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Freitag, 22. Oktober 2004
After All the Prosaic Waiting... Uni-Blogging Finally Crashes Into Nietzsche
01:02h — ‹philosophie›
Der Ort ist der Hörsaal 3F des NIG; die Lehrveranstaltung ist "Sprache und Rhetorik bei Nietzsche"; der Lehrveranstaltungsleiter ist Gerald Posselt. Nach einem Referat über Philippe Lacoue-Labarthes Der Umweg, zu finden auf den Seiten 77-110 des Bandes Nietzsche aus Frankreich kommt es zur Diskussion. Ein Teilnehmer selbiger meint, es gäbe ja auch nichtmanipulative Formen der Rhetorik; bei denen ginge es dann lediglich darum, auf etwas hinzuweisen oder etwas verständlich auszudrücken. Ein anderer Teilnehmen findet als bestes Beispiel für den rhetorischen Charakter der Sprache Goebbels - er nennt ihn (wenn ich mich richtig erinnere) Dr. Joseph Goebbels - und später kommt noch sein Vorgesetzter dazu - diesmal ohne Vornamen und Titel. Beide hätten mit ihrer diabolischen Rhetorik alle benebelt und den Zweiten Weltkrieg begonnen oder so ähnlich. Als es dann später um die Frage des Ursprungs der Rhetorik geht, genauer gesagt darum, warum Nietzsche geschrieben hat, die Griechen hätten die Rhetorik erfunden und seien das Volk der Rede, meint ein Kollege, das läge daran, dass das Griechische näher bei den Dingen gewesen wäre, näher am Sein halt.
Und den letzten zwei Aussagen habe ich diesmal sogar fast widersprochen. Widersprechen habe ich noch immer nicht gelernt, daher bat ich im ersten Fall um Klärung, was denn bei Nietzsches Konzeption der Rhetorik mit den Zuhörern wäre, die ja ("Nimm das, unschuldig verführtes Volk!") den Gang des Sprechers nachvollzögen und nicht einfach passiv zuhörten; was denn dann auch mit dem Sprecher selbst wäre und ob nicht beide wegfallen würden. Der Lehrveranstaltungsleiter gab mir Recht und meinte, das alles würde herausgenommen, nicht Sprechen sei Rhetorik, sondern Sprache. Im zweiten Fall gab ich als Ursprung der Rhetorik die Demokratie an; da Macht in der Demokratie per Definition nicht unmittelbar ausgeübt wird, sondern wesentlich durch Sprache vermittelt, bedarf es der Entwicklung einer Technik des Sprechers, usw. Auch das wurde (zu meiner ewigen Freude) zur Kenntnis genommen. Nach der Lehrveranstaltung wollte ich dann eigentlich wollte nur noch fragen, wie es genau mit einer Seminararbeit stünde, ließ mich dann aber dazu überreden, in der folgenden Woche ein Referat zu halten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits einiges an Zeit verloren; ich stürmte zur U-Bahn, aber durch eine Verstopfung vor der Rolltreppe musste ich außen herum und zur Treppe rennen. Kurz bevor ich da war, fuhr die U-Bahn los. Die nächste kam vier Minuten später; die U-Bahn, in die ich umsteigen musste, sollte - laut Anzeigetafel - jeden Moment kommen, ließ sich aber - laut einem kleinen Mädchen neben mir - vier Minuten Zeit. Im Endeffekt verpasste ich meine Schnellbahn um zwei bis drei Minuten. Immerhin stieg aber neben mir aus der U-Bahn eine gutaussehende junge Dame, die ein Buch von Philip K. Dick las.... link (2 comments) ... comment ... older stories
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![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2711 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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