wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Dienstag, 3. Februar 2009
Einige Anmerkungen zu dem, was in der vergangenen Woche so passiert ist

Madagaskar
Im Verlauf der Ereignisse durften wir erfahren, dass es sich nicht einfach nur um Ausschreitungen handelt, sondern um einen unbefristeten Generalstreik, und dass die Plünderungen nicht ungezielt waren, sondern sich (zumindest zu Anfang) gegen das Firmenimperium von Präsident Marc Ravalomanana gerichtet haben. - [Unruhen auf Madagaskar: Mehr als 100 Tote]

Weiters in Erfahrung zu bringen ist mittlerweile, dass es sich dabei (auch? vorallem?) um einen Konflikt zwischen der Regierung und dem Bürgermeister der Hauptstadt handelt. Er wirft der Regierung vor, den Reichtum des Landes an ausländische Firmen zu verschleudern - [Madagaskar: Bürgermeister erklärt sich zum Machthaber]

Ich nehme stark an, dass er damit das meint:

As was widely reported around the world in November, Daewoo Logistics, a subsidiary of the South Korean conglomerate Daewoo Corporation, is seeking to secure rights to 1.3 million hectares of farm land in Madagascar ? half of the country?s arable land. The land will be used to produce maize for export back to South Korea. Daewoo says that the deal will help South Korea to obtain food security, but that is not the way many Koreans see it. In an interview with GRAIN (available on our website), [1] Han Young Me, from the Korean Women Peasants Association, said: ?The government should think of how to secure self-sufficiency in Korea instead of overseas and the government should be working together with farmers, side by side. But the government is not doing this and in 2008 our level of food self-sufficiency went down. If you go out into the fields, you will see that farmers have left produce to rot because they can?t find a market where they can sell it.?

What is happening in Madagascar forms part of a global trend. In a report published in October 2008, [2] GRAIN describes how a host of nations ? China, South Korea, Japan, Saudi Arabia, Kuwait and others ? have been scouring the globe in search of arable land to buy or to lease for the production of crops for food or biofuels. What attracts attention is not just the amount of land involved ? some of the deals involve more than a million acres ? but the logic underlying the transactions. For this is not land that is being primarily acquired to produce crops to sell on the world market or to feed the local population. These crops are to be sent back to the nation that has acquired the land. Using its economic clout, the investing nation is taking over land ? and, with it, the soil fertility and the water that are needed to cultivate crops ? so that its people back home can have food to eat and fuel to put into their cars. It?s a modern-day version of the 19th century Scramble for Africa.

[Grabbing land for food, Seedling, Jänner 2009]

Davos
Der türkische Regierungschef Erdogan ist am Donnerstagabend nach einer Diskussion mit dem israelischen Präsidenten Peres wutentbrannt vom Podium gestürmt. Peres hatte emotional und wortreich die israelische Gaza-Offensive verteidigt, Erdogan war kaum zu Wort gekommen. - [Eskalation bei Debatte über Nahost]

Die BBC berichtet, dass Peres den Krieg unter Anderem mit der folgenden dreisten Lüge verteidigt hat: Why did they fire rockets? There was no siege against Gaza. Why did they fight us, what did they want? There was never a day of starvation in Gaza. - [Turkish PM storms off in Gaza row]

Islamstudie
[Ein Fünftel lehnt Demokratie ab]

In der Studie des Soziologen Mouhanad Khorchide würden "in einer Art und Weise Aussagen über Einstellungen und Haltungen konstruiert, die wissenschaftlich unhaltbar sind", erklärte Stefan Hopmann, Professor für Schul- und Bildungsforschung am Institut für Bildungswissenschaft, Freitag Nachmittag gegenüber der APA.

"Schlechte Wissenschaft"
Für Hopmann ist festzuhalten, "dass fast keine einzige in großen Lettern herausposaunte allgemeine Behauptung über Einstellungen und Haltungen islamischer Religionspädagogen auf Grundlage dieser Studie seriös nachgewiesen werden kann", heißt es in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Wer auf dieser Grundlage handeln wolle, "macht aus schlechter Wissenschaft schlechte Politik". Die Feststellung des Studienautors, dass angeblich viele Islam-Lehrer demokratiefeindliche und fanatische Positionen einnehmen, sei auf Grundlage dieser Studie "wissenschaftlich gesehen schlichter Unfug". Ein "genauer Blick" in die Originalstudie zeige, "dass hier fast durchweg auf Grundlage unzulässiger und wissenschaftlich unhaltbarer Verallgemeinerungen diskutiert wird, die meist durch eine irreführende und fehlerhafte Konstruktion von Skalen erzeugt wurden."

"Beschreibende und wertende Aussagen" vermischt
Ein methodisches Grundproblem, das "technisch unzulässig" ist, sieht der Bildungsforscher darin, dass in der Arbeit immer wieder "beschreibende und wertende Aussagen unter einer wertenden Überschrift fehlerhaft zusammengefasst werden". Als Beispiel verweist Hopmann auf die Erhebung von Fanatismus: Dafür seien den Befragten nur zwei Fragen bzw. Aussagen zur Selbsteinschätzung vorgelegt worden, von denen eine lautete: "Meiner Ansicht nach ist jemand, der die fünf Pflichtgebete nicht einhält, kein Muslim". So müsse analog dazu "beispielsweise jede christliche Lehrkraft, die in Übereinstimmung mit der Kirche das Glaubensbekenntnis oder das Vater Unser für unverzichtbare Bestandteile des katholischen Glaubens hält, als 'fanatisch' eingestuft werden", kritisiert der Wissenschafter. Beim Thema Gewalt seien drei Aussagen zusammengefügt worden, "unter anderem die Aussage: 'Für mich ist es verständlich, wenn Gewalt zur Verbreitung des Islam angewendet wird.' Dieser Aussage stimmen ohnehin nur drei oder vier Befragte zu." Genau lasse sich das nicht aus der Studie ermitteln. Zudem heiße "die Tatsache, dass jemandem etwas 'verständlich' ist, noch lange nicht, dass man es auch befürwortet". Zum andern ließen sich auf Grundlage solcher und ähnlicher Fragen keinerlei verallgemeinernde Aussagen über Haltungen zu Gewalt folgern.

Vergleich mit nicht-muslimischen Lehrkräften fehlt
Dem Bildungswissenschafter fehlt auch der Vergleich mit anderen Lehrkräften, und "durchweg werden kleine Gruppen von Befragten in sachlich unsinniger Weise zu großen Gruppen zusammengefügt, denen dann bestimmte Haltungen zugeschrieben werden". In den allermeisten Fällen sei zu vermuten, dass entsprechende Aussagen nicht-muslimischer Lehrkräfte bezogen auf ihren jeweiligen Glauben nicht viel anders ausfallen würden. Hopmann selbst arbeitet derzeit an einer Studie an der Universität Wien und mit internationalen Partnern, bei der "die Haltung heimischer und nichtheimischer Lehrer verglichen wird". Erste Ergebnisse sind für den Sommer zu erwarten.

[Bildungsforscher: Islam-Lehrer-Studie ''wissenschaftlich unhaltbar'']

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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