|
Jedes meiner Spielzeuge trug mindestens einmal in seinem Leben den Namen einer Figur aus diesem Roman
Gedichte sind etwas Unnatürliches. Kein Mensch spricht in Reimen, außer wenn er vielleicht Schuhwichse anpreist oder ein Geburtstagsgeschenk überbringt. Lassen Sie sich nie in Ihrem Leben mit der Poesie ein, junger Mann! Ch. Dickens An meinem Aldan, den Christobal Chosewitsch Junta auf dem Gewissen hatte, wurde die ganze Nacht gearbeitet. Als ich am nächsten Morgen im Elektronensaal erschien, saßen die Ingenieure unausgeschlafen und böse auf dem Boden und zogen nicht sehr geistreich über Christobal Chosewitsch her. Sie nannten ihn einen Skythen, Holzkopf und Barbaren, den man sträflicherweise an ein kybernetisches Gerät herangelassen hatte. Ihre Verzweiflung war so groß, daß sie eine Zeitlang sogar meinen Ratschlägen uzhörten und sie auch schon beinahe befolgt hätten. Aber da kam gerade ihr Höchstoberster - Sabaoth Baalowitsch I -, und ich wurde sogleich von der Maschine weggeschoben. So räumte ich eben das Feld und überließ es den Spezialisten. Ich setzte mich an meinen Tisch und schaute zu, wie Sabaoth Baalowitsch in das Wesen des Defekts eindringen würde. Er war schon sehr alt, aber noch immer sehnig und kräftig. Er war immer braungebrannt, hatte eine weithin glänzene Glatze und glattrasierte Backen. Er steckte in einem blendend weißen Anzug. Zu diesem Menschen hielten sich alle in großer Hochachtung. Ich war selbst dabei, als er einmal Modest Matwejewitsch wegen irgend etwas einen Vorwurf machte, und der große Modest beugte unterwürfig seinen Kopf, murmelte: "Jawohl ... ist meine Schuld ... wird sicher nicht mehr vorkommen ..." Von Sabaoth Baalowitsch ging eine unerhörte Energie aus. Es wurde festgestellt, daß in seiner Gegenwart die Uhren plötzlich schneller gingen. Und sogar die von einem Magnetfeld gekrümmten Teilchen stellten sich gerade bei seinem Erscheinen, erzählte man sich. Und trotzdem war er eigentlich kein Magier. Er ging nicht durch Wände, transgressierte niemals jemanden, und er schuf auch keine Doubles, obwohl er unwahrscheinlich viel arbeitete. Er war das Haupt der Abteilung für technische Dienste. Bis zur letzten Schraube war er mit der technischen Ausrüstung des Instituts vertraut. Und er zählte zu den Konsulenten der Fabrik für Zaubertechnik. Außerdem befaßte er sich mit den ausgefallensten Dingen, die mit seinem Beruf in keiner Weise im Zusammenhang waren. Die Lebensgeschichte von Sabaoth Baalowitsch habe ich erst unlängst erfahren. Vor urdenklichen Zeiten war er der oberste Magier der ganzen Welt. Christobal Junta und Jean Jiacomo waren die Schüler seiner Schüler. In seinem Namen beschwor man die unreinen Geister. Mit seinem Namen versiegelte man die Flaschengeister. Salomon schrieb ihm begeisterte Briefe und errichtete ihm zu Ehren viele Tempel. Er schien allmächtig zu sein. Und irgendwann in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts wurde er tatsächlich allmächtig. Unter Anwendung der Lösung einer Integral-Differenzialrechnung höchster Ordnung, die von irgendeinem Titan noch vor der letzten Eiszeit aufgestellt worden war, erfand er die Mögllichkeit, beliebige Wunder zu wirken. Jeder Magier hat seine Grenzen - aber Sabaoth Baalowitsch konnte einfach alles. Und er konnte auch nichts. Denn als Grenzbedingung der besagten Gleichung höchster Ordnung galt die Forderung, daß durch das Wunder niemandem ein Schaden zugefügt wurde. Keinem vernunftbegabten Wesen. Weder auf der Erde noch sonst irgendwo im Weltall. Und ein solches Wunder konnte sich niemand, nicht einmal Sabaoth Baalowitsch selber, vorstellen. So ließ er die Magie sein und wurde Abteilungsleiter im technischen Dienst des NITSCHAWO. [Arkadi und Boris Strugatzki, Montag beginnt am Samstag, aus dem Russischen von Hermann Buchner, suhrkamp taschenbuch 2452 = Phantastische Bibliothek 321, 235f]
... comment
|

Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
You're not logged in ... login
August 2008 |
Mo |
Di |
Mi |
Do |
Fr |
Sa |
So |
|
|
|
|
1 |
|
|
4 |
5 |
6 |
|
8 |
|
10 |
11 |
12 |
13 |
|
|
16 |
|
|
19 |
20 |
21 |
22 |
23 |
24 |
|
26 |
27 |
|
29 |
30 |
31 |
|
|
|

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
|