wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Donnerstag, 17. Jänner 2008
"Kein Skandal" (vorerst)

Die Wiener Polizei kommt nicht zur Ruhe. Nun wurde der Leiter der Kriminaldirektion 1, Roland Frühwirth, der zuletzt immer wieder medial im Blickpunkt stand, von seinem Amt abgezogen. Er wird mit anderen Projekten betraut.

[...]

Es gebe sowohl strafrechtliche als auch dienst- und disziplinarrechtliche Vorwürfe, zu denen er keine Details bekanntgebe, sagte Landespolizeikommandant Karl Mahrer. Frühwirth sei aber nicht suspendiert, unterstrich Mahrer. Der Betroffene selbst lehnte jeden Kommentar ab.

[...]

Frühwirth war im Februar 2007 suspendiert gewesen, vorgeworfen wurde ihm damals ein zu enges Verhältnis zum Rotlicht-Milieu.

[...]

"Es handelt sich nicht um einen Skandal, sondern um die Bereinigung alter Probleme", betonte Mahrer. Die Vorwürfe würden von der Staatsanwaltschaft, dem Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) sowie dem Landespolizeikommando und der Bundespolizeidirektion als Dienstbehörde geprüft.

[Frühwirth nicht mehr KD1-Chef, oesterreich.ORF.at, 17.01.2008]

Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei Herrn Frühwirth um "jenen Chefinspektor" handelt, der in folgendem Fall "eine undurchsichtige Rolle gespielt haben könnte."

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Mörder am Wiener Straflandesgericht hat am Freitag die Staatsanwältin die Anklage zurückziehen müssen. Der Angeklagte wurde freigelassen. Schwere Vorwürfe wurden gegen die Polizei laut.

[...]

Schon während des Prozesses waren Ungereimtheiten aufgetaucht. Nach vier Verhandlungstagen war kein einziger Zeuge aufgetreten, der den 39-Jährigen als Täter bezeichnet hätte. Dabei hatte der Richter schon an die zwei Dutzend Personen einvernommen.

Dann revidierte auch noch der einzige Belastungszeuge, der vor der Polizei angegeben hatte, im Angeklagten den mutmaßlichen Täter wiederzuerkennen, am letzten Tag seine Aussage.

"Täter auf Wunsch der Polizei identifiziert"
Laut polizeilicher Niederschrift soll der Zeuge kurz nach der Bluttat den Angeklagten an Hand eines Lichtbilds und einer Gegenüberstellung eindeutig als Schützen identifiziert haben. Wörtlich heißt es: "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es sich um denselben Mann handelt, den ich um 00.15 Uhr gesehen habe, als er die Tür von dem Lokal öffnete und einige Schüsse auf den am Gehsteig stehenden Mann abgab."

Vor Gericht hingegen sagte der Mann: "Es war dunkel. Ich war 35 Meter entfernt. Ich habe mich versteckt. Ich habe den Täter nicht gesehen." Er habe den Täter in der Person des Angeklagten nur "auf Wunsch der Polizei" identifiziert, sagte der Zeuge weiter. Er habe den Mann nur deshalb der Täterschaft bezichtigt, "weil die Polizei gesagt hat, das sei der Täter."

Zeuge erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei
Vor Gericht erhob der Zeuge schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Diese habe ihm gesagt, "dass ich '100 Prozent' sagen soll, dann werde ich keine Probleme haben". Er habe in seiner allerersten Befragung wahrheitsgemäß angegeben, den Schützen nicht erkannt zu haben.

Die Polizei habe dies aber offenbar nicht hören wollen. Er sei immer wieder mit dem Streifenwagen abgeholt und weiter befragt worden. Er habe "seine Ruhe haben wollen" und daher den nunmehr Angeklagten identifiziert - auf Wunsch der Polizei, wie der Zeuge versicherte.

[...]

Staatsanwaltschaft will Ermittlungen prüfen
Den Fall hatte eine Gruppe der Kriminaldirektion 1 geleitet, an deren Spitze laut APA jener Chefinspektor stand, der seit Monaten vom Dienst suspendiert ist. Ihm werden zu enge Kontakte zur Rotlichtszene nachgesagt.

Zumindest Telefonüberwachungen, die der Richter am Freitag verlas, legten den Verdacht nahe, dass dieser in dem Fall eine undurchsichtige Rolle gespielt haben könnte.

Anfang Jänner 2007 wurden zwei Personen abgehört, die sich über einen Lokalbesucher unterhielten, der ursprünglich in Verdacht geraten war, vor dem Cafe "Cappuccino" geschossen und einen Mord auf dem Gewissen zu haben. Während die Ermittlungen gegen diesen Mann offenbar im Sand verliefen, präsentierte die Polizei rund einen Monat nach dem Verbrechen einen 39-Jährigen als Täter, der schließlich auch angeklagt wurde.

Auf den mitgeschnittenen Telefonaten sind Passagen zu hören, wonach der Chefinspektor den ursprünglich Verdächtigen "aus der Scheiße gezogen" habe.

[Mordprozess: Klage fallengelassen, oesterreich.ORF.at, 23.11.2007]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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