wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Mittwoch, 8. September 2004
back issues: 08.03.2004: "Widerständisches"
Am Freitag (23. Jänner 2004, also schon vor einer ganzen Weile) war zum letzten Mal die Lehrveranstaltung "Probleme der marxistischen Theorie und Praxis" und wie versprochen wurde die Diskussion über den Irak nachgeholt. Abermals war die Rede von einem zweiten Vietnam, diesmal stellte ich dagegen, dass das wahrscheinlich nichts wünschenswertes bringen würde; Antwort: nichts wünschenswertes aus westlicher Perspektive (womit - nehme ich an - nicht die Perspektive eines durchschnittlichen Bewohners der westlichen Sphäre gemeint war, auch nicht die Perspektive einer westlichen Demokratietheorie, sondern die Perspektive der vermuteten Interessen der westlichen Staaten, d.h. ein erfolgreicher Widerstand wäre schlecht für den Imperialismus, den ja "der Westen" verfolgt). Mein Einwand war, dass es wohl auch aus irakischer Perspektive nichts gutes sei, sollten die Theokraten ans Ruder kommen, und das sei der wahrscheinlichste Ausgang. Replik: Es sei also Aufgabe der westlichen Linken, den Widerstand zu demokratisieren ...

[Selbst wenn man das ernst nimmt, stellt sich die Frage, wer denn dieser Widerstand ist und ob es nicht hauptsächlich theokratische, autoritäre und frauenfeindliche Elemente sind; und was soll demokratisiert werden, die Bewegung oder die Ziele? Etwas unfairer formuliert: den Dschihad demokratisieren?]

Später: Der Lehrveranstaltungsleiter stellte die Frage, ob es nicht aus der Sicht eines Demokraten offensichtlich sei, dass man sofort Wahlen abhalten, die Macht an die so gewählte Regierung übergeben und abziehen sollte. Es wird Zeit, ein zu Recht geächtetes Wort zu verwenden: Formalismus. Zu denken, Demokratie sei ein fester Zustand, der gegeben ist, wenn freie, gleiche, geheime und direkte Wahlen einer nationalen Gesetzgebung vorhanden sind, wäre bloßer Formalismus; noch dazu wäre das ein solcher, den man vom bösen Satan persönlich, der US-Regierung, übernommen hätte. Das mit dem bösen F-Wort habe ich nicht gesagt (das ist mir dann erst auf der Heimfahrt eingefallen), aber zu dem Allgemeinplatz, dass Demokratie ein Prozess ist, habe ich mich hinreißen lassen. Wenn ein Student an einem Professor etwas auszusetzen hat und meint, dieser müsse seine(n) [wasauchimmer] auffrischen oder habe überhaupt nicht verstanden, worum es dabei ginge und besagter Student das in aller Öffentlichkeit tut, wird er meistens schnell eines besseren belehrt und steht als das da, was er immer noch ist: jemand, der noch viel zu lernen hat. Dennoch bin ich einigermaßen verwundert, bei einem Universitätsphilosophen (und einem Marxisten noch dazu) ein so oberflächliches Verständnis von Demokratie zu finden. Kaum verwunderlich, dass meine Behauptung, Demokratie könne es auch ohne eine (frei, gleich, geheim und direkt) gewählte nationale Gesetzgebung geben, mit Hohn und Spott überschüttet wurde.

Ein Gedankenexperiment: Sowohl der National- als auch der Bundes-rat werden aufgelöst. Ersterer wird neubesetzt durch für jeweils 10 Jahre vom Bundespräsidenten ernannte "Abgeordnete"; diese wären wie jetzt von den Parteien gestellt, die jeweilige Stärke der Fraktionen wäre bestimmt durch die Mitgliederzahl der Parteien. Zweiterer wird besetzt von Vertretern der gesellschaftlichen Akteure (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitslose, Universitäten, ...), gewählt von den Angehörigen besagter Akteure. Sonst würde sich nichts ändern. Es gäbe weiterhin Volksvertreter, die allerdings ernannt wären; gewählt würden die "Standesvertreter", diese allerdings nicht allgemein. Weiters gäbe es einen Bundespräsidenten, der wiederum keine gesetzgebenden Befugnisse hat. Trotzdem, denke ich, würden die wenigsten zögern, einen solchen Zustand demokratisch zu nennen. Denn Partizipationsmöglichkeiten gäbe es immer noch genug, nämlich in den Standesvertretungen und den Parteien und ohnehin allgemein im öffentlichen Raum. Selbstverständlich hieße das, die auf der französischen Revolution fußende kontinentaleuropäische Staatsidee teilweise umzuschmeißen; ich möchte es auch nicht ernsthaft vorschlagen, nur die Frage aufwerfen, ob das nicht auch eine Staatsform wäre, die man demokratisch nennen könnte.

