wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Sonntag, 10. Oktober 2004
한글날
Laut wikipedia war gestern, 9. Oktober, Han-geul Tag. Irgendwann zu dieser Zeit im Jahre 1446 wurde von König Sejong dem Großen (Sejong Daewang / 세종대왕) und seinen Gelehrten mit Die richtigen Laute zur Belehrung des Volkes (Hunmin Jeongeum / 훈민 정음) die immer noch gültige koreanische Schrift Han-geul (한글) eingeführt. Es ist eine leicht zu erlernende phonetische Schrift, geschaffen mit der ausdrücklichen Absicht, den gewöhnlichen (d.h. nicht in den chinesischen Schriftzeichen unterrichteten) Leuten das Lesen und Schreiben zu ermöglichen.

Eigentlich geht es aber um den Koreanischen Siebenjährigen Krieg (1592-1598). Toyotomi Hideyoshi hatte gerade Japan unter seiner Herrschaft geeint und, um seine fragile Koalition aufrechtzuerhalten, beschloss, China zu erobern. Ursprünglich wollte er dazu eine Allianz mit Korea eingehen, das aber ablehnte um den japanischen Truppen nicht gestatte, sein Territorium zu benutzen. 1592 startete er die erste Invasion mit einer Armee von 160.000 Soldaten; innerhalb weniger Wochen hatte er fast die gesamte Halbinsel erobert und bot China (damals unter der Ming Dynastie) eine Teilung Koreas an. Das wurde abgelehnt und mit einer chinesisch-koreanischen Streitkraft konnten die Japaner zurückgedrängt werden. Admiral I Sun-sin (이순신) gelang es mit seinen "Schildkrötenschiffe" (den ersten gepanzerten Kriegsschiffen), große Teile der japanischen Flotte zu versenken und ihr Versorgunslinien zu unterbrechen.

1597 schickt Toyotomi Hideyoshi erneut 140.000 Soldaten; diese werden aber schnell zurückgeschlafen. Im Jahr darauf stirbt er;Tokugawa Ieyasu übernimmt die Macht und begründet das Tokugawa Shogunat, das sein Ende in der Meiji Ära findet. Die hohen Kriegskosten sind ein weiterer Faktor im Untergang der Ming Dynastie (dieser Artikel ist besonders umfangreich und erörtert im letzten Teil das Wirtschaftssystem und die Gründe dafür, warum die Entwicklung in China hinter derjenigen in Europa zurückfiel), die nach der Eroberung des Landes durch die Mandschus von der Qing Dynastie abgelöst wurde.

Worauf ich hinaus will: I Sun-sin hat ein Tagebuch geführt und dem Hof Bericht erstattet. Auf Englisch sind das Tagebuch und die Berichte herausgegeben worden unter den Titeln Nanjung Ilgi: War Diary of Admiral Yi Sun-sin und Imjin Changch'o: Admiral Yi Sun-sin's Memorials to Court. Der Staatskanzler Yu Songnyong hat den Krieg ein Buch namens Chingbirok verfasst, das das Institute of East Asian Studies der University of California, Berkeley unter dem Titel The Book of Corrections übersetzt von Choi Byonghyon als Korea Research Monograph 28 herausgegeben hat. Darin gibt Yu die genauen Gründe für die schnellen Erfolge der japanischen Armeen an, führt das Ausmaß des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruchs in Folge des Krieges vor Augen und macht konkrete Vorschläge, wie all das in Zukunft verhindert werden kann. Wichtig ist das alles deswegen, weil ich eine Vorlesung besuche, in der das Das Denken des Ökonomischen behandelt wird. Der Ökonomiebegriff, um den es hier u.A. geht, ist der des "guten Regierens", der Polizeiwissenschaft - das Wort lebt heute auf Englisch noch in seiner damaligen Bedeutung als policy weiter. Und da Ostasien eine sehr lange Staats- und Verwaltungstradition hat, sollte sich da auch in China und Japan einiges finden, wenn auch das meiste wahrscheinlich weder übersetzt noch kommentiert sein wird.

Bleibt abschließend noch zu sagen, dass ich jetzt endlich - ein Semester vor Abschluss des ersten Studienabschnitts - weiß, dass ich mich für das falsche Studium entschieden habe. Dafür weiß ich auch, dass ich zum policy wonk geboren wurde und als EU Beamter sicher ein schönes Leben haben werde; vielleicht steige ich irgendwann in die Politik ein und verwirkliche (so wie Lisa Simpson es geplant hatte) ein program of incremental policy amelioration und lese Bücher von Al Gore. Jedenfalls aber wie Hermes Conrad in der Futuramafolge "How Hermes Requisitioned His Groove Back" singt:

And they say
this boy's born to be a bureaucrat
born to be all obsessive and snotty
I made my friends and relations fill long applications
to get into my tenth birthday party

[...]

People,
We didn't choose to be bureaucrats
No that's what our mighty Ja made us
We treat people like swine and make them stand in line
Even if nobody paid us

They say the world looks down on the bureaucrats
They say we're anal, compulsive and wierd
But when push comes to shove you gotta do what you love
Even if it's not a good idea

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2711 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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