahren seiner Herrschaft jedoch funktionsunfähig war. Die Heizkraftwerke, die auch Lignit und Teerschiefer verfeuern mussten, wurden teilweise mit schwarzer Erde betrieben, und die notwendige Brennwärme wurde nicht erreicht. Die Temperatur in Wohnhäusern lag zeitweise bei 12-14 °C, der Strom wurde vormittags, abends und nachts abgeschaltet.[6] Bukarest erhielt eine funktionierende U-Bahn. In vielen Städten wurden neue Wohnblocks errichtet, die alte Bausubstanz wurde manchmal auf persönlichen Befehl Elena Ceauşescus, dem Erdboden gleichgemacht.[7] In den 1980ern wurde Ceauşescu auf ähnliche Weise besessen von der Idee, westliche Schulden zurückzuzahlen, die sich soweit aufgehäuft hatten, dass Rumänien der Staatsbankrott drohte, und einen ?Palast des Volkes? (Palatul Poporului) in beispiellosen Ausmaßen zu bauen, zusammen mit einer gleichermaßen grandiosen Umgebung, dem Centru Civic. Es gab auch ein Wiederaufleben der Bemühungen, einen Donau-Schwarzmeer-Kanal zu bauen. Dies führte zu einem vorher nicht da gewesenen Armutsniveau für den durchschnittlichen Rumänen. Es gab kein Fleisch zu kaufen, weil es gegen Devisen ins Ausland verkauft wurde. Es gab keinen Marmor für Grabsteine, weil er für den Bau des ?Palast des Volkes?, der das zweitgrößte Gebäude der Welt ist, obwohl er nie vollendet wurde, und des Centru Civic benötigt wurde. In der Ära von Glasnost und Perestroika wurde dies mehr und mehr unakzeptabel sowohl für die Sowjetunion wie für den Westen. Ceauşescu hatte in den letzten Jahren seiner Herrschaft jegliches Augenmaß und jeglichen Bezug zu seiner Bevölkerung verloren. Da die gesellschaftliche Elite in den Schulen Englisch und Französisch lernte und die Möglichkeit hatte an Informationen aus dem Westen zu gelangen, wuchs im Untergrund die Auflehnung gegen die Diktatur. Sturz [Bearbeiten] → Siehe auch Rumänische Revolution 1989 Im Gegensatz zur Sowjetunion zur gleichen Zeit entwickelte Rumänien keine umfassende, privilegierte Elite. Außerhalb Ceauşescus eigenen Verwandten wurden Regierungsbeamte häufig von einem zum anderen Job rotiert und geographisch versetzt, um die Möglichkeit zur Entwicklung einer Machtbasis zu verhindern. Dies verhinderte das Aufkommen des Reformkommunismus der Gorbatschow-Ära, den es in Ungarn oder der Sowjetunion gab. Auch reagierte Ceauşescu ? im Gegensatz zu Polen ? auf Streiks mit einer gnadenlosen Strategie weiterer Unterdrückung. Diejenigen, die ihn vor solch einer Politik warnten, wurden als Kriminelle behandelt. Als in der Folge die Welle der Revolution von 1989 nach Rumänien schwappte, tat sie es mit unvergleichlicher Energie. Der Sturz des rumänischen Regimes war beinahe einer der letzten in Osteuropa. Er war auch einer der brutalsten zu der Zeit. Obwohl die Ereignisse im Dezember 1989 sehr umstritten sind, ist die folgende Darstellung wenigstens ein angemessener Grundriss. Proteste und Aufstände brachen am 17. Dezember in Timişoara aus. Der Auslöser war die polizeilich angeordnete Evakuierung aus dem Pfarrhaus bzw. die geplante Verhaftung des protestantischen Pfarrers und späteren Bischofs László Tőkés, der ein ausgesprochener Gegner Ceauşescus war. Obwohl die ersten Demonstranten von der Securitate abtransportiert wurden, breiteten sich die Unruhen am nächsten Tag in der ganzen Stadt aus. Soldaten eröffneten das Feuer auf die Protestierenden und töteten rund 100 Menschen. Die Empörung über die Erschießungen breitete sich nach Sibiu, Bukarest und anderswo aus. Soldaten außerhalb Timişoaras weigerten sich gewöhnlich, die Befehle, Demonstranten anzugreifen, auszuführen. Nach einer zweitätigen Reise in den Iran wandte sich Ceauşescu am 21. Dezember an eine handverlesene Schar von 100.000 Leuten im Zentrum von Bukarest. Selbst hier begann die Menge ihn niederzuschreien. Die Securitate eröffnete das Feuer, aber das Militär unter Verteidigungsminister Vasile Milea weigerte sich im allgemeinen, es ihnen gleichzutun. Ceauşescu ließ Milea erschießen; er und seine Frau Elena Ceauşescu versuchten, mit einem Hubschrauber aus der Hauptstadt zu entkommen. Mit Mileas Hinrichtung wurde aus der neutralen Position der Armee Feindschaft. Die Armee und die Securitate trugen in Bukarest offene Straßenkämpfe aus, und hunderte, vielleicht tausende wurden im Schusswechsel getötet. Die Ceauşescus wurden schließlich in Târgovişte verhaftet. Ihr Leben wäre vielleicht geschont worden, wenn die Securitate willens gewesen wäre, ihre Waffen niederzulegen; so wurden sie aber einem zügigen und zweifelhaften Prozess unterzogen und am 25. Dezember erschossen. Mit ihrem Tod begann die Securitate, aufzugeben und löste sich bald auf, so dass die Gewalt zu einem Ende kam. Postkommunistische Ära [Bearbeiten] Unabhängig von den beschriebenen Kontroversen hat Rumänien seit der Revolution große Fortschritte bei der Institutionalisierung demokratischer Prinzipien, Bürgerrechte und der Achtung der Menschenrechte gemacht. Jedoch kann das Erbe von 44 Jahren kommunistischer Herrschaft nicht plötzlich beseitigt werden. Die Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei war gewöhnlich die Vorbedingung für eine höhere Ausbildung, Auslandsreisen oder einen guten Arbeitsplatz, während der umfassende interne Sicherheitsapparat normale soziale und politische Beziehungen untergrub. Den wenigen aktiven Dissidenten, die unter Ceauçescu litten, muss es so erscheinen, dass die meisten, die nach der Revolution als Politiker Karriere machten, durch die Zusammenarbeit mit dem alten Regime kompromittiert sind. Über 200 neue politische Parteien entstanden nach 1989, die sich mehr um Persönlichkeiten als um Programme drehten. Alle größeren Parteien traten für Demokratie und Marktreformen ein, aber die regierende Nationale Rettungsfront (FSN) schlug langsamere, vorsichtigere Wirtschaftsreformen und ein soziales Sicherungsnetz vor. Im Gegensatz dazu bevorzugten die Hauptoppositionsparteien ? die Nationalliberale Partei PNL und die Christlich-Demokratische Bauernpartei PNŢ-CD ? schnelle und radikale Reformen, unverzügliche Privatisierung, und eine Schwächung des Einflusses der exkommunistischen Elite. Es gibt zwar kein Gesetz, das kommunistische Parteien verbietet, aber die alte kommunistische Partei löste sich trotzdem auf, viele ehemalige Parteimitglieder blieben aber aktiv. Am 20. Mai 1990 wurden Präsidenten- und Parlamentswahlen abgehalten. Gegen Vertreter der schon vor dem Krieg existierenden Nationalen Bauernpartei PNŢ-CD und Nationalliberalen Partei PNL gewann Ion Iliescu 85,07 Prozent der Stimmen. Die FSN (Front der Nationalen Rettung) erhielt 66.31 Prozent der Stimmen und erhielt so dreiviertel der Sitze im Parlament. Die stärksten Oppositionsparteien waren die Demokratische Allianz der Ungarn in Rumänien (UDMR) mit 7.23% und die PNL mit 6.41%. Er berief den Universitätsprofessor Petre Roman zum Premierminister und begann vorsichtige Wirtschaftsreformen. Die neue Regierung tat schon früh einen entscheidenden Fehltritt. Unzufrieden mit dem anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss von Mitgliedern der Elite der Ceauşescu-Ära, trafen sich antikommunistische Demonstranten auf dem Bukarester Universitätsplatz zu einem Dauerprotest. Zwei Monate später wurden Bergarbeiter aus dem Jiu-Tal nach Bukarest gebracht und trieben die übriggebliebenden Protestierenden brutal auseinander. Präsident Iliescu drückte öffentlich seine Dankbarkeit aus, was Viele davon überzeugte, dass die Regierung die Aktionen der Bergarbeiter initiiert habe. Die Bergarbeiter griffen auch die Hauptquartiere und Häuser von Oppositionsführern an. Die Roman-Regierung stürzte Ende September 1991, als die Bergarbeiter nach Bukarest zurückkehrten, um höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen forderten. Ein Technokrat, Theodor Stolojan, wurde zum Kopf einer Zwischenregierung ernannt, bis neue Wahlen abgehalten wurden. Das Parlament entwarf eine neue demokratische Verfassung, die durch ein Volksreferendum im Dezember 1991 angenommen wurde. Die FSN teilte sich im März in zwei Gruppen auf, die von Ion Ilescu (FDSN) und Petre Roman (FSN) geführt wurden. Romans Partei nahm anschließend den Namen ?Demokratische Partei? (PD) an. 1992?1996 [Bearbeiten] Die lokalen und nationalen Wahlen im September 1992 zeigten eine politische Kluft zwischen den großen städtischen Zentren und dem Land. Die ländlichen Wähler, die für die Rückgabe des Großteils des Agrarlandes an die Bauern dankbar waren, aber Änderungen fürchteten, bevorzugten Präsident Ion Iliescu und die FDSN, während die städtischen Wähler die CDR (ein Bündnis aus mehreren Parteien, unter denen die PNTCD und die PNL die stärksten waren, und Bürgerorganisationen) und schnelle Reformen favorisierten. Iliescu wurde mühelos gegen fünf andere Kandidaten wiedergewählt. Die FDSN gewann eine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Die FDSN bildete im November 1992 eine Regierung unter Premierminister Nicolae Văcăroiu, einem Ökonomen, mit parlamentarischer Unterstützung durch die nationalistischen Parteien PUNR und PRM sowie die kommunistische PSM. Aus der FDSN wurde im Juli 1993 die ?Partei der Sozialen Demokratie Rumäniens? (PDSR). Im Januar 1994 wurde die Stabilität der Regierungskoalition dadurch gefährdet, dass die PUNR ihre Unterstützung zu entziehen drohte, sollte sie nicht Posten im Kabinett bekommen. Im August 1994 bekamen zwei Mitglieder der nationalistischen PUNR Kabinettsposten in der Regierung. Im September gab der amtierende Justizminister bekannt, dass er in die PUNR eingetreten sei. PRM und PSM verließen im Oktober bzw. Dezember 1995 die Regierung. 1996?2000 [Bearbeiten] Die Kommunalwahlen von 1996 ergaben eine große Verschiebung in der politischen Orientierung der rumänischen Wähler. Die Oppositionsparteien setzten sich in Bukarest und in den meisten größeren Städten in Siebenbürgen und im Banat durch. Der Trend setzte sich in den nationalen Wahlen fort, und die Opposition dominierte die Städte und gewann stark in den ländlichen Gegenden und den einstigen Hochburgen außerhalb Siebenbürgens, die vormals von Iliescu und der PDSR dominiert worden waren. Die Kampagne der Opposition konzentrierte sich auf die beiden Themen Korruptionsbekämpfung und Wirtschaftsreformen. Diese Botschaft fand in der Wählerschaft Widerhall, und so kamen Emil Constantinescu und die mit ihm verbündeten Parteien an die Macht. Emil Constantinescu von der ?Demokratischen Konvention Rumäniens? (CDR), einem Wahlbündnis, besiegte bei der nächsten Wahl Präsident Iliescu mit einem Abstand von 9% und wurde neues Staatsoberhaupt. Die PDSR gewann die größte Anzahl Sitze im Parlament, aber die Parteien der CDR, die Demokratische Partei, die National Liberale Partei und der ?Demokratischen Verband der Ungarn Rumäniens? (UDMR) bildeten zusammen eine Koalitionsregierung der Mitte, die 60% der Sitze im Parlament hinter sich hatte. Victor Ciorbea wurde Premierminister. Ciorbea blieb bis März 1998 im Amt und wurde erst durch Radu Vasile (PNŢ-CD) ersetzt, dann durch den Chef der Nationalbank Mugur Isărescu. Die Koalition aus mehreren Parteien stellte sich als nicht immer einfach heraus, da Entscheidungen oftmals durch lange Verhandlungen herausgezögert wurden. Dennoch wurden mehrere entscheidende Reformen in die Wege geleitet. Der Einfluss von ehemaligen Kommunisten und Mitgliedern der ?Securitate? in der Staatsverwaltung wurde beseitigt, eine funktionierende Marktwirtschaft eingeführt. Die im Dezember 1996 gebildete Koalitionsregierung vollzog einen historischen Schritt, in dem sie die UDMR und ihre ungarischen Unterstützer in die Regierung einlud. Im Juli 2000 gab Präsident Emil Constantinescu bekannt, dass er nicht mehr kandidieren wird. 2000?2004 [Bearbeiten] Bei den Parlamentswahlen im November 2000 scheiterte die christdemokratische PNŢ-CD an der Wahlhürde, die liberale PNL und die Demokratische Partei bildeten die eigentliche Opposition in Rumänien. Die PSD (Partei des Demokratischen Sozialismus) unter Ion Iliescu verzeichnete einen eindrucksvollen Sieg. Adrian Năstase wurde Premierminister der Regierung, die 2003 durch mehrere Korruptionsvorwürfe erschüttert wurde. Im Oktober 2003 mussten drei Minister aufgrund dieser Vorwürfe zurücktreten.[8] Der EU-Beitrittsprozess wurde weitergeführt. Demokratische Transparenz, Korruption und die Handhabung der Pressefreiheit waren in Rumänien unter Iliescu und Năstase problematisch. Im Jahr 2002 wurde Rumänien eingeladen, 2004 der NATO beizutreten. Dieser Beitritt erfolgte im Zuge der NATO-Osterweiterung am 29. März 2004. Im selben Jahr bestätigte die Europäische Union ihre Unterstützung für Rumäniens Ziel, der Union 2007 beizutreten. Dazu waren jedoch in den folgenden Jahren tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft notwendig. 2004?2008 [Bearbeiten] Am 28. November und am 12. Dezember 2004 fanden Präsidentschaftswahlen statt. Die beiden wichtigsten Kandidaten waren der amtierende Premierminister Adrian Năstase von der PSD sowie der Bürgermeister von Bukarest Traian Băsescu von der liberalen Allianz D.A. Während Năstase auf die Kontinuität seiner ohnehin von Korruptionsskandalen geplagten Regierung setzte, schrieb sich Băsescu eben den Antikorruptionskampf auf der Fahne. Traian Băsescu gewann das Rennen und ernannte Călin Popescu Tăriceanu von der liberalen Allianz D.A. zum Premierminister. Am 28. November wurde auch das Zweikammernparlament neu gewählt. Die größte Fraktion bildet die D.A. aus PNL und PD, die mit PUR und UDMR eine Mitte-Rechts-Regierung gebildet haben, die vor allem die Korruption bekämpfen und Reformen in Landwirtschaft und Industrie durchführen will. Am 13. April 2005 stimmte das Europaparlament in Straßburg dem Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union zu. Seit dem 1. Januar 2007 ist Rumänien sowie auch Bulgarien Mitglied der EU. Geschichte bis 1862: Eine Geschichte Rumäniens im eigentlichen Sinn gibt es erst seit 1862, als sich die beiden Donaufürstentümer Moldau und Walachei endgültig vereinigten. Vorher kann man nur von einer Geschichte der von Rumänen bewohnten Gebiete außer den beiden Fürstentümern noch Bessarabien, Bukowina und Siebenbürgen - oder einer Geschichte der Rumänen sprechen, die aber beide keine Einheitlichkeit zeigen. Die moderne rumänische Geschichtsschreibung ist darum bemüht, das Geschichtsbewußtsein der Rumänen bis auf die Daker zurückzuführen und die mehr als tausendjährige Zeitspanne zwischen dem Verschwinden der Daker und dem Auftreten der Walachen (Vlachen), die im 13.Jh. erstmals erwähnt werden, mit dem Hinweis auf die Siedlungskontinuität zu überbrücken. Ebenso wird das zwar von Rumänen bewohnte, aber politisch stets von Ungarn und Sachsen geführte Fürstentum Siebenbürgen als "rumänisches" Fürstentum bezeichnet. Die ältesten, ethnisch klar einzuordnenden Bewohner des heutigen Rumänien sind die Daker und Geten, die seit dem 1.Jh. v.Chr. unter BUREBISTA (60-44 v.Chr.) in einem Königreich organisiert waren. Nach den Dakerkriegen (101-102 und 105-106 n.Chr.) Kaiser TRAJANS wurde 106 die römische Provinz Dakien errichtet, die 270 von den Römern aufgegeben wurde. Teile der römischen Zivil-Bevölkerung dürften zurückgeblieben und mit den Dakern, die ihre Sprache annahmen, verschmolzen sein. In den folgenden Jahrhunderten wurde Rumänien von mehreren Völkerwellen aus dem O überzogen: im 3.Jh. von den Goten, im 4./5.Jh. von den Hunnen. Ihnen folgten die Gepiden (in Siebenbürgen schon seit dem 3.Jh., bis 567). Im 7.Jh. ließen sich Slawen nieder. Dann brachen turktatarische Reiternomaden ein: 6.-8.Jh. Awaren, 11.Jh. Petschenegen, 11.