wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Was es über Thomas Hobbes' Politische Philosophie zu sagen gibt (dargestellt nach der geometrischen Methode unter Auslassung der unwichtigeren Teile)

[Alle Stellenangaben sind gemäß der Einteilung in der Oxford World's Classics Ausgabe des Leviathan, herausgegeben von J. C. A. Gaskin]

Der Mensch hat endlose Begierden (XI,1)
Das wichtigste Begehren eines jeden Menschen ist das Streben nach unumschränkter Macht (XI,2)
Das Begehren des Menschen, am Leben zu bleiben und sich am Leben zu erfreuen, bringt ihn dazu, nach Frieden zu streben (XI,4)

Alle Menschen sind gleich, da jeder jeden umbringen kann (XIII,1)
Da für jeden die Chancen gleich stehen, in der gewaltsamen Erreichung seiner Zwecke zu siegen oder zu unterliegen, sind alle Menschen einander Feinde (XIII,3)
Alle Menschen sind daher von Natur aus im Krieg mit allen anderen Menschen (XIII,8)
Der Mensch strebt danach, diesen Zustand zu beenden (XIII,14)

Zur Überwindung des Naturzustandes und zur Errichtung eines dauerhaften Friedens bedarf es des Staates (XVII,1)
Um die Menschen zu zwingen, entgegen ihrem natürlichen Eigeninteresse dem Allgemeininteresse zu folgen, bedarf eines einer zentralen Macht, der sich alle unterwerfen (XVII,2)
Damit das der Fall sein, der Staat errichtet und der Naturzustand beendet werden kann, müssen alle Menschen auf ewig und ohne Gegenleistung ihre Rechte, ihren Willen und ihr Urteilsvermögen zugunsten einer einzelnen Person oder einer Versammlung aufgeben (XVII,13)
Diese einzelne Person oder diese Versammlung ist der Souverän (XVII,14)

Da der Souverän die Aufgabe hat, das Gemeinwesen und den Frieden zu verteidigen, hat er absolute Verfügung über alle dazu notwendigen Mittel sowie die Entscheidung darüber, welche diese notwendigen Mittel sind (XVIII,8)

Falls das jemandem bekannt vorkommt: Ja, das ist auch die Argumentation hinter der unitary executive theory. Und weil das so wichtig ist, hier der ganze Abschnitt im Vollen:

And because the end of this institution, is the peace and defence of them all; and whosoever has right to the end, has right to the means; it belongeth of right, to whatsoever man, or assembly that hath the sovereignty, to be judge both of the means of peace and defence; and also of the hindrances, and disturbances of the same; and to do whatsoever he shall think necessary to be done, both beforehand, for the preserving of peace and security, by preventing discord at home, and hostility from abroad; and, when peace and security are lost, for the recovery of the same.

Der Souverän hat absolute Macht der Zensur (XVIII,9)
Der Souverän ist oberster und alleiniger Gesetzgeber (XVIII,10)
Der Souverän ist oberster und alleiniger Richter (XVIII,11)
Der Souverän bestimmt uneingeschränkt über die Außenpolitik und ist oberster Befehlshaber des Heeres (XVIII,12)
Der Souverän setzt alle Beamten ein und hat volles Durchgriffs- und Weisungsrecht (XVIII,13)
Diese Kernbefugnisse des Souveräns können teilweise delegiert, aber nicht abgetreten werden, außer der Souverän entsagt seiner Macht oder übergibt diese an jemand anderen (XVIII,17)

Der Souverän steht über dem Gesetz (XXVI,6 + XIX,9)

Zusätze:
Die Staatsform (Monarchie, Aristokratie, Demokratie) hat keine Auswirkung auf die Struktur des Staates oder die Art der staatlichen Macht (XVIII,20 + XIX,1)
Die Staatsformen unterscheiden sich nur darin, wie gut sie sind; Monarchie ist die beste (XIX,4-9)
Eine Familie, die groß genug ist, sich selbst zu verteidigen, ist ein Königreich (XX,15)
Die souveräne Macht ist immer so groß, wie sie gedacht werden kann (XX,18)

[Es gäbe noch so viel hinzuzufügen, zu präzisieren und zu kommentieren, aber ich habe jetzt schon wieder genug. Thomas Hobbes war ein grauenhafter Mensch mit abscheulichen Ideen. Seine Politische Philosophie ist das Ende jeder Politik, jeder Philosophie und jeder Freiheit. In seiner absurden Monomanie im Zeichen des "sterblichen Gottes", des Leviathans, der höchsten Macht auf Erden (XVIII,13 + XXVIII,27), hat er sie allesamt abgeschafft. Mögen diese seine Ideen endlich der Verachtung anheimfallen und sein Name bis in alle Ewigkeit mit Abscheu ausgesprochen werden]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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