wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Samstag, 18. September 2004
Und von nun an sei sein Name: Tony Bläh!

All political careers end in failure. Unlimited ambition is no virtue but a pathology, a desire to make others feel small. The prickly ego, knowing its own destruction, prepares a kind of salvation in history. Blair will be remembered on his own terms, as the British prime minister who has killed more civilians in more wars than any predecessor since 1945. Thousands have died in Kosovo, in Afghanistan and Iraq. The United Nations has been bugged, regimes trampled. Crumpled economies that, despite many failings at least provided food, water and work, and some sort of care for the sick and elderly, have been broken up into their constituent parts and sold to corporate America, with the promise of reassembly later.

[...]

But who was he really? A lawyer, a public school boy, a barrister. A man who had never worked for a living, but always profited from someone else's labour. In the early 1990s, you could sniff Blair's real supporters. They were the public sector managers, the men wearing suit trousers and bright ties, the people who had gained from privatisation and incorporation, the ones who were now charged for the first time with deciding their own salaries. They were the new corpulent faces of the second Thatcherite revolution. Blair was the very incarnation of this class. He had played in a band. His heroes had been the Grateful Dead, but he was a Christian, he'd never smoked. He believed in charity, giving to distant causes that cost little. Like all managers, he pretended he was normal. Like all managers, he told himself that he cared.

[...]

The terrifying thing about Blair, of course, is that he believes every word. He is supremely self-deceptive. Schemes of domestic repression that would be unacceptable under the Conservatives have become normal in Blair's Britain. The number of foreigners deported each year has risen from less than twenty-five thousand in 1995 and 1996 to over sixty-five thousand now. Benefits have been taken away from refugees, young Muslim men placed under indefinite detention without trial. Even identity cards, that old aspiration of the Neanderthal Right is due to be introduced- with Blair's full consent. - Dave Renton, The Passion of Tony Blair, Voice of the Turtle

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Vergangenen Montag hatte Tony Blair seine Rede zu einem neuen Fünfjahresplan der Regierung in Sachen Law & Order gehalten. Das Thema hat eine besondere Bedeutung, schließlich blickt Blair gerade auf seine ersten zehn Jahre als Vorsitzender der von ihm persönlich radikal "modernisierten" Labour Party zurück.

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Ich zitiere wörtlich: "Die Strategie von heute ist die Vollendung einer Reise der Veränderung, sowohl für progressive Politik als auch für das Land. Sie markiert das Ende des liberalen, sozialen Konsens der Sechziger in Sachen Recht und Ordnung." Die Menschen, führte Blair aus, hätten genug von diesem Konsens, denn sie wollten eine Community, wo die "gesetzestreue Mehrheit an der Macht ist. Wo es die, die nach den Regeln spielen, gut haben, und die, die das nicht tun, bestraft werden. Für mich war das immer schon sowas wie ein persönlicher Kreuzzug."

[...]

Nennt mich ein trockenes Stück Wurst, aber ich bin ein Kind der sozialliberalen Revolution, die Blair da angreift, und die in Österreich eigentlich erst in den Siebzigern zu greifen begann. Mehr noch als das, ich verbrachte meine Teenagerjahre in den Achtzigern, als die erste neokonservative Welle sich in den Altachtundsechzigern ihr Feindbild suchte. Richtig trendy war das damals, denn der Backlash gegen die ollen Hippies fand einen fruchtbaren Schnittpunkt mit dem ebenfalls hippie-feindlichen Credo der Ex-Punk-Generation. Wer so wie ich in einem bürgerlichen Wiener Gemeindebezirk in die Schule ging, konnte miterleben, wie der strenge Stil der Neuen Deutschen Welle politisch-ästhetische Koalitionen mit dem Vormarsch rechter Ideologien einging. Mag sein, dass Bands wie die Deutsch-Amerikanische Freundschaft oder Extrabreit von den Poppern in meinem properen Gymnasium missverständlich adoptiert wurden. Aber das Spiel mit dem Schockieren des zum heuchlerischen Du-Wort neigenden Latzhosen-Elements im Lehrkörper war immer schon ein Gefährliches. Und die Ironie hinter Texten wie "Scheinasylanten, Scheinasylanten - da hilft nur noch Hubschraubereinsatz" ging damals sicher nicht nur in Wiener Schulhöfen verloren, wo freche Bürgersöhne den Englischlehrer, der sie mit friedliebenden Dylan-Texten nervte, mit Hitlergrüßen und Nazi-Parolen provozierten. Seither ist mir jedenfalls die Lust am Hippie-Klatschen ordentlich vergangen. Die Crux lag wie immer im Kontext. Schon möglich, dass die Achtundsechziger sich mit der repressiven Toleranz des Establishments arrangiert hatten. Aber ihr Fehler lag doch wohl gerade darin, und nicht in den alten Idealen, die sie dabei verraten hatten. Wie produktiv konnte ein Am-Rauschebart-Zupfen der alten Linken wirklich sein, während die echte Welt von so Typen wie Reagan und Thatcher regiert wurde? - Robert Rotifer, Schluss mit groovy, fm4.orf.at

