| wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor |
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Donnerstag, 8. November 2007
Meine Mutter meint immer, ich solle doch Leserbriefe schreiben, wenn mir was nicht passt, aber böse Briefe kriegen von mir nur Leute, die ich mag
21:49h — ‹land ohne eigenschaften›
Ich halte den Standard für eine Zeitung, über der man bei jeder sich bietenden Gelegenheit Spott und Hohn ausschütten sollte, und bei solch einem Artikel ist nicht nur die Gelegenheit sondern auch die Notwendigkeit vorhanden - [Conrad Seidl, Schlecht gerüstet für Afrika, Der Standard, 05. November 2007], auch wenn das, wofür sein Verfasser in aller Öffentlichkeit seine menschenverachtende Dummheit offenbart hat, bereits verwirklicht wurde. Herr Seidl versuchte also, seine Meinung über die Entsendung österreichischer Truppen in den Tschad in schriftlicher Form kundzutun. Vorausgesetzt ist bei dem allen, dass das eine gute Sache ist, denn der einzige handfeste Grund, den er anführt, ist, dass klar geworden ist, dass es um Einfluss und Rohstoffe für Europa geht - wobei sich andere Weltmächte mit mehr Entschlossenheit und deutlich weniger Skrupeln bereits in der Region engagieren - Weil es die anderen machen, soll Österreich nicht nachstehen und Skrupel sind wohl etwas für Verlierer und Leute, die nicht den "Mut" haben, an einem einmal eingeschlagenen und nicht sehr populären Kurs festzuhalten - eine Fähigkeit, die er unserem Herrn Verteidigungsminister bescheinigt und die er sehr bewundert. Wir halten fest: Im Tschad geht es also um europäische Interessen. Und da man ja recht häufig mit weit geöffneten Augen ins Unglück rennt, muss man sich von Anfang an darauf gefasst machen, dass ihr [der Mission] jeder denkbare Skandal angelastet wird. Den Grund dafür sieht Herr Seidl darin, dass unsere neutralitätsselige Öffentlichkeit gewisse Sensibilitäten hat, die er nicht teilt. Militärische Interventionen, und darum geht es, nicht um "Engagement", sondern um einen Kampfeinsatz, bei dem geschossen wird, sind im allgemeinen eher unbeliebt (spätestens dann, wenn sie, wie sie es oft tun, in einer Katastrophe enden), und da Herr Seidl das nicht ändern kann, bleibt ihm nur, sich im Voraus darüber aufzuregen, worüber sich die Leute so alles aufregen könnten, etwa darüber, dass jemand auf österreichische Soldaten schießen wird und diese darauf zurückschießen werden - womit Herr Seidl selbst offenbar nicht die geringsten Schwierigkeiten hat: Unvorstellbar, was los wäre, wenn sich gar zeigen sollte, dass es Kindersoldaten sind, die da schießen - und noch unvorstellbarer, sollte sich zeigen, dass man mit einer Polizei und einer Armee zusammenarbeitet, die genauso wie ihre Gegner Kinder zwangsrekrutieren. Solches könnte man in den Berichten von Menschenrechtsorganisationen über den Tschad bereits jetzt lesen. Aber selbst wenn Herr Seidl sich über den fernen Tschad informiert hätte, würde es ihn wohl nicht von seiner einfachen und nicht großartig begründeten Überzeugung abbringen: Es ist dennoch notwendig, sich zu engagieren - denn es geht schließlich um Einfluss und Rohstoffe für Europa. Aber Herr Seidl wird sich schon irgendwie Gedanken über diese ganze Sache gemacht haben; wenn nicht über die Zulässigkeit der Gründe, so doch über die der Mittel: Denn je umfangreicher und besser die Technik ist, die ein Land zu Konfliktlösungen beitragen kann, desto weniger wirklich kritische und moralisch bedenkliche Situationen sind zu befürchten. Mehr und besseres Kriegsgerät bedeutet also, dass man mit weniger moralischen Bedenken "konfliktlösen" kann - ein altbekannter Klassiker aus dem Ethikseminar. Ich wiederhole: Mehr Technik = Besseres Töten - und Herr Seidl ist sehr enttäuscht darüber, dass Österreich über dieses Mehr an Technik nicht verfügt, und sich österreichische Soldaten mit etwas so altmodischem wie "moralisch bedenklichen Situationen" herumschlagen müssen, wo durch moderne Technologie das Töten von Menschen doch so einfach und bequem geworden ist! Jetzt aber genug von diesem dummen Mann und seinen lächerlichen Ideen von der Welt und den Menschen in ihr und zu der einzig wirklich wichtigen Frage: Was macht die EU im Tschad (und der Zentralafrikanischen Republik) wirklich? Ich weiß es nicht, aber offiziell soll sie Flüchtlinge schützen //und dabei mit einer Polizei zusammenarbeiten, die - wie erwähnt - Kinder zwangsrekrutiert//. Ich weiß auch nicht viel über den Tschad, aber es scheint dort ein Aufstand im Gange zu sein, und zwar im Osten, wohin dann auch die EU Mission entsandt werden wird. Der Präsident Idriss Déby ist ein ehemaliger General, der sich an die Macht geputscht und letztens in einer von der Opposition boykottierten Wahl zum dritten Mal hat wiederwählen lassen. Seit 2003 wird im Tschad Öl gefördert. Die EU Truppe wird von Frankreich angeführt, das militärische Abkommen mit dem Tschad und dort auch regulär Truppen stationiert hat. [Ob Herr Seidl in seinem Blutrausch die Wahrheit getroffen hat, und es wirklich um Einfluss und Rohstoffe für Europa geht ... keine Ahnung, vielleicht; der Verdacht drängt sich jedenfalls auf.] Ein paar Artikel der BBC über den Tschad:
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![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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