wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Mittwoch, 22. September 2004
I want to be a metrosexual superpower
According to Michael Flocker's 2003 bestseller, The Metrosexual Guide to Style: A Handbook for the Modern Man, the trendsetting male icons of the 21st century must combine the coercive strengths of Mars and the seductive wiles of Venus. Put simply, metrosexual men are muscular but suave, confident yet image-conscious, assertive yet clearly in touch with their feminine sides. Just consider British soccer star David Beckham. He is married to former Spice Girl Victoria “Posh” Adams, but his combination of athleticism and cross-dressing make him a sex symbol to both women and men worldwide, not to mention the inspiration for the 2002 hit movie Bend It Like Beckham. Substance, Beckham shows, is nothing without style.

Geopolitics is much the same. American neoconservatives such as Robert Kagan [Power and Weakness, Policy Review] look down upon feminine, Venus-like Europeans, gibing their narcissistic obsession with building a postmodern, bureaucratic paradise. The United States, by contrast, supposedly carries the mantle of masculine Mars, boldly imposing freedom in the world's nastiest neighborhoods. But by cleverly deploying both its hard power and its sensitive side, the European Union (EU) has become more effective—and more attractive—than the United States on the catwalk of diplomatic clout. Meet the real New Europe: the world's first metrosexual superpower. - Parag Khanna, The Metrosexual Superpower, Foreign Policy, reprint YaleGlobal Online

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Die amerikanischen Diskurse über Europa sind gut für mehr als eine Dissertation, selbst wenn man sich auf die durchwegs negativ konnotierten von Seiten der Rechten konzentriert: Sehr häufig ist die Rede von den niedrigen Geburtenraten, davon, dass der Kontinent aussterben wird; omnipräsent ist aber die sexuelle Symbolik. Europa wird dargestellt als eine Bernhardsche Frau: sie stinkt (weil sich die Franzosen nicht waschen), sie korrumpiert den Mann mit ihrer Sexualität, ist unmoralisch, kann nicht logisch denken (die post-Moderne wird gerne als Beweis herangezogen), manipuliert den Mann, hat irgendeinen Defekt, wird gefürchtet, verachtet, gehasst, ... Sie ist ihm in jeder Form unterlegen, ist aber nicht bereit, das in irgendeiner Form zu akzeptieren; nichts destoweniger wird sie als passiv beschrieben, und besonders diese Eigenschaft kommt zum Tragen, wenn in diese Zweierbeziehung ein zweiter Mann dazukommt, der Araber. Der Rivale betört mit seinem Charme die Frau, spricht offen seine Absichten aus, die nur der andere Mann klar erkennt, die Frau ist geblendet. Der Araber will die Europäerin unterwerfen, vergewaltigen, ihr seine Kultur aufzwingen. //Chris Bertram hat gestern jemanden - eine Frau - ausgegraben, die ganz explizit von der europäischen Unterwürfigkeit gegenüber dem Islam spricht - Bonkers conspiracies//

Ein schönes Beispiel war letztens in der Herald Tribune (John Vinocur, Politicus: Trying to put Islam on Europe's agenda) zu lesen. Bernard Lewis wird darin mit den Worten zitiert, the European Union could rename itself the community of envy. Europeans have reservations about an America which has surpassed it so clearly. And that's why the Europeans understand the Muslims - because they have similar feelings about America. Was also die Europäerin und den Araber zusammenbringt, ist, dass sie sich beide dem Amerikaner gegenüber minderwertig fühlen (und es auch sind). Dazu kommt, dass die Europäerin nicht weiß, wer sie ist. Wenn sie das wüsste, wäre ihr klar, dass ihr Platz als unterwürfige Gefährtin an der Seite des Amerikaners ist (der in Bezug auf sie Vergewaltigungsphantasien hegt). It's here that the American academics think Europeans have to start actively defining who they are in relation to the Muslims in their midst. Es wird also Zeit für eine Abwehrreaktion; es wird Zeit, die Angewohnheiten des Arabers, Gesten und Gebrauchsgegenstände, die sich die Europäerin zu eigen gemacht hat, als Fremdkörper anzusehen und wieder los zu werden, oder sie zu reinigen und sie so umzuformen, dass sie dem Araber fremd werden. Es muss eine klare Trennlinie gezogen werden. Auch zwischen ihr und dem Amerikaner; denn einher mit der Klärung der Fronten geht, dass der Amerikaner seine eigenen europäischen Charakterzüge beerdigt; mit dem Vorwurf, europäisch zu denken, französisch auszusehen (wie John Kerry zum Beispiel), wird das Ende des erlaubten Spektrums markiert - jenseits befinden sich nicht nur die left-wing lunatics, sondern mehr und mehr generell die liberals.

