wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Dienstag, 5. Mai 2009
Pakistan

Die Lage wird immer ernster [Massenflucht aus Pakistans Swat-Tal] und so teilt man auch uns arglosen Medienkonsumenten ausnahmsweise etwas mehr von der tatsächlichen Situation mit, als man uns in normalen Zeiten zumuten würde:

Die korrupten Gerichte tanzen nach der Pfeife der Reichen, die Polizei kann die Bürger nicht schützen. In das Machtvakuum stoßen die Taliban vor. Dabei kopieren sie zusehends Taktiken etwa der maoistischen Rebellen in Indien: Sie bewaffnen landlose Bauern gegen die Feudalherren, die oft auch Politiker sind.

[Christine Möllhoff, „USA erhöhen Druck auf Pakistans Staatschef”, Der Standard, 4. Mai 2009]

[Der Artikel scheint nicht online zu sein und ist auf Seite 4 zu finden; in der am selben Tag im deutschen Tagesspiegel erschienen Version [USA stellen Pakistan Ultimatum] heißt es danach weiter: „In weiten Teilen Pakistans haben bis heute mächtige Feudalherren das Sagen, die die landlosen Bauern beinahe wie Sklaven halten.”]

Aus diesen wenigen Zeilen erfährt man mehr über Pakistan (und auch Indien, und islamistische Bewegungen), als aus ganzen Artikelserien. („Was, in Indien gibt es maoistische Rebellen?”, „Dabei ist auch in Pakistan, wie anderswo, die islamistische auch eine antifeudale Bewegung.”)

[Der Rest des Artikels ist auch bemerkenswert. Inzwischen braucht es anscheinend nicht einmal mehr die Andeutung einer Begründung dafür, warum die USA bestimmen, wer in Pakistan regiert, und was die Regierung für eine Politik zu machen hat. Früher wurde das, wenn es nicht einfach geleugnet wurde, noch in schwammige Formulierungen von wegen „Partnerschaft”, „Konsultation”, oder ähnliches verpackt, wurden fadenscheinige Begründungen für dieses oder jenes gegeben, aber jetzt redet man einfach so davon, dass die Obama Administration in Pakistan die Regierung wechselt, dass sie in Afghanistan Karzai austauschen wollen (was möglicherweise weniger problemlos über die Bühne gehen könnte, als sie sich das wünschen), dass sie die politische Kontrolle über den Irak verloren haben, dass sie als Premierminister der erzwungenen palästinensischen Einheitsregierung nur Fayyad akzeptieren werden (darin sind sie sich allerdings mit den Europäern einig) ...]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 27 Jahre alt und ein kurzsichtiger, leseschwacher, besserwisserischer, aufmerksamkeitsdefizitärer, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter, unkonzentrierter und unangenehmer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Handy, Ziel im Leben, Job, eigene Wohnung, …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs, schlechter Verdauung und dem Wunsch, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten (der Sonnenkönig hängt dort oben wegen seines Gesichtsausdrucks und weil er mein erster und bisher bester Kanzler war). Mein Lebensmotto ist ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich tue was ich hier tue schon 2191 Tage. Das letzte Mal hat es hier am 17.08.2010 um 01:07 irgendetwas neues gegeben.
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