Möglicherweise habe ich eine falsche Meinung des Lehrveranstaltungsleiters, ich habe ihn falsch verstanden, oder er hatte in der kurzen Zeit nicht ausreichend Gelegenheit, seine Vorstellungen einer Demokratie auszubreiten. Ich musste nämlich nach einer knappen Dreiviertelstunde zu meiner schriftlichen Lateinprüfung gehen und mich von der Diskussion verabschieden. Gesagt, warum ich jetzt gehe, habe ich nicht, weshalb einige vielleicht glaubten, mir wären die Argumente ausgegangen. Die möglicherweise bereits erwähnte Bekannte, die auch die Lehrveranstaltung besuchte, habe ich seitdem nicht mehr gesehen und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis es wieder so weit ist, damit ich sie fragen kann, wie es weiter ging.

Die Irakerin habe ich auch diesmal nicht gefragt, ob sie auf bereits beschriebener Konferenz war. Während der Diskussion betonte sie, wenig Informationen zu haben, diese aber aus Gesprächen mit Verwandten dort; überhaupt hatte ich den Eindruck, ihr Interesse sei (in Hinsicht auf das Politische) eher gering; umso stärker aber die Sorge um den Zustand des Landes, den die restlichen Teilnehmer vermissen ließen, da sie eher die Perspektive des Feldherrenhügels zu bevorzugen schienen und den Irak als weiteres Schlachtfeld in ihrem Kampf für was auch immer sie wirklich wollen (dem Titel der Lehrveranstaltung zufolge soll das Marxismus sein, aber da bin ich mir nicht so sicher) sehen.

Um bei den Themen Irak und Marximus zu bleiben: Verdächtig abwesend (jedenfalls während meiner Anwesenheit) war die Irakische Kommunistische Partei. Am Rande wurde bemerkt, dass sie im Übergangsrat vertreten ist; daran ob und wenn ja wie schlecht ihr das ausgelegt wurde, kann ich mich leider nicht erinnern. Im betont "antiimperialistischen" Kontext der meisten Teilnehmer ist es aber durchaus denkbar, dass es ihr als Umfaller ausgelegt wurde. Denn es war für die meisten offensichtlich, dass die amerikanische Besatzung nur schlecht ist und dass sich eine Entwicklung nach vorne nur abspielen kann, wenn das Recht auf nationale Selbstbestimmung gewahrt ist. Das ist Unsinn und es ist recht erstaunlich, auch sehr traurig, dass diese Leute kein Problem haben, einen nationalistischen Diskurs zu führen und für Kollektivsubjekte Rechte einzufordern, unabhängig von der inneren Verfassung (oder überhaupt der Existenz) dieser Kollektivsubjekte. Ein Land (das gleichgesetzt wird mit einer Nation) muss souverän sein, egal, ob es demokratisch regiert wird und/oder die Grundrechte seiner Bürger achtet, scheint ihre Maxime zu sein; wo die Nation herkommt, wie sie zu Staat und Gesellschaft steht, ob "Fremdherrschaft" nicht auch Vorteile haben kann, das wird ausgeklammert. Diese Geisteshaltung ist alt und sie kommt (wie so vieles anderes) aus der Zeit der Französischen Revolution, genauer gesagt aus den Napoleonischen Kriegen. Genaueres irgendwann später. Jetzt zurück zu den irakischen Kommunisten:

In den Reihen der Trotzkisten ist die IKP (wenig überraschend) "stalinistisch" und eine Verräterin, was ohnehin ein und dasselbe ist.

Iraqi Communist Party joins Washington’s puppet administration in Baghdad

Hier gibt es auch eine mögliche Antwort auf die Frage, warum ich, als ich von der Notwendigkeit einer bürgerlichen Revolution und Entwicklung sprach, indirekt als Stalinist bezeichnet wurde:

The corollary of “Socialism in One Country” in backward capitalist countries was the so-called two-stage theory, which repudiated any independent political role for the working class. Like the Mensheviks that Lenin and Trotsky had opposed prior to the Russian Revolution, the Stalinists insisted that, in countries with a belated capitalist development, the tasks of the bourgeois revolution—national independence, democratic rights and land reform—would be carried out by the national bourgeoisie. With socialism relegated to the “second stage” in the distant future, the working class could do no more than provide support and assistance to the “progressive” wing of the capitalist class.

Interessant ist hier (neben der Gleichsetzung der Menschewiken mit den Stalinisten), dass, obwohl im Absatz über dem zitierten der "Sozialismus in einem Land" - zu Recht - als "reactionary nationalist perspective" bezeichnet wird, immer wieder von der Notwendigkeit der "nationalen Befreiung" die Rede ist. Und um diