| wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor |
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Samstag, 21. Februar 2009
Israeli society: No room for change
21:58h — ‹politique mon amour›
Laut den Sozialisten Natalie Adler und Ron Oppenheim liegt Einverständnis mit der Unterdrückung der Palästinenser der Schwäche der israelischen Linken zu Grunde Der zionistische Traum der Schaffung einer Heimat für das jüdische Volk im historischen Palästina hat einen Alptraum für die Bürger Israels und der arabischen Staaten geschaffen. Ständiger Krieg und brutale Unterdrückung der Palästinenser haben die allgemeine Zustimmung zu Israel auf der ganzen Welt in tiefe Abscheu vor dessen Taten verwandelt. Am Deutlichsten zu sehen war das in der großen anti-Kriegsbewegung gegen Israels jüngsten Angriff auf Gaza. Ein Ort jedoch war dazu die Ausnahme - die israelische Linke. Während in Großbritannien und den USA Leute in Massen gegen die imperialistische Politik ihrer Regierungen im "Krieg gegen den Terror" aufgestanden sind, hat es in Israel wenig Opposition gegen die Kriege dieses Staates gegeben. Im Gegenteil, wie die Wahlen in der letzten Woche gezeigt haben, bewegt sich die israelische Gesellschaft sogar noch weiter nach rechts. Natalie Adler und Ron Oppenheim sind zwei junge Sozialisten, die kürzlich Israel verlassen haben. Rassismus und Krieg verformen die Gesellschaft Israels. Es ist ein kolonialer Siedlerstaat, der auf den Ruinen Palästinas errichtet wurde. Als koloniales Unternehmen ist Israel von der Unterstützung imperialer Mächte abhängig. Im Gegenzug agiert es als der Wachhund des Imperialismus im Mittleren Osten. Israel hat viele Mythen zur Rechtfertigung seiner Handlungen geschaffen, darunter der, es wäre eine demokratische und aufgeklärte Gesellschaft, die auf der Basis von sozialistischen Prinzipien errichtet wurde. Israel hat aber wenige progressive Kräfte. Es ist eine Gesellschaft, in der selbst die, die sich als links verstehen, den Grundsatz akzeptieren, dass Israel ein jüdischer Staat bleiben soll. Das bedeutet, dass es für die Linke in Israel keine festen ideologischen Grundlagen gibt, auf die sie sich stützen kann. Der Großteil der Linken sieht den Krieg von 1967 - als Israel einen Präemptivschlag gegen Jordanien, Syrien und Ägypten durchgeführt und das Westjordanland, Gaza und die Golanhöhen besetzt hat - als die Ursache des gegenwärtigen Konfliktes. Sie sprechen sich für eine Zweistaatenlösung aus, die Israel den Großteil des historischen Palästina behalten lassen, und dessen ursprünglichen Bewohnern etwas Land zurückgeben würde. Das ist ein fataler Fehler, denn damit bleibt die Linke vollständig auf dem Boden des Zionismus. Was fehlt, ist ein Verständnis der Geschichte des Zionismus selbst, und der Tatsache, dass Israel 1948 auf der Grundlage der ethnischen Säuberung der Palästinenser gegründet wurde. In diesem Licht betrachtet würde klar, dass der Krieg von 1967 Teil eines größeren Vorhabens der Landnahme war. Moshe Machover und Akiva Orr, zwei israelische anti-Zionisten, haben 1972 The Class Character of Israel verfasst. In dieser bahnbrechenden marxistischen Analyse schrieben sie: "Der permanente Konflikt zwischen der Gesellschaft der Siedler und derjenigen der einheimischen, vertriebenen Araber hat niemals aufgehört und er hat die Struktur der Soziologie (sic), Politik und Wirtschaft Israels geformt." Die israelische Linke akzeptiert die "Notwendigkeit und Legitimität" der Existenz Israels. Die selben Leute, die sich für den Frieden einsetzen, ein Ende der Gewalt gegen die palästinensischen Zivilisten wollen und sich für eine Rückgabe der besetzten Gebiete einsetzen, akzeptieren die Lüge, dass Hamas, die palästinensische Widerstandsbewegung, "rückständig ist und man sie sich vornehmen muss." Wenn also palästinensische Zivilisten bei einer Militäroperation getötet werden, dann weil Hamas sie als "menschliche Schutzschilde" benutzt, oder weil sie "in dicht besiedelten Gebieten operiert." Deshalb haben viele linke Intellektuelle in Israel den Gazakrieg genauso unterstützt wie sie 2006 den Krieg gegen den Libanon unterstützt haben. Das bedeutet, dass es keine echte sozialistische Tradition in Israel gibt, obwohl viele Israelis meinen, es wäre auf "sozialistischen Prinzipien" erbaut. Viel wird aus Israels Anfängen als angeblich egalitäre Gesellschaft gemacht. In den 1950ern war der Unterschied zwischen Reich und Arm der geringste in der westlichen Welt. Der israelische Gewerkschaftsbund, die Histadrut, war eine wichtige Stütze bei der Gründung des Landes. In den ersten Jahrzehnten des States beschäftigte sie die Mehrheit der Arbeiter. Sie wurde jedoch gegründet um arabische Arbeiter auszuschließen - sie organisierte nur jüdische Arbeiter. Das selbe Prinzip wurde auf die Kibbutzbewegung angewandt, die "egalitären" landwirtschaftlichen Gemeinschaften. Der Kibbutz war einst ein zentraler Teil der israelischen Gesellschaft und wurde oft als sozialistisches Experiment angesehen. In Wirklichkeit wurden die Kibbutzim - ähnlich wie alle frühen zionistischen Siedlungen - auf Land gebaut, das den Palästinenser genommen worden war. Trotz aller Gleichheit innerhalb des Kibbutz waren die Araber ausgeschlossen. Viele dieser "sozialistischen" Enklaven sind inzwischen verschwunden. Heute hat Israel eines der höchsten Missverhältnisse zwischen Wohlstand und Armut in der westlichen Welt. Die israelische Gesellschaft ist durchsetzt mit Korruption. Viele Israelis hassen diese Korruption und sind verärgert über die Regierung. Sie sehen, dass das Land in Armut versinkt und die Kluft zwischen Arm und Reich sich weiter ausdehnt. Viele haben festgestellt, dass das Bildungssystem schlechter geworden ist. Die Leute sind zornig über all diese Dinge. Das führt zu einem Verständnis der Solidarität zwischen den Arbeitern, aber diese Solidarität kann leicht auf die Situation des israelischen Arbeiters gegenüber dem israelischen Boss beschränkt werden. Sie erstreckt sich nicht auf Araber. Es hat viele Streiks in Israel gegeben, aber sie alle brechen zusammen wenn die Frage der Sicherheit des Staates aufkommt. Viele israelische Arbeiter wollen ein größeres Stück des Kuchens, aber sie wollen ihn nicht mit den Palästinensern teilen. Tony Cliff, ein palästinensischer Jude der 1947 nach Großbritannien kam und später die Socialist Workers Party gründete, schrieb: "Israel ist nicht eine Kolonie, die vom Imperialismus unterdrückt wird, sondern eine Siedlerfestung, ein Sprungbrett des Imperialismus. Es ist eine Tragödie, dass einige derselben Leute, die so bestialisch verfolgt und ermordet wurden, selbst in einen chauvinistischen und militaristischen Eifer getrieben werden, und zum blinden Werkzeug des Imperialismus in der Unterjochung der arabischen Massen werden." Diese Wandlung "vom Unterdrückten zum Unterdrücker" hat die israelische Gesellschaft geformt und einen tiefsitzenden Rassismus erzeugt, der alle Gesellschaftsschichten durchdringt. Rassimus bietet eine Ausrede für Unterdrückung an. Die andere Seite ist "wie Tiere" und deshalb "aggressiv." Aber "unsere Handlungen" sind gerechtfertigt im "Interesse der nationalen Verteidigung." Dieser Rassismus wird durch Erziehung, Politik und die Medien verbreitet. Er ist aber nicht ausschließlich gegen Araber und Palästinenser gerichtet. Innerhalb der israelischen Gesellschaft selbst gibt es ein hohes Mass an Rassismus - zwischen den Aschkenasim (europäischen Juden) und den Misrachim (orientalen Juden). Es gibt Diskriminierung gegen die Misrachim - sie verdienen weniger und es ist für sie schwieriger, Arbeit zu finden oder in der Armee in die höheren Ränge zu kommen. Doch werden diese Gräben verdrängt von der Furcht und dem Hass gegen die Palästinenser. Viele am "unteren Ende" der israelischen Gesellschaft wählen auch die extremeren zionistischen Parteien. Vieles von der charakteristischen "israelischen Art" ist bedingt von der kolonialistischen Natur des Landes. Im Unterbewussten verstehen viele Israelis, dass die Palästinenser gelitten haben, aber sie fallen in den Rassismus zurück, um damit umzugehen. In seinem Kern ist Israel ein Militärstaat. Es ist ein Land, das ständig im Krieg ist, weil seine Existenz davon abhängt, Palästinensern Rechte zu verweigern. Diejenigen Israelis, die sich weigern, in der Armee zu dienen, haben es schwerer, Arbeit zu finden. Die Armee bietet sehr renommierte und gut bezahlte Jobs an und bezahlt höhere Bildung. Für die Mehrheit der Israelis, besonders die Armen, ist das sehr attraktiv. Aus der Armee kommt mitunter aber auch der mutigste Widerspruch, wenngleich dieser immer mit einem hohen Preis verbunden ist. Ein Soldat hat uns erzählt, dass er, als er in den palästinensischen Gebieten stationiert wurde, begann, der hässlichen Wahrheit ins Auge zu sehen. Er entdeckte, dass Palästinenser in schrecklichen Bedingungen leben, und war angewidert von der Art wie das Militär "die besetzten Gebiete handhabt." Wenn Soldaten gelangweilt waren, fingen sie an, in die Menge zu schießen, und wenn die palästinensische Polizei zurückschoss, wurde sie beschuldigt, "einen Vorfall ausgelöst" zu haben. Soldaten, die er kannte, nahmen ihre Waffen und Granaten am Wochenende mit nach Hause um "Araber zu töten." Er sagte, er ging in die Armee als "braver israelischer Bub" und verließ sie, an jedem Aspekt der israelischen Gesellschaft zweifelnd. Er entdeckte die geheime Geschichte Israels, vom Plan Dalet (Plan D) - dem Entwurf für die ethnische Säuberung im Jahr 1948 - bis zur Erkenntnis, dass die Kriege, von denen man uns erzählt hatte, sie wären von der "anderen Seite" provoziert worden, von Israel ausgelöst wurden, um Land zu erobern. Wenn Israelis diese Mythen und Lügen hinterfragen, droht ihnen die Ächtung von Seiten ihrer Familien, Freunde und Arbeitskollegen. Viele von denen, die zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen, verlassen schlussendlich das Land oder werden dazu gezwungen. Das ist die Entscheidung, vor der die Linke in Israel steht - den Zionismus akzeptieren, und akzeptieren, dass es niemals Gerechtigkeit für die Palästinenser geben wird. Oder sich für eine Einstaatenlösung einsetzen, das heißt für einen demokratischen Staat für Araber und Juden. Das hieße jedoch die Vorstellung eines "Staates nur für Juden" zu verwerfen und anzuerkennen, dass die Palästinenser ein Recht auf Rückkehr haben.
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![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2716 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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