-13.Jh. Kumanen, ohne daß sich Staaten gebildet hätten. Im 9./10.Jh. wurde Siebenbürgen von den Ungarn erobert und der ungarischen Krone unterstellt. Zu den ersten Staatsbildungen kam es in der 1.Hälfte des 14.Jh. unter BASARAB I. in der Walachei ("Tara Romineasca") und unter BOGDAN (1359-65) in der Moldau ("Bogdania"). Beide waren anfangs durch die Ungarn (Beendung der Abhängigkeit: Walachei 1330, Moldau 1359), seit Ende des 14.Jh. durch die Ausbreitung des Osmanischen Reichs bedroht. Seit 1460 mußten die Walachei, seit 1513 die Moldau und seit 1541 Siebenbürgen die türkische Oberhoheit anerkennen. In der Türkenabwehr zeichneten sich besonders STEPHAN DER GROSSE (1457- 1504) von der Moldau und MICHAEL DER TAPFERE (1593-1601) von der Walachei aus, der für kurze Zeit alle von Rumänen bewohnten Gebiete unter seiner Herrschaft zusammenfassen konnte. Im 17.Jh. ernannte die Pforte aus den miteinander rivalisierenden einheimischen Bojarenfamilien die Fürsten (Wojewoden), unter denen VASILE LUPU (1634-53) für die Moldau, MATEI BASARAB (1632-54) und C. BRÎNCOVEANU (1688-1714) für die Walachei eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte herbeiführten. Seit 1711 (Moldau) und 1716 (Walachei) wurden die Fürstenthrone in Jassy und Bukarest an griechische Phanarioten vergeben, jedoch war trotz schlimmster Ausbeutung der unmittelbare türkische Einfluß nie so stark wie in den Ländern südlich der Donau. Trotz der Herausbildung eines rumänischen Nationalbewußtseins gingen in der Folgezeit weitere Gebiete verloren: 1718-39 gehörte die Kleine Walachei (Oltenien) bis zur Alt zu österreich, 1775 wurde der Nordteil der Moldau als Bukowina österreich, 1812 Bessarabien Rußland zugeschlagen. Der gescheiterte Aufstand (1821) der Hetärie unter A. YPSILANTI und T. VLADIMIRESCU veranlaßte die Pforte, wieder einheimische Fürsten einzusetzen, die durch den Frieden von Adrianopel ( 1829) unter russische Protektion gestellt wurden. Das von der russischen Besatzungsmacht erlassene "Règlement organique" von 1831/32 bildete die erste Verfassung. Die liberale Bewegung 1848/49 wurde von russischen Truppen niedergeworfen. Durch den Pariser Frieden von 1856 wurde die russische Schutzherrschaft beendet, die osmanische Oberhoheit blieb jedoch bestehen; die Fürstentümer wurden unter das Protektorat der Signatarmächte des Pariser Friedens gestellt. 1862-1945: Der Wunsch der in den Donaufürstentümern geschaffenen Vertretungskörperschaften ("Divan ad hoc"), beide Territorien unter einem erbl. Fürsten zu vereinen, führte 1859 in beiden Fürstentümern zur Wahl von Oberst A. CUZA, der als Fürst ALEXAJNDRU IOAN I. 1862 die Vereinigung unter dem Namen Rumänien proklamierte. Als er 1866 dem Druck der Bojaren weichen mußte, wurde durch Volksabstimmung KARL VON HOHENZOLLERN-SIGMARINGEN als KARL I. zum Fürsten gewählt, der Rumänien kulturell und politisch an Mittel- und Westeuropa anschloß. Die Verwaltung wurde nach französischem Vorbild zentralistisch aufgebaut. Im Russisch- Türkischen Krieg von 1877/78 rief Außen-Minister M. KOGALNICEANU die Unabhängigkeit Rumäniens aus, die auf dem Berliner Kongreß (1878) anerkannt wurde. Am 14.3.1881 proklamierten beide Kammern KARL zum König. Korruption und die Ausbeutung der Bauern führten 1907 zu einem Aufstand, der blutig niedergeschlagen wurde. Durch sein Eingreifen im Zweiten Balkankrieg erzwang Rumänien von Bulgarien die Abtretung der S-Dobrudscha (Frieden von Bukarest, 10.8.1913). Nachfolger KARLS wurde 1914 sein Neffe FERDINAND VON HOHENZOLLERN-SIGMARINGEN als FERDINAJND I. Im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben, erklärte Rumänien jedoch am 27.8.1916 österreich-Ungarn den Krieg. Ein Feldzug der Mittelmächte (1916/17) und der Zusammenbruch des kaiserlichen Rußland nötigten Rumänien zum Frieden von Bukarest (7.5.1918), der den Verlust der Dobrudscha mit sich brachte. Schon vor Abschluß der Friedensverträge von Saint-Germain-en-Laye (10.9.1919, mit österreich) und Trianon (4.6.1920, mit Ungarn) gewann Rumänien faktisch die Bukowina (28.11.1918), Siebenbürgen (14.12.1918) und zwei Drittel des Banats (21.6.1919). Bereits im Januar 1918 konnte es sich Bessarabien angliedern. Im Frieden von Neuilly (27.11.1919, mit Bulgarien) erhielt Rumänien die im Frieden von Bukarest verlorene Dobrudscha zurück. Mit 33% nationalen Minderheiten, davon über 11% Ungarn, hatte das vergrößerte Königreich Rumänien (mit 295'000 km² und fast 16 Mio. Einwohnern doppelt so groß wie vor 1914) jedoch erhebliche Probleme, u.a. das Zusammenwachsen des "Altreichs" (Regat) mit den bisher österreichischen oder ungarischen Gebieten. Innenpolitisch wurde 1918-21 eine Agrarreform durchgeführt. Außenpolitisch arbeitete Rumänien eng mit Jugoslawien und der Tschechoslowakei in der Kleinen Entente sowie mit Frankreich und Polen zusammen. Seit 1922 bildete die Nationalliberale Partei, v.a. unter den MinPräs. I.I C. BRATIANU (1922-26, 1927) und VINTILA BRATIANU (1927-28), die Regierung. Der Tod König FERDINANDS (1926) löste eine Krise aus, da Kronprinz KARL auf den Thron verzichtete und ins Exil ging. Für seinen minderjährigen Sohn, König MICHAEL, wurde ein Regentschaftsrat eingesetzt. Der Führer der Nationalen Bauernpartei, I. MANIU, setzte sich für die Rückkehr des verbannten Prinzen KARL ein, der 1930 seinen Sohn als KARL II. (1930-40) ablöste; er regierte mit rasch wechselnden Regierungen, meist getragen von der Bauernpartei (MinPräs.: MANIU, 1928-30, 1932-33; A. VAIDA-VOIEVOD, 1932, 1933) oder der Nationalliberalen Partei (MinPräs. : GHEORGHE DUCA, 1933; G. TATARESCU, 1934-37). Als Mitte der 30er Jahre rechtsgerichtete Parteien, v.a. die Eiserne Garde (C. CODREANU), an politischem Gewicht gewannen, errichtete KARL II. im Febr. 1938 ein diktatorisches Regierungs-System ("Königsdiktatur"): Außerkraftsetzung der Verfassung von 1923, Auflösung aller Parteien, Gründung einer Staatspartei. Gleichzeitig betrieb die Regierung eine wirtschaftliche Annäherung an Deutschland bei Aufrechterhaltung der bisherigen Bündnispolitik. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges (Sept.1939) bewahrte Rumänien zunächst strikte Neutralität und leistete dem verbündeten Polen keine Hilfe. Ein sowjetisches Ultimatum vom 26.6.1940 erzwang aber die sofortige Abtretung von Bessarabien und der N-Bukowina und beschleunigte den von KARL II. vorbereiteten Anschluß an die Achsenmächte: Der Zweite Wiener Schiedsspruch (30.8.1940) nahm Rumänien auch N-Siebenbürgen und löste innenpolitisch, v.a. unter dem Druck des Generals I. ANTONESCU, die Abdankung KARLS II. am 6.9.1940 aus, dessen Sohn MICHAEL wieder den Thron bestieg; die tatsächliche Regierungsgewalt besaß aber der zum "Staatsführer" ("Conducatorul") ausgerufene ANTONESCU. Dieser führte nach vorübergehender Zusammenarbeit mit der Eisernen Garde Rumänien in ein enges Bündnis mit Deutschland. (Beitritt zum Dreimächtepakt) und in den Krieg gegen die UdSSR, in dem Rumänien im Juli 1941 Bessarabien und die N-Bukowina zurückgewann. Die Niederlage der rumänischen Armee in der Ukraine 1942/43 erschütterte das Bündnis. Als die Front 1944 rumänisches Gebiet erreichte, kam es am 23.8.1944 zum Umsturz und zum Frontwechsel. König MICHAEL ließ ANTONESCU verhaften und setzte eine Koalitions-Regierung unter Beteiligung der Kommunisten ein. Die Rote Armee besetzte alsbald ganz Rumänien; im Waffenstillstand vom 12.9.1944 mußte Rumänien die erneute Abtretung Bessarabiens und der N-Bukowina und die Beteiligung am Krieg auf sowjetischer Seite zugestehen. Die Volksdemokratie (1945-89): Unter sowjetischer Vorherrschaft erfolgte eine rasche Umgestaltung zur "Volksdemokratie"; am 6.3.1945 wurde MICHAEL gezwungen, die Regierung unter P. GROZA (1945-52) einzusetzen, die weitgehend von der rumänischen KP beherrscht wurde. Im März 1945 wurde eine Agrarreform verkündet (die Kollektivierung der Landwirtschaft aber erst im März 1962 abgeschlossen). 1948 verstaatlichte die Regierung u.a. Banken und Fabriken und begann den Ausbau der Schwerindustrie. Nach Ausschaltung aller oppositionellen Kräfte 1946-47 (u.a. Prozeß gegen MANIU) setzte sich die Rumänische Arbeiterpartei (auf Betreiben der KP geschlossene Vereinigung mit der Sozialdemokratie) als alleinige Führungsmacht durch. Die erzwungene Abdankung des Königs und die Ausrufung der Volks-Republik (30.12.1947) sowie ein sowjetisch-rumänischer Vertrag (4.2.1948) besiegelten die Eingliederung Rumäniens (Gründungs-Mitglied des Kominform) in den Machtbereich der UdSSR. 1949 schloß sich das Land dem RGW, 1955 dem Warschauer Pakt an. Nach Gründung der VR Rumänien verfolgte GeneralSekretär G. GHEORGHIU-DEJ zunächst einen streng auf die UdSSR ausgerichteten Kurs. Nach 1960 leitete er eine auf größere Selbständigkeit von der UdSSR bedachte Politik ein. Sein Nachfolger N. CEAUSESCU setzte diese Linie verstärkt fort. Im Innern entwickelte er die Alleinherrschaft seiner Partei seit den 70er Jahren zu einer persönlichen Diktatur über Partei und Staat, in die er immer stärker Mitglieder seiner Familie, besonders seine Frau ELENA einbezog. Die Geheimpolizei Securitate baute er zu einem persönlichen Unterdrückungsinstrument aus. In der Außenpolitik suchte CEAUSESCU die Unabhängigkeit seines Landes zu demonstrieren. Er wandte sich gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei (1968), hob immer wieder die Unabhängigkeit seiner Partei im sowjetisch-chinesischen Konflikt hervor, suchte im Nahostkonflikt u.a. zwischen Israel und ägypten zu vermitteln (1977) und wandte sich gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan (1980). Vor dem Hintergrund einer sich steigernden Versorgungskrise verschärfte CEAUSESCU seinen diktatorischen Kurs; er lehnte zugleich den von M. S. GORBATSCHOW seit 1985 in der UdSSR eingeleiteten Reformkurs für Rumänien ab. Internationale Organisationen (u.a. Europarat, Amnesty International, UNO-Menschenrechtskommission) sowie westliche Staaten (u.a. USA) kritisierten immer nachhaltiger die Verletzung von Menschenrechten in Rumänien. Im Rahmen eines "Siedlungsbereinigungsprogramms" (Einebnung von 7'000 von 13'000 Dörfern zur Gewinnung von Grund und Boden für Agrozentren) suchte CEAUSESCU ohne Rücksicht auf die Menschen und ihre Kulturtraditionen die Industrialisierung der Landwirtschaft voranzutreiben. Da diese Politik auch Dorfgemeinschaften der magyarischen Minderheit betraf, kam es zu Spannungen mit Ungarn. Mit Demonstrationen in Temesvar (16.12.1989) begann auch in Rumänien eine Volkserhebung, in deren Verlauf sich die Armee auf die Seite der Protestbewegung stellte. In Bukarest kam es zu Straßenkämpfen zwischen Armeeinheiten und der Securitate. Der am 22.12.1989 gestürzte CEAUSESCU und seine Frau wurden auf der Flucht verhaftet, am 25.12.1989 von einem Militärgericht zum Tod verurteilt und von einem Erschießungskommando hingerichtet. Als neue Regierung bildete sich eine "Front der Nationalen Rettung" (FSN), die am 26.12.1989 I. ILIESCU zum Staatspräsidenten ernannte. Rumänien unter der Herrschaft des FSN: Bei den ersten freien Wahlen seit 53 Jahren am 20.5.1990 wurde ILIESCU als Kandidat des FSN mit 85,5% der Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt; der FSN wurde die stärkste politische Gruppe im Parlament. KUNST Unter den Kunstlandschaften des heutigen Rumänien sind, bedingt durch die historische Entwicklung, Moldau und Walachei diejenigen, die die rumänische Kunst am reinsten repräsentieren. Siebenbürgen stand schon im Mittelalter in lebhaftem Kontakt mit Mitteleuropa, während die beiden anderen Regionen Elemente westlicher Kunst nur punktuell und erst im 18.Jh. verstärkt aufnahmen. Architektur: Walachei und Moldau standen unter byzantinischem Einfluß, der größtenteils über die Athosklöster oder Serbien vermittelt wurde. Die Walachei führte zunächst den Typ der byzantinischen Kreuzkuppelkirche weiter (Fürstenkirche in Curtea de Arges, Mitte des 14.Jh.), übernahm dann den vom Athos stammenden Dreikonchenbau der serbischen Morawa-Schule mit Kuppel auf hohem Tambour und meist einschiffigem und tonnengewölbtem Laienraum. Richtungweisend für diesen Typ war die Klosterkirche Cozia (1382-88). Bei der Bischofskirche in Curtea de Arges (1517 geweiht) treten als nattionale Sonderzüge v.a. die turmartigen Tambourkuppeln, schräggestellte Tambourfenster und eine reiche Bauplastik mit einheimischen, armen. und orientalischen Dekorationsmotiven hervor. Während in der Walachei der kubische Charakter des byzantinischen Grundtypus gewahrt bleibt, ist der gleiche Typ in der Moldau, besonders in der Bukowina, der Gotik im Westen angenähert. Der stark gestreckte Baukörper wird dort von einem einheitlichen Satteldach überdeckt, aus dem die Tambourkuppel turmartig hinausragt. Stützpfeiler, Fenster- und Türrahmungen wurden direkt von der Gotik übernommen (Klosterkirchen Voronel, 1488; Moldovita, 1532; Sucevita, um 1582-84; Dragomirna, 1609 erwähnt; BILD). Wohl in Anlehnung an die Holzarchitektur wurde in der Moldau für Kuppeln eine eigentümliche Konstruktion mit zwei oder mehr übereinandergestaffelten Pendentifs entwickelt, die den Kuppeldurchmesser zunehmend verringern (Heiligkreuzkirche in Patrauti, Kr. Suceava, 1487). Diese "moldauischen Gewölbe" sind bis ins 18.Jh. nachweisbar. Im 17.Jh. wurde der Außenbau oft mit reicher Ornamentik überzogen (Kirche der drei Hierarchen in Jassy, geweiht 1639). Der Brîncoveanustil prägte um die Wende vom 17. zum 18.Jh. Schloß- und Klosteranlagen der Walachei. Im 18.Jh. fanden der europäische Barock (Schloß in Gornesli, 1773-80) und später, v.a. durch Rußland und Polen vermittelt, der Klassizismus (Schloß Ghika in Bukarest, 1822) Eingang in die rumänische Architektur. Im 19.Jh. kam es allmählich zu einem engeren Anschluß an die europäische Entwicklung mit historist. Bauten wie dem Athenäum in Bukarest (1886-88), dem ehemaligen Justizpalast (heute Univ.-Gebäude, 1890) von ION I. SOCOLESCU (* 1859, t 1924) in Craiova, dem Kulturpalast in Jassy (1905-07) von ION D. BERINDEY (* 1871, t 1928) und dem Kasino in Konstanza (1907-10) im Stil der Art nouveau. N. GHICA-BUDESTI, ION MINCU (* 1851, t 1912), GRIGORE CERCHEZ (* 1851, t 1927) und PETRE ANTONESCU (* 1873, t 1965) knüpften bei ihren Bauten an die nationale Tradition an ("rumänischer Stil"). Bedeutende Architekten der Gegenwart sind CEZAR LAZARESCU (* 1924), NICOLAE PORUMBESCU (* 1919) und ALEXANDRU IOTZU. Malerei und Plastik: Wand- und Ikonenmalerei sind nachhaltig der byzantinischen Tradition verpflichtet und nehmen insbesondere serbische Einflüsse auf (Fresken der Fürstenkirche von Curtea de Arges). Im 16.Jh. bildete sich ein eigenes ikonographisches System heraus, das auch auf zeitgenössische Thematik Bezug nimmt. Bezeichnend ist zugleich die Tendenz zu größerer Wirklichkeitsnähe. Ab etwa 1530 wurden nicht nur die Innen-, sondern auch die Außenwände moldauischer Kirchen mit Fresken überzogen (Humor, um 1535; Moldovila, 1537; Voronel, vor 1547). Besonders in der Walachei blühte im 17. und 18.Jh. eine eigenartige, volkstümliche Ikonenkunst. Im 19.Jh. setzte die Europäisierung von Malerei und Plastik ein. Die führenden Maler des 19. Jh. erhielten in Frankreich entscheidende Anregungen (T. AMAN, I. ANDREESCU, N. GRIGORESCU, S. LUCHIAN), ebenso die Vertreter der modernen rumänischen Malerei und Graphik des 20. Jh. . GHEORGHE PETRASCU (* 1872, t 1949), THEODOR PALLADY (* 1871, t 1956), I. ISER, N. TONITZA, D. GHIATA. Für den 1930 nach Paris übersiedelten V. BRAUNER wurde der Surrealismus richtungweisend. Bedeutende Bildhauer sind der aus Deutschland gebürtige KARL STORCK (* 1826, t 1887), STEFAN IONESCU-VALBUDEA (* 1856, t 1890), der zum Klassizismus neigende ION GEORGESCU (* 1856, t 1898), der von A. RODIN beeinflußte D. PACIUREA sowie C. BRANCUSI, der sich 1904 in Paris niederließ und mit abstrakten Plastiken internationales Renommee erlangte. Die dem sozialistischen Realismus (seit 1948) zuzuordnenden Werke zeigen starke expressionistische Züge. Seit den 1960er Jahren arbeiten immer mehr Künstler im Sinn der westeuropäischen Kunstszene. - Die traditionsreiche Volkskunst (Textilkunst, Keramik, Hinterglasmalerei) wird weiterhin gepflegt. Rumänische Literatur: Der geschriebenen rumänische Literatur ging eine umfangreiche Volksdichtung mit einer Vielfalt von Gattungen voraus; Die Liebes- und Klagelyrik, v.a. die Doina sowie die epische Ballade (Miorita), in der Motive aus dem Hirtenleben oder der Geschichte verarbeitet sind, gehört zu ihren bedeutendsten Erscheinungen. Reich entwickelt waren ferner die satirische religiöse und magische Dichtung sowie das Märchen. In dieser lebendigen Tradition blieb die gesamte rumänische Literatur bis in die Gegenwart verwurzelt. Zwei Hauptperioden lassen sich in der Entwicklung der rumänischen Literatur unterscheiden: Während die ältere Periode eine enge Verbundenheit mit der byzantinischen, südslawischen und polnischen Kulturwelt zeigt, vollzieht die moderne, die mit der Einigung der Fürstentümer Moldau und Walachei (1859) begann, die entschiedene Hinwendung zum Westen, v.a. zur französischen Kultur. Die Loslösung vom Osten erfolgte in einer übergangszeit, etwa von 1'800 an, gefördert durch die nähere Berührung mit der neugriechischen und der italienischen Literatur. 