wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Es ist nicht gut, wenn Fernsehen von Leuten gemacht wird, die entweder eine zu kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, oder ein schlechtes Gedächtnis, oder sich überhaupt nicht für ihre Arbeit interessieren

Gestern hat der ORF unter dem Titel Gegen die Unvernunft ein Porträt von Amos Oz gezeigt. Viel zu Herz gehendes Geschwafel über Extremismus und so, das vielleicht nicht ganz so hohl geklungen hätte, hätte Amos Oz den Libanonkrieg 2006 bekämpft, oder wenigstens abgelehnt. Das Gegenteil war aber der Fall:

Als die Regierung diesen Krieg begann, wurde sie von einer eindrucksvollen Reihe von Schriftstellern unterstützt. Amos Oz, A.B.Yehoshua und David Grossman, die regelmäßig als politisches Trio erscheinen, unterstützten wieder gemeinsam die Regierung und nutzten ihre beträchtlichen verbalen Talente, um den Krieg zu rechtfertigen. Das genügte ihnen aber noch nicht: einige Tage nach Beginn des Krieges veröffentlichten die drei gemeinsam eine Annonce in den Zeitungen, in der sie ihre Unterstützung des Krieges begeistert zum Ausdruck brachten.

Ihre Unterstützung war nicht nur passiv. Amos Oz, ein Schriftsteller mit großem literarischem Prestige weltweit, schrieb einen Artikel zugunsten des Krieges, der in bedeutenden ausländischen Zeitungen erschien. Ich würde mich nicht wundern, wenn ihm "jemand" beim Verteilen geholfen hat. Auch seine beiden Kollegen waren aktiv dabei, den Krieg zu propagieren, zusammen mit vielen andern Schriftstellern wie Yoram Kaniuk, verschiedenen Künstlern und Intellektuellen - mit und ohne Anführungszeichen. Alle leisteten freiwillig Propagandadienste, ohne auf einen Marschbefehl zu warten.

Ich bezweifle, dass der Krieg ohne diese massive Unterstützung der "Links, aber"-Leute solche monströsen Ausmaße angenommen hätte. Sie ermöglichten erst eine so allseitige Zustimmung, die die Proteste des unbeirrbaren Friedenslagers ignorierte. Dieser Konsens riss die Meretz-Partei mit sich, deren Guru Amos Oz ist, und auch Peace Now, in deren Massen-Rallyes Amos Oz der Hauptredner zu sein pflegte (als sie noch fähig war, Massen-Rallyes auf die Beine zu bringen).

Einige Leute behaupten jetzt, dass diese Gruppe wirklich gegen den Krieg war. Nämlich: Einige Tage vor Kriegsende veröffentlichten sie wieder eine gemeinsame Annonce, in der sie diesmal zu einem Ende des Krieges aufriefen. Zur selben Zeit änderten auch Meretz und Peace Now ihren Kurs. Aber keiner entschuldigte sich oder zeigte Reue über seine vorherige Unterstützung des Mordens und der Zerstörung. Ihre neue Position war, dass der Krieg tatsächlich gut war, dass nun aber die Zeit gekommen sei, ihn zu beenden.

[Uri Avnery, Links, aber ..., Freitag, 15. September 2006]

The three writers worded their ad as though they were working in the legal department of the Foreign Ministry: The aggression of Hezbollah "was carried out inside Israeli territory," they emphasized; Israel's reaction "was in accordance with international legitimization of self-defense in the face of the aggression of an enemy country." Also, the Lebanese casualties were addressed as a legal entity - as "many citizens of the enemy country" - and not as human beings, first and foremost. As befits a self-respecting government, the three recognize only Lebanon, not Hezbollah. Hezbollah operates "under the aegis of the Lebanese authorities," they wrote, stating: "The Lebanese people has no right to demand that its sovereignty be recognized if it refuses to take full responsibility for all its citizens and all its territory."

It is not clear how the trio discovered that someone had asked the "Lebanese people" whether it wanted to "take full responsibility" for Hezbollah and when exactly it "refused" to do so. But apparently the writers know a great deal: not only that this war had "reasonable and feasible" goals - but that the latter "have already been achieved." Therefore, "there is no justification for causing additional suffering and bloodshed on both sides for goals that are not possible and are not worth such suffering."

Then came the sort of climax that is only possible in truly great literature: "Israel's determination to defend its borders and its citizens aggressively has in our opinion been made sufficiently clear to the people of Lebanon, and therefore there is no need to further increase our pain and theirs." That is how it has always been: From the earliest days of Zionism, it was necessary to make the situation "clear" to the Arabs, since they, as ignorant natives, do not understand it without having it explained to them. And this time we succeeded. And the situation was indeed made clear. And it was worthwhile. And that definitely justifies using an important conjunctive adverb, like that which concludes the argumentation part of the Declaration of Independence: "therefore."

[Tom Segev, Someone to fight with, Haaretz, 11. August 2006]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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