wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Donnerstag, 30. Dezember 2004
Sozialdemokratie 1 - Hayek 0 bzw. Von den verhängnisvollen Anmaßungen der Politiker bzw. How Conservatives Want You to Think About the World (which is sort of ambiguous, but you know what I mean)
Je komplexer soziale Strukturen werden, desto mehr privat ist nötig und desto weniger Staat ist möglich. - [Vincenz Liechtenstein, Von den verhängnisvollen Anmaßungen der Politik, Der Standard]

From a social-democratic perspective, I’d put things differently. There are large sectors of the economy where competitive markets either can’t be sustained or don’t perform adequately in the absence of government intervention. These include human services like health and education, social insurance against unemployment and old age, production of public goods and information, and a range of infrastructure services. In all these sectors, governments are bound to get involved. Sometimes, the best model is private production with public regulation and funding, and sometimes it is public ownership and production. The result is a mixed economy.

Over time, the parts of the economy where competitive market provision is problematic have grown in relative importance. By contrast, agriculture, the archetypal competitive industry, has declined in relative importance as have mining and manufacturing, areas where governments have usually performed poorly.

The result is that the ideological swing towards neoliberalism has done little more than slow a structural shift towards a larger role for government. - [John Quiggin, Milton Friedman on social democracy]

Aber damit ist die Sache natürlich noch entschieden, denn wie Herr Liechtenstein (Dr. Vincenz Liechtenstein ist Forstwirt und Nationalratsabgeordneter der ÖVP) uns verrrät, geht es gar nicht um die effiziente Versorgung mit Waren und Dienstleistungen, sondern um eine Entschlackungstherapie für überbordende Wohlfahrtsstaatlichkeit als auch [um] die Transformation von Gesellschaften des real existierenden Sozialismus in freie Gesellschaften, die auf Eigenverantwortung und Leistung statt auf Gleichheit und Paternalismus beruhen.

Natürlich ist die Forderung nach Gleichheit, egal in welcher Form, "Anspruchsdenken", und alle Einrichtungen zur Erreichung von Gleichheit sind Privilegien, die das Ergebnis einer "Schacherdemokratie" sind; und wenn gar jemand hoch oben auf die Idee kommen könnte, dass Leute tatsächlich Anspruch auf irgendetwas haben, und diesen auch gewähren sehen will (Nehmt euch in Acht, Reste des unterdrückerischen sozialpartnerschaftlichen Establishments!), ist das Paternalismus. Uneingeschränkt schützenswert ist aber natürlich das gute alte Eigentum, denn - so wissen es alle Naturrechtler - Eigentum ist die Grundlage des Rechts, und Recht muss sein, und wenn Recht nicht sein muss, ist Eigentum halt die Grundlage des Heiligen Individuums und damit der menschlichen Zivilisation überhaupt; so oder so ist es das höchste und im Prinzip einzige zu schützende Gut, was Herrn von Liechtenstein sicher nicht ungelegen kommt.

Ebenso wenig ungelegen kommt ihm sicher die damit zusammenhängende konsequente Redimensionierung des öffentlichen Sektors und In-Frage-Stellung des Primats des Politischen über das Private, ohne die sich unsere Probleme nicht mehr in den Griff bekommen lassen. Kurz gesagt geht es um die Tilgung der Kategorien des Politischen und des Sozialen aus den öffentlichen Diskursen. Wohin diese "Oh die Politik/der Staat ist so schlecht und unfähig, also wählt uns, damit wir es euch beweisen können"-Rhetorik führt, und welche tieferliegende Absicht dahinter stecken könnte, konnte man unlängst von Christopher Hayes in The New Republic lesen (Decision Makers).

Time after time, undecided voters would agree vociferously with every single critique I offered of Bush's Iraq policy, but conclude that it really didn't matter who was elected, since neither candidate would have any chance of making things better. [...] Undecided voters, as everyone knows, have a deep skepticism about the ability of politicians to keep their promises and solve problems. So the staggering incompetence and irresponsibility of the Bush administration and the demonstrably poor state of world affairs seemed to serve not as indictments of Bush in particular, but rather of politicians in general. Kerry, by mere dint of being on the ballot, was somehow tainted by Bush's failures as badly as Bush was.

[...]

More often than not, when I asked undecided voters what issues they would pay attention to as they made up their minds I was met with a blank stare, as if I'd just asked them to name their favorite prime number. [...] As far as I could tell, the problem wasn't the word "issue"; it was a fundamental lack of understanding of what constituted the broad category of the "political." The undecideds I spoke to didn't seem to have any intuitive grasp of what kinds of grievances qualify as political grievances. Often, once I would engage undecided voters, they would list concerns, such as the rising cost of health care; but when I would tell them that Kerry had a plan to lower health-care premiums, they would respond in disbelief--not in disbelief that he had a plan, but that the cost of health care was a political issue. It was as if you were telling them that Kerry was promising to extend summer into December.

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2818 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 22.05.2012 um 20:29 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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