16. bis 18. Jahrhundert: Das eigentliche Schriftum setzte im 16.Jh. ein: Das älteste rumänische Schriftstück, ein Brief des Bojaren NEACSU, stammt aus dem Jahr 1521. Dem wachsenden Bestreben nach dem Gebrauch der Volkssprache wirkte jedoch die alte Vorherrschaft des Slawischen in Kirche und Verwaltung entgegen. Die sozialpolitischen Veränderungen (die Förderung des Kleinadels durch die Zentralmacht, das Wachstum der Stadtbevölkerung u.a.) in Verbindung mit konfessionellen Impulsen, v.a. dem von Siebenbürgen ausgehenden Einfluß der lutheranischen Reformbewegung, trugen zur Entstehung der ersten anspruchsvolleren Schriften in rumänischer Sprache bei. Es waren Übersetzungen kirchlicher Texte, drei Psalter und eine Apostelgeschichte. Die Einrichtung von Druckereien in Siebenbürgen und in den Fürstentümern gab der Übersetzertätigkeit neuen Aufschwung. In seiner Kronstädter Werkstatt druckte D. CORESI u.a. den lutherischen Katechismus und die vier Evangelien. Für die Ausbildung der rumänischen Literatursprache war v.a. die erste vollständige, im Auftrag des Fürsten SERBAN CANTACUZINO (1678-88) verfaßte Bibelübersetzung (Bukarest 1688) bedeutsam. Eine weite Verbreitung fanden in dieser Zeit die Volksbücher, die verschiedenartige, z.T. auch im Westen geläufige, über byzantinische und slawische Vermittlung in den rumänischen Sprachraum gelangte Stoffe behandelten. Das beliebteste unter ihnen war die Alexandererzählung "Alexandria". Die späte Blüte, die Geschichten wie "Sindbad der Seefahrer", "Tausendundeine Nacht", "Barlaam und Josaphat" usw., alle Arten von Traum- und Weissagungsbüchern, astrologische Schriften u.a. bei den Rumänen erlebten, wird als eine Verlängerung des westeuropäischen Mitelalters angesehen. Im Lauf des 17. und 18.Jh. drang die rumänische Sprache in alle Zweige der Literatur vor. Literarischen Charakter im eigentlichen Sinn weisen allerdings nur wenige Werke, z.B. die Predigten (1643) von VARLAAM (*um 1590, t1657) und die Verspsalmen des Metropoliten DOSOFTEI (*1624, t1693) von 1673, auf. Den Höhepunkt der altrumänischen Literatur bilden aber die unter dem Einfluß des polnischen Humanismus entstandenen Schriften der moldauischen Chronisten G. URECHE, M. COSTIN und I. NECULCE. In Muntenien entfaltete sich, ebenfalls im 17. Jh., eine form- und stilbewußte Historiographie. Als ihr Hauptvertreter gilt CONSTANTIN CANTACUZINO (*um 1640, t1716). Dem westlichen Geist seiner Zeit ebenbürtig war der moldauische Fürst D. CANTEMIR, der lange Zeit in Konstantinopel lebte, später jedoch - nach einer kurzen und unglücklichen Herrschaft in der Moldau - in Rußland als Freund und Berater PETERS I., D. GR., Asyl fand. Der vielseitige Gelehrte CANTEMIR benutzte zwar das Rumänische nur unregelmäßig, aber seine in dieser Sprache verfaßten Werke, v.a. die als Tierfabel verschlüsselte politische Streitschrift "Istoria ieroglifica" (1705), nehmen dennoch eine einzigartige Stellung ein. Das in der Geschichtsschreibung bereits zutage tretende National und Latinitätsbewußtsein bildete in der 2.Hälfte des 18. und zu Beginn des 19.Jh. die Grundlage für die historischen und philologischen Arbeiten der Siebenbürgischen Schule mit dem Zentrum in Blaj. Die Einführung des lateinischen Alphabets anstelle des kyrillischen blieb eine ihrer unumstrittenen Leistungen. Als einziger unter den Siebenbürger Gelehrten dieser Zeit schuf I. BUDAIDELEANU auch ein bedeutsames Dichtwerk, das kom. Epos aus dem Zigeunerleben "Tiganiada"(hg. 1875- 77). Neue Ideen verbreiteten sich auch jenseits der Karpaten, wo sich die sonst wenig populären Phanarioten als Vermittler erwiesen. Waren anfangs die griechische und italienische Literatur maßgebend, so zeichnete sich bald eine deutliche Orientierung an Frankreich ab. Neben der klassischen Literatur drangen jetzt, z.T. durch französische Flüchtlinge begünstigt, die Gedanken der Aufklärung und der Revolution in die Fürstentümer vor. 19. Jahrhundert: Als eine Zeit des beschleunigten geistigen Wandels erscheint die meist als Prämoderne bezeichnete Periode von 1800 bis 1830. Dem durch den Volksaufstand von 1821 und die Freiheitsbewegungen auf dem Balkan stimulierten Erneuerungsbedürfnis breiterer Bürgerschichten kam eine Flut von übersetzungen, v.a. aus dem Französischen, entgegen. Die bedeutenden Schriftstellerpersönlichkeiten dieser Zeit (u.a. GHEORGHE ASACHI, * 1788, t1869, und I. HEUAOE-RAOULESCU) zeichneten sich in hohem Maß als Organisatoren (als Gründer der ersten rumänischen Zeitschriften, Publizisten, Theaterleiter und Verfasser zahlreicher Übersetzungen und Imitationen) aus. In der Literatur überschnitten sich die Wirkungen verschiedener westlicher Strömungen wie Klassizismus, Aufklärung, Romantik. War die Lyrik bislang v.a. durch Dichter aus der Familie Vacarescu, u.a. IANCU VACARESCU (* 1792, t1863), der als "Vater der rumänischen Poesie" gilt, und COSTACHE CONACHI (* 1778, t1849) vertreten und z.T. dem anakreont. Modell verpflichtet, so brachte nach 1830 eine junge Dichtergeneration (u.a. G. ALEXANDRESCU, D. BOUNTINEANU) neue Themen, Motive und Stimmungen in die rumänische Poesie ein, die an Vorbilder wie Lord BYRON, A. DE LAMARTINE, V. HUGO erinnern. In der Romantik liegt auch der Traditionalismus des Historikers, Politikers und Schriftstellers M. KOGAlNICEANU begründet. Im Umfeld der von ihm herausgegebenen einflußreichen Zeitschrift "Dacia literara", die die Besinnung auf die Werte der eigenen Geschichte und die Annäherung an die Volksdichtung propagierte, wirkten u.a. der Prosaist ALECU RUSSO (* 1819, t 859) und C. NEGRUZZI, der Begründer der modernen rumänischen Novellistik. Aus der Liebe zur Vergangenheit nährte sich das Interesse der jungen Schriftsteller für die Gegenwart; dieses steigerte sich bei den "Achtundvierzigern" (Pasoptisti) zu brennendem Patriotismus und revolutionärem Enthusiasmus (N. BALCESCU). Führende Persönlichkeit der Zeit nach 1850 wurde V. ALECSANORI, Verfasser von formvollendeten Gedichten, erfolgreichen Gesellschaftskomödien und rhetorisch wirksamen Versen nationalpatriotischer Inspiration. Die stärkste bestimmende Kraft im rumänischen Geistesleben des späten 19.Jh. bildete die 1863 gegründete literar. Gesellschaft Junimea. Ihre Mitglieder waren junge, im Ausland gebildete, meistens germanophile Intellektuelle, die für eine qualitative Erneuerung der rumänischen Kultur eintraten. Ihr führender Vertreter, T. L. MAIORESCU, der als Begründer der modernen, ästhetisch fundierten rumänischen Literaturkritik gilt, wurde zum Mentor des literarischen Lebens. Zum weiten Kreis der Junimea-Freunde gehörten zeitweise die bedeutendsten Schriftsteller der Zeit: neben M. EMINESCU der Dramatiker und Novellist I. L. CARAGIALE, der Erzähler I. CREANGA und der Novellist I. SLAVICI, ferner der Gelehrte und Prosaist A. ODOBESCU sowie der Romanschriftsteller D. ZAMFIRESCU. Diesen Persönlichkeiten, unter denen EMINESCU zweifellos die überragende war, verdankt die rumänische Moderne ihren ersten Höhepunkt. Obwohl gefühlsmäßig der Vergangenheit, eigtlich einem mythischen Mittelalter zugewandt, war EMINESCU, wie seine vielseitigen Interessen aufliterarischem, sprachlichem, wissenschaftlichem und politischen Gebiet bezeugen, ein Kind seiner Zeit. Von der Philosophie I. KANTS und v.a. A. SCHOPENHAUERS beeinflußt, brachte er eine pessimistische Weltanschauung in die rumänische Literatur ein. Sein Geniekult, seine Naturliebe sowie u.a. seine großartigen Phantasieentwürfe lassen seine Verwandtschaft mit der deutschen Romantik erkennen. Wesentliche Impulse verdankte er aber auch der rumänischen Volksdichtung. Den epigonalen Tendenzen, die sich in der Nachfolge EMINESCUS abzeichneten, widersetzte sich ganz bewußt A. MACEOONSKI, der in Paris, unter den Parnassiens und den Dichtern des Symbolismus seine Meister suchte. MACEOONSKI galt auch als Gegner der Junimea, die im Herausgeber der Zeitschrift "Contemporanul", dem Literaturtheoretiker und militanten Sozialisten C. DOBROGEANU-GHEREA, bereits einen starken Kontrahenten gefunden hatte. Ein Gegengewicht zu MAIORESCUS Zeitschrift "Convorbiri literare" schuf außerdem der Bukarester Historiker und Linguist B. P. HASDEU, der auch als Belletristikautor hervortrat, durch eigene Zeitschriften. 20. Jahrhundert: Zu Beginn des 20.Jh. traten die um die Zeitschriften "Samanatorul" (hg. von N. IORGA) und "Viata româneasca" (hg. von G. IBRAILEANU) gruppierten Schriftsteller für eine nationalspezifische, vorwiegend dem bäuerlichen Leben zugewandte Literatur ein. Der lebensfrohe, bei einer breiten Leserschaft beliebte G. COSBUC und A. VLAHUTA waren für die Richtung von "Samanatorul" tonangebend: Um sie sammelte sich bald eine Reihe von begabten Schriftstellern, u.a. die Lyriker STEFAN OCTAVIAN IOSIF (* 1875, t 913) und O. GOGA sowie ION ALEXANDRU BRATESCU-VOINESTI (* 1868, t1946), ein Meister der Kurzgeschichte; der prominenteste unter ihnen war M. SADOVEANU. Als "Poporanismus" bezeichnete sich die vom Literaturhistoriker und -kritiker G. IBRAILEANU ins Leben gerufene Bewegung, der u.a. die sozialkritischen, antisentimentalen und antiidyllischen Prosawerke eines G. GALACTION oder I. AGARBICEANU entsprachen. Im Gegensatz zur bodenständigen Dichtung entwickelte sich der Symbolismus, der von dem Literaturhistoriker und Linguisten O. DENSUSIANU gefördert wurde und Werke wie die von I. MINULESCU und G. BACOVIA hervorbrachte, die zum wertvollsten Bestand der rumänischen Moderne gehören. Aus dieser Bewegung, zu der zahlreiche andere Autoren wie STEFAN PETICA (* 1877, t1904), D. ANGHEL u.a. gehörten, gingen auch der spätere Mitbegründer des Dadaismus, T. TZARA, sowie der führende rumänische Avantgardist der 1920er Jahre, I. VINEA, hervor. Die Gegensätzlichkeit einer traditionalistischen und einer fortschrittlichen Grundhaltung lebte nach 1920 bis zum Zweiten Weltkrieg weiter in der Auseinandersetzung zwischen den Schriftstellern der Zeitschrift "Gindirea" (ihr Wortführer war NICHIFOR CRAINIC, * 1889, t1972, dem die betont orthodoxe, zunehmend konservative und schließlich reaktionär-faschist. Ausrichtung der Zeitschrift zuzuschreiben ist) und den vorwiegend in der französischen Kultur verwurzelten, das Modernitätspostulat bejahenden Autoren E. LOVINESCU, CAMIL PETRESCU, VLAOIMIR STREINU (* 1902, t1970), SERBAN CIOCULESCU (* 1902, t1988) u.a. Der Reichtum der Themen und Stilrichtungen sowie die ungewöhnlich hohe Zahl der Persönlichkeiten, die sie vertraten, zeichnen die Periode zwischen den beiden Weltkriegen als Blütezeit der rumänischen Literatur aus. Im Bereich der Prosa wirkten u.a., neben dem bereits berühmten SADOVEANU, L. REBREANU, HORTENSIA PAPADAT-BENGESCU, CAMIL und CEZAR PETRESCU, ANTON HOLBAN (* 1902, t1937), GIB. I. MIHAESCU (* 1894, t1935) sowie der verspätete Decadent M. I. CARAGIAlE, ferner der im Ausland berühmt gewordene P. ISTRATI. Entdeckt wurde jetzt auch die Antiprosa des unbekannt verstorbenen URMUZ. Die Lyrik erreichte durch T. ARGHEZI, L. BLAGA, I. BARBU einen neuen Höhepunkt; bedeutend waren auch I. PILLAT, A. MANIU, DAN BOTTA (* 1907, t1958). Eine Vielzahl von mehr oder weniger kurzlebigen, aber fruchtbaren Avantgardegruppen - sie nannten sich "Konstruktivisten", "Integralisten", "Surrealisten" usw. - entstand. Aus ihren Reihen kamen ILARIE VORONCA (* 1903, t1946), G. BOGZA, STEPHAN ROLL (* 1903, t1974), GHERASIM LUCA (* 1913) u.a. In den 1930er Jahren trat eine selbstbewußte "junge Generation" in Erscheinung. Sie hatte in M. EUAOE, E. IONESCU (frz. EUGENE IONESCO) und E. CIORAN, die bald das Land endgültig verlassen und im Westen zu internationalem Ruhm gelangen sollten, sowie in dem Philosophen CONSTANTIN NOICA (* 1909, t1987) und dem Kunstkritiker PETRU COMARNESCU (* 1905, t1970) ihre glänzendsten Vertreter. Im Bereich der philosophischen Prosa ragten die Werke BLAGAS heraus, der Historiker N. IORGA entfaltete seinerseits eine gigantische Schaffenskraft; durch G. CALINESCU, T. VIANU, MIHAI RALEA (* 1896, t 964), POMPILIU CONSTANTINESCU (* 1901, t1946) u.a. (neben den bereits erwähnten Kritikerpersönlichkeiten) erlebten auch Literaturgeschichte und Literaturkritik ihr "Goldenes Zeitalter". Der Zweite Weltkrieg und die Ausrufung der Volksrepublik (1947) waren für die rumänischen Literatur ein folgenschwerer Einschnitt. Nur ausnahmsweise und meistens um den Preis beträchtlicher Kompromisse konnten die älteren Schriftsteller (SADOVEANU, ARGHEZI, Z. STANCU u.a.) ihre Tätigkeit fortsetzen. Bis etwa 1964 stand die Literatur im Zeichen des sozialistischen Realismus, der allen modernistischen Bestrebungen ein Ende bereitete. Bedeutende Werke schufen, den formalthematischen Zwängen zum Trotz, CAMIL PETRESCU, CALINESCU, M. PREDA, P. DUMITRIU. Auf die vorübergehende Liberalisierung des Geisteslebens Mitte der 60er Jahre, die v.a. in der Lyrik zu einem Wiederanknüpfen an die Traditionen der Zwischenkriegszeit führte, folgte ein neuer Aufschwung sowohl der Dichtung (A. S. DOINAS, M. SORESCU, N. STANESCU, ANA BLANDIANA, * 1942, u.a.) wie auch des Romans (N. BREBAN, FANUS NEAGU, * 1932; ALEXANDRU IVASIUC, * 1933, t1977), der Novelle (S. BANULESCU, A. E. BACONSKY, NICOLAE VELEA, * 1936) und der Kritik (OVID S. CROHMALNICEANU, * 1921; DUMITRIU MICU, * 1928; NICOLAE MANOLESCU, * 1939; ION NEGOITESCU, * 1921, u.a.). Kennzeichnend für die junge Literatur waren die Abkehr vom Politischen, die Phantastik und die ästhetisierende Erprobung neuer Formen und Stile (L. DIMOV, DUMITRIU TEPENEAG, * 1937; DUMITRIU RADU POPESCU, * 1935). In den 70er Jahren zeichnete sich jedoch bereits eine neue Verhärtung des kulturpolitischen Kurses ab, die bald zur brutalen Repression aller nichtdiktaturkonformen äußerungsversuche führte. Zahlreiche Schriftsteller mußten das Land verlassen (P. GOMA, TEPENEAG, NEGOITESCU u.a.). Der allgemein lähmenden Hoffnungslosigkeit wirkten u.a. Autoren wie CONSTANTIN TOIU (* 1923), AUGUSTIN BUZURA (* 1938), SORIN TITEL (* 1935, t 1985), GEORGE BALAITA (* 1935) in der Prosa und ILEANA MALANCIOIU (* 1940), MIRCEA DINESCU (* 1950) in der Poesie entgegen. Beim Sturz des Diktators N. CEAUSESCU (Dez. 1989) waren viele Schriftsteller politisch aktiv; das politische Engagement bleibt ein Hauptmerkmal des gegenwärtigen Literaturlebens in Rumänien. Die neu gewonnene Publikationsfreiheit wird