wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Mittwoch, 18. März 2009
Die FPÖ ist die Partei des/der ... [siehe beiliegende Ausfüllhilfe]

Armin Wolf berichtet im Blog der ZIB 2 das Folgende:

Brauchen wir ”Notgesetze”?
Eine bisher nirgendwo beachtete, aber ziemlich erstaunliche Resolution hat vor einigen Tagen der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) beschlossen. Darin werden "Notgesetze" verlangt, die Unternehmern erlauben sollen, während der Wirtschaftskrise die geltenden Gesetze zu ignorieren:

"Die Wirtschaft braucht eine Notgesetzgebung, die ihr erlaubt, 'Unternehmerkillergesetze', wie Kurzarbeit nur mit Behaltefrist, Basel II oder das starre Arbeitszeitgesetz, außer Kraft zu setzen, um gemeinsam mit allen Erwerbstätigen eine Überlebensstrategie für den betroffenen Betrieb maßgeschneidert umzusetzen."

An sich kennt man eine derartige Notstandsgesetzgebung aus Diktaturen, jedenfalls nicht aus funktionierenden westlichen Demokratien. Die Begründung für die groteske Forderung: Eine angeblich "nicht mehr reparierbare Vertrauenskrise in die Politik".

Aber der Verein, dessen Bundesvorstand das verlangt, ist nicht irgendein winziger Obskurantenklub. Der Bundesobmann des RFW ist immerhin Klubchef der FPÖ im Vorarlberger Landtag, einer seiner Stellvertreter ist Vizepräsident der ö. Wirtschaftskammer und Bürgermeister (BZÖ), ein weiterer ist ebenfalls Bürgermeister und war FPÖ-Kandidat bei der jüngsten NR-Wahl. Und nahezu alle anderen Spitzenfunktionäre haben leitende Funktionen in der WKO. Die gesamte Resolution findet sich auf der Homepage des RFW und auch hier. Und im Gegensatz zu anderen Dingen, die man im Internet so findet, ist dieser Text kein Fake sondern echt und ernst gemeint.

Und wer glaubt, die FPÖ bzw das BZÖ sei die Partei des Kleinen Mannes, oder gar die neue Arbeiterpartei, d.h. mit anderen Worten: das Dritte Lager (und davor der Faschismus) sei nur ein Ausfluss der Arbeiterbewegung (Herr Rauscher und Konsorten, damit sind sie gemeint!), lese bitte die folgenden Zitate aus der Pressemeldung des RFW mehrmals laut vor:

  • »Der Politik ist es nicht gelungen, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft so zu stellen, dass diese rasch und effizient auf Krisen reagieren kann.«
  • »Wirtschaftlich vernünftiges Handeln ist mit dieser Politik nicht mehr möglich!«
  • »Daher muss das Handeln wieder dorthin geführt werden, wo die Entscheidungen zu treffen sind - also weg von den Sozialpartnern und der Politik - und zurück in die Unternehmen! Denn genau dort wird der Überlebenskampf geführt. An dieser Front müssen die Entscheidungen getroffen werden und nicht in den Tintenburgen der Verwaltung und der Politik.«
  • »Leider hat die Politik das Vertrauen der Wirtschaft enttäuscht und die Macht nicht im Sinne einer gesunden Volkswirtschaft eingesetzt.«
  • »Wer mit Macht nicht umgehen kann, dem muss man sie wieder nehmen.«
  • »Wir können den Wirtschaftsstandort nur dann nachhaltig sichern, wenn wir die Sozialpartner, sowie die Politik für die Dauer der Krise karenzieren, damit nicht noch mehr Unheil angerichtet wird.«
  • [Oh die Anmaßung! Die Freiheitliche Wirtschaft will den organisierten Rechtsbruch, das familiäre Einvernehmen im Betrieb statt der Aufmüpfigkeit der Schutzbefohlenen und der Einmischung durch Gewerkschaft, Arbeiterkammer und „Politik”; sie will die Macht, die sei meint, der „Politik” nur geliehen zu haben, wieder zurückfordern; sie ist enttäuscht - und fordert vom Parlament ein Ermächtigungsgesetz, denn sie ist sich ganz sicher, dass der Kapitalismus nur funktionieren kann, wenn es keine Einmischung gibt, von „oben“ nicht, und von „unten” schon gar nicht. Trottelfaschisten]

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    Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2715 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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