| wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor |
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Sonntag, 26. April 2009
Sonntagslektüre
21:03h — ‹philosophie›
Wenn mich jemand fragt, warum ich den Standard nicht mag, verkneife ich mir in letzter Zeit die lange Antwort mit Beispielen dafür, warum diese Zeitung schlecht ist (die immer wieder aufkommende Hetze gegen eine gewisse Minderheit, die pro-amerikanische Blattlinie, dass sie mindestens einmal im Monat einen Artikel eines allseits bekannten Rechtsextremisten abdrucken, die offene Feindschaft gegen die Sozialdemokratie, die regelmäßigen Zielgruppenbeilagen: Geldmarkt, Kunstmarkt, Bildungsmarkt, Karrieremarkt, Politikmarkt, Körpermarkt, ... //zugegeben, die letzten paar heißen nicht wirklich so// - usw.), und antworte stattdessen kurz und bündig, dass mir die Zeitung zu rechts ist, was man nebem vielem anderen auch daran festmachen kann, dass der Wirtschaftsteil „Investor” heißt, während eine anständige Zeitung ihren Wirtschaftsteil „Arbeit und Kapital” nennen würde. Und es gibt tatsächlich einige Zeitungen, die genau das machen, darunter il manifesto. In solchen Zeitungen liest man dann etwa ein Interview mit dem israelischen Architekten Eyal Weizman, möglicherweise bekannt durch seine Bücher A Civilian Occupation: The Politics of Israeli Architecture (zusammen mit Rafi Segal) oder Hollow Land: Israel's Architecture of Occupation (beide bei Verso erschienen) - [Lucia Tozzi, Weizman a FERRARA, il manifesto, 18. April 2009] [Bei der Gelegenheit: ein Artikel samt Interview anlässlich des Erscheinens von Hollow Land im Socialist Worker]
Oder man liest eine Rezension der italienischen Übersetzung von John Rawls’ Lectures on the History of Political Philosophy, geschrieben von niemand anderem als Toni Negri - [Toni Negri, Il pigro DEMOCRATICO, il manifesto, 24. April 2009] Die Rezension ist äußerst unfreundlich, und das zu Recht. Negri stösst sich unter anderem daran, dass Rawls die Geschichte der modernen politischen Philosophie bei Hobbes beginnen lässt, und nicht etwa bei Machiavelli (und dass er aus Marx einen liberalen Theoretiker der Gerechtigkeit macht, und noch ein paar andere Sachen); das liegt laut Negri daran, dass für Rawls - ganz der Apologet des Liberalismus - politische Theorie ausschließlich Vertragstheorie ist, sodass das moderne politische Denken für ihn eben bei Hobbes beginnt. [Zur Erinnerung: Verträge, die unter Zwang zu Stande gekommen sind, sind einzuhalten; es bedarf einer Souveränen Macht, die das Volk durch Terror zur Einhaltung des Vertrages, mit dem es sich dem Souverän unterworfen hat, zwingen kann; alle denkbaren Staatsformen sind im Endeffekt in ihrer Struktur gleich; usw.] Dass die Vertragstheorie ein ideologisches Konstrukt ist, mit dem sich die Wirklichkeit nicht allzu gut erfassen lässt, zeigt sich für Negri am deutlichsten darin, dass es in ihr keinen Platz für die Krise gibt; sie kann sie nicht abbilden. Für die Vertragstheoretiker gehört die Krise dem Urzustand an, der durch den Vertrag beendet wurde; die politischen Strukturen, die sie beschreiben, sind für diese Denker gerade erst dadurch möglich geworden, dass die (permanente, kriegsförmige) Krise überwunden wurde. Darin liegt, möchte ich anmerken, auch die starke Parallele mit der heute vorherrschenden Art von Wirtschaftswissenschaft. Die Vertragstheorie, sowohl auf der Ebene der Politik als auch auf der der Ökonomie, setzt den homo oeconomicus - den einzelnen, vereinzelten, durch und durch rational gewinnmaximierenden, mit allen anderen in Konkurrenz stehenden Menschen - als ihre Grundeinheit, auf der ihre mathematischen Modelle beruhen, die - wie wir momentan wieder deutlich zu sehen bekommen - spektakulär darin scheitern, die Wirklichkeit abzubilden (was ja auch ihre Aufgabe ist). Im Falle der politischen Vertragstheorie, nämlich im Falle Hobbes’, ist diese Konkurrenz tatsächlich sogar wortwörtlich eine mörderische, die so weit auf die Spitze getrieben wird, bis sie an ihrem scheinbar stabilen Extrempunkt angelangt ist: „Ich muss annehmen, dass du bereit bist, mich umzubringen, deshalb bin ich bereit, dich umzubringen”; auf dieser Basis wird dann das restliche System mit mathematischer Präzision (dh nach der geometrischen Methode) aufgebaut. Die Subjekte dieses Systems befinden sich stets am äußersten psychotischen Rand, und wird dieser überschritten, ist alles aus - das System kennt keine Krise, sondern nur das ordnungsgemäße Funktionieren, oder den totalen Zusammenbruch aller seiner Strukturen. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass Hobbes keinen Platz für nicht-kapitalistische Produktion hat, dh für Produktion die nicht durch Verträge organisiert ist, deren Einhaltung durch die souveräne Macht garantiert wird. Hobbes stellt kategorisch fest, dass im Naturzustand keinerlei Produktion stattfindet (Leviathan, XIII,9); dass etwa die amerikanischen Ureinwohner sich seiner Meinung nach in einem solchen Naturzustand befänden, aber durchaus produzieren, erklärt er damit, dass sie in kleinen Familienverbänden lebten, die durch natural lust zusammengehalten würden (Leviathan, XIII,11) [Weitere Einwände gegen die Vertragstheorie finden sich bereits in Aristoteles’ Politik, 3. Buch, 9. Kapitel, wo er sich etwa dagegen ausspricht, dass »aus dem Gesetz ein bloßer Vertrag« gemacht wird, und die Meinung vertritt, »daß der Staat nicht eine bloße Gemeinschaft des Wohnorts ist oder nur zur Verhütung gegenseitiger ungerechter Beeinträchtigungen und zur Förderung des Tauschverkehrs da ist«] ... link (0 comments) ... comment Samstag, 28. März 2009
Die neue Ausgabe der New Left Review
16:03h — ‹philosophie›
Das geht direkt an Herz und Nieren meiner Diplomarbeit:
Der Autor des Artikel schreibt: »Canfora’s conception of democracy as the ascendancy of the poorer classes is based on an elision of the difference between political and social power that is deeply rooted in Italian political culture. Indeed one might argue that a characteristic feature of the Italian tradition of social theory is its lack of a robust conception of social structure, or of political economy, as distinct from political rule.« Soweit ich das bisher verstanden habe, steht Machiavelli genau in dieser Tradition bzw. hatte wesentlichen Anteil an ihrer Entstehung, während Gramsci (bei all den erstaunlichen Ähnlichkeiten, die er mit Machiavelli hat) den Gegenpol bildet. Und das ist genau der Punkt, den laut Gramsci Marx Machiavelli voraushat: Die Entdeckung, dass die menschliche Natur nicht mehr oder weniger fix ist, sondern einer historischen Entwicklung unterliegt (im Wesentlichen der Entwicklung der Produktionsmittel), und dass die politisch relevanten Teilungen des Volkes nicht durch „reine Politik” konstituiert werden, sondern eine ökonomische Basis haben (wohlgemerkt: sie haben eine ökonomische Basis - nicht: sie sind ökonomisch determiniert). Nach dem, was ich bis jetzt so gelesen habe, sieht Machiavelli nämlich die Spaltung in Guelfen und Ghibellinen als den Prototyp der Fraktions- und Parteienbildung, und zwar als einen Konflikt zwischen den Handels- und Herrschaftsinteressen einiger weniger hoher Familien, woraus sich zwei rivalisierende Koalitionen bilden, die über diverse Abhängigskeitverhältnisse schließlich auch das Volk mit in den Konflikt ziehen und „spalten” (die Anführungszeichen deshalb, weil es genau der Fehler dieser Ansicht ist, das Volk - siehe Marx’ böse Bemerkung im 18. Brumaire - als in seinem „Naturzustand” einig und ungeteilt zu sehen). Die (ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll) Parteiung des Volkes wird also „von oben” („politisch”) bestimmt, und nicht „von unten” („ökonomisch”). Eigentlich ist es aber insofern ein Fehler, diese Ansicht allgemein als fehlerhaft zu sehen, als sie ihrer Zeit durchaus angemessen war. Die moderne Massenpolitik, die Marx im erwähnten 18. Brumaire so eindringlich beschreibt, ist tatsächlich eine so grundlegend neue Entwicklung, dass sie selbst nach über zwei Jahrhunderten noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. [Und hier nochmal Gramsci: Man könnte seine Bemerkung, dass Machiavellis Neuerungen immer noch nicht „angekommen” sind, dahingehend verstehen (oder vervollständigen), dass im Zeitalter der Massenpolitik ein volles Verständnis Machiavellis von einem vollen Verständnis Marx’ abhängig ist] Zum Thema Italien ganz allgemein: In der London Review of Books waren in der vorletzten und der letzten Ausgabe von Perry Anderson eine lange Rezension zweier Bücher über Italien heute und ein langer Artikel über die (rückgratlose) italienische Linke:[Perry Anderson, An Entire Order Converted into What It Was Intended to End, London Review of Books, Vol. 31 No. 4, 26. Feber 2009] --- Ebenfalls in der neuen Ausgabe der New Left Review ist ein Artikel von Mike Davis über die amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Im Lichte der obigen Ausführungen ist das hier dabei ganz besonders interessant:
... link (0 comments) ... comment Donnerstag, 11. Dezember 2008
Was es über Thomas Hobbes' Politische Philosophie zu sagen gibt (dargestellt nach der geometrischen Methode unter Auslassung der unwichtigeren Teile)
01:38h — ‹philosophie›
[Alle Stellenangaben sind gemäß der Einteilung in der Oxford World's Classics Ausgabe des Leviathan, herausgegeben von J. C. A. Gaskin] Der Mensch hat endlose Begierden (XI,1)Das wichtigste Begehren eines jeden Menschen ist das Streben nach unumschränkter Macht (XI,2) Das Begehren des Menschen, am Leben zu bleiben und sich am Leben zu erfreuen, bringt ihn dazu, nach Frieden zu streben (XI,4) Alle Menschen sind gleich, da jeder jeden umbringen kann (XIII,1) Zur Überwindung des Naturzustandes und zur Errichtung eines dauerhaften Friedens bedarf es des Staates (XVII,1) Da der Souverän die Aufgabe hat, das Gemeinwesen und den Frieden zu verteidigen, hat er absolute Verfügung über alle dazu notwendigen Mittel sowie die Entscheidung darüber, welche diese notwendigen Mittel sind (XVIII,8)
Der Souverän hat absolute Macht der Zensur (XVIII,9) Der Souverän steht über dem Gesetz (XXVI,6 + XIX,9) Zusätze: [Es gäbe noch so viel hinzuzufügen, zu präzisieren und zu kommentieren, aber ich habe jetzt schon wieder genug. Thomas Hobbes war ein grauenhafter Mensch mit abscheulichen Ideen. Seine Politische Philosophie ist das Ende jeder Politik, jeder Philosophie und jeder Freiheit. In seiner absurden Monomanie im Zeichen des "sterblichen Gottes", des Leviathans, der höchsten Macht auf Erden (XVIII,13 + XXVIII,27), hat er sie allesamt abgeschafft. Mögen diese seine Ideen endlich der Verachtung anheimfallen und sein Name bis in alle Ewigkeit mit Abscheu ausgesprochen werden] ... link (0 comments) ... comment Sonntag, 16. November 2008
Peter Sloterdijk (Leute, die ich nicht mag I)
03:35h — ‹philosophie›
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Das passiert, wenn man Marx schlecht oder gar nicht gelesen hat // Ich bin froh, endlich von der Uni wegzukommen (III)
18:13h — ‹philosophie›
Externalisierung, Moralisierung, Dämonisierung: die Produzenten sind die anderen und die Waren sind böse weil nicht authentisch; Politik wird Dämonologie, politische Praxis wird Exorzismus; politische Betätigung wird zu einer Ansammlung von nicht weiter begründbaren und deshalb umso heftiger verteidigten Ritualen; die großen Siege und Niederlagen werden unverständlich und dem Wirken von Magie zugeschrieben, Politiker an der Spitze von Bewegungen werden Magier; große soziale, ökonomische und politische Entwicklungen werden mit dem Wirken von mit dem Hauch des Übernatürlichen behafteten Verschwörungen erklärt [Mir wäre es leichter ums Herz, wenn es nur ein paar vereinzelte Depperte wären, aber die Tendenzen sind allgemein und es fehlt eine organisierte Gegenbewegung - eigentlich sollte das die Linke sein, aber die ist in einem erschreckenden Ausmaß Teil des Problems] ... link (0 comments) ... comment Ich sollte mir ein T-Shirt drucken lassen mit diesem Spruch hier // Ich bin froh, endlich von der Uni wegzukommen (II)
18:09h — ‹philosophie›
Das stand auf der Einladung zu Žižeks Leninkonferenz. Das Ergebnis dieser Konferenz:
[Ist mir erst letztens passiert: unter den Gesprächspartnern kam der Verdacht auf, dass meine enthusiastisch vorgetragenen Reden über Marx, Lenin und Mao ernst gemeint waren. //Was sie auch waren und sind.// Prompt ging es los mit den Gulaggeschichten. Und selbst wenn ich Marx, Lenin und Mao weglasse, kommen stilles Gelächter und manchmal Ideologiekritisches, wenn ich mit Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit komme, oder mit Gerechtigkeit, Wahrheit und Freiheit oder ähnlichem] [Gerne würde ich dann ja meinerseits anfangen, Geschichten zu erzählen, aber das wäre sinnlos, denn diesen Leuten geht es nicht darum, den Sozialismus (oder die Russische Revolution) für tabu zu erklären, weil sie den Kapitalismus (oder die Amerikanische Revolution oder sonstwas) so toll finden //die gibt es natürlich auch//, sondern um sich ihr Nichstun schönzureden; man kann ihnen ihre eigenen Ansichten nicht entgegenhalten, weil sie keine haben. Sie sitzen mittendrinnen im Sturm, sind immer für alles Gute, immer gegen alles Schlechte, und bemühen sich hauptsächlich darum, ihre Unschuld (und ihre Privilegien) in dieser (ach!) grausamen, verrückten Welt zu bewahren; in friedlichen Zeiten fühlen sie sich bevorzugt von Sozialversicherungen und Gewerkschaften unterdrückt, haben große Freude daran, die Sozialpartnerschaft faschistisch und die Republik undemokratisch zu nennen; in stürmischeren Zeiten üben sie sich in der Kunst des Schulterzuckens; ihre Zeit verbringen sie damit, sich Gründe auszudenken, warum jede Art von Betätigung in irgendeinem Sinne wofür auch immer die Wurzel jeglichen Übels welcher Art auch immer ist; sie bewundern sich gegenseitig für ihre Beobachtungsgabe und ihren feinen Sinn für Ironie, für ihre ... ach egal, ich bin einfach nur froh, endlich wegzukommen von dort] ... link (0 comments) ... comment Ich bin froh, endlich von der Uni wegzukommen (I)
17:54h — ‹philosophie›
Intellektuelle haben - vorallem wenn sie noch jung sind - das starke Bedürfnis, sich radikal zu fühlen, der Welt laut entgegen zu schreien: IHR LEBT EINE LÜGE!; früher haben sie in diesen Fällen meistens ganz genau gewusst, was die Wahrheit ist (und wer oder was der universellen Anerkennung dieser Wahrheit entgegensteht), heute wissen sie üblicherweise, dass man nichts (gar nichts! und zwar überhaupt nichts!!!) wissen kann //und wenn sie ganz besonders klever sein wollen, meinen sie nur, es schiene ihnen, man könne nichts wissen, und setzen an den Anfang und das Ende jeden ihres Satzes ein "es scheint mir"//. Manchmal auch ist es auch etwas irgendwo dazwischen. Ein Beispiel: Es geht um einen Aspekt der Zeichentheorie eines mir namentlich bekannten Philosophen. Der Referent stellt fest, dass man schlecht oder gar nicht etwas nicht lesen kann, das einem direkt vor Augen ist, dass man, wenn man hört, nicht nicht hören kann, usw ...; er zitiert pflichtschuldigst eine dazu passende Geschichte von Italo Calvino und kommt zu dem Schluss, dass wir ständig mit Sinneseindrücken bombardiert werden, die wir zwanghaft in Aussagen und Urteile umsetzen - ergo: der Mensch wird von seiner Umwelt unterdrückt und ist in keiner Weise frei und - bevor der Referent die letzte Konsequenz aus dieser schrecklichen Erkenntnis ziehen und sich Kopf voran aus dem Fenster stürzen kann, wird er höflich darauf hingewiesen, dass dieser Schluss doch etwas überzogen ist. ... link (0 comments) ... comment Mittwoch, 26. März 2008
Philosophie zu studieren ist furchtbar (und dank SPL KPL wird es von Semester zu Semester immer noch furchtbarer)
22:42h — ‹philosophie›
Das liegt (für mich jedenfalls) hauptsächlich daran, dass man Arbeiten schreiben muss. In Philosophie eine Arbeit zu schreiben ist ungefähr so, als würde man im Werkunterricht folgende Aufgabe gestellt bekommen: "Machen sie irgendwas aus Holz ... irgendwas, solange es etwas mit dem zu tun hat, was wir im Unterricht durchbesprochen haben und gewissen nicht näher spezifizierbaren formalen und inhaltlichen Anforderungen genügt. Und es sollte mindestens zehn Zentimeter hoch sein." Manche Leute basteln dann einen genau zehn Zentimeter hohen Eiffelturm aus ein paar Zahnstochern, andere kleben ein paar Teile aus einem Holzbaukasten aneinander, andere schnitzen sich irgendetwas aus einem Holzscheit zurecht, und ich ... leide, bin unsicher, verwirrt, planlos; nach ewigem angestrengtem Sinnen (das man sich so vorstellen kann wie den ganzen Tag am Klo sitzen, nur wohlriechender, dafür aber über mehrere Tage bis Wochen) kommt mir irgendwann eine Reihe von merkwürdigen Ideen, die ich dann schnell aufschreibe und schließlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen durch Lektüre und Exzerpierung der relevanten Literatur (bevorzugt im Halbschlaf) sowie durch eine Unzahl von gezielten Schlägen auf Stirn, Hinterkopf und andere dafür geeignete Körperteile in herzeigbarer Form zu Holz (d.h. zu Papier) bringe. [Und bis dahin mache ich allen möglichen Unsinn, sudere in der Gegend herum, lade mir irgendwelches Zeug runter, schreibe Blödsinn wie diesen hier, versuche mich damit zu trösten, dass es noch viel schlimmer sein könnte, als es mittlerweise ohnehin schon ist ... und irgendwann kurz vor Ablauf der Frist werde ich dann doch fertig und im Endeffekt geht es dann in meinem Elaborat um die "Polis der nur Seelen Habenden" und die "Polis der nur Körper Habenden" und anderes lustiges Zeug, das mir in einer von vielen schlaflosen Nächten eingefallen ist, die ich in der eingebildeten innigen Umarmung der vergleichenden Religionswissenschafterin verbracht habe] ... link (0 comments) ... comment Sonntag, 17. Februar 2008
Kandidaten für eine Tortung Zwei nuschelnde alte Herren unterhalten sich mit zwei nicht nuschelnden alten Herren über die Welt
15:20h — ‹philosophie›
Heute im Philosophischen Quartett: Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski diskutieren mit Joseph Fischer und Herfried Münkler die Frage "Retten Imperien die Welt?" [In der nächsten Ausgabe: Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski im Gespräch mit Horst Mahler und Jörg Haider: "War der Nationalsozialismus wirklich so schlecht?"] - So schlimm war es gar nicht. [Aber es war ein wenig langweilig: Herfried Münkler gerät ins Schwärmen über die Imperien - Joseph Fischer erinnert ihn daran, dass da auch eine ganze Menge Blut geflossen ist; Joseph Fischer gerät ins Schwärmen über die USA und besteht darauf, dass diese kein Imperium sind - die anderen erklären ihm, warum sie es doch sind; Joseph Fischer zählt auf, was sich nicht alles verändert hat mit der Globalisierung - die anderen rechnen ihm gegen, was sich alles nicht verändert hat, und dass es im Endeffekt immer noch auf die selben Dinge ankommt; Joseph Fischer sagt ein paar Sätze über Europa und seine Grenzen - Herfried Münkler erklärt, warum der Umgang Europas mit seinen Nachbarn, den Herr Fischer in so schöen Farben malt, keineswegs harmlos und die EU deshalb seiner Definition nach ein Imperium ist; und dass man sich überlegen muss, ob man das will. - Einmal taucht die Frage auf, wieviele Legionen denn die Römer in Germanien tatsächlich versenkt hätten, und irgendwo zwischendurch wird betont, dass das Habsburgerreich kein typisches Imperium war. Da hätte ich mir die Mühe, das alles mitzuschneiden, eigentlich sparen können.] ... link (0 comments) ... comment Dienstag, 30. Oktober 2007
Das Patriarchat, lebendig und wohl auf im Philosophie Seminar
17:29h — ‹philosophie›
"Es kann sich ja aus einem Samen eine Pflanze oder auch ein Tier entwickeln" - die in diesem Satz ausgedrückte und aus der Philosophiegeschichte bekannte Ansicht (dass nämlich der sogenannte Samen des Mannes tatsächlich ein Samen ist somit der Mann das Leben hervorbringt und die Frau es lediglich austrägt - und dabei womöglich noch beschädigt und beschmutzt) ist, außer von den zwei Feministinnen hinten links, vom gesamten Seminar geräuschlos akzeptiert worden. [Nachtrag 02. November, damit niemand glaubt, dass ich mir das aus der Nase gezogen habe]
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![]() Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2711 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben. status
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