wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Montag, 8. Oktober 2007
Vietnam I

Beinahe sechs Jahre ist es nun her, dass die USA - als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September - mit britischer Unterstützung das Taliban-Regime in Afghanistan gestürzt haben.

Seitdem versuchen Washington und die NATO vergeblich, das Land zu befrieden. Im Irak ist der Kampf gegen die Rebellen und die Aussicht auf ein Ende der Gewalt noch hoffnungsloser.

Seit einigen Monaten setzt das Pentagon nun verstärkt auf eine neue Strategie: Statt Journalisten wie bei der Eroberung des Irak werden nun Ethnologen und Soziologen in die Armee "eingebettet".

[...]

Gegen die Einbindung von Wissenschaftlern im Kampf des Militärs gegen die Taliban regt sich allerdings in der Wissenschafts-Community bereits heftiger Widerstand.

Die Gegner warnen davor, dass sich ihre Kollegen für einen schmutzigen Krieg einspannen lassen, der die gesamte Wissenschaft in Misskredit bringen und das Arbeiten für Ethnologen in Krisengebieten unmöglich machen wird.

Sie verweisen auf den Missbrauch der Sozialwissenschaften im Anti-Guerilla-Kampf in der Vergangenheit - etwa in Vietnam und Lateinamerika - und bezeichnen jene Ethnologen, die sich vom Pentagon anwerben lassen, schlicht als "Söldner-Ethnologen".

[''Bewaffnete Sozialarbeit'', ORF.at ]

Ein solches Prinzip der Arbeitsteilung war charakteristisch für die amerikanische Kriegsmaschinerie. Sie setzte "reine" Wissenschaftler und opferwillige Philanthropen am richtigen Platze ein. Die ersteren lieferten die theoretischen Grundlagen für geplante Aktionen, über die sie meist gar nicht unterrichtet wurden. Die letzteren dienten unfreiwillig der Werbung für die amerikanische Politik, dem "Window-dressing". Sie halfen in den Flüchtlingslagern und Krankenhäusern, sie linderten nach Kräften das Elend, das ihre Landsleute im Auftrage des gleichen Arbeitgebers pausenlos verursachten. Es reichte aus, daß die humanitären Helfer den Krieg als eine objektive Gegebenheit anerkannten, für die weder sie persönlich noch ihr Land verantwortlich waren. Erfüllten sie diese passive Voraussetzung, dann konnten sie und mit ihnen Amerika als selbstlose Helfer dargestellt werden, die sich unablässig um die Opfer von so etwas wie einer Naturkatastrophe abmühten. In diese Funktion versuchten die Amerikaner auch die Angehörigen unabhängiger Organisationen und neutraler Nationen hineinzudrängen. Sie taten alles, um die Hilfe ihrer Behörden für diese Organisationen unentbehrlich zu machen. Durch die Zusammenarbeit an der "gemeinsamen Sache" sollte die implizite Anerkennung der objektiven Notwendigkeit des "antikommunistischen" Kampfes unterstellt werden, den die Amerikaner allein führten. Ließ eine Gruppe sich auf offizielle amerikanische Hilfe ein, so wurde sie publizistisch sogleich eingemeindet, zu einem Rädchen der amerikanischen Kriegsmaschinerie umfunktioniert. So war es den Maltesern ergangen und einem großen Teil der übrigen "humanitären Hilfe" der Bundesrepublik und anderer Staaten.

[Georg W. Alsheimer, Vietnamesische Lehrjahre, suhrkamp taschenbuch 73, Zweite verbesserte Auflage mit einem Nachbericht von 1972, s. 389]

... comment



Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
status
You're not logged in ... login
menu
search
 
calendar
Oktober 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 5 
 6 
 7 
 9 
10
11
14
15
19
20
22
23
24
25
26
27
28
29
31
 
 
 
 
 
recent updates
Zusammenfassung der bisherigen...
Ich bin also fertig (und damit Magister der Philosophie)...
by flowo (2011.12.11, 23:33)
Watch This Space
by flowo (2011.12.08, 00:53)
Damit dürfte die...
Oh ja, ich bin ein Gewinner! Teilweise war es nicht...
by flowo (2010.10.21, 02:21)
Jetzt wird es ernst
Sehr ernstIch meine richtig ernstAber ich bin bereit
by flowo (2010.10.20, 00:18)
E. P. Thompson über...
Gestern war in der Jungen Welt ein Artikel über...
by flowo (2010.09.22, 22:37)
nettes
empfohlene schriftarten
etc.
xml version of this page

made with antville

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
#1057;