wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Freitag, 11. Juli 2008
Ich sollte mir ein T-Shirt drucken lassen mit diesem Spruch hier // Ich bin froh, endlich von der Uni wegzukommen (II)

Die ›Rückkehr zur Ethik‹ in der heutigen politischen Philosophie beutet schamlos die Schrecken des Gulag oder des Holocaust als äußerste Gräuel aus, um uns zu nötigen, auf jedes ernste, radikale Engagement zu verzichten.

Das stand auf der Einladung zu Žižeks Leninkonferenz. Das Ergebnis dieser Konferenz:

Das hängt davon ab, wie man den Erfolg misst. Wenn Sie es als Erfolg bezeichnen, eine neue leninistische, in irgendeiner Weise globale politische Bewegung anzustoßen, zu großartigen Schlüssen zu kommen, was heute zu tun sei - dann war das ein Fehlschlag. Aber ich habe so etwas nicht einmal erwartet. Alles, was ich erwartet habe, ist: dass genau die ganze Schwäche, die Impotenz, die Widersprüchlichkeit der radikalen Politik unserer Tage sichtbar wird.

[Ekkes Frank, Die leninistische Geste, Revolution nach Essen? - Beobachtungen auf der Lenin-Konferenz des Kulturwissenschaftlichen Instituts Nordrhein- Westfalen und ein Gespräch mit Slavoj Zizek, Freitag, 9. Feber 2001]

[Ist mir erst letztens passiert: unter den Gesprächspartnern kam der Verdacht auf, dass meine enthusiastisch vorgetragenen Reden über Marx, Lenin und Mao ernst gemeint waren. //Was sie auch waren und sind.// Prompt ging es los mit den Gulaggeschichten. Und selbst wenn ich Marx, Lenin und Mao weglasse, kommen stilles Gelächter und manchmal Ideologiekritisches, wenn ich mit Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit komme, oder mit Gerechtigkeit, Wahrheit und Freiheit oder ähnlichem]

[Gerne würde ich dann ja meinerseits anfangen, Geschichten zu erzählen, aber das wäre sinnlos, denn diesen Leuten geht es nicht darum, den Sozialismus (oder die Russische Revolution) für tabu zu erklären, weil sie den Kapitalismus (oder die Amerikanische Revolution oder sonstwas) so toll finden //die gibt es natürlich auch//, sondern um sich ihr Nichstun schönzureden; man kann ihnen ihre eigenen Ansichten nicht entgegenhalten, weil sie keine haben. Sie sitzen mittendrinnen im Sturm, sind immer für alles Gute, immer gegen alles Schlechte, und bemühen sich hauptsächlich darum, ihre Unschuld (und ihre Privilegien) in dieser (ach!) grausamen, verrückten Welt zu bewahren; in friedlichen Zeiten fühlen sie sich bevorzugt von Sozialversicherungen und Gewerkschaften unterdrückt, haben große Freude daran, die Sozialpartnerschaft faschistisch und die Republik undemokratisch zu nennen; in stürmischeren Zeiten üben sie sich in der Kunst des Schulterzuckens; ihre Zeit verbringen sie damit, sich Gründe auszudenken, warum jede Art von Betätigung in irgendeinem Sinne wofür auch immer die Wurzel jeglichen Übels welcher Art auch immer ist; sie bewundern sich gegenseitig für ihre Beobachtungsgabe und ihren feinen Sinn für Ironie, für ihre ... ach egal, ich bin einfach nur froh, endlich wegzukommen von dort]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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