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Gestern entschied die Berufungskammer des High Court, dass ausländische Terrorverdächtige ohne Anklage unbegrenzt festgehalten und durch Folter erpresste Geständnisse als Beweismittel für den Verdacht verwendet werden können.

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Mit ihrem Urteil haben die Richter nach Menschenrechtsorganisationen der Folter Tür und Tor geöffnet, denn damit würde Großbritannien die Folterpraxis in anderen Ländern anerkennen und unterstützen. So könnten nun auch die britischen Sicherheitsbehörden Gefangene wie die amerikanischen Geheimdienste an andere Länder übergeben, in denen gefoltert wird. - Florian Rötzer, Ein schwarzer Tag für die Menschenrechte in Großbritannien, telepolis

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Die oberste Priorität des Innenministeriums sei der Schutz der Allgemeinheit: "Jeder hat das Recht, in einer geschützten und sicheren Umgebung zu leben. Das Risiko, zum Opfer eines Verbrechens zu werden", so das Innenministerium, "ist so niedrig wie noch nie in den letzten 20 Jahren, aber wir sind entschlossen, noch mehr zu tun, um das Verbrechen verringern."

Dazu soll wohl auch der Plan dienen, den Hazel Blears, Staatssekretärin im Innenministerium für die Polizei, in einem [External Link] Gespräch mit dem Independent gerade ausgeführt hat. Es [External Link] sollen alle Kinder von Kriminellen, die im Gefängnis sitzen, erfasst (targeted) und verfolgt (tracked) werden, um zu verhindern, dass sie ebenfalls kriminell werden. Dabei handelt es sich angeblich derzeit um 125.000 Kinder, die aufgrund ihrer Eltern gefährdet seien. - Florian Rötzer, Kinder von Straftätern sollen vom Kindergartenalter ab erfasst und überwacht werden, telepolis

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After spending 18 years under Tory rule, the social-democratic left had high hopes for Tony Blair. Where did he go wrong?

We thought Blair had the potential to represent a new kind of politics, but one that was still rooted in the traditional values of the left: equality, fraternity, and liberty. At the time, we thought we were swimming in the same sea as Blair. We held a hope that he would usher in a new dawn for social democracy -- and we gave him a lot of license and space to do that. But it slowly became apparent that he wasn’t going to capitalize on the opportunity that existed in British politics for a transformative left advance. Our relationship with Blairism devolved into something akin to a marriage breakup. We entered into the relationship quite willingly, and we didn’t want to give up on Blair. We gave him the benefit of the doubt time and time again. Only after awhile did it become evident that something was seriously amiss with New Labor.

From where does this failure stem?

Even with a huge parliamentary majority, a very weak opposition, and a very strong economy, the left was failing to make the most of this opportunity to put forth a new social-democratic vision. Perplexed, we began to unravel the reasons why. Most of them are rooted in the belief that Blairism and New Labor is quite happy living in the shadow of Thatcherism. The key difference, though, is that Blair sees a legitimate role for the state. He seeks to use the state actively in terms of education, training, and infrastructure to ensure that Britain can compete effectively in a global economy.

But to us, this has inverted the notion of what social democracy is. Social democracy was always about making markets fit people, not making people fit markets. If our sole purpose is to come up with new policies to ensure that the British workforce is able to win and keep jobs within the global economy, then we have given up on social democracy and an enlightened form of neoliberalism - Mark Goldberg, A Labor Party No More; Breaking up with Tony Blair is hard to do. TAP talks to Neal Lawson, a journalist and Labor Party activist.

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 27 Jahre alt und ein kurzsichtiger, leseschwacher, besserwisserischer, aufmerksamkeitsdefizitärer, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter, unkonzentrierter und unangenehmer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Handy, Ziel im Leben, Job, eigene Wohnung, …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs, schlechter Verdauung und dem Wunsch, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten (der Sonnenkönig hängt dort oben wegen seines Gesichtsausdrucks und weil er mein erster und bisher bester Kanzler war). Mein Lebensmotto ist ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich tue was ich hier tue schon 2196 Tage. Das letzte Mal hat es hier am 17.08.2010 um 01:07 irgendetwas neues gegeben.
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