wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Donnerstag, 8. Dezember 2011
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Donnerstag, 21. Oktober 2010
Damit dürfte die Sache endgültig erledigt sein

Oh ja, ich bin ein Gewinner!

Teilweise war es nicht so gut

Und ich dürfte bei der ganzen Sache wohl auch Schaden genommen haben

Aber die Kommission hatte ein Einsehen

Und es sollen schon schlimmere Dinge passiert sein

Wie dem auch sei: Wie es weiter geht? Wer weiß?

Vorerst ist aber jedenfalls erst einmal Sendepause

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Mittwoch, 20. Oktober 2010
Jetzt wird es ernst

Sehr ernst

Ich meine richtig ernst

Aber ich bin bereit

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Dienstag, 17. August 2010
Moshe Lewin (1921?2010)

Nachruf von Alain Gresh auf der Seite von Le Monde diplomatique: [Moshe Lewin et le « siècle soviétique »]

Kleine Anmerkung. Es heißt dort: »Le Monde diplomatique a publié son dernier ouvrage, écrit directement en français, Le Siècle soviétique (avec les éditions Fayard, 2003).« ? In besagtem Buch steht hingegen, es sei eine Übersetzung aus dem Englischen (übersetzt von Denis Paillard und Florence Prudhomme; « Ouvrage traduit avec le concours du Centre national du livre »); allerdings scheint es die dort angegebene englische Originalausgabe (»Russia?s Twentieth Century. The Collapse of the Soviet System«, Columbia University Press 2003) nie gegeben zu haben. Bei Verso ist aber 2005 eine englische Ausgabe unter dem Titel »The Soviet Century« erschienen.

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Mittwoch, 29. Juli 2009
Daniel Kehlmanns Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele

Ich hatte ihn bisher eher für einen Schnösel gehalten, aber das hat Klasse:

Ich bin also, ich leugne es nicht, voreingenommen, aber andere sind es nicht. Spricht man mit Russen, mit Polen, mit Engländern oder Skandinaviern, die deutschsprachige Lande besuchen und hier ins Theater gehen, so sind sie oft ziemlich verwirrt. Was das denn solle, fragen sie, was denn hier los sei, warum das denn auf den Bühnen alles immer so ähnlich aussehe, ständig Videowände und Spaghettiessen, warum sei immer irgendwer mit irgendwas beschmiert, wozu all das Gezucke und routiniert hysterische Geschrei? Ob das denn staatlich vorgeschrieben sei?

[...]

Es hat wohl mit der folgenreichsten Allianz der vergangenen Jahrzehnte zu tun: dem Bündnis zwischen Kitsch und Avantgarde. Nach wie vor und allezeit schätzt der Philister das Althergebrachte, aber mittlerweile muss sich dieses Althergebrachte auf eine strikt formelhafte Weise als neu geben. Denn wer ein Reihenhaus bewohnen, christlich-konservative Parteien wählen, seine Kinder auf Privatschulen schicken und sich dennoch als aufgeschlossener Bohemien ohne Vorurteil fühlen möchte - was bleibt ihm denn anderes als das Theater? In einer Welt, in der niemand mehr Marx liest und kontroverse Diskussionen sich eigentlich nur noch um Sport drehen, ist das Regietheater zur letzten verbliebenen Schrumpfform linker Ideologie degeneriert.

[Die Rede weicht hier vom Text in einem Punkt ab: Kehlmann sagt »christlich- oder ökologisch-konservative Parteien«, wie in dem Ausschnitt, der auf ORF.at abgerufen werden kann, deutlich zu hören ist - [Festspiele: Kehlmann-Rede sorgt für Aufsehen]]

[...]

Und unterdessen bleibt der Großteil der interessierten Menschen, die einstmals Publikum gewesen wären, daheim, liest Romane, geht ins Kino, kauft DVD-Boxen mit den intelligentesten amerikanischen Serien und nimmt Theater nur noch als fernen Lärm wahr, als Anlass für wirre Artikel im Feuilleton, als Privatvergnügen einer kleinen Gruppe folgsamer Pilger, ohne Relevanz für Leben, Gesellschaft und Gegenwart. "Das traurigste Gewerbe", sagte Reinhardt - und nicht selten ist man versucht, ihm zuzustimmen, sich abzuwenden und einfach das Fernsehen einzuschalten.

[Salzburger Festspiele sind eröffnet]

Wer es geschafft hat - im Neuen Bürgertum angekommen ist - die Grünen wählt, allseits „tolerant” ist, fair gehandelte Produkte kauft, auf seine Gesundheit achtet, regelmäßig Tränen für die Dritte Welt vergießt, sich über soziale Revolutionen ebendort empört, sich mit der Wahl des richtigen Privatkindergartens für den erlesenen Nachwuchs plagt, sich von Hugo Chávez in seinen bürgerlichen Freiheiten bedroht fühlt, auf das gewöhnliche Volk mal mit Abscheu mal mit Angst herabblickt, in Panik gerät wenn irgendwo die Reinheit und Ehre der Zivilgesellschaft befleckt wird, den Standard für eine gute Zeitung hält, jede Regung des Volkes für eine Vorstufe des Totalitarismus hält - kurz: in der Einöde der oberen Mitte der Gesellschaft zum Stehen gekommen ist, der ist die Zielgruppe des modernen Kulturbetriebs; die institutionalisierten Wiederholungen der gescheiterten ästhetischen Revolutionen von gestern und vorgestern sollen das Gefühl vermitteln, in einem unüberwindlichen Gegensatz zu „der Gesellschaft” zu stehen, wachsam und kritisch zu sein, doch in Wirklichkeit ist die Gegenstandslosigkeit dieser modernen Kunst nur ein Spiegel der Gegenstandslosigkeit des bürgerlichen Denkens und Fühlens, das sich selbst zu viel geworden ist. Die moderne Kunst ist das Spektakel des Bürgertums, das sich selbst einreden möchte, dass seine ständig zu scheitern drohende Flucht vor der Wirklichkeit, vor der Selbsterkenntnis, der einzig fortschrittliche, der einzig „moderne” Weg ist.

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Dienstag, 5. Mai 2009
Pakistan

Die Lage wird immer ernster [Massenflucht aus Pakistans Swat-Tal] und so teilt man auch uns arglosen Medienkonsumenten ausnahmsweise etwas mehr von der tatsächlichen Situation mit, als man uns in normalen Zeiten zumuten würde:

Die korrupten Gerichte tanzen nach der Pfeife der Reichen, die Polizei kann die Bürger nicht schützen. In das Machtvakuum stoßen die Taliban vor. Dabei kopieren sie zusehends Taktiken etwa der maoistischen Rebellen in Indien: Sie bewaffnen landlose Bauern gegen die Feudalherren, die oft auch Politiker sind.

[Christine Möllhoff, „USA erhöhen Druck auf Pakistans Staatschef”, Der Standard, 4. Mai 2009]

[Der Artikel scheint nicht online zu sein und ist auf Seite 4 zu finden; in der am selben Tag im deutschen Tagesspiegel erschienen Version [USA stellen Pakistan Ultimatum] heißt es danach weiter: „In weiten Teilen Pakistans haben bis heute mächtige Feudalherren das Sagen, die die landlosen Bauern beinahe wie Sklaven halten.”]

Aus diesen wenigen Zeilen erfährt man mehr über Pakistan (und auch Indien, und islamistische Bewegungen), als aus ganzen Artikelserien. („Was, in Indien gibt es maoistische Rebellen?”, „Dabei ist auch in Pakistan, wie anderswo, die islamistische auch eine antifeudale Bewegung.”)

[Der Rest des Artikels ist auch bemerkenswert. Inzwischen braucht es anscheinend nicht einmal mehr die Andeutung einer Begründung dafür, warum die USA bestimmen, wer in Pakistan regiert, und was die Regierung für eine Politik zu machen hat. Früher wurde das, wenn es nicht einfach geleugnet wurde, noch in schwammige Formulierungen von wegen „Partnerschaft”, „Konsultation”, oder ähnliches verpackt, wurden fadenscheinige Begründungen für dieses oder jenes gegeben, aber jetzt redet man einfach so davon, dass die Obama Administration in Pakistan die Regierung wechselt, dass sie in Afghanistan Karzai austauschen wollen (was möglicherweise weniger problemlos über die Bühne gehen könnte, als sie sich das wünschen), dass sie die politische Kontrolle über den Irak verloren haben, dass sie als Premierminister der erzwungenen palästinensischen Einheitsregierung nur Fayyad akzeptieren werden (darin sind sie sich allerdings mit den Europäern einig) ...]

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Montag, 20. April 2009
J. G. Ballard ist tot

Ein paar Absätze aus Günter Hacks Nachruf auf der Futurezone:

Ballards prägende Erfahrung ist die des Lebens im Lager, einer umgrenzten kontrollierten Umgebung, deren soziale Normen sich aus der Enge ergeben. 1930 kommt er als Sohn einer britischen Textilunternehmerfamilie in Schanghai auf die Welt und lebt zunächst im internationalen Viertel, einer abgeschotteten Luxuswelt für Europäer.

1937 greifen die Japaner China an und nehmen Schanghai in Besitz. Ballard beschreibt, wie die Invasoren 1943 das internationale Viertel zum Internierungszentrum machten. Plötzlich war der Raum der Freiheit und des Luxus ein Gefängnis. Abgeschottet hatten ihn seine Bewohner ja schon vorher. Ballard beschrieb das Leben dort in seinem wohl bekanntesten Buch "Empire of the Sun" (1984), das von Steven Spielberg 1987 verfilmt wurde.

1946 zieht die Familie zurück nach Großbritannien. Für den jungen Ballard, der in einem ultramodernen Haushalt mit zehn chinesischen Dienern aufgewachsen war, sieht sein zerstörtes Heimatland, das er nur aus Zeitschriften und Büchern kannte, nicht wie eine Nation der Sieger aus. Aus Nachkriegsgrau und Internatsödnis flüchtet Ballard ins Kino. Ein Studium der Medizin und Psychologie in Cambridge bricht er schnell ab, die Bilder der Leichen auf den Seziertischen verschmelzen in seiner Wahrnehmung mit den Erinnerungen an die Toten aus den Kämpfen um Schanghai.

1953 schreibt sich Ballard bei der Royal Air Force ein und wird zum Flugtraining nach Kanada abkommandiert. Die militärische Langeweile bekämpft er, indem er Science-Fiction-Magazine verschlingt. Schnell stellt er fest, dass ihn die damals üblichen "Space Operas" nicht interessieren. "Als Vorläufer von 'Star Trek' beschreiben sie ein US-amerikanisches Imperium, das sich anschickt, das ganze Universum zu kolonisieren und es in eine fröhlich-optimistische Hölle zu verwandeln, eine Vorstadt der 1950er Jahre, voll guter Absichten und bevölkert von lächelnden Hausfrauen in Raumanzügen. Eine Vision, die sich als merkwürdig korrekt herausstellen könnte", schreibt Ballard.

[Günter Hack, J. G. Ballard: Ein Leben im Lager]

Ich habe Ballard zuerst auf Deutsch (7 Bücher aus der Phantastischen Bibliothek im Schuber) gelesen, und obwohl ein paar Motive hängen geblieben sind, war es kein allzu einschneidendes Erlebnis. Das änderte sich am Freitag, 14. Jänner 2005, als plötzlich beim Kuppitsch im Jonasreindl drei Bücher lagen [Liste der am Freitag, 14. Jänner 2005, angeschafften Bücher] - ein höchst ungewöhnliches Sortiment zu höchst ungewöhnlichen Preisen, das damals wie heute paranoide Vorstellungen in mir nährt, jemand wolle gewisse Ideen in mich pflanzen //Wäre das nicht eine hervorragende Idee? Gezielt auf dem Lebensweg eines Menschen Bücher platzieren?//

Jedenfalls konnte ich mich von »the four-dimensional nightmare« (wie gesagt, höchst ungewöhnlich: ein englisches Buch, aus den 60ern, um einen halben Euro, ... - nicht das, was sonst so beim Kuppitsch liegt) den ganzen restlichen Tag nicht mehr losreißen. Dann konnte ich mich doch losreißen und habe den Rest in öffentlichen Verkehrsmitteln in Transdanubien unter einem eisigen blauen Himmel gelesen. Andererseits erinnere ich mich an eine heiße und stickige Straßenbahnfahrt mit dem 5er, dann mit der U1, Einkaufen im Donauzentrum, dann mit dem 25er nach Leopoldau und dort dann am provisorischen Bahnsteig stehen, und kurz danach Sommerferien.

Nachrufe und Sonstiges auf ballardian

Goodbye, Jim

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Sonntag, 12. April 2009
„You know what?! There is no Easter Bunny! Over there, that’s just a guy in a suit!”

Jay: You’re fucking kidding me! The Easter bunny did this?!
Brodie: All I said was that the Easter bunny at the Menlo Park mall was more convincing and he just jumped the railing and knocked me down.

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Dienstag, 16. Dezember 2008
Heute wäre Philip K. Dicks 80. Geburtstag

[Philip K. Dick: Der Vater der Paranoia, ORF.at]

Zur Feier des Anlasses ein per Zufall ausgewähltes Zitat aus dem erstbesten Buch, das ich zur Hand habe:

Former clarity - that of only a moment ago - had to be drawn on for all it was worth. Full extent not glimpsed until now. Robert Childan did not feel quite as badly as before, because the nonsensical dream had begun to lift from his mind. I showed up here with such anticipation, he recalled. Near-adolescent romantic haze befuddling me as I ascended stairs. But reality cannot be ignored; we must grow up.

[Philip K. Dick, The Man in the High Castle, Vintage, 114]

Happy Birthday, Phil!

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Donnerstag, 30. Oktober 2008
An dieser Stelle ein kurzer Programmhinweis

Der Fernsehsender arte überträgt in der Nacht von Freitag (31. Oktober 2008) auf Samstag (1. November 2008) in der Zeit von 00:30 bis 2:00 den Film Edward II von Derek Jarman, eine Adaption des gleichnamigen Theaterstückes von Christopher Marlowe. Wir danken für ihre Aufmerksamkeit und wünschen ihnen gute Unterhaltung mit dem Programm ihrer Wahl.

[Tilda Swinton spielt Isabelle von Frankreich]

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2711 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 11.12.2011 um 23:33 irgendetwas neues gegeben.
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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