wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Freitag, 28. März 2008
Wer sich jemals wieder Star Wars ansehen will: Nicht weiterlesen!

LUCAS. The United States, especially the media, is eating its own tail. The media has a way of leveling everything in its path, which is not good for a society. There's no respect for the office of the Presidency. Not that we need a king, but there's a reason why kings built large palaces, sat on thrones and wore rubies all over. There's a whole social need for that, not to oppress the masses, but to impress the masses and make them proud and allow them to feel good about their culture, their government and their ruler so that they are left feeling that a ruler has the right to rule over them, so that they feel good rather than disgusted about being ruled. In the past, the media basically worked for the state and was there to build the culture. Now, obviously, in some cases it got used in a wrong way and you ended up with the whole balance of power out of whack. But there's probably no better form of government than a good despot.

[...]

SCHELL. But let's say you have a leader who's only pretty good and does some shady things. Do you think that the media should be more discreet about investigating and looking into what he is doing? Basically, do you think certain things should be off limits in order to maintain the heroism of a leader?

LUCAS. Yeah, I do. I think that the media should look at the situation in the larger sense -- at what is necessary for the culture as a whole rather than exposing and tearing everything down all the time. That will not bode well for people's confidence in the institution. After all, a society only works on faith. If you lose that faith, then your society will crumble and it will be hard to get a consensus on anything.

SCHELL. But isn't that a slippery slope, one that quickly leads to what we have seen in countries like the Soviet Union and China, where in the name of positive role models it becomes unacceptable to criticize the leaders or the country?

LUCAS. That's sort of why I say a benevolent despot is the ideal ruler. He can actually get things done. The idea that power corrupts is very true and it's a big human who can get past that.

[Orville Schell, 'I'm a Cynic Who Has Hope for the Human Race', The New York Times, 21. März 1999]

Für George Lucas besteht also die Rolle der Angehörigen des gemeinen Volkes darin, von ihren Herrschern beeindruckt zu sein, sich in Bezug auf ihre Kultur gut zu fühlen, ihre Regierung oder ihren Herrscher gut zu finden, und zu glauben, dass diese ihre Herrschaft zu Recht ausüben, so that they feel good rather than disgusted about being ruled, und die Aufgabe der Medien (und da schließt er sich selbst ein) ist es, dem Volk all das einzuimpfen, sprich: Propagandaorgan der Herrschenden zu sein, und unter allen Umständen zu verhindern, dass die Beherrschten ihr Vertrauen in ihre allmächtigen, allwissenden und allgütigen Herrscher verlieren. Und überhaupt ist es besser, wenn nur Einer das Sagen hat, denn: He can actually get things done.

Fast das schlimmste daran ist, dass sein Wunsch, den er in Bezug auf das Verhalten der Medien gegenüber der Macht ausgesprochen hat, schon längst Wirklichkeit geworden, die gute alte Zeit nie vorübergegangen ist: There's no respect for the office of the Presidency. - Das ist genau verkehrt herum. Der Respekt für die Person des Präsidenten mag zwischen Verachtung und Anbetung schwanken, aber das Amt ist heilig, egal wie sehr es das eigentlich nicht ist. Alle Schandtaten, die jemals irgendein Präsident verbrochen haben mag, egal wie schwerwiegend, sind meistens eine Woche danach, spätestens aber beim Antritt seines Nachfolgers vergeben und vergessen. Wenn Bush Nixon wiederholt, gibt es rundherum erstaunte Gesichter: Unerhört! Noch nie dagewesen! - Dass die Presse schon unter Woodrow Wilson freiwillige Selbstzensur geübt hat und unter dem Espionage Act Kriegsgegner eingesperrt wurden (darunter Eugene V. Debs); dass viele der heutigen Schweinereien im Rahmen der Iran-Contra Affäre schon einmal passiert sind, ja dass viele der damals Beteiligten heute auch wieder dabei sind; dass unzählige spätere Erzfeinde der USA früher deren (oft geheime) Verbündete waren; dass Präsident Bush Folter als eines der nützlichsten Werkzeuge im Kampf gegen den Terror (oder was auch immer es ist, das er da tut) sieht und sie auch weiter anwenden möchte [Bush verteidigt ''Waterboarding'']; dass die USA im Irak Sippenhaft praktizieren ... all das und noch einiges mehr bringt nur eine Minderheit um ihr Vertrauen in den Commander in Chief, weil die Medien so verantwortungsbewusst sind, immer aufs Neue ihr tiefes Vertrauen in die Herrschenden auszudrücken, und immer aufs Neue schockiert zu sein, wenn etwas dieses Vertrauen erschüttern sollte, und es immer wieder aufs Neue am nächsten Tag gleich wieder vergessen zu haben. George Lucas hat seinen Wunsch erfüllt bekommen, meinen Glückwunsch! Viel Spaß damit! Er hat ihn sogar so sehr erfüllt bekommen, dass auch nicht-amerikanische Medien bei diesem grauenhaften Treiben fleißig mittun - an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an den Standard, die wahrscheinlich schlechteste Qualitätszeitung der Welt!

[Und da wundern sich Leute, dass ich einen roten Schädel bekomme und anfange, wüste Flüche auszustoßen, wenn die Sprache auf Star Wars und anderen faschistoiden Kram kommt, der bedauerlicherweise "Science Fiction" genannt wird]

[Wem ein Artikel aus einer sozialistischen Tageszeitung wie Neues Deutschland als Beleg nicht ausreicht, hier auf die Schnelle ein paar Zeilen aus dem New Yorker und aus der Washington Post:]

It was easier to be nice to the women and children on Tier 1B, but, Harman said, “It was kind of sad that they even had to be there.” The youngest prisoner on the tier was just ten years old—“a little kid,” she said. “He could have fit through the bars, he was so little.” Like a number of the other kids and of the women there, he was being held as a pawn in the military’s effort to capture or break his father.

[Philip Gourevitch, Errol Morris, Annals of War: Exposure. The Woman behind the camera at Abu Ghraib, The New Yorker, 24. März 2008]

"They said if my father did not come and give up, they will send us to Guantanamo," Mowhoush said, adding that he and his family had been observing Ramadan, but that his father was not home at the time. "That celebration turned into a real tragedy for us. They said if my father does not come, you will never see your family back."

Arresting someone to entice relatives to turn themselves in is considered by human rights organizations to be a form of hostage-taking. It is considered illegal in wartime but military investigative documents reveal it has occurred in Iraq.

[Josh White, Sentence in Death Of Iraqi Angers Son, The Washington Post, 25. Jänner 2006]

[Epilog: Abed Hamed Mowhoush hat sich gestellt, um die Enthaftung seiner Söhne zu erreichen und wurde zu Tode gefoltert. Mit daran beteiligt war auch eine von der CIA aufgebaute und kontrollierte paramilitärische Truppe:]

[Josh White, Documents Tell of Brutal Improvisations by GIs, The Washington Post, 3. August 2005]
Dana Priest, Josh White, Before the War, CIA Reportedly Trained a Team of Iraqis to Aid U.S., The Washington Post, 3. August 2005]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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