| wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor |
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Sonntag, 22. März 2009
Ich habe momentan zu viel Zeit zum Lesen, und deshalb: Sachen, die diese Woche im Standard gestanden sind
20:29h — ‹fiction + facts›
Philosophie Günter Traxler hat für seine aktuelle „Blattsalat” Kolumne neben den üblichen Ausflüssen Andreas Unterbergers auch ein ganz besonders widerliches Exemplar der Gattung „Philosoph” ausgegraben.
Als mir ein ebenfalls recht widerlicher Studienkollege vor ein paar Jahren mit großer Begeisterung von dieser „philosophischen Praxis” erzählt hat, habe ich mir schon gedacht, dass dieses verkommene Subjekt sein Geld wohl damit verdienen wird, gestressten Managern ihre allfälligen moralischen Bedenken auszureden - aber das ist doch ziemlich hart und erstaunlich unverblümt (für einen Philosophen). Wasserstoff
Das ist natürlich Unsinn. Dass die gesamte Infrastruktur, die für Wasserstoffautos notwendig wäre, teuer und ineffizient ist, wusste man schon lange vorher. Und auch, dass Wasserstoff kein natürlich vorkommender Rohstoff wie Erdöl ist, sondern erst energieaufwändig hergestellt werden muss, um danach über technisch kaum und wirtschaftlich schon gar nicht realisierbare Verteilungs- und Speicherungsinfrastruktur dazu verwendet zu werden, ein Stadt und Land zerstörendes Massenverkehrsmittel anzutreiben. Das angesprochene Kapital, das die Autoindustrie aufgewendet hat, kam übrigens in der Regel vom Staat, und zur Finanzierung dieses Unsinns wurden anderen Programmen die Gelder gekürzt. Das Wasserstoffauto war von Anfang an eine Strategie der Autoindustrie, unbequemen Fragen und Forderungen nach größerer Energieffizienz auszuweichen. Statt Höherer Effizienz - Jetzt! Das Auto der Zukunft - irgendwann ... Erinnert sich noch jemand an das „Freedom CAR”?
Eben. Und nachdem diese Strategie doch ganz gut funktioniert und mittlerweile ausgedient hat, soll das als Massenverkehrsmittel völlig untaugliche Automobil mit dem Elektroantrieb noch einmal in die nächste Runde gerettet werden. (Immerhin ist diesmal die dafür nötige Infrastruktur bereits vorhanden und sehr gut entwickelt, aber woher die ganze Energie, die man dafür brauchen wird, herkommen soll, bleibt auch diesmal offen) Braunau
Die Grünen überlegen also ganz genau, wie sie ihr „antifaschistisches Gedankengut” am Besten zur Schau stellen können. Das ist nicht einmal mehr lustig. „la moltitudine è piú savia e piú costante che uno principe” Die Wochenendausgabe steht unter dem Motto „Gibt es Positives an der Krise?” und in diesem Sinne gibt es - auf Seite 2 und 3! - das Folgende: [Bert Rebhandl, „Die große Frage nach dem richtigen System”, Der Standard, 21./22. März 2009] Zitat aus dem ersten Artikel:
Und damit das auch stimmt, geht es im zweiten Artikel geht dann genau um Hardt/Negri, die Multitude, und sogar um Paolo Virno (»ein geläuterter Linksradikaler«), die als Kronzeugen dafür eingespannt werden, dass »die Vordenker einer „anderen“ Gesellschaft heute schweren Herzens einräumen [müssen], dass der Begriff der Arbeit auch nicht mehr hält, was sich Karl Marx und dessen Jünger von ihm einst erhofft hatten.« Denn: »Heute ist das Erwerbsleben, dessen Bild von edlen „Proleten“ gespeist wurde, der ohne Unterlass an seiner Werkbank schuftet, bereits reiner Anachronismus geworden.« Und in diesem Sinne geht es weiter. Hardt/Negri und Virno, so wie sie Herr Pohl meint, verstanden zu haben, werden zur Linken schlechthin erklärt, die Linke zur Träumerin, und schon ist man beim Schlusssatz: »Die nächste „Revolution“ lässt bestimmt noch lange auf sich warten.« Wie das klingt, wenn die Linke sich nicht an das von den Damen und Herren Liberalen vorgegebene Programm hält, kann man an der offenen Feindseligkeit (gemischt mit leichter Panik) sehen, mit der der Streik in Frankreich (»eine vormoderne Austragung sozialer Konflikte auf der Straße«) und die Aktivitäten der Neuen Antikapitalistischen Partei kommentiert werden. Und dass die Parole von wegen „Karl Marx und dessen Jünger” Programm ist, kann man sich im unvermeidlichen Karl-Marx-Heiliger-und-Hurenbock Artikel noch einmal bestätigen lassen:
[Die Multitude ist übrigens nicht, wie Herr Pohl schreibt, »ein marginaler Begriff aus der Frühzeit der politischen Theorie« (und die »Frühzeit der politischen Theorie« war lange vor Thomas Hobbes zu Ende; immerhin stimmt es, dass Hobbes „Multitude” abwertend gebraucht hat, aber das hat er mit allem getan, was nicht dem Souverän und seiner absoluten Macht dienlich ist); bei Machiavelli beispielsweise ist sie eine zentrale Kategorie; sie kommt etwa in den Discorsi knappe fünfzig Mal im Text vor, und weitere fünf Mal in den Kapitelüberschriften; die oben zitierte lässt sich übrigens folgendermaßen übersetzen: „Die Multitude ist weiser und beständiger als ein Herrscher” - was Machiavelli in großen Gegensatz zu seinen Zeitgenossen und den antiken Vorbildern bringt] ... comment |
![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2818 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 22.05.2012 um 20:29 irgendetwas neues gegeben. status
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