| wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor |
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Mittwoch, 8. September 2004
Dafür sollte man sich schon entschuldigen
19:18h — ‹land ohne eigenschaften›
"Pogromstimmung" - von wegen. Zuerst möchte er den Broukal in die Pfanne hauen, dann geht er in die Offensive mit so einem dummen Sager. Gesagt hat er ohnehin Progrom, weiß also zumindest in einer Hinsicht nicht, was er sagt.
Ein gutes hat die Sache aber: Die SPÖ lässt sich nicht mehr in die Enge treiben; zumindest wenn die Beteiligten Personen sich jetzt endlich auf eine Linie einigen können und auch dabei bleiben; und es reicht nicht mehr, dass irgendwo mangelnder Patriotismus beklagt wird und schon reiht sie sich gemeinsam mit den Grünen hinter die Regierungsparteien und singt die Bundeshymne und alle inoffiziellen Strophen und ist entrüstet und macht gleich die Doppelschicht Chauvinismus, damit ja keiner auf die Idee kommen könnte, sie wäre eine Partei von Vernaderern. Wenn sie jetzt bloß noch erklären können, warum der Sager vom Broukal eigentlich nichts ist, wofür man sich entschuldigen müsste und warum die Geschichtsbilder der Regierungsparteien mindestens reaktionär sind - und ich denke das könnte sie, denn eigentlich ist der mainstream im Lande zumindest unter den Jungen links orientiert - dann könnte man sich in Zukunft ja überhaupt etwas mehr trauen. Ein gutes Beispiel dafür, wie das funktionieren könnte, gibt Günter Traxler im heutigen Standard (Unbenommen): Aber der blindwütige Eifer, mit dem die Volkspartei reklamiert, von Broukals Unbenommenheitserklärung unbedingt ebenfalls betroffen sein zu wollen, deutet auf einen kritischen Mix von schlechtem Gewissen ob ihres Partners, nackter Angst vor dem, was ihr nach den Niederlagen des letzten halben Jahres der 13. Juni bescheren könnte und letztem Aufgebot zur Abwendung dieser Bescherung hin. [...| Es bleibt Khol genauso mit minderer Bedeutung unbenommen, dem Heimwehr-Patriotismus unter dem Dollfuß-Konterfei im ÖVP-Klub nachzutrauern, aber sein öffentlicher Versuch, die gewaltsame Beseitigung der Demokratie durch einen solchen Vergleich zu verharmlosen, macht den Nationalratspräsidenten eher rücktrittsreif als den Abgeordneten. Meine Rede. Eine gute Gelegenheit, der Regierung Dampf zu machen, wäre, die Strategie des PS (parti socialiste) zu übernehmen: Dominique Strauss-Kahn (der nach dem Abgang der Regierung Jospin eine längere Nachdenkpause eingelegt hatte) hat das Thema aufs Tablett gebracht, seine Partei davon überzeugt und es zu einem zentralen Punk im EU Wahlkampf gemacht («Pour moi, l'adoption par un couple homo, c'est oui»,DSK pousse le PS dans les bras du mariage gay; Libération). Ich weiß nicht, wie populär die homo-Ehe in Österreich derzeit wäre, aber ich glaube, dass - selbst wenn sich momentan keine Mehrheit dafür fände - man die Leute leicht davon überzeugen kann, dass es mehr als angebracht ist, diesen Schritt zur Gleichberechtigung zu tun - dass davon die Welt nicht untergeht, dass homosexuelle Ehepaare sich auch nicht großartig von hetersexuellen unterscheiden, dass es dadurch nicht zum automatischen Sittenverfall kommt, dass dadurch nicht die traditionelle Ehe unterminiert wird, ... - und gleichzeitig die Konservativen als intolerant (und hasserfüllt) dastehen zu lassen. Das sollte eigentlich eine leichte Übung sein. ... comment |
![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2711 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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