| wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor |
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Montag, 10. Jänner 2005
Geht mir auch so
20:43h — ‹zimtladenschaufensternasenquetschgeschichten›
It's just these damn deadlines, this internalized pressue to produce! I'm not even in an actual PhD program yet. And when I see the contents of a PhD program, I can never space it out in my mind. I don't think in terms of taking two or three courses a semester for a couple years, then studying for exams, then taking a few years to pound out the dissertation. I think in terms of getting all of it done within the next couple weeks. Perhaps my youth prevents me from having a realistic concept of time. The same thing happens with a course syllabus: when I first read it, in my mind, all of it has to be done within a week, including the paper. - [Adam Kotsko, I've got reservations]
Und vor Angst gelähmt liege ich dann den ganzen Tag im Bett und fühle mich schlecht vor dem Einschlafen, weil ich nichts zusammengebracht habe. Dabei brauche ich mich gar nicht fürchten. Heute zum Beispiel habe ich mir vorgenommen, endlich die Prüfung für eine Vorlesung vom letzten Semester zu machen. Ich bereite mich also darauf vor, in die Sprechstunde von Herrn. Prof. Klein zu gehen und bei ihm eine Prüfung überseine Vorlesung "Logik und Metaphysik" aus dem Sommersemester 2004 abzulegen. Und schon beginnen die Horrorvorstellungen, die mich so weit lähmen, dass ich mir meine Mitschrift nur noch ein mal vor dem Schlafengehen durchlesen kann. In der Nacht finde ich keinen Schlaf, kurz vor Sonnenaufgang schaffe ich es dennoch, endlich einzuschlafen, und muss drei bis vier Stunden später schon wieder aufstehen. Ich bin trotz sorgfältiger Planung wie immer zu spät zur Schnellbahn; auf dem Weg dorthin laufe ich meinem Großvater über den Weg, der sich beschwert, dass ihm niemand zum Geburtstag gratuliert hat. Fast bin ich schon am weitergehen, da fragt er, ob ich es eilig habe, und ich Dummkopf antworte, ohne viel nachzudenken, mit nein. Also ist noch Zeit, dass er mir seine neue Lebensgefährtin vorstellt, die runter zur Tür kommt, sich vorstellt, fragt, wohin ich gerade unterwegs bin, auf meine Antwort meint, dass auch ihre Enkel studieren, und noch etwas sagt, das ich nicht mehr genau verstehe, denn inzwischen ist mir bewusst geworden, dass ich es eilig habe, beziehungsweise eilig haben sollte. Ich gehe weiter und sehe kurz darauf schon die Schnellbahn in die Station einfahren; obwohl ich renne, gehen die Türen bereits zu, doch als ich am Bahnsteig ankomme, ist doch noch eine Tür offen. Ich steige ein, bedanke mich beim Schaffner, der gerade den Kopf aus dem Führerstand streckt, dann noch einmal, als er wenige Momente darauf kommt, meinen Fahrschein zu kontrollieren. Mein kurzer, aber intensiver Sprint zeitigt bereits Nebenwirkungen, ich huste und keuche, schwitze Rotz und Wasser, und kurz darauf wird mir sehr schlecht. Die wenige Farbe in meinem Gesicht weicht der Blässe, die eine Stunde davor beim Aufstehen meinen Teint dominierte, und verschwindet schnell vollständig. Ich versuche, mich aufrecht zu erhalten, wie immer in solchen Situationen kommt mir Unterbewusstsein zu Hilfe, indem es seine ungelösten Rätsel den Gedankenfluss hinauf schickt und mich damit beschäftigt, die Texte von Liedern aus dem vorigen Leben zu rekonstruieren. Aber es hilft alles nichts, und zu meiner ewigen Schande renne ich kurz vor Leopoldau aufs Klo übergebe mich zum ersten Mal in meinem kurzen, an Übergaben reichen Leben, ins Zugsklo. Dieses mal ist es kein Scherz, diesmal sieht mein Frühstück, die halbverdauten Scheiben Brot - als grauer Brei - mit den Knackwurstflecken darin und der schon beim Essen grausliche Doughnut, tatsächlich aus wie etwas, das andere Leute zu Mittag essen. Zutiefst beschämt mache ich mich auf den Weg zurück zu meinem Platz, nachdem ich drei Mal jeweils etwas mehr als einen Mund voll erbrochen habe, und bemerke wieder die Blicke der Leute, die ein weiteres zu meiner an die Grenzen des menschenaushaltbaren angeschwollenen Scham beitragen. Es geht mir besser, jedoch nur insofern, als sich nichts mehr in meinem Magen befindet, das raus will; aber mein Frühstück bin ich nun los. Ich brauche also Ersatz und verfalle auf die Idee, den Billa gegenüber dem NIG zur Beschaffung eines neuen heranzuziehen. Nach kotzschwangeren Ewigkeiten der Schnellbahn- und U-Bahnfahrt entscheide ich mich für einen magenschonenden Müsliriegel ohne Zucker und setze meinen Weg zur ersten Vorlesung fort. In der Zeit bis zum Beginn selbiger esse ich drei der insgesamt sechs Riegel und versuche, mir endlich - wie ursprünglich schon für die Schnellbahnfahrt geplant - meine Mitschrift der Vorlesung noch einmal anzuschauen, deren Prüfung ich in wenigen Stunden ablegen möchte. Es ist qualvoll, ich kann mich kaum konzentrieren, also konzentriere ich mich darauf, ruhig sitzen zu bleiben, bis es vorbei ist. Als es dann soweit ist, beschließe ich, meiner Routine zu folgen, mir etwas zu Essen zu kaufen, in die Wohnung zu fahren, dort aufs Klo zu gehen, zu essen und mich hinzulegen. Das letztere aber muss ich diesmal verkürzen, auf eine viertel Stunde, um rechtzeitig in die Sprechstunde von Herrn Prof. Klein zu kommen. Ich gehe noch einmal harmlos aufs Klo, hole mir die zwei Zettel der vorläufigen Prüfungsbestätigung und setze mich vor Herrn Prof. Kleins Zimmer. Dort sitzen schon eine Menge anderer Leute, die ein ähnliches Ziel verfolgen wie ich. Die junge Dame, neben die ich mich setze, möchte auf die Prüfung für die Vorlesung Logik und Metaphysik aus dem vorigen Semester machen, und ich kann ihr behilflich sein, indem ich aus meinem KoVo vom vorigen Semester die Nummer der Lehrveranstaltung heraussuche. Ich erkenne sie; sie ist mir schon oft in verschiedensten Lehrveranstaltungen aufgefallen, und ich habe oft verstohlen zu ihr hingeblickt, und jetzt plaudern wir ganz zwanglos. Sie lässt mich vor, damit ich noch zu meiner nächsten Vorlesung zurecht komme, ich spule bei Herrn Prof. Klein mein Programm ab, bekomme ein Sehr Gut und komme nur ein wenig zu meiner nächsten Vorlesung zu spät, die auch anstrengend ist, aber inzwischen kann ich mich wieder konzentrieren und es ist alles bald vorbei. In wenigen Minuten werde ich zu Hause aus der Bahn aussteigen und mich freuen können, dass obwohl ich einen der schrecklichsten Tage meines Lebens hatte, alles gut wird, und ich manchmal sogar Mädchen kennen lerne, und es sogar möglich ist, dass diese sich nicht irgendwann angewidert von mir abwenden. Ja, das Leben ist schön! ... link (0 comments) ... comment ... older stories
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![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2715 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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