wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Donnerstag, 12. Mai 2005
Letztens stand auf der Tafel eines Hörsaals links in der Mitte das Wort "Pseudos" (sonst nichts).

Das sogenannte Lektüreseminar von KPL schließt direkt an eine andere von ihm gehaltene Lehrveranstaltung an. Laut dem abgewischten Tafelbild soll es dort diesmal um "Vernunfterkenntnis" gegangen sein; in der viertel Stunde, die ich vor der Tür gesessen bin, habe ich aber lediglich KPL beim Polemisieren gegen "Nachbar in Not" gehört - Deduktion der reinen Feuilletonbegriffe.

Aber es gibt auch erfreuliches zu berichten: Die Sache wird von Woche zu Woche einfacher durchzustehen und übernächste Woche ist wiedereinmal ein Feiertag, und über diese Feiertage werde ich mein Aristotelesreferat endlich schreiben können. Jedenfalls: überstandener Qual ging ich zur U-Bahn und traf dort Kollegen K., der sich mit einer mir unbekannten Person männlichen Geschlechts unterhielt. Es ging offensichtlich um Fragen der universitären Administration, und ich hörte interessiert zu; Kollege K. band mich in das Gespräch ein und als der dritte Kollege erklärte, die gesamten administrativen Aufgaben der Universität Wien wären in ein einziges (dementsprechend funktionierendes) Programm gepackt worden, und Kollege K. meinte, das wäre das universitäre Gegenstück zu SAP, konnte ich sogleich einwenden, dass aber Universitäten wenigstens nicht in Konkurs gehen könnten, was ich aber sofort revidierte, und der dritte Kollege sofort beeinspruchte - denn wie wir alle wissen, sind die österreichischen Universitäten aufgrund ihrer neuerlangten Vollrechtsfähigkeit inzwischen ebenfalls Gegenstand des Insolvenzrechts (ich hoffe die Juristinnen und/oder Juristen unter der werten Leser/innen/schaft haben gegen diese Formulierung nichts einzuwenden). Der dritte Kollege verabschiedete sich und ich schlug mit Kollegen K. die übliche Route ein - U2 Karlsplatz, statt wie üblich U2 Schottenring. Es ging in unserem Gespräch wie üblich um den Eros, die Universitätspolitik und die Diplomarbeit. Ich erzählte ihm, dass ich in meiner Lektüre der Klassiker der politischen Philosophie bei Aristoteles steckengeblieben sei und mich mit dem Gedanken trüge, diesen zum Gegenstand meiner Diplomarbeit zu machen, genauer gesagt - falls ich bis dahin so weit sein werde - einen seiner arabischsprachigen Kommentatoren; oder, im letzteren Falle, eventuell auch jemand anderen aus dem breiten Feld der arabischsprachigen Philosophie, da ich mich außer Stande sähe, eine "traditionelle" Arbeit zu verfassen und daher eher zu einer kommentierten Übersetzung tendieren würde. Er nannte mir daraufhin den Namen eines Professors an unserem Institut, der sich sehr für dieses Gebiet interessiert und auch schon erfolglos versucht hat, einen arabischstämmigen Kollegen darauf zu verpflichten. Diese Begebenheit ließ uns darauf schließen, dass besagter Professor wohl an einer Diplomarbeit wie sie mir vorschwebt, sehr interessiert wäre. Die große Frage ist allerdings, ob das so einfach geht, ob und welche Voraussetzungen ich dafür erfüllen muss, gar nicht zu reden von der alles entscheidenden Frage, ob ich es jemals schaffen werde, so gut Arabisch lesen zu könnnen und mich auch ausreichend in der Fachterminologie, und damit zusammenhängend in der arabischsprachigen Philosophie überhaupt (bzw in dem meinem Thema entsprechenden Feld selbiger), auszukennen.

Fragen über Fragen, aber eine klare Perspektive.

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2715 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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