v.a. dazu benutzt, die erschütternden Zeugnisse der kommunistischen Gewaltherrschaft (an erster Stelle Berichte, Tagebücher, Erinnerungen aus dem Gefängnis, z.B. von C. NOICA und NICOLAE STEINHARDT, * 1912, t 985) sowie die unveröffentlicht gebliebenen Werke regimekritischer Autoren (BLAGA) zu veröffentlichen. Vorrangig sind ferner die Mühe um die Wiederherstellung der geistig-Iiterarischen Kontinuität durch die Rehabilitierung von Persönlichkeiten, die den kommunistischen Ideologiezensoren zum Opfer gefallen waren (NAE IONESCU, * 1890, t 1940; MIRCEA VVLCANESCU, * 1904, t1952), sowie das Bestreben, die im Exil entstandene Literatur rumänischer Schriftsteller, sowohl der älteren (ELIADE, CIORAN, DUMITRIU) als auch der jüngeren (GOMA, TEPENEAG), zu reintegrieren. Geschichte der Deutschen in Rumänien von Anneli Ute Gabanyi In den vergangenen knapp sechzig Jahren, seit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, ist in Rumänien ein Kapitel deutscher Siedlungsgeschichte in seiner bisherigen Form zu Ende gegangen. Bei der Volkszählung des Jahres 1930 bekannten sich 745.421 gleich 4,1 Prozent insgesamt von 18.057.028 rumänischen Staatsbürgern zur deutschen Nationalität. Auf dem Territorium Rumäniens, das als Folge der Bestimmungen der nach dem Ersten Weltkrieg geschlossenen sogenannten Pariser Vorortverträge seine Ausdehnung mehr als verdoppelt hatte, lebten damals zwölf deutsche Siedlergruppen: Siebenbürger Sachsen, Banater und Sathmarer Schwaben, Bessarabiendeutsche, Buchenlanddeutsche, Dobrudschadeutsche, Landler, Durlacher, Deutschböhmen, Steyrer, Temeswarer, Zipser. Sie unterschieden sich hinsichtlich ihrer Herkunftsgebiete, dem Zeitpunkt ihrer Einwanderung, ihrer Siedlungsgebiete und ihrer historischen Entwicklung. Bei der letzten Volkszählung vom Januar 1992 wurden in Rumänien nur noch 119.646 Deutsche gezählt. Das entsprach 1,4 Prozent der Gesamtbevölkerung von damals 22.810.035. Die beiden zahlenmäßig wichtigsten noch in Rumänien verbliebenen Siedlergruppen umfassen, zu ungefähr gleichen Teilen, die Siebenbürger Sachsen, die im zentralrumänischen Hochland zwischen den West-, Ost- und Südkarpaten siedeln, und die Banater Schwaben in dem im Westen Rumäniens gelegenen Gebiet, das durch die Flüsse Donau, Theiss und Mieresch sowie durch das Karpatenbergland begrenzt wird. Zur Jahresmitte 1997 war der Anteil der Deutschen in Rumänien weiter gesunken. Ihre Zahl liegt Schätzungen zufolge bei 80.000-90.000 gleich 0,4 Prozent. Die Zahl der Deutschen aus Rumänien, die sich seit 1950 in der Bundesrepublik Deutschland niedergelassen haben, lag zum Ende des Jahres 1997 bei rund 430.000, gleich 12 Prozent aller Vertriebenen und Aussiedler in diesem Zeitraum. Die Deutschen in Rumänien - ein historischer Überblick Die Niederlassung der Siebenbürger Sachsen, der ältesten deutschen Siedler auf dem Territorium des heutigen Rumänien, im "Lande jenseits der Wälder" (terra ultrasilvana), erfolgte im 12. Jahrhundert im Zuge der deutschen Ostkolonisation. Die ersten "deutschen Gäste", die in der Hermannstädter Provinz angesiedelt wurden, folgten dem Ruf des ungarischen Königs Geysa II (1141 - 1161) zum Schutz der Grenzen gegen Mongolen- und Tatareneinfälle und zur wirtschaftlichen Erschließung des Landes. Durch Innenkolonisation und neue Siedlerzüge wurde der den deutschen Kolonisten zugewiesene "Königsboden" besiedelt. Name und Urheimat der Siebenbürger Sachsen - die Bezeichnung "Sachsen (saxones)" geht auf das mittelalterliche ungarische Kanzleideutsch zurück - konnten nicht eindeutig bestimmt werden. Es gilt als gesichert, daß "unsere getreuen deutschen Gastsiedler", wie sie in der 1224 in der ersten erhaltenen Reichsverleihung durch den ungarischen König Andreas II., dem sogenannten "Goldenen Freibrief", genannt wurden, aus dem linksrheinischen fränkischen Raum nach Osten gezogen sind. In dem "Andreanum" sind der besondere Status und die Vorrechte der ersten deutschen Siedlergruppe fixiert, die danach auf fast den gesamten Siedlungsraum der Siebenbürger Sachsen ausgedehnt wurden. Zu ihren wichtigsten Privilegien gehörten die freie Richter- und Pfarrerwahl, die Gerichtsbarkeit nach eigenem Gewohnheitsrecht, Zollfreiheit, freie Märkte etc. Im Gegenzug verpflichteten sich die Kolonisten - Bauern, Handwerker und Bergleute - dem König einen Jahreszins zu entrichten sowie Kriegsdienst zu leisten. Die zum Schutz ihrer Wohnstätten errichteten Wehrkirchen und Kirchenburgen prägen auch heute noch das siebenbürgisch-sächsische Siedlungsgebiet. Als oberstes Verwaltungs- und Rechtsgremium fungierte seit 1486 die "Sächsische Nationsuniversität". Zusammen mit dem seit 1583 geltenden Eigen-Landrecht bildete sie die Basis der spezifischen Form der siebenbürgisch-sächsischen Selbstverwaltung. Zur politischen Selbständigkeit gesellte sich im 16. Jahrhundert dank des geschlossenen Übertritts der Siebenbürger Sachsen zum lutherischen Glauben die Unabhängigkeit ihrer Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses. Seit 1568 herrschte in Siebenbürgen Religionsfreiheit. Volksschulen waren in Siebenbürgen bereits im 14. Jahrhundert belegt, zu Beginn des 16. Jahrhunderts hatte fast jede siebenbürgisch-sächsische Gemeinde ihre Schule. 1541 wurde das erste Gymnasium gegründet, 1722 die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Jahrhundertelang gelang es den Siebenbürger Sachsen allen Kriegswirren und politischen Verwerfungen zum Trotz, die Struktur ihres Gemeinwesens zu bewahren. Erst die 1867 erfolgte Gründung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie brachte das Ende der Existenz der Siebenbürger Sachsen als gleichberechtigte ständische Nation in Siebenbürgen. Mit der Auflösung der Nationsuniversität verloren sie die politische Grundlage ihrer Autonomie. Die Banater Schwaben kamen im 18. Jahrhundert im Zuge einer großangelegten Kolonisierungsaktion, nachdem das sogenannte Banat nach mehr als hundertfünfzigjähriger Türkenherrschaft im Jahre 1716 in eine Provinz des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation umgewandelt worden war. Um das verwüstete, menschenleere Sumpfgebiet wieder urbar zu machen und dort Gewerbe und Handel zu beleben, wurden Bauern, Handwerker, Berg- und Facharbeiter aus dem westlichen Grenzraum des deutschen Sprachraums als Kolonisten angesiedelt. In drei sogenannten "Schwabenzügen" kamen die deutschen Siedler ins Banat. Ungefähr 15.000 bis 20.000 folgten dem Ruf Kaiser Karls VI. in den Jahren 1722 - 1726. Während der Regierungszeit Kaiserin Maria Theresias (1740 - 1780) wurden weitere 22.355 deutsche Siedler dort ansässig. Der Dritte Schwabenzug Kaiser Josefs II. (1780 - 1790) brachte nochmals etwa 30.000 Familien auf den kaiserlichen Kameraldomänen zur Ansiedlung. Banater Schwaben sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ebensowenig "Schwaben" wie die Siebenbürger Sachsen "Sachsen" sind. Der Name geht auf die - im ungarischen Kanzleiidiom übliche - Bezeichnung für die neuzeitlichen deutschen Ansiedler zurück. Die Banater Schwaben stammen vorwiegend aus den linksrheinischen Gebieten Rheinpfalz, Rheinhessen, Trier, Lothringen sowie aus Franken, in geringerer Zahl auch aus Bayern, Schwaben und den österreichischen Alpenländern. Im Laufe der Zeit hat sich bei ihnen die rheinfränkisch-pfälzische Mundart durchgesetzt. Den Siedlern, die hochentwickelte Agrar- und Handwerkstechniken mitbrachten, wurden mehrere Jahre Abgabenfreiheit sowie eine eigene Verwaltung und Gerichtsbarkeit zugestanden. Viele mußten sich erst aus der Erbuntertänigkeit in ihren Herkunftsgebieten loskaufen. Nach der 1778 erfolgten Eingliederung des Banats in den ungarischen Staatsverband gerieten die Schwaben unter Assimilationsdruck seitens der neuen Verwaltung. Anders als die Siebenbürger Sachsen konnten sie nicht auf gewachsene politische Strukturen und eine gefestigte Identität zurückgreifen. Dadurch wurden ihre politischen und geistigen Eliten ihrer Sprache und Tradition stärker entfremdet, als dies bei den Siebenbürger Sachsen nach 1867 der Fall war. Gleichfalls im 18. Jahrhundert wurden im Nordwesten Rumäniens die sogenannten Sathmarer Schwaben von ungarischen Grundherren angesiedelt. Zur Zeit Kaiser Karls VI. und der Kaiserin Maria Theresia, wurden zudem Protestanten aus den österreichischen Erblanden, die sogenannten Landler, zwangsweise in drei auf siebenbürgisch-sächsischem Gebiet gelegene Gemeinden "umgesiedelt", wo sie Brauchtum und Idiom beibehalten haben. Die deutsche Minderheit in Großrumänien 1918 - 1944 Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie votierten Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Jahre 1919 für den Anschluß an das Königreich Rumänien. Der neue rumänische Staat machte nicht alle den Minderheiten gemachten Versprechungen der sogenannten "Karlsburger Beschlüsse" vom 1.12.1918 wahr. Im Zuge der 1921 eingeleiteten rumänischen Agrarreform verloren die Sächsische Nationsuniversität und die Evangelische Kirche große Teile ihres Grundbesitzes. Der den Minderheiten zugesagte muttersprachliche Unterricht wurde durch die Einführung rumänisch-sprachiger Pflichtfächer reduziert, der Zugang nichtrumänischer Studenten zu den Universitäten erschwert. Versuche der rumänischen Regierung, den "numerus clausus valachicus" auch in der Wirtschaft einzuführen, scheiterten am Einspruch des Völkerbundes. Dank der vergleichsweise demokratischen politischen Rahmenbedingungen - eine politische Vertretung im Parlament, eine freie Presse - war es der deutschen Minderheit jedoch möglich, ihre Rechte einzufordern und gegebenenfalls zu verteidigen. Nach dem Ersten Weltkrieg gewannen analog zum Aufstieg autoritärer, nationalistischer Regime in Europa auch innerhalb der Rumäniendeutschen Anhänger nationalsozialistischer "Erneuerungsbewegungen" Zustrom, doch erst das Einschwenken der rumänischen Außenpolitik auf die Linie der Achsenmächte eröffnete Berlin die Möglichkeit, die Politik der Rumäniendeutschen umfassend auf das Dritte Reich auszurichten. Am 20. November 1940 erließ die rumänische Regierung unter General Ion Antonescu ein Gesetz, welches der "Deutschen Volksgruppe in Rumänien", der automatisch alle in Rumänien lebenden Deutschen zugerechnet wurden, den Status einer juristischen Person zuerkannte. Durch diese "einseitige politische Festlegung" verband die Deutschen Rumäniens "auf Gedeih und Verderb mit dem Geschick des nationalsozialistischen Reiches, dessen Katastrophe daher auch ihr zum Verhängnis werden mußte." Der Anfang vom Ende: Krieg, Flucht, Verfolgung, Diskriminierung Die vom nationalsozialistischen Regime in Hitlerdeutschland provozierte Katastrophe, die die deutsche Minderheit in Rumänien in Form von Zwangsaussiedlung, Krieg, Flucht und kollektiver Verfolgung erfaßte, bedeutete den Anfang vom Ende der Existenz der Deutschen in Rumänien. * Im Anschluß an den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 wurde Deutsche aus den Gebieten Nordbukowina, Bessarabien und von Herña, die von Hitler in einem geheimen Zusatzprotokoll der sowjetischen Einflußsphäre zugesprochen worden waren, in das damalige Reichsgebiet überführt. Danach vereinbarte Berlin mit der rumänischen Führung auch die Umsiedlung der Deutschen aus der Südbukowina, der Dobrudscha und dem rumänischen Altreich - insgesamt 214.630 Personen. Mit dem Anschluß Nordsiebenbürgens an Ungarn aufgrund des sogenannten Zweiten Wiener Schiedsspruchs vom 30. 8.1940 wurden 70.000 Deutsche zu ungarischen Staatsangehörigen. * Im Februar 1942 bzw. im Mai 1943 schloß Deutschland Abkommen mit Ungarn bzw. Rumänien, wonach die wehrfähigen Deutschen aus Nord- und Südsiebenbürgen zur Waffen-SS eingezogen wurden. Weitere Männer wurden in Einheiten der Wehrmacht, der Organisation Todt sowie in der deutschen Rüstungsindustrie eingesetzt. Rund 15 Prozent von ihnen fielen im Krieg. Von den Überlebenden konnten nur wenige Tausend nach Rumänien zurückkehren, wo sie verhaftet und zum Teil jahrelang in Gefangenschaft festgehalten wurden. * Nach dem am 23. August 1944 vollzogenen Frontwechsel Rumäniens entstand für die auf rumänischem Staatsgebiet lebenden Deutschen eine völlig neue Lage von weitreichender, schicksalhafter Bedeutung. Allein die Deutschen aus dem ungarisch verwalteten Nordsiebenbürgen sowie aus Teilen des Banats konnten bis zum Jahresende 1944 evakuiert werden, viele flüchteten. * Für die in Rumänien Zurückgebliebenen begannen Jahre der Entrechtung, Verschleppung und Diskriminierung, die ihren Willen, in den alten Siedlungsgebieten auszuharren, entscheidend geschwächt haben. Die von der Sowjetunion eingesetzten Behörden übten Rache an den Deutschen, denen sie eine Kollektivschuld an der "Teilnahme Rumäniens am antisowjetischen Krieg und der Besetzung Rumäniens durch Nazideutschland" zuwiesen. * Im Januar 1945 wurde die arbeitsfähige deutsche Bevölkerung Rumäniens - Männer zwischen 17 und 45 und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren - zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Diese Reparationsverschleppung war von den sowjetischen Besatzern organisiert worden. Rumänische Polizei- und Armeeangehörige wurden an der Durchführung der Aktion beteiligt, nachdem Proteste rumänischer Regierungsvertreter sowie des rumänischen Königs bei den Westallierten erfolglos geblieben waren. Ungefähr 15 Prozent der insgesamt 75.000 Deportierten kamen dabei ums Leben, viele der Heimkehrer wurden aus der Sowjetunion in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands entlassen, andere gelangten in die Westzone bzw. die Bundesrepublik Deutschland sowie nach Österreich. * In den ersten Nachkriegsjahren wurde die deutsche Minderheit in Rumänien in besonderer Weise diskriminiert. Allein die Deutschen verloren alle politischen Rechte; das am 5.2.1945 erlassene Minderheitenstatut, das die Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität postulierte, galt für sie nicht. Zwischen 1946 und 1950 besaßen die Rumäniendeutschen kein Wahlrecht. Durch das Agrarreformgesetz vom 23.3.1945 verloren sie ihren landwirtschaftlichen Grundbesitz sowie ihre Häuser mit lebendem und totem Inventar. Damit wurde den rumäniendeutschen Bauern - im Jahre 1945 machten sie noch 77 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung - ihre selbständige Lebensgrundlage entzogen. Im Jahre 1956 waren nur noch 22 Prozent der Deutschen in der Landwirtschaft tätig. * Nach der Ausrufung der Volksrepublik am 31.12.1947 waren Deutsche ebenso wie die Mehrheitsbevölkerung und die anderen Minderheiten von den Maßnahmen im Zuge des "sozialistischen Aufbauprozesses" betroffen. Mit dem Verstaatlichungsgesetz vom 11. Juni 1948 wurden alle privaten Industrie-, Bank und Gewerbebetriebe Rumäniens in Staatseigentum überführt, im August 1948 wurden die Schulen verstaatlicht - ein schwerer Schlag auch für die Kirchen der Deutschen. * Die geistigen und politischen Eliten der Deutschen wurde nach 1948 ebenso wie die der Rumänien oder Ungarn in Gefängnisse gesperrt oder in Straf- und Arbeitslager verbannt. Im Juni 1951 kam es im Zuge der sowjetisch-jugoslawischen Kontroverse zu einer Umsiedlungsaktion im Banat, bei der auch knapp 10.000 Deutsche - in die südrumänische Tiefebene verschleppt wurden. 1952 wurden zahlreiche Städter, darunter auch Deutsche, aus mehreren großen Städten zwangsevakuiert. Nach dem Tode Stalins trat in Rumänien auch für die deutsche Minderheit eine Wende zum Besseren ein. Die Zwangslager wurden bis 1964 aufgelöst, die innerhalb Rumäniens Deportierten und Evakuierten durften in ihre Wohnorte zurückkehren, ein Teil der enteigneten Häuser und Höfe an die Betroffenen zurückgegeben. Trotz der Rücknahme der einseitig diskriminierenden Maßnahmen war jedoch nicht zu übersehen, daß die Deutschen in Rumänien in ihrer Substanz schwer getroffen waren. Vieles von dem, was seit Kriegsbeginn geschehen war, ließ sich nicht mehr rückgängig machen: die Trennung zahlreicher Familien infolge Krieg, Flucht und Deportation, die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenzgrundlage der Deutschen in Stadt und Land, die soziale Deklassierung, die Zerstörung der gewachsenen dörflichen Gemeinschaften sowie der städtischen Mittelklasse, die Liquidierung eines Teils der rumäniendeutschen Eliten, der Verlust des ethno-kulturellen Identitätsgefühls, die zunehmende Isolierung vom deutschen Sprach- und Kulturraum. Die Rumäniendeutschen waren "vertrieben, jedoch im Vertreibungsland zurückgehalten". Die legale Ausreise aus Rumänien bildete damals aber noch keine realistische Alternative, die Zusammenführung getrennter Familien war bis zum Beginn der 60er Jahre nur in Ausnahmefällen möglich. Von der Familienzusammenführung zur Ausreise In den ersten Jahren nach dem Machtantritt des neuen rumänischen Staats- und Parteichefs im Jahre 1965 machten die begrenzten Liberalisierungsmaßnahmen des Regimes auch vor den Rumäniendeutschen nicht halt. Im Jahre 1968 kam es zur Gründung eines sogenannten "Rat der Werktätigen deutscher Nationalität". Es wurden neue deutsche Zeitungen und Zeitschriften ins Leben gerufen, ein Minderheitenverlag gegründet, deutsche Fernsehsendungen eingeführt, der landeskundlichen Forschung etwas mehr Spielraum gewährt. Die Minderung des innenpolitischen Drucks und die zeitweilige Liberalisierung fand jedoch unter den Deutschen nicht das vom Regime erwünschte positive Echo. Nach der 1967 erfolgten Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Bonn und Bukarest trat für die Rumäniendeutschen das Ziel der Ausreise in den Vordergrund. Diskriminierungen und Sanktionen entmutigten sie nicht, vielmehr bestärkten sie die Deutschen in ihrem Wunsch, Rumänien zu verlassen. Sie setzten auf die Fürsprache der Bundesregierung und auf die Bereitschaft der rumänischen Führung, humanitäre Fragen wie die Zusammenführung getrennter Familien im Einklang mit den bei der Unterzeichnung der KSZE-Schlußakte von 1975 eingegangenen internationalen Verpflichtungen zu lösen. Die deutsche Bundesregierung hatte unter wechselnden Regierungen konsequent an ihrem doppelten Fürsorgeprinzip - Hilfe für die Bleibenden und zugleich Unterstützung für die Ausreisewilligen - festgehalten. Nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen stieg die Zahl deutscher Aussiedler aus Rumänien rasant an - von ungefähr 900 pro Jahr im Zeitraum 1950 - 1967 auf durchschnittlich 3.400 jährlich zwischen 1968 und 1971. Zwischen 1973 und 1977, als das Verfahren bereits in einigermaßen geregelten Bahnen verlief, erreichten die Aussiedlerzahlen durchschnittlich 7.200 Personen pro Jahr an. Anläßlich seines Rumänienbesuchs traf Bundeskanzler Helmut Schmidt mit Rumäniens Staats- und Parteichef Nicolae Ceauşescu eine Vereinbarung, wonach Rumänien sich verpflichtete, jährlich zwischen 12.000 und 16.000 Deutschen die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland zu gestatten. Im Gegenzug sagte der Bundeskanzler die Zahlung eines Pauschalbetrags pro Aussiedler zu. Dieser Betrag stieg von 5.000 DM im Jahre 1978 auf 7.800 DM zum Zeitpunkt der Wende. Seit Beginn der achtziger Jahre verschlechterte sich die Lage der deutschen Minderheit in Rumänien in erheblichem Maße. Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise im Lande sank der Lebensstandard der gesamten Bevölkerung auf das niedrigste Niveau nach Kriegsende. Seitdem die rumänische Führung den Nationalismus der Mehrheitsbevölkerung zur Staatsideologie erhoben hatte, wuchs der Assimilationsdruck auf die Minderheiten. Der Gebrauch der Muttersprache in der Öffentlichkeit wurde eingeschränkt, viele der begrenzten Liberalisierungsmaßnahmen der 60er Jahre im kulturellen und schulischen Bereich zurückgenommen. Die wachsenden Aussiedlerzahlen hatten einen verhängnisvollen Rückkoppelungseffekt zur Folge, der Prozeß entfaltete eine fatale Eigendynamik: Die örtlichen Gemeinschaften zerfielen, sinkende Lehrer- und Schülerzahlen an den deutschen Schulen führten zu einem verschlechterten Unterrichts- und Bildungsangebot auch für jene Rumäniendeutschen, die noch nicht zur Ausreise entschlossen waren. Als die Bürger Rumäniens nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die Freiheit zum Verlassen des Landes erlangten, verließen innerhalb von sechs Monaten 111.150 Deutsche Rumänien. Chancen und Risiken des Verbleibs in Rumänien Wie ist es zu erklären, daß so viele von ihnen den "ungewissen Neubeginn" in der Bundesrepublik Deutschland dem "noch ungewisseren Neubeginn in der Heimat vorzogen"? * An erster Stelle stand zweifellos der lange vor der Revolution von 1989 gefaßte Entschluß von über 80 Prozent der Deutschen, Rumänien zu verlassen. Sie waren nicht bereit, ihre Entscheidung zu überdenken und verließen "fluchtartig, in Panik das Land ". Mißtrauen und mangelndes Vertrauen in die gesicherte Rechtslage in Rumänien prägte das Bewußtsein auch jener Rumäniendeutschen, die ihren Ausreisewunsch hinausschieben mußten, und dies, obwohl in der am 21. November 1991 verabschiedeten neue rumänischen Verfassung die Gleichheit aller Bürger und das Recht der nationalen Minderheiten auf die "Bewahrung, Entwicklung und Äußerung ihrer ethnischen, kulturellen, sprachlichen und religiösen Identität" verankert wurde. Zudem garantiert die Verfassung allen Parteien und Organisationen der nationalen Minderheiten, die bei den Wahlen nicht die für einen Parlamentssitz erforderlichen Stimmen erzielen konnten, de jure je einen Abgeordnetensitz. * Nach ihrem Machtantritt im Dezember 1989 hatte es die neue rumänische Führung nicht an Sympathieerklärungen und beschwörenden Appellen an die Adresse der schwindenden deutschen Minderheit fehlen lassen. Die Deutschen kamen ebenso wie das rumänische Mehrheitsvolk in den Genuß der neu gewährten Presse- und Versammlungsfreiheit. Den 1945 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportierten Deutschen wurden Entschädigungen gewährt. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) konnte sich als echte Interessenvertretung der Rumäniendeutschen etablieren. Es gelang bei den bisher abgehaltenen Parlamentswahlen, einen Abgeordneten ins das Abgeordnetenhaus zu entsenden. * Die aus den Parlamentswahlen vom November 1996 hervorgegangene Koalitionsregierung aus Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen, an der auch die Vertretung der ungarischen Minderheit beteiligt ist, setzte in der Geschichte Rumäniens qualitativ neue Standards. Der rumänische Außenminister entschuldigte sich öffentlich für die in kommunistischer Zeit zu Lasten der Deutschen begangenen Verbrechen. Erstmals nimmt ein Vertreter der deutschen Minderheit das Amt eines Staatssekretärs in dem unmittelbar beim Amt des Premierministers angesiedelten Minderheitendepartement wahr. Es wurde ein interministerieller Rat zum Schutz der Minderheiten gegründet; ein Minderheitenrat vertritt die Interessen der nichtpolitischen Minderheitenorganisationen. Seit 1989 wurden wichtige Entscheidungen zugunsten der Minderheiten und insbesondere der (zwischen 1948 und 1955 einseitig diskriminierten) Deutschen getroffen: Die Entschädigungen für die Deportierten wurden erhöht, ihre Rechte ausgeweitet; die spezielle Diskriminierung der Deutschen bei der Bodenreform von 1945 wurde bei der Novellierung des 1991 erlassenen Bodengesetzes berücksichtigt; in Ortschaften mit mehr als 20 Prozent Minderheitenbevölkerung wurde der Gebrauch der Muttersprache vorgeschrieben, auch wurden dort Ortsschilder in der Sprache der Minderheiten wurde verfügt; die deutsche Minderheit erhielt im Vorgriff auf die endgültige Lösung der Restitutionsfrage drei Gebäude zurück. * In der Praxis herrscht jedoch noch immer ein erhebliches Maß an Rechtsunsicherheit. Jene Deutschen, die im Vertrauen auf eine liberalere Wirtschaftsgesetzgebung in Siebenbürgen einen Neuanfang wagen wollen, haben nicht selten mit Behördenwillkür und Korruption zu kämpfen. Die marktwirtschaftlichen Reformen schreiten langsamer voran als erwartet, die Wirtschaft stagniert, westliche Investitionen fließen zäh. Die sozialen Härten des Tranformationsprozesses, steigende Kriminalitätsziffern und nationalistische Ausschreitungen tun ein übriges. Bundesregierung für Stabilisierung der Deutschen in Rumänien Vordringliches Ziel der Politik der Bundesrepublik Deutschland nach der Wende ist die Stabilisierung der deutschen Minderheit in Rumänien. Der Weg dazu führt über die Verbesserung der diplomatischen Rahmenbedingungen in den bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Rumänien sowie über ein weitverzweigtes Netz vielfältiger materieller Hilfeleistungen. So wurden aufgrund der am 21.4.1992 erfolgten Unterzeichnung des Vertrags über Freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien die rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen für das künftige Überleben der deutschen Minderheit in Rumänien verbessert. In Zusammenarbeit mit der rumänischen Regierung wurden Programme verabschiedet, die es ermöglichen sollen, den Bestand der deutschen Minderheit zu sichern und sie bei der Neugestaltung ihres gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu unterstützen. Förderprogramme im Bereich der Landwirtschaft und zur Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben sollen Unternehmern Starthilfen gewähren. Es wurden medizinische und soziale Hilfsprogramme eingeleitet, Maßnahmen zur Ausbildungsförderung und zur Sicherung des kulturellen Erbes etc. in Angriff genommen. Allein in den ersten fünf Jahren nach der Wende betrug die von der Bundesregierung geleisteten Hilfen für die deutsche Minderheit in Rumänien 122 Millionen DM. Die noch in Rumänien verbliebenen Deutschen und ihre politischen Vertreter haben zudem auch eigene Vorstellungen von den Rahmenbedingungen, die ihre Fortexistenz in Rumänien zudem positiv beeinflussen könnten. Hierzu gehören die Stabilisierung des sicherheitspolitischen Umfeldes Rumäniens, eine größere Freizügigkeit in Schengen-Europa, verbesserte Arbeitsmöglichkeiten für Rumäniendeutsche in der Bundesrepublik Deutschland sowie ein breiteres Angebot an Studienmöglichkeiten für rumäniendeutsche Studenten an Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland. Wiederholt wurde der Wunsch nach gesetzlichen Maßnahmen seitens der Bundesregierung geäußert, die es potentiellen deutschen Rückkehrern nach Rumänien gestatten würden, ihre deutsche Rente auf Dauer zu behalten, wenn sie neben der deutschen Staatsangehörigkeit auch die rumänische wieder annähmen. Fortbestand unter gewandelten Bedingungen Die Gemeinschaft der Deutschen ist nicht nur infolge der Auswanderung geschrumpft, sondern auch durch die natürliche Bevölkerungsbewegung. Nach dem Dezember 1989 waren vor allem die Jungen massiv ausgewandert. Entsprechend hoch ist das Durchschnittsalter der noch Verbliebenen, die Sterbeziffern betragen das Dreifache der Geburtenziffern. Die Gründe, die Rumäniendeutsche zum Verzicht auf die Aussiedlung in die Bundesrepublik Deutschland bewegen, sind unterschiedlicher Art. Einige bleiben, weil sie sich in ihrer Eigenschaft als Pfarrer, Lehrer, Schriftsteller oder Wissenschaftler moralisch zum Bleiben verpflichtet sehen. Andere harren aus, weil sie Angehörige, die nicht mehr ausreisen wollen oder können, nicht im Stich lassen wollten. In Kreisen der Evangelischen Kirche in Siebenbürgen geht man davon aus, daß es sich bei den Siebenbürgern, die nicht auswandern werden, vornehmlich um "Alte und Behinderte, also sozial und physisch Schwache" handelt. Zur Kategorie jener, die ihre Ausreise herauszögern, gehören auch Vertreter der mittleren Altersgeneration, die nicht bereit sind oder sich nicht in der Lage fühlen, in der Bundesrepublik einen beruflichen Neuanfang zu wagen. Doch auch viele der zum Bleiben Entschlossenen haben, sofern dies möglich war, vorsorglich einen Antrag auf Einreise in die Bundesrepublik gestellt. Zu einer relevanten Rückwanderungsbewegung ist es seit 1989 nicht gekommen. Zwischen 1947 und 1957 meldeten sich bei der einschlägigen Interessengemeinschaft "Arche Noah" in Hermannstadt nur 63 Interessenten, zu 75 Prozent Personen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, die nach der Wende in die Bundesrepublik ausgesiedelt waren und dort den beruflichen und sozialen Anschluß nicht gefunden hatten. Entscheidend für den Fortbestand der deutschen Minderheit wird letztlich die Fähigkeit der Rumäniendeutschen sein, ihre Identität zu wahren und sie in einem Europa der Vaterländer und der Regionen neu zu definieren. auch die Institutionen der Rumäniendeutschen müssen sich der Lage nach dem Massenexodus der 90er Jahre den neuen politischen Rahmenbedingungen anpassen. Dies gilt auch und nicht zuletzt für die traditionellen institutionellen Grundpfeiler der Minderheitenexistenz der Deutschen in Rumänien. Als ein Symbol dieses neuen Zusammenlebens mag man die traditionellen "Nachbarschaften" der Siebenbürger Sachsen und Landler ansehen, die sich mancherorts - beispielsweise in dem Dorfe Großau (Cristian) - zu Formen des gemeinschaftlichen, multiethnischen Zusammenlebens gewandelt haben. Die Lage der deutschen Schulen in Rumänien hat sich seit dem Dezember 1989 grundlegend gewandelt. Inzwischen sind sie zu "Begegnungsschulen" für Kinder deutscher, rumänischer und ungarischer Herkunft und damit längst zu einer Mischform zwischen fremd- und muttersprachlicher Schule geworden. Zur Zeit gehören über 90 Prozent der Schüler an deutschen Schulen nicht der deutschen Minderheit an. Gefahr für den Fortbestand deutscher Kindergärten und Schulklassen geht primär von dem endemischen Mangel an deutschen Lehrkräften aus. Auch die Kirchen - die Evangelische Kirche (A.B.) für die Siebenbürger Sachsen und die Katholische Kirche für die Banater und Sathmarer Schwaben - müssen sich neuen Herausforderungen stellen und neuen Aufgaben zuwenden. Sie wollen "denen helfen, die bleiben müssen und denen, die bleiben wollen, daß sie hier unter menschenwürdigen Verhältnissen leben können." Gläubige und Pfarrer der Evangelischen Kirche (A.B.) müssen von der bisher geltenden Vorstellung einer ethnisch und sprachlich deutschen Kirche Abschied nehmen. Aufbau und Organisation müssen den Bedingungen einer "Diasporakirche" angepaßt werden. Es gelte, so ihr Bischof Christoph Klein, sich auf die traditionelle Rolle der "Volkskirche" im Sinne einer "Kirche für das Volk" zu besinnen, die "seit jeher Motor des wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Siebenbürger Sachsen" gespielt habe. Evangelische und katholische Geistliche schalteten sich aktiv in den Prozeß der praktischen Umsetzung des Bodengesetzes ein und wirkten an der Gründung und dem Ausbau landwirtschaftlicher Genossenschaftsvereine mit. Angesichts der durch die Aussiedlung entstandenen Alters- und Sozialstrukturen der Deutschen tritt die kirchliche Diakonie zunehmend in den Vordergrund. Zu den wichtigen neuen Funktionen der gehört die Sicherung wertvollen Kulturguts und der Kirchenarchive. Aufgelassene Kirchen werden anderen Konfessionen überlassen, leerstehende Pfarrhäuser in Begegnungszentren umfunktioniert. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Abhaltung des - nach der Wende an den Schulen zugelassenen - Religionsunterrichts. Sinkende Akzeptanz in der Bundesrepublik Deutschland Im Januar 1990, wenige Wochen nach dem Sturz Ceauşescus, hatte der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher in Siebenbürgen erklärt, die Rumäniendeutschen müssten nicht befürchten, daß die Bundesrepublik angesichts der neuen Lage ihre Tore für aussiedlungswillige Deutsche aus Rumänien schließen werde. Ihre Furcht davor, daß das nunmehr geöffnete Tor in die Bundesrepublik Deutschland von innen her wieder geschlossen werden könnte, war jedoch stärker. Innerhalb eines halben Jahres entschlossen sich über 100.000 von ihnen zur Ausreise "für alle Fälle". Die Bundesregierung sah sich bald gezwungen, Dämme gegen die neue Ausreiseflut der Deutschen aus den ehemals kommunistischen Ländern zu errichten. Seit Mitte des Jahres 1990 wurde eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, die Einreise dieser Personengruppe in die Bundesrepublik zahlenmäßig zu beschränken. So wurden die Aufnahmebestimmungen für Aussiedler verschärft, ihre Freizügigkeit auf dem Territorium der Bundesrepublik befristet eingeschränkt, Eingliederungshilfen und Renten gekürzt. Diese Maßnahmen haben nicht nur unter den in Rumänien verbliebenen Deutschen, sondern auch unter den in der Bundesrepublik Deutschland lebenden deutschen Aussiedlern aus Rumänien Besorgnis und Enttäuschung hervorgerufen. Von einer "neuerlichen Enteignung" und von Behandlung der Aussiedler als "Deutsche zweiter Klasse" ist die Rede. Landsmannschaftliche Vertreter der Rumäniendeutschen werfen der Bundesregierung eine unangemessene Benachteiligung der Spätaussiedler aus dem südosteuropäischen Raum vor. Sie fordern die politisch Verantwortlichen auf, ihrer Schutz- und Obhutspflicht gemäß Artikel 116 des Grundgesetzes nachzukommen, die Aussiedlung der noch in Rumänien verbliebenen Landsleute unter den gleichen Bedingungen wie in der Vergangenheit zu gewährleisten und die Landsmannschaft bei ihrem verfassungsrechtlichen Vorgehen gegen benachteiligende Gesetze wie das Fremdrentengesetz zu unterstützen. Anneli Ute Gabanyi (Quelle: Informationen zur politischen Bildung, Heft 267 "Aussiedler") [zum Inhaltsverzeichnis] Siebenbürger Sachsen, Teil des deutschen Volkes Tartlauer Kirchenburg in Siebenbürgen, Rumänien Die Tartlauer Kirchenburg als eine von ursprünglich rund 250 siebenbürgischen Kirchenburgen steht für eine der großen kulturhistorischen Leistungen der Siebenbürger Sachsen. Diese Bauwerke sind Zeugnisse des jahrhundertealten, insgesamt erfolgreichen Behauptungswillens gegen vielfach zu bestehende Widrigkeiten, insbesondere gegen die Überfälle der Türken vom 14. bis 17. Jh. Ihre Bauweise läßt ebenso wie die sonstigen Grundlagen des Gemeinwesens der Siebenbürger Sachsen deutlich erkennen, daß die Siebenbürger Sachsen aus Deutschland stammen und über Jahrhunderte Deutsche geblieben sind. Im 12. Jahrhundert folgten deutsche Siedler (vorwiegend aus dem Rhein-Mosel- Luxemburg-Gebiet) dem Ruf des ungarischen Königs Geisa II. (1141-1161) in den Karpatenbogen. Dort fanden sie Heimstätte und schufen in 850 Jahren eine blühende Kulturlandschaft. Im "Goldenen Freibrief" von König Andreas II. (1224) wurden ihnen Rechte verliehen, die ihre Freiheit und ihre Lebensgrundlagen sicherten. In Siebenbürgen, das sie gegen den Ansturm verschiedener Eindringlinge - Tataren, Türken - verteidigten, bauten sie ein Frühform eines republikanisch-demokratischen Gemeinwesens auf. Die Vermittlung hochentwickelter Agrartechnik und deutschen Zunftwesens, geschlossenes Übertreten zur Reformation Luthers (1547 - Reformator Johannes Honterus), friedliches Zusammenleben mit den anderen in Siebenbürgen lebenden Völkern (Rumänen, Ungarn, Seklern, Zigeunern, Juden ...), strikt eingehaltenes Toleranzgebot, Loyalität gegenüber der jeweiligen Landesherrschaft (bis 1526 Königreich Ungarn, ab 1689 Habsburgisches Kaiserreich, ab 1867 Österreich-Ungarn, ab 1918 Königreich Rumänien, nach 1945/47 das kommunistische Rumänien, ab 1989 Republik Rumänien), herausragende Leistungen im Bereich Bildung und Wissenschaft (z.B. frühe Einführung von Volksschulen, Hermann Oberth - "Vater" der Weltraumfahrt) u.a.m. - kennzeichnen ihr fruchtbares Wirken. Die Enteignung, Entrechtung, Deportation im Gefolge der Kriege und Wirren des 20. Jahrhunderts, der unaufhaltsame Angriff auf ihre Sprache und deutsche Identität - besonders durch die kommunistische Ceausescu-Diktatur - haben die Siebenbürger Sachsen ihrer Heimat entfremdet und den Drang nach Rückkehr in die deutsche Urheimat als Ausweg aus der Unfreiheit verstärkt. Besonders die Aussiedlung der letzten Jahrzehnte hat sie vor der unausweichlichen Romanisierung und damit ihrem Niedergang als siebenbürgisch-sächsische und somit deutsche Gemeinschaft gerettet. Die Siebenbürger Sachsen sind als Aussiedler dankbar dafür, als freie Deutsche hier in Deutschland an freiheitlicher Demokratie und am Wohlstand teilhaben zu dürfen. Sie bejahen die Einigung Europas. Die heute nahezu 100 Kirchenburgen in gutem und z.T. in sehr gutem Zustand bleiben nach der "Heimkehr" der Siebenbürger Sachsen als Treuhandeigentum der Weltkultur und dem Bewußtsein der Europäer anvertraut. Guten Morgen! Buna dimineata! Guten Tag! Buna ziua! Guten Abend! Buna seara! Gute Nacht! Noapte buna! Danke! Multumesc! Bitte! Va rog! Guten Appetit! Pofta buna! Zum Wohl! Noroc! Auf Wiedersehen! La revedere! Ein Einzel- /Doppelzimmer O camerta single/dubla Frühstück Mic dejun Was kostet ? ? Cât costa ... ? Wie viel Uhr ist es? Cât e ceasul? Wo befindet sich ?? Unde este ? ? Wann ? Când? Bier Bere Wein Vin (Stilles) Wasser Apa (plata) 100 % Rumänische Essen und Getränke: * Tuica Pflaumen- oder Früchteschnaps (als Aperitiv) * Zacusca Vegetarisches Brotaufstrich * Ciorba de vacuta Rindfleischsuppe mit viel Gemüse * Ciorba de burta Kuttelnsuppe * Ciorba de perisoare Fleischknödelsupper * Sarmale Gehacktes Fleisch in Sauerkraut gewickelt, serviert mit Polenta * Ghiveci Gemüseauflauf * Mititei oder Mici Gegrillte Fleischröllchen * Tochitura Fleischgeschnetzeltes auf bauerischer Art * Pui la ceaun Hänchen auf Rumänischer Art fritiert * Papanasi Spezielle rumänische Süssspeise Die bekanntesten Weissweine sind von Murfatlar, Jidvei, Recas oder Cotnari. Der beste Rotwein kommt aus der Region Dealu Mare (Südkarpaten). Die Küche Rumäniens Wenn es Noroc und pofta buna heißt, dann schlägt die Stunde der einheimischen kulinarischen Spezialitäten mit Geschmack, die bestens geeignet sind gegen jede Art von Diät. Manch einer ist überrascht, daß in Rumänien Tomaten noch nach Tomaten schmecken. Gemüse haben tatsächlich ihren Eigengeschmack. Wer einmal lapte batut zum Frühstück hatte, erinnert sich vielleicht noch, wie so etwas früher auch bei uns geschmeckt hat. Die Gans darf noch durchs Gras watscheln, das Huhn kommt nicht aus der Käfighaltung, und die nicht genormten Eier haben Ei-gengeschmack. Die Küche kultiviert mehr und mehr die Stärken der rumänischen Spezialitäten: Die vielen Suppen, die man besser Eintöpfe nennen sollte, haben auf der Speisekarte noch ihren Stellenwert: Gemüsesuppe, Bohnensuppe, Rindfleisch- und Hühnersuppe, Kuttelsuppe. Unter den Hauptspeisen sind Sarmale, Tochitura, Wild als Braten, Musaka, mit Kalbfleisch gefüllte Paprika und viele weitere, auch regionale Spezialitäten nicht zu verachten. Häufig begleitet von dem in Rumänien so beliebten Maisbrei, Mamaliga oder Mamaliguta genannt. Nicht zu vergessen Tuica, Horinca, Palinka, Affinat und andere Schnäpse, die immer von einem nur dem Wirt oder Gastgeber bekannten Privatbrenner stammen, der nach einem alten, im engsten Familienkreis gehüteten Geheimrezept seine Erzeugnisse brennt ? nur erkennbar an der Originalabfüllung in Fanta- und Pepsi- oder anderen Qualität signalisierenden Plastikflaschen. Und kosten muß man natürlich auch die oftmals wirklich wunderbaren Rot- und Weißweine aus den vielen Anbaugebieten, die übrigens fast exakt auf dem gleichen Breitengrad liegen wie die von Piemont und Bordeaux. Die unvermeidlichen internationalen Standard-Rebsorten wie Sauvignon blanc, Chardonnay, Riesling, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot noir, bringen hervorragende Weine hervor, denn sie werden nach modernsten Regeln des Weinbaus und der Kellerwirtschaft ausgebaut. Doch wer die wahre Weinseele des Landes kennen lernen will, der sollte nach den autochthonen Gewächsen fragen wie Feteasca Regala, Feteasca Alba, Feteasca Neagra, Babeasca Neagra, Tamaioasa Romaneasca oder Grasa de Cotnari, um nur einige wenige der über 60 einheimischen Traubensorten zu nennen. Es lohnt sich, zu insistieren, denn von der Bedienung werden diese heimischen Sorten meist verheimlicht, da man sich mit den internationalen gern ein internationales Flair geben will. Nicht selten wird es geschehen daß man sich selbst als Fremder einreihen darf oder muß bei einem der vielen kirchlichen oder jahreszeitlichen privaten, fast immer öffentlichen Feste und Feiern, sei es eine Hochzeit oder eine Taufe nach orthodoxem Ritus, die nichts zu tun hat mit dem unseren Drei Tropfen Wasser aufs Haupt und einem Taufspruch fürs Leben. In der orthodoxen Kirche dauert die Zeremonie ganze zwei Stunden im Stehen, wobei dem unbedarften Westler das Herz stehen bleibt, wenn der Priester den Täufling gleich drei Mal völlig untertaucht. Entschädigt wird man dann im Anschluß durch einen Schnelldurchgang quer durch die Küche der Region, der durch viel Tuica, Wein und Musik begleitet wird und nicht unter sechs Stunden dauert. Deutsch * Alba Iulia (Karlsburg) * Arad * Baia Mare * Bistrita (Bistritz) * Brasov (Kronstadt) * Bukarest * Cluj-Napoca (Klausenburg) * Constanta (Constanza) * Craiova * Iasi * Mamaia * Medias * Oradea * Satu Mare * Sebes * Sibiu - europ. Kulturhauptstadt * Sighetu Marmatiei * Sighisoara (Schäßburg) * Suceava * Targu Jiu * Timisoara * Kontakt * Katalog anfordern * Newsletter * Impressum Sibiu - Europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2007 Sibiu ist eine Stadt im Aufbruch. Zusammen mit Luxemburg wird Sibiu 2007 Europäische Kulturhauptstadt sein. Ein Jahr lang zeigt die Stadt Sibiu am Fluss Zibin mit einem bunten Kultur-Programm aus Musik, Theater, Literatur und Kunst wie ein harmonisches Miteinander unterschiedlicher ethnischer Gruppen möglich ist. Unter dem Motto Eine Stadt mit vielen Kulturen, Sprachen und Religionen bietet eine geführte Tour Einblicke in die wichtigsten orthodoxen, evangelischen, römisch-katholischen und Roma-Kirchen der Stadt Sibiu. Mitglieder mehrerer Religionen zelebrieren eine Messe in der Synagoge der Stadt. Ein Filmfestival unter dem Motto Zwischen exotischem Bild und sozialen Problemen zeigt die Wirklichkeit der Roma, die in und um Sibiu leben. Kulturprogramm Das Musikprogramm reicht vom Crossover-Musikfestival bis zu Klassik-Experimenten wie einem Konzert des Komponisten Hans Peter Türk, der zusammen mit dem Bach-Chor Sibiu und der Meissner Kantorei Dresden ein unvollendetes romantisches Oratorium seines transylvanischen Kollegen Rudolf Lassel (18611918) in moderner Weise weiterkomponiert hat. Fotoausstellungen, Filmfestivals, Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Brukenthalmuseum, aber auch Vorführungen traditioneller Musik, Tanz und Handwerkskunst im Astramuseum, dem größten Freilichtmuseum Rumäniens, runden das Programm ab. Geschichte So bunt das Bild der Stadt heute, so bewegt ist auch ihre Geschichte. 1150 wurde sie von deutschen Siedlern gegründet. Trotz Bedrohung und Zerstörung durch Tartaren, Türken und Österreicher entwickelte sie sich im 14. Jahrhundert zu einem wichtigen Handelszentrum. Traurige Berühmtheit erlangte Sibiu im September 1916. Hier fand während des Ersten Weltkrieges die erste große Schlacht an der Ostfront zwischen dem rumänischen und dem österreich-ungarischen Heer statt. Nach dem Krieg kam das hauptsächlich von Deutschen bewohnte Hermannstadt zu Rumänien. Kulturelles Erbe Überall in der Stadt sind noch heute die zweisprachigen Straßenschilder und Haustafeln zu sehen. Nur noch etwa 2000 der rund 170.000 Einwohner sind Deutsche, doch das Erbe wird auch von der rumänischen Bevölkerung weitergeführt: Die deutschsprachigen Schulen werden zu 90 Prozent von Schülern besucht, deren Muttersprache Rumänisch ist. Und 2004 wurde mit einer überwältigenden Mehrheit von 90 Prozent der Stimmen der Deutsche Klaus Johannis als Bürgermeister wiedergewählt. Stärke haben die Einwohner Sibius auch im Kampf gegen die kommunistische Diktatur Nicolae Ceausescus bewiesen. Für die Freiheit in Rumänien erhoben sich die Hermannstädter 1989 während der Dezemberrevolution vier Tage nach der Stadt Temeswar/Timisoara. Der Kampf gegen den kommunistischen Terror kostete 91 Menschen das Leben, seitdem gilt Sibiu als Märtyrerstadt. Verschont vom kommunistischen Regime und den zwei Weltkriegen hat sich Sibiu mit seiner Altstadt ein ganz besonderes Flair erhalten können. Hermannstadt ist eine der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Rumäniens und Europas. Das historische Zentrum bildet der Große Ring, ein imposanter Platz, umgeben von bedeutenden Gebäuden aller Epochen von der Renaissance bis zur Gründerzeit. Wo früher öffentliche Hinrichtungen stattfanden, blicken heute die Augen der Stadt auf den Besucher. So werden die Dachfenster der Häuser genannt, die den Betrachter hier besonders eindrucksvoll anschauen sollen. Museen Genuss für die Sinne bieten auch Sibius Museen. So findet sich im Apothekenmuseum eine große Sammlung des Homöopathie-Begründers Samuel Hahnemann, der in Hermannstadt gelebt und gearbeitet hat. Er war der Leibarzt des Barons Samuel von Brukenthal, der Sibiu ein wunderschönes Barock-Palais hinterlassen hat. Hier befindet sich heute eine große Gemäldegalerie mit rund 1200 Werken europäischer Maler aus vier Jahrhunderten. Eine Sammlung rumänischer Kunst mit Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Möbeln und Porzellan vom 7. Jahrhundert bis heute gibt Einblicke in das Siebenbürger Leben damals und heute. Geschichte zum Anfassen bietet das Astramuseum, das vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Auf einer Fläche von 100 Hektar sind dort 120 Gehöfte zu sehen, die ländliche Architektur und Technik zeigen. Regelmäßig stattfindende Handwerkermärkte, Lager für künstlerisch begabte Kinder und Folkloredarbietungen lassen frühere Zeiten lebendig werden. Naturerlebnisse Wer nach soviel Kultur etwas Abwechslung braucht, hat um Hermannstadt jede Menge Möglichkeiten für eine Auszeit in der Natur. Für den Winter bietet sich Paltinis/Hohe Rinne, 32 Kilometer südwestlich von Hermannstadt, an. Inmitten von Tannenwäldern liegt hier auf einer Höhe von 1442 Metern im Cindrel-Gebirge ein Kurort mit Skipisten, mehreren Liften, Villen, Hotels, Restaurants von Bars. Paltinis mit seiner ozonhaltigen Luft eignet sich besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Im Sommer bieten die Salzseen in ehemaligen Salzbergwerken rund um Ocna Sibiului/Salzburg angenehme Abkühlung. Zahlreiche ländliche Pensionen bieten zudem preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten. Gallerie lädt ... Latest News Im Jahr des EU-Beitritts stellt Rumänien mit Sibiu erstmals die Kulturhauptstadt Europas. Das frühere Hermannstadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Siebenbürgen. Die 1150 von deutschen Siedlern gegründete Stadt möchte sich ein Jahr lang als lebendige und junge europäische Metropole präsentieren. Weitere Informationen Informationen über Sibiu PDF Information Auftaktveranstaltung Sibiu 2007 PDF Information Programm Sibiu 2007 PDF Information Aufführungskunst www.sibiu.ro www.sibiu2007.ro. Anreise Carpatair fliegt mehrmals pro Woche ab München, Stuttgart und Düsseldorf über Timisoara nach Sibiu, ab 230 Euro. Infos: www.carpatair.de. Austrian Airlines fliegt ab Mai von elf deutschen Städten über Wien nach Sibiu, ab 189 Euro. Infos: www.aua.com. Tarom fliegt ab Dresden, München, Frankfurt, Hannover, Hamburg und Köln teilweise über Bukarest nach Sibiu, ab 200 Euro. www.tarom.de. Unterkünfte Gutes Angebot von einfachen Häusern bis zum altehrwürdigen Hotel Imparatul Romanilor, in dem bereits Franz Liszt und Johann Strauss abstiegen. Dracula Der Vampir - Eine Legende Vampire sind rätselhafte Wesen: Sie leben nicht, sind aber auch nicht richtig tot. Sie sollen unsterblich sein, können also Tausende Jahre alt werden. Natürlich nur, solange niemand den Vampiren mit einem Pflock das Herz durchbohrt. Weiß ja jeder! Vampire sollen auch extrem lichtscheu sein. Tagsüber schlafen sie meist in Särgen. Denn wenn sie mit Tageslicht in Berührung kommen, zerfallen sie zu Asche, so heißt es. Erst wenn es dunkel wird, sollen sie aus ihren Gräbern steigen und sich auf die Suche nach Blut machen. Blut ist für Vampire schlichtweg lebenswichtig. Jeder Schluck des roten Saftes macht sie um Jahre jünger. Graf Dracula - Vampir des Schriftstellers Der berühmteste Blutsauger ist der grausame Graf Dracula. Der Graf ist schon fast 400 Jahre alt. Er lebt in einem düsteren Schloss in Transsilvanien. Erfunden hat ihn der irische Schriftsteller Bram Stoker vor mehr als 100 Jahren. Sein Graf Dracula ist ein typischer Vampir: Nachts macht er sich auf die Suche nach frischem Blut, tagsüber schläft er in einer Holzkiste. Graf Dracula hasst Knoblauch wie die Pest und nur ein Kreuz kann seine dunkle Macht bannen. Bram Stokers Geschichte über den untoten Grafen ist weltberühmt und ist wirklich nur eine Geschichte. Fürst Dracula - Der Echte Ein Schäfer vor den Karpaten Transsilvaniens (dpa) Heute ziehen Schäfer mit ihren Herden durch die Berge Transsilvaniens. Einen Menschen mit einem ähnlichen Namen hat es tatsächlich gegeben. Dieser Dracula war allerdings weder ein Vampir noch ein Graf. Er war ein Fürst - ein blutrünstiger und grausamer Herrscher in einer Provinz im heutigen Rumänien. Seine Geschichte ist fast so gruselig, wie die über den ausgedachten Vampir. Geboren wurde der richtige Dracula vor über 500 Jahren in Schässburg in Transsylvanien. Heute gehört es zu Rumänien. Dracula - Die Sache mit dem Namen Draculas eigentlicher Name war Fürst Vladislav III, meistens nannte man ihn aber nur "Vlad". Dieser Vlad hatte zwei Beinamen: "Dracula" und "Tepes". Dracula ist rumänisch und bedeutet so viel wie kleiner Teufel. Sein anderer Beiname "Tepes" kommt auch aus dem Rumänischen und heißt so viel wie Pfähler. Diesen Namen trug Vladislav zu Recht. Denn seine Gefangenen und Feinde ließ er auf lange, spitze Pfähle spießen, um sie zu ermorden. Mit 46 Jahren wurde Vlad Dracula Tepes dann selbst ermordet. Er soll in einem Kloster auf einer kleinen Insel begraben worden sein. Aber ob er da wirklich liegt? Bei Graf Dracula weiß man nie. Schloss Bran (Dracula-Schloss) Das Schloss Bran liegt in der rumänischen Landschaft Siebenbürgen in den Karpaten nahe der Stadt Kranstadt (rum. Brasov). Der Legende nach soll Vlad III. Drăculea in diesem Schloss gelebt haben, zumindest nach den Ausführungen von Bram Stoker in seinem Roman. In der Realität allerdings kann nicht nachgewiesen werden, dass dem wirklich jemals so war. Im 14.Jahrhundert erhielten die Bewohner der umliegenden Gegend vom damaligen Herrscher, einem ungarischen König, die Genehmigung, eine Burg zu ihrem Schutz zu errichten (Schloss Bran bzw. die Törzburg), außerdem sollte sie dazu dienen, Zölle von Reisenden einzukassieren um die Einkommen und Wirtschaft des Landes anzukurbeln, da die Produktivität in der vergangenen Zeit abgenommen hatte. Im Laufe der nächsten 400 Jahre versuchten dreimal fremde Truppen (im Jahre 1436 türkische Einheiten, im Jahre 1600 rumänische Verbände unter Nikolae Patrascu und im Jahre 1789 wieder türkische Verbände) vergebens das Schloss durch Belagerungen zu erobern. Nach dem Ende der Habsburger-Monarchie wurde das Schloss 1920 vom rumänischen Staat in Besitz genommen, die wahren Eigentümer, bzw. deren Nachfahren aus dem Hause Habsburg, konnten erst nach dem Ende des Kommunismus in Rumänien im Jahre 2006 eine Rückgabe des Schlosses an sie durchsetzen. Derzeit können Teile des Schlosses dank umfangreicher Restrukturierungen im Rahmen von Führungen besichtigt werden wobei oftmals die wahre Geschichte des Schlosses etwas vernachlässigt wird. Vlad III. Drăculea aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche Vlad III. Draculea (nach dem Porträt in Schloss Ambras) Vlad III. Draculea (nach dem Porträt in Schloss Ambras) Kopie nach dem Porträt in Schloss Ambras Kopie nach dem Porträt in Schloss Ambras Vlad III. Drăculea (* um 1431; ? 1476), deutsch ?Sohn des Drachen? (oft fälschlicherweise als ?Sohn des Teufels? übersetzt, da das rumänische Wort ?Drac? im modernen Sprachgebrauch zwar ?Teufel? bedeutet, im Mittelalter aber ein Synonym von dragon = Drache, war). Ţepeş [ˈtsepeʃ] (gespr. Zepesch) (deutsch ?der Pfähler?, Beiname, den ihm seine Feinde, die Türken, gaben) war 1448, 1456?1462 und 1476 Herrscher der Walachei. Die sich um seine Person rankenden Legenden dienten als Vorlage für Bram Stokers Dracula. Inhaltsverzeichnis [Verbergen] * 1 Einführung * 2 Geschichtlich Belegbares * 3 Anekdoten * 4 Literatur o 4.1 Quellen o 4.2 Sekundärliteratur o 4.3 Romane * 5 Weblinks * 6 Einzelnachweise Einführung [Bearbeiten] Als Sohn aus der Ehe zwischen Vlad II. Dracul und der Prinzessin Cneajna von Transsylvanien wurde Vlad III. Draculea um das Jahr 1431 geboren. Für die touristisch vermarktete Behauptung, er sei in Schäßburg in Siebenbürgen (rum. Sighisoara) zur Welt gekommen, gibt es keinerlei Belege. Das Haus, in dem sein Vater für kurze Zeit gelebt haben soll, wie rumänische Reiseführer behaupten, ist erst nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1676 gebaut worden. Heute ist Vlad Draculea weithin als Dracula bekannt geblieben ? in Anlehnung an den Namen seines Vaters, der dem Drachenorden angehörte. Die sagenumwobenen Blutsaugergeschichten, die das ?Oberhaupt der Vampire?, Graf Dracula, mit Vlad Draculea in Zusammenhang bringen, gehören definitiv in das Reich der Märchen und Fantasien. Vlad Draculea war ein typischer Herrscher seiner Zeit, in der es galt, sich als Kriegsherr Respekt zu verschaffen. Wenngleich viele seiner Taten aus heutiger Sicht als Greueltaten einzustufen sind, so ist doch festzustellen, dass sie in der damaligen Zeit keineswegs ungewöhnlich waren. Eine Reihe von Ortschaften werden immer wieder fälschlicherweise mit dem Namen des Fürsten in Verbindung gebracht. Ein Beispiel ist Schloss Bran (dt. Törzburg, ung. Törcsvar) in der Ortschaft Bran, Kreis Kronstadt (Braşov). Historisch ist die Festung bis heute nicht als Heimat Draculeas nachweisbar. Der Name Vlad Draculea taucht in der wechselvollen Eigentümerliste nicht auf. Nur in einer Quelle wird erwähnt, dass der Fürst in der Burg Bran einmal übernachtet hat. Auch gibt es immer wieder Berichte, dass im Grab Vlad Draculeas in Snagov keine Leiche zu finden sei ? so auch nach einer Öffnung des Grabes im Jahre 1931. Bis heute ist jedoch nicht belegt, ob es sich tatsächlich um das Grab des walachischen Herrschers handelt. Allein die Aufzeichnungen eines rumänischen Mönches in der Chronik des Zacharias geben einen Anhaltspunkt: Danach soll Vlads Leichnam von einer Pilgergemeinschaft aus Snagov über Istanbul nach Bulgarien in ein Kloster mit dem Namen Sveti Georgi (Heiliger Georg) gebracht worden sein. Bislang konnte nicht einmal die Existenz dieses Klosters bewiesen werden. Geschichtlich Belegbares [Bearbeiten] Unter dem osmanischen Sultan Murad II. geriet Drăculea mit seinem Vater Vlad II. Dracul 1442 in Geiselhaft (Schloss Egrigöz, Emet, Kütahya). Mit 14 wurde er von seinen türkischen Wärtern vergewaltigt. Vater Vlad II. Dracul ließ, um sein Bündnis mit den Türken zu bekräftigen, die Brüder Vlad und Radu zurück. Auf Order der Ungarn (Iancu de Hunedoara) im Bojarischen Rat wurde der ältere Bruder Mircea II. lebendig begraben. Mit der Nachricht über die Ermordung des älteren Bruders gaben die Türken Drăculea die Freiheit zurück. 1448 kämpfte der junge Drăculea bereits um den Thron Walachiens und schaffte es tatsächlich, wenn auch nur für kurze Dauer, Vladislav II. zu stürzen. Er setzte den Kampf seines Vaters (? 1447) fort. Statt aber die militärische Unterstützung zu nutzen, die die Bojaren ihm anboten, rief Vlad Drăculea die Bevölkerung auf, gegen die zu der Zeit einrückenden Türken zu kämpfen. Im fürstlichen Rat gewann er vorrangig die weniger bekannten Familienangehörigen der Bojaren mit niederen bis mittleren Rängen für sich. Innenpolitisch versuchte Drăculea, die Korruption zu beseitigen und durch Tribute mehr Sicherheit der Straßen und der Waren zu gewährleisten. Seine politischen Maßnahmen dienten der Stärkung der Zentralgewalt, was unweigerlich Konflikte mit den Adligen unter den Bojaren hervorrief. Nach der Übernahme der Walachei im Jahre 1456 galt seine erste machtvolle Amtshandlung den Bojaren von Târgovişte, die seinem Vater gegenüber keine Loyalität bewiesen hatten. Einige von ihnen waren extrem gewalttätig geworden, als der Woiwode einige seiner Gegner umbrachte. 1458 zerschlug Drăculea ein türkisches Heer von 10.000 Mann. Er ließ die illoyalen bojarischen Adligen und Kleriker im Jahre 1459 festhalten, die Älteren ließ er pfählen und ihr Hab und Gut im Volk verteilen, die Übrigen wurden gezwungen, den weiten Weg nach Poienari (ca. 80 km) ohne Einhalt zu marschieren, um dort am Flusse Argeş eine Festung wiederzuerrichten. Das Pfählen hatte Vlad als Geisel bei der türkischen Besatzungsmacht kennengelernt. Es wurde bei Feinden und Kriminellen angewendet. Zur Abschreckung und Eingrenzung von Straftaten ließ man Gepfählte in der Stadt anprangern, damit jeder sehen konnte, was ihm drohte, sollte er stehlen, lügen oder gar töten. Überzeugt von der Wirksamkeit seiner Gesetzgebung, platzierte Vlad auf dem Marktplatz Târgoviştes eine goldene Schale. Diese Schale durfte von jedem benutzt werden, um den Durst zu stillen, musste aber auf dem Marktplatz bleiben. Entsprechend den vorhandenen historischen Quellen wurde diese Schale zu Vlads Herrschaftszeiten nie gestohlen. Verbrechen und Korruption waren weitgehend verschwunden, Handel und Kultur florierten, und viele Rumänen sahen Vlad Drăculea zu ihrer Zeit als Helden an ? für sein unerbittliches Beharren auf Ehrlichkeit und Ordnung. Nachdem er seine interne Macht wieder gefestigt hatte, verweigerte der Fürst die Zahlung des Tributs wegen Nichterfüllung der Unterstützung. Diesen Tribut sollte er aufgrund eines im Jahre 1456 festgelegten Vertrages mit Ladislaus Postumus und den transylvanischen sächsischen Siedlungen zahlen, in dem die Unterzeichnenden Drăculea im Kampf gegen die Türken Unterstützung zusicherten. Das Verweigern der Tributzahlung zog folgenschwere Konflikte mit sich, so dass es, wiederum mit Unterstützung der Ungarn, zur umgehenden Erhebung siebenbürgischer Städte kam. Auch verweigerte Drăculea weitere Tributzahlungen gegenüber dem osmanischen Herrscher. Ab hier überschlagen sich die Ereignisse. Drăculea ließ die türkischen Gesandten aufspießen und begann 1462 seinen Feldzug gegen die Türken südlich der Donau. Unerschrocken überfiel der Walache in einem nächtlichen Angriff das Lager des Sultans, um ihn zu töten. Obgleich das Ziel des Angriffs verfehlt wurde, verursachte er Panik. Im Gegenzug griff eine Armee von 150.000 Mann unter Führung des Sultans Mehmed II., des Eroberers von Konstantinopel, die Walachei an. Vlad war ohne Verbündete und daher genötigt, seine eigenen Dörfer niederzubrennen. Er ließ die Brunnen entlang des türkischen Kriegsweges vergiften, damit diese Armee nichts finden würde, was sie stärken könnte ? weder Nahrung noch Wasser. Drăculea zog sich zurück und wartete auf Hilfe des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Als der Sultan endlich völlig entkräftet die walachische Hauptstadt erreichte, bot sich ihm ein grausamer Anblick: Hunderte von gepfählten türkischen Gefangenen. Dieses Bild demoralisierte die schon geschwächten Truppe völlig. Erschöpft und niedergeschlagen wurden sie auf Geheiß des Sultans zurückgezogen. Dieses Ereignis muss so ergreifend gewesen sein, dass selbst Victor Hugo in seiner Légende des Siècles daran erinnert. Trotz Rückzugs seiner Truppen verhalf der Sultan nun dem jüngeren Bruder Vlads, Radu, zum Throne Walachiens. An der Spitze einer türkischen Armee, durch Verleumder Vlads gestützt, zog Radu der wiedererrichteten Festung Poienari entgegen. Der Legende nach war dies der Zeitpunkt, an dem die erste Frau Drăculeas den Gedanken an Selbstmord in die Tat umsetzte und sich von den Zinnen der Burg in den Abgrund stürzte, um vom Fluss verschlungen zu werden. Vlad III. Drăculea entkam. Wenig später geriet er durch Verleumdungen und mehrfachen Verrat unter Matthias Corvinus in Gefangenschaft auf Festung Visegrád. Diese Gefangenschaft wurde durch die Konvertierung Vlads zum Katholizismus und Heirat der Schwester des Königs wieder aufgehoben. Ein letztes Mal und nur für kurze Zeit konnte sich Vlad Tepes den walachischen Thron mit ungarischer Hilfe zurückholen. Aber wenige Monate später wurde er zusammen mit seiner Leibgarde (ca. 300 Mann stark, davon 100 Moldauer Soldaten) von Türken überrascht und gefangengenommen. Ein einziger moldauischer Soldat konnte entfliehen, die anderen wurden aufgespießt. Vlad Tepes wurde im Dezember des Jahres 1476 oder Anfang 1477 enthauptet, der Kopf wurde in Honig eingelegt und nach Konstantinopel verbracht. Sein Leichnam soll im Kloster von Snagov beigesetzt worden sein, der genaue Bestattungsort ist jedoch unbekannt. Über die von ihm aufgestellten Handelsverordnungen waren die Siebenbürger Sachsen ebenso wie die Verleumder Vlads gleichermaßen unglücklich und taten alles in ihrer Macht stehende, um den Kriegsherren Vlad Drăculea als Tyrannen zu diffamieren. Chroniken, die in verschiedenen Ländern geschrieben wurden, weisen noch heute darauf hin, dass er ein Mann seiner Zeit war. Den Beinamen Ţepeş (?der Pfähler?) erhielt er erst nach seinem Tod. Anekdoten [Bearbeiten] * Anderen Quellen zufolge soll er seine Bojaren zum Festmahl eingeladen haben und ihnen reichlich Wein angeboten haben. In Trunkenheit soll er ihnen gezielt ihre Meinung über ihn sowie Informationen über die Machenschaften und die Korruption der bekannten Bojaren entlockt haben. Daraufhin wurden diejenigen, die sich selbst belasteten, und diejenigen, die belastet wurden, gepfählt (Vlad Dracula galt und gilt immer noch in seinem Land als gerechter Widersacher der Korruption). * Ein heute noch benutzter rumänischer Spruch, der sich gerade auf die Tatsache stützt, dass Vlad Dracula als gerechter Widersacher der Korruption und Unordnung in seinem Land gilt, besteht aus dem Satz ?Wo bist du, Ţepeş (zweite, erworbene Bezeichnung Vlad Draculas ? heißt ?Pfähler?), Herr??. Diese Exklamation wird in Bezug auf chaotische Zustände, Faulheit etc. verwendet. Aufgrund der aktuellen sozialen Missstände im Geburtsland ?Vlad Ţepeş? und der vom Volke empfundenen Untätigkeit der Politiker und Funktionäre wird dieser Spruch heutzutage sogar sehr oft verwendet. Bei dem Zitat handelt es sich um eine Zeile aus einem polemischen Gedicht des Dichters Mihai Eminescu (1850-1889), in dem das nationalpolitische Desinteresse der rumänischen Oberschicht angegriffen wird. Eminescu fordert seinen imaginären Ansprechpartner Dracula auf, die Hälfte der Oberschicht wie einst die Bojaren zu pfählen und die andere Hälfte wie einst die Bettler und Herumtreiber in einer Festhalle zu verbrennen. Pfählungen ? dargestellt in der Brodoc-Chronik, daneben wohnt Vlad III. Drăculea speisend der Massenhinrichtung bei Pfählungen ? dargestellt in der Brodoc-Chronik, daneben wohnt Vlad III. Drăculea speisend der Massenhinrichtung bei * Der 1989 gestürzte rumänische Diktator Nicolae Ceauşescu entwickelte seit den 1970er Jahren eine besondere Vorliebe für Vlad Draculea und gab einen Monumentalfilm über den ?Pfähler? in Auftrag, der Vlad Draculea wie einen direkten Vorläufer oder geistigen Ahnen des Diktators erscheinen ließ. Obwohl sich Ansätze zu einer Hochstilisierung des Wojwoden zum Nationalhelden bereits im 19. und vor allem im frühen 20. Jahrhundert nachweisen lassen, wurde Vlad unter Ceauşescu zu einer allgegenwärtigen Figur in der Literatur, in der Geschichtsschreibung und nicht zuletzt in den Schulbüchern. Die rumänischen Historiker waren angehalten, die angeblichen Grausamkeiten entweder zu bagatellisieren oder als Beweis für die strenge, aber gerechte Herrschaft Draculeas zu preisen. Schließlich sollte sogar der Name ?Dracul(a)? umgedeutet werden, weil er im modernen Rumänisch ?Teufel? und nicht ?Drache? bedeutet. Mit einer unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten höchst abenteuerlichen Etymologie wurde der Name nun von einer slawischen Wortwurzel ?drag-? abgeleitet, die etwa auch im serbischen Vornamen Dragan erscheint und so viel wie ?Liebling? heißt. Dracula war also der ?kleine Liebling? seiner getreuen Untertanen ? eine Argumentation ganz im Sinne von Nicolae Ceauşescu, der sich im Rahmen des um seine Person zelebrierten Personenkults gern als ?der geliebte Sohn des rumänischen Volkes? feiern ließ. Bei seiner Flucht aus Bukarest im Dezember 1989 soll er zuerst Snagov, wo Dracula angeblich begraben liegt, angesteuert haben, als ob er vom ?Pfähler? Rat und Hilfe erwartete. Gefasst wurde das Ehepaar Ceauşescu schließlich in Târgovişte, wo der Fürst einst Hof gehalten hatte. Dort wurden Elena und Nicolae Ceauşescu am 25. Dezember 1989 nach kurzem Prozess standrechtlich erschossen. * Es wird vermutet, dass seine angebliche Lichtscheue und sein ausgeprägter Geruchssinn (Knoblauch) auf eine mögliche Tollwut hinweisen, die auch durch Fledermäuse hervorgerufen wird. Dadurch könnten die Vampirlegenden entstanden sein. Donaudelta Nachdem die in Deutschland durch Vereinigung von Brigach und Breg entstehende Donau über 2.000 Kilometer quer durch Europa zurücklegt und 10 Länder entweder als Grenze tangiert oder durchfließt, mündet die Donau in einem breiten Mündungstrichter in das Schwarze Meer. Im Laufe der Geschichte und bis heute profitieren die Länder und deren Wirtschaft von diesem Schifffahrtsweg, besonders, da viele für die Produktion notwendige Materialien so leicht transportiert werden können und die Einkommen der Bürger positiv beeinflusst werden. Dieses Delta ist das zweitgrößte Flussdelta in Europa nach dem Wolgadelta, analog ist auch die Donau der zweitlängste Fluss nach der Wolga. Die letzte größere Stadt, kurz vor dem Donaudelta, ist Tulcea, von hier aus können auch zahlreiche Exkursionen ins Donaudelta unternommen werden. Kurz vor der Stadt Tulcea teilt sich die Donau das erste Mal in die beiden Arme Chilia und Tulcea. Hinter der Stadt Tulcea teilt sich der Arm Tulcea erneut in die Arme Sulina und Sfântu Gheorghe . So entstehen 3 Hauptarme, welche letztlich schiffbar sind und in das Schwarze Meer münden. Der Arm Chilia ist nach dem Wasservolumen der größte Arm und bildet gleichzeitig die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine. Das gesamte Gebiet ist zirka 5000 km² groß und gilt als ein weltweit einzigartiges Ökosystem, in welchem mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten ihr zuhause haben. Die Donau im Delta Die Landschaft besteht aus vielen kleinen Seitenarmen, Dünen und Inseln; Eichen, Weiden, Pappeln und natürlich Schliffrohr charakterisieren den Bewuchs der Gegend. Seit 1991 gehört ein Teil des Deltas zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Wirtschaft im Donaudelta lebt in erheblicher Weise von der Fischproduktion der Organisation von touristischen Ausflügen. Bukarest, Iasi und Constanta Rumänien, eine Republik Europas mit Zugang zum Schwarzen Meer, hat eine unglaublich schöne Struktur der Natur, mit Ebenen, Hügeln und sehr hochen Gebirgen. Nach Zahl der Einwohner ist die Hauptstadt Rumäniens, Bukarest, die sechst grösste der Europäischen Union, hier liegen auch die Einkommen am höchsten. Hier kann man sehr viel Sehenswertes finden, wie das Parlament, eines der grössten Gebäude Europas, den Triumphbogen, das Athenäum, den Patriarchenpalast, die Patriarchenkirche, die Patriarchalkirche, die Zentrale der Sparkasse, die Stavropoleoskirche, das Bukarester Königsschloss, das Schloss Cotroceni und viele andere. Iasi ist eine Stadt im Nordosten Rumäniens und Hauptstadt des Bezirks Moldau. In dieser Gegend findet man sehr viele wunderschöne und einzigartige Kirchen und Klöster. Die Metropoliten-Kirche und die Krönungskirche sind nur zwei Beispiele, die den großen Zufluss von Touristen erklären. Im Zentrum dieser Stadt, welche für Porzellan bekannt ist, steht der Kulturpalast und viele Denkmäler. In Iasi findet man den grössten Botanischen Garten Rumäniens und einen der grössten Europas mit 100 ha. Fläche. Constanţa ist die Hafenstadt Rumäniens mit 310.526 Einwohnern, hier finden sehr viele für die Wirtschaft wichtige Prozesse statt, Constanta ist auch ein Ort wo man auch viele historische Produkte finden kann, wie die griechischen und römischen Ruinen, welcher aus der Zeit der Konkurrenz der Völker um dieses Gebiet stammen. Das Ovid-Denkmal vor dem Historischen Museum, den Leuchtturm, mehrere Kirchen, eine Moschee, das Casino, ein Aquarium und ein Delphinarium. Sehenswürdigkeiten Bukarest: Die Hauptstadt von Rumänien zieht inzwischen viele Rucksacktouristen an. Unter ihnen sind auffallend viele Amerikaner. Die Altstadt wurde vom Ceausescuregime teilweise abgerissen und durch ein gigantisches Gebäude, dem Centu Civic ersetzt. Man sagt, daß das sozialistische Kulturzentrum zu den fünf größten Gebäuden der Welt gehört. Die Stadt ist geprägt vom sozialistischen Baustil: Breite Straßen und Plattenbaden prägen weite Teile der Stadt. Viele neue Vorzeigegebäude wurden im sozialistischen Zuckerbäckerstil erbaut. Nach der Revolution 1989 wurden Anstrengungen unternommen die Stadt zu verschönern. Der Hauptbahnhof (alle internationalen Züge) ist der Gara de Nord (Nordbahnhof). Der Nahverkehr ist gut. Die U-Bahn ist extrem billig. Eine gute Jugendherberge ist das Villa Helga Hostel. Für 9,50 Euro pro Nacht bekommt man ein Bett, Frühstück sowie freie Benutzung der Küche und der Waschmaschinen. Kontakt: www.rotravel.com/hotels/helga . Bukarest wird seinem Ruf als gefährliche Stadt nicht gerecht. Rumänien und die Hauptstadt sind so sicher wie andere europäische Länder oder Großstädte. Transilvanien (Siebenbürgen): Die Region im Norden an der Grenze zur Ukraine ist bekannt für die legende um Dracula. Die Region wird dem Image nicht ganz gerecht: Die Gegend ist grün, hügelig, sonnig und voller sympathischer Menschen. Viel Rummel wird um die Legende gemacht. Anschauen sollte man sich das Schloß Bran, wo der Legende nach Dracula gelebt haben soll. Auch die Bulkovina-Klöster sind einen Besuch absolut wert. Rumänien Einwohner 22 Millionen Fläche 240.000 km² (entspricht etwa der alten BRD ohne neue Bundesländer) Einwohner / km² 92 (mittlere Besiedlung) Hauptstadt Bukarest Sprache Rumänisch Religion überwiegend rumänisch-orthodox Währung Leu Bruttoinlandsprodukt 3500 Euro / Einwohner (eher armes Land) Das Apuseni Gebirge ist einzigartig nicht nur in Rumänien, sondern in dem ganzen Europa, nicht durch ihre hohen Gipfel, sondern durch ihre wunderbaren Karst Erscheinungen mit unzählbare Höhlen, Dolinen und Poljes. Ein Karstgebirge beschreibe ich wie eine Käse, voll mit Löcher und Kanälen, weil Kalkstein sehr leicht vom Wasser aufgelöst wird. Erst seine Entstehung¹ ist sehr interessant. Auch seine Eigenschaften: Tut man eine solche Käse auf einem Tisch und fließt Wasser oben drauf, wird es am Deckel geschluckt und es fließt unten hinaus. So was kann man hier im dem Gebirgen im Riesenmassen auch von innen beobachten. Cetatile Ponorului0802 Wie auch Dr. Adolf Scmidl in 1863 schrieb², ist das Apuseni Gebirge einzigartig in dem Karpatenbogen wegen ihre Erscheinungen. Außerdem kann man hier nur eine primitive Infrastruktur finden, fast alles blieb unausgebaut, was eine einzigartige Schönheit mit sich bringt. Man kann traditionelle Tierzucht oder Kalkbrennen beobachten. Wenn man auf dem Markt geht, fühlt man sich wie auf einem Dorfsmarkt in Westeuropa vor mindestens 40 Jahren. Wenn man eine Höhle besichtigt, fühlt man sich wie der Höhlenforscher, der zum ersten Mal in dem Höhle geht, mit eigener Beleuchtung. Ist das nicht Abenteurlich? Glauben Sie, dass es gefährlich ist? Es ist etwas gefährlich und ungemütlich, wenn Sie das alleine durchmachen wollen. Vor allem in Rumänien und vor allem in dem Bergen. Wenn Sie aber einen Reiseleiter haben, kümmern Sie sich nicht mehr. Ich besorge für Ihre Erholung. Es ist wirklich eine Erholung, entfernt von der Zivilisation, doch mit unzählbaren Sehenswürdigkeiten wie die Kalkbergen (mit die ungewöhnlichen Linien, bewachsen von Pflanzen), Waldtiere, die Traditionen der Menschen (man kann mit dem Bewohner diskutieren ? mit meine Hilfe), die Dorfs- und Stadtmuseen. Es ist eine wirklich besondere Erfahrung. Andere03502 Es gibt viele Gründe nach Transsilvanien(=Siebenbürgen) zu fahren und wenigstens eine Woche zu verbringen: * Alles ist in allgemeinen viel billiger als in Westeuropa. * Mann kann Städte und Dörfer besichtigen die eine wahre Erlebnisfahrt anbieten. Mit mir kann man sich ein richtiges Osteuropabild aufbauen: Schweine auf dem Hauptstrasse (in Siebenbürgen gibt es viele deutsche Dörfer), Märkte die noch Traditionen in sich haben, jede menge Unterhaltung und Spaß mit rumänische Musiktruppen (die Musikindustrie ist sehr fortgebildet) usw. Unser Hauptort ist Oradea (Großwardein), wo man komfortable Hotels (mit 3 und 4 Sterne), Thermal-Kurorten (Băile Felix) und unzählbare Unterhaltungsmöglichkeiten finden kann. Eine andere Hauptort ist Arieseni, ein Dorf in der Mitte der Apuseni Gebirge, * Die Gastfreundschaft der Menschen. * Hier droht Ihnen kein Terroristenanschlag Sehenswürdigkeiten in Rumänien Rundreisen durch wilde Landschaften und Badeferien an der Schwarzmeerküste bieten sich besonders an. Rumänien wird inzwischen auch von Billigfliegern angeflogen. Das Zentrum der rumänischen Schwarzmeerküste ist die Hafenstadt Constanta mit etwa 300.000 Einwohnern. Ein Bummel durch das Einkaufs- und Hafenviertel ist empfehlenswert. In etwa einer halben Stunde erreicht man Mamaia mit zahlreichen preisgünstigen Hotels. Mamaia war in den 1970er Jahren ein beliebter Badeort bei deutschen Touristen. Heute findet man in den Strandhotels mehr Geschäftsleute als Urlauber. Mit einem Sessellift kann man am Strand entlang bis Perla schaukeln. Von Constanta aus lässt sich eine Rundfahrt durch die Dobrudscha und Walachei nach Transsilvanien (Siebenbürgen) und die Karpaten unternehmen. Der Weg führt nach Sinaia, einem schönen Luftkurort (im Winter beliebtes Skigebiet). Sehenswert ist dort Schloss Peles. In dem Städtchen Rasnov (Rosenau) kann man eine Burg des Deutschen Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert besichtigen. In kurzer Entfernung liegt die Törzburg in Bran. Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und als Dracula-Schloss berühmt. Die Ortschaft Poina Brasov liegt mitten in den Karpaten und ist das bekannteste Wintersportgebiet in Rumänien. Abwärts von den Höhen der Karpaten erreicht man über Serpentinerstraßen Brasov (Kronstadt). Die Stadt soll im 12. Jahrhundert von deutschen Rittern gegründet worden sein. Die Altstadt ist unbedingt einen Rundgang wert. Von Brasov aus kann man in die Ostkarpaten fahren. Am Roten See und in der Bisac-Klamm lässt es sich herrlich durch enge Schluchten wandern. Auf der Weiterfahrt durch die Moldau ändert sich die Landschaft von schroffen Felswänden in bewaldete Hügel. Man sieht zahlreiche hübsche Holzhäuser. Bei Iasi gibt es einen Grenzübergang nach Moldawien. In der Region Bukowina liegen mehrere Klöster, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Interessante Städtchen sind Targu Mures (Nemarkt) und Sighishoara (Schässburg). Die Stadt Sibiu (Hermannstadt) sollte man unbedingt besichtigen. Eine der ältesten Städte Rumäniens ist Curtea de Arges in der Walachei. Von hier führt eine Autobahn nach Bukarest zurück. Die Hauptstadt Bukarest hat 1,8 Millionen Einwohner und liegt im südlichen Drittel des Landes. In der Kleinstadt Budesti etwa 30 km südöstlich von Bukarest sollen über 20% der Bevölkerung Roma sein. Bukarest wurde 1459 erstmals urkundlich erwähnt und seit 1861 die Hauptstadt Rumäniens. Die Vororte bestehen hauptsächlich aus Plattenbauten der 1960er und 1970er Jahre. Sehenswert sind die großzügigen Boulevards, die klassizistischen Bauten und die verwinkelte Altstadt. Günstige Hotels in Bukarest sind ausreichend vorhanden. Rumänien wird von den Ostkarpaten und Südkarpaten durchzogen, die mit dem Bihar-Gebirge und dem Banat das Hochland von Siebenbürgen einschließen. Am Außenrand der Karpaten liegen das Tiefland der Walachei und das Hügelland Moldau und südlich des sumpfigen Donaudeltas das Tafelland der Dobrudscha. Die höchste Erhebung in den Transsilvanischen Alpen ist mit 2.536 m der Negoi. Die Donau fließt quer durch Rumänien von West nach Ost ins Schwarze Meer. Sie verläuft entlang der Grenze zu Serbien und Bulgarien. Die Flüsse Alt, Sereth und Pruth vereinigen sich im Donaudelta mit der Donau. Rumänien verfügt im europäischen Vergleich über eine besonders reichhaltige Pflanzenwelt und Tierwelt. Die meisten Wildtiere (u.a. Hirsche, Rehe, Wildschweine, Füchse) leben in den Wäldern. In Rumänien sollen noch ungefähr 5.000 Bären leben; die letzte größere Bärenkolonie in Europa. Das Klima in Rumänien ist binnenländisch mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die Niederschläge sind an der Schwarzmeerküste am geringsten, in den Karpaten am höchsten. Essen & Trinken in Rumänien Die rumänische Küche weist regionale Unterschiede auf, es gibt aber einige Nationalgerichte wie Ciorba de Perisoare (Fleischklößchensuppe), Tocana (Gulasch aus Schweine-, Rind- oder Hammelfleisch) und Ghiveci (Platte mit vielen gebratenen und kalt servierten Gemüsearten). Weitere beliebte Gerichte sind Sarmale (Kohlrouladen) und gefüllte Weinblätter. An der Schwarzmeerküste gibt es köstlich zubereitete Fische und Krebse. Der einheimische Pflaumenschnaps und die rumänischen Weine sind hervorragend. Auch das rumänische Bier ist zu empfehlen. ... link (0 comments) ... comment Montag, 17. März 2008
wer kommt mit????
bianca, 20:34h
dEUS Flex
1. Bezirk (Hier können Sie parken) , Tel. Wann: 11.05.2008, 20:30 Überblick dEUS 11.05.2008 Flex / Wien Alle nostalgischen Gefühle beiseite lassend ? das Debütalbum ?Worst Case Scenario? liegt mittlerweile 14 Jahre zurück! ? sprechen wir hier von einer der innovativsten Gitarren-Kapellen der 90er Jahre. Mit ihrer schrägen Fusion aus Gitarrenwänden, Streichern bis hin zu Jazzelementen konnten sie sich als eine der ersten Adressen in Sachen Gitarrenmusik etablieren. Beginnend mit Herbst 2006 beschäftigten sich Tom Barman und Konsorten mit den Arbeiten am neuen Album ?Vantage Point?, benannt nach dem eigens dafür errichteten neuen Studio. Album: ?Vantage Point? VÖ: 21.04.2008 www.deus.be Einlass: 19.30 Beginn: 20.30 www.flex.at Ticketpreis VVK bei Jugend in Wien: ? 20,- Ticketpreis VVK bei ÖTicket: ? 20,- (zzgl VVK Gebühr) ... link (0 comments) ... comment ... older stories
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