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Mittwoch, 5. März 2008
Auch wenn Philip K Dick etwas völlig anderes damit gemeint hat: The Empire is the institution, the codification, of derangement; it is insane and imposes its insanity on us by violence, since its nature is a violent one.
17:43h — ‹politique mon amour›
Ein paar Ausschnitte:
Das Spezifikum des amerikanischen Imperiums ist nicht, dass der Präsident beschließt, was in einem Land auf der anderen Seite der Erdkugel passieren oder nicht passieren muss, und das dann auch passiert oder nicht passiert, sondern es ist das Spezifikum des amerikanischen Imperiums, dass die Beteiligten offensichtlich zu blöd zum Scheißen sind und/oder so sehr in ihre eigene imperiale Sicht der Dinge eingegraben sind, dass sie gar nichts mehr auf die Reihe kriegen. /Und beunruhigend viele Leute scheint auch eher diese außergewöhnliche Unfähigkeit zu stören als diese ganze Imperiumsgeschichte an sich; wohl wahrscheinlich deshalb, weil sie sich nicht nur glauben, dass sie es besser könnten, sondern sich auch sicher sind, bald die Gelegenheit dazu zu haben./
So funktioniert es, so hat es immer funktioniert und so wird es auch noch eine ganze Weile funktionieren: das Imperium erwählt sich einen möglichst schwachen Statthalter, der für sein weiteres (politisches und physisches) Überleben ständig auf das Imperium angewiesen sein wird - das ist in Afghanistan und im Irak nicht anders, und war es auch im Britischen Empire nicht. Jedes Aufkommen einer vom Imperium unabhängigen politischen Macht (egal ob sie wirklich unabhängig ist oder nur von einem anderen Imperium abhängig), muss bekämpft werden - So we’re agreed? You’ll dissolve the government within two weeks? Nicht vergessen werden soll hier aber, dass auch die sogenannte internationale Gemeinschaft ihren Teil zu alldem beigetragen hat, als sie der rechtmäßig gewählten palästinensischen Regierung die (für das Funktionieren des Staatsapparates notwendigen) Hilfsgelder gestrichen hat, mit dem ausdrücklichen Ziel, die Regierung dadurch zu schwächen bzw. wenn möglich zu Fall zu bringen, und sich dann bei der Wiederherstellung der Hilfeleistungen ausdrücklich darum bemüht hat, diese an der (ich wiederhole: rechtmäßigen) Regierung vorbei direkt an den Präsidenten (ich wiederhole: den Statthalter) zu leiten.
Auch ein Imperium braucht Freunde, denn es kann passieren, dass es zu Hause in seiner Handlungsfreiheit durch die Launen von ansonsten eher freundlich gesinnten Insititutionen eingeschränkt ist. Damals ging auch das Gerücht um, dass Israel selbst Geld und Waffen bereitgestellt hat. Ob dem so war, oder nicht, ist aber eigentlich unwichtig, denn so oder so haben die Ereignisse der israelischen Politik sehr genützt, die sich ihrerseits sehr um die weitere Verschlechterung der Lebensbedinungen der Palästinenser bemüht hat, und das alte Spiel von der Verhandlungsbereitschaft unter der Bedingung, dass die palästinensische Seite alle ihre Forderungen von vorneherein aufgibt, weiterspielt. Das in letzter Zeit jedoch mit dem zusätzlichen Bonus, dass die wackelige Regierung ihre Existenz dadurch sichern kann, dass sie beteuert, sich ganz und gar für den Friedensprozess einzusetzen; denn das ist anscheinend alles, was sie tun muss, um die treuherzigen traurigen Überreste der israelischen Linken davon zu überzeugen, allfällige Mißtrauensanträge gegen die Regierung nicht zu unterstützen.
Dennoch sollte das Imperium immer im Hinterkopf behalten, dass auch die Freunde des Imperiums gelegentlich andere Interessen verfolgen als die des Imperiums. Aber solange man die Statthalter unter Kontrolle hat, ist alles in Ordnung. Und wenn der Statthalter Gesetzte brechen und einen Staatsstreich anzetteln muss? Auch kein Problem für das mediengewandte Imperium von heute: man dreht den Sachverhalt einfach um - aus dem fehlgeschlagenen Coup der Fatah gegen die gewählte Hamas-Regierung wird ein Putsch der bösen bösen islamistischen Extremisten gegen den guten guten Präsidenten, der doch nur den Frieden will. An so obskure Details wie die Bombardierung von Ministerien und die Verhaftung von Ministern und Parlamentsabgeordneten und andere Details der "Sicherheitsoperationen" Israels im Gazastreifen, ganz zu schweigen von irgendwelchen geheimen Waffenlieferungen, die von irgendwelchen Zeitungen aufgedeckt worden sind, und die sich auch kaum zu einem Bild zusammenfügen würden (Denn es wissen doch alle, dass Abbas der Gute ist, und wieso sollte der sowas schlimmes tun?), kann sich eine Woche danach sowieso niemand mehr erinnern, und falls doch, auch egal. ... link (0 comments) ... comment ... older stories
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![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2711 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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