Zu dem Artikel: Huntington has pressed the same line of reasoning in relation to the United States and its Hispanic population, which he regards as markedly less inclined to assimilate the American Creed than previous generations of immigrants. For Huntington, the United States, influenced by what he sees as a multiculturalist and denationalized elite, runs the risk of "bifurcating" into a country studded with Latino cultural and administrative enclaves - with America's practical cohesion and unity of ethos (he calls it Anglo Protestant) damaged or lost in the process. Davon, was Huntington für einer ist, war schon einmal die Rede (About Huntington) und über sein jüngstes Buch urteilt Louis Menand im New Yorker (Patriot Games) folgendermaßen:

The bad guys in Huntington’s scenario can be divided into two groups. One is composed of intellectuals, people who preach dissent from the values of the “core culture.” As is generally the case with indictments of this sort, recognizable names are sparse. Among those that do turn up are Bill Clinton, Al Gore, the political theorist Michael Walzer, and the philosopher Martha Nussbaum. All of them would be astonished to learn that they are deconstructionists. (It is amazing how thoroughly the word “deconstruction” has been drained of meaning, and by the very people who accuse deconstruction of draining words of meaning.) What Huntington is talking about is not deconstruction but bilingualism, affirmative action, cosmopolitanism (a concept with which Nussbaum is associated), pluralism (Walzer), and multiculturalism (Clinton and Gore). “Multiculturalism is in its essence anti-European civilization,” Huntington says. “It is basically an anti-Western ideology.” - Ich glaube wohin die Rede vom "Kosmopolitentum" führt, haben alle noch im Gedächtnis. Dem entgegen steht Huntingtons Idee von den USA: “the Christian religion, Protestant values and moralism, a work ethic, the English language, British traditions of law, justice, and the limits of government power, and a legacy of European art, literature, philosophy, and music,” plus “the American Creed with its principles of liberty, equality, individualism, representative government, and private property.” (“Human rights” was on the list in the copies sent to reviewers; it does not appear in the finished book.) //nicht enthalten sind: Juden, Moslems, Katholiken, Hindus, Buddhisten, Schintoisten, amerikanische Ureinwohner, die Einwohner der ehemaligen französischen, spanischen, niederländischen Kolonien auf dem Gebiet der heutigen USA, ...// Man sieht: der Amerikaner und die Europäerin sind ein Ehepaar und Huntington als Wiedergänger Spenglers a domestic monoculturalist and a global multiculturalist (and an enemy of domestic multiculturalism and global monoculturalism). “Civilizations are the ultimate human tribes,” as he put it in “The Clash of Civilizations.” The immutable psychic need people have for a shared belief system is precisely the premise of his political theory. You can’t fool with immutable psychic needs.

Also: die amerikanische Rechte und ihre Gesinnungsgenossen in Europa beharren auf ihrem (mal ausschließlich christlichen, mal jüdisch-christlichen) Westen; innerhalb dessen sind die USA die Vormacht. Für Huntington reicht es aus, einen imaginierten status quo zu verteidigen (oder einen status quo ante wiederherzustellen) und den Rest der Welt den Rest der Welt sein zu lassen. Für die anderen (Zbigniew Brzezinski mit seiner American Primacy z.B.) haben die USA auch dort die Vorherrschaft zu erobern und zu sichern; sollten sie dazu wider Erwarten nicht in der Lage sein, holt man sich das schwache Europa ins Boot, indem man es gefügig macht und umformt. Dazu ist es nötig, Identitätsdiskurse anzuleiern, vorbereitend in Amerika dann innerhalb Europas. Fukuyama will return to speak in Europe this month and next. His desire to raise the issue of Islam and Europe is intriguing at the least, and surely intrusive for some Europeans. But it reflects a central concern of other leading American academics.

In diesem Licht betrachtet ist es gut, dass der Habermas/Derrida Versuch, eine europaweite Diskussion über Europa zu starten, misslungen ist. Auch wenn die beiden sicher nicht die Absicht hatten, einen oben beschriebenen Identitätsdiskurs zu starten, wären Ansichten wie die obigen früher oder später zur Sprache gekommen und hätten bedeutend mehr öffentliches Echo bekommen als unter den jetzigen Umständen. Ganz abgesehen davon, dass es unklug ist, Europa als das nicht-Amerika zu definieren. Man sollte weiterhin zu dem Thema schweigen und lieber beherzigen, was Bruce Sterling über die EU zu sagen hat: I'm kind of liking this European 'Acquis' model where there is scarcely any visible 'governing' going on, and everything is accomplished on the levels of invisible infrastructure, like highway regulations and currency reform. - Global to Local: The Social Future as seen by six SF Writers: Cory Doctorow, Pat Murphy, Kim Stanley Robinson, Norman Spinrad, Bruce Sterling and Ken Wharton - Organized and with commentary by John Shirley, Locus Online via Henry Farrell (Acquis fiction) - Eine kulturelle, geographische oder gar religiöse Definition von Europa ist nicht nötig. Die politische Definition von Europa sollte ihren Ausdruck in der Verfassung finden, der Rest in der "unsichtbaren Infrastruktur", der Gesamtheit des europäischen Rechts- und Verwaltungsapparates. Europa ist, wo europäisches Recht gilt.

Kurz nach dem 11. September schrieb Edward Said in The Nation (The Clash of Ignorance): Der Versuch, den "Westen" in einen klassischen Identitätsdiskurs zu verwickeln um ihn anhand von Kultur, Geographie, Religion klar vom "Islam" zu trennen says Eqbal Ahmad, is "very reassuring to the men and women who are stranded in the middle of the ford, between the deep waters of tradition and modernity." But we are all swimming in those waters, Westerners and Muslims and others alike. And since the waters are part of the ocean of history, trying to plow or divide them with barriers is futile. These are tense times, but it is better to think in terms of powerful and powerless communities, the secular politics of reason and ignorance, and universal principles of justice and injustice, than to wander off in search of vast abstractions that may give momentary satisfaction but little self-knowledge or informed analysis. "The Clash of Civilizations" thesis is a gimmick like "The War of the Worlds," better for reinforcing defensive self-pride than for critical understanding of the bewildering interdependence of our time.

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2715 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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