wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Dienstag, 14. September 2004
Wahre Worte des Tages
Putin is an increasingly autocratic leader. He has neutered state-controlled television, compromised the rise of an independent judiciary, and impeded independent political movements and parties. L’état, c’est Putin. [putain Hure cette ~ de guerre dieser Scheißkrieg; Putin wird auf Französisch Poutine transkribiert.] - (David Remnick, Prisoners of the Caucasus, The New Yorker) - Bitte die ersten anderthalb Absätze nicht zu beachten. Das mit dem russischen Fatalismus ist das Ablutschen eines literarischen Klischees und bei der Aufzählung der historischen Übel (Sieben Jahrzehnte Kommunismus und Jahrhunderte der feudalen Autokratie) fehlen natürlich die Jahre der - wie soll man sie am Besten nennen? - der kapitalistischen Bankrottwirtschaft; und ich bin sicher dass sich beide Punkte wunderbar verbinden lassen, etwa so: aus der Sicht des liberalen Fortschrittsgläubigen ist eine Desillusionierung in Bezug auf den Kapitalismus bloßer Fatalismus. Der Kapitalismus (nach amerikanischem Vorbild) ist eine ahistorische Wirtschaftsform und jedes Land, das sich auf ihn einlässt, betritt einen Raum, in dem alle vorherigen soziohistorischen Entwicklungen ihre Bedeutung verlieren. Deshalb sind alle, die sagen, dass es enden wird, wie es immer endet Fatalisten. Da nun aber zur Erklärung der (offensichtlichen) gegenwärtigen Übel die Tatsache und Art der Einführung des Kapitalismus nicht heranziehbar sind, muss man die fatalistische Sichtweise als realistische annehmen und den endgültigen Eintritt in die Posthistorie auf später verschieben. It requires no tragic sense to suppose that things are likely to turn out as always before they turn out otherwise.

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Despite overheated rhetoric, terrorism isn't a mortal threat to us except insofar as we change our government in response to it. - (CCCP)

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Kotsko
Ein weiteres weblog das einer Vorstellung bedarf ist "The Weblog" ("A multidiscipilinary group blog in the Hardto-Negrian tradition / Dismantling all worldviews, one a priori assumption at a time") von einer ganzen Reihe netter Leute, besonders aber von Adam Kotsko. Meine nicht geringen Sympathien für diesen Mann kommen nicht nur daher, dass er alles hat, was auch der Herr aus der Charlottenstraße hat. Darüber hinaus ist er nämlich auch (wenn ich das richtig verstanden habe) ein Katholik, und ein bußfertiger noch dazu; außerdem hat er einen mindestens so unaufgeräumten Gefühlshaushalt wie ich - dieses hier (This is not a post) etwa - und folgendes (A Housecleaning Post: Decidedly Furtive) werden mich erstmals dazu bringen, nicht mehr nur politische Dinge zu beichten: [das habe ich folgerichtig vor "Liebe Liebe meines Lebens" geschrieben und die Abfassung desselben verdankt sich somit Herrn Kotsko; vielleicht hätte ich es aber ohnehin geschrieben, denn ich war ziemlich betrunken]

But really, all I want is to find love in this all-too-often lonely world -- someone to be with me through those tough times! Someone to hold! Someone to grow old with; someone who will carry me on her shoulders when I am crippled and feeble; someone who will make meals for me when I'm too tired and cranky to do it myself; someone who will at first like my quirky traits, then grow to hate me for the very traits she initially found attractive, and then (Aufhebung!) come to some kind of peace when she realizes that this annoying, narcissistic blogger is all she's fucking got!!! And she'd better remember it, too! Oh, and I need to marry a woman who's not afraid of being the breadwinner, because there's really only so much an assistant visiting adjunct lecturer in cultural hermeneutics at Morton Community College is going to be able to rake in -- especially after the sexual harassment lawsuits start pouring in.

Und wie ich letztens einer Rezension entnommen habe (Girl Trouble, Chris Orr, The New Republic) //Matt (Emile Hirsch) is a high-school overachiever and romantic non-achiever who watches despondently as the pretty girls flock to his more athletic classmates. Unexpectedly (for Matt, but not for anyone who has ever seen a movie), who should move in next door but the beautiful and impossibly narrow-waisted Danielle (Elisha Cuthbert /bekannt als Kiefer Sutherland/Jack Bauers von einem Unglücks ins nächste stolpernde Tochter Kim in "24"/)? She immediately proceeds to undress in a conveniently uncurtained bedroom directly across from Matt's hungry, guilty eyes. She catches him watching her (of course) and enacts a punishment that is equal parts sexual humiliation and sexual titillation (ditto). In no time the two are snuggle bunnies, making out at a pool party in front of a pride of befuddled jocks.// muss ich lediglich das tun, was ich ohnehin den ganzen Tag mache und auch sehr gut kann, nur unverschämter - und mich dabei erwischen lassen, um eine solche Person auf meine Seite des Ereignishorizonts zu ziehen - denn das meinte Herr Kotsko damit; sie dazu bringen, trotz allem mitten in das Schwarze Loch hineinzusteuern und darauf warten, dass sie den point of no return passiert und ganz allein mit dir ist um dann die Ewigkeit mit ihr zu verbringen ("let's take each other's hand / as we jump into the final frontier" sozusagen ... "i'm mad about you" ist der refrain).

P.S.: Previous socialist revolutions failed to be genuinely liberatory because of their grounding in the modern regime of labor, which is always characterized by hierarchy and unidirectional exploitation. Labor in an online community such as Ebay or in affective work such as massage produces both economic value and, more importantly, a network of relationships that have the potential of eluding the purposes of Empire. By depriving Americans of participation in the traditional regime of the "job," the economic policies of the Bush administration are thus contributing to the creation of the coming subject of universal political emancipation, the multitude.

(Similar Hardto-Negrian analyses might be produced where the Bush debacle in Iraq undercuts notions of sovereignty or where the chaos in Afghanistan shows the inadequacy of traditional parliamentary structures to the full realization of the concept of democracy.) - Dick Cheney and the Jobless Economy

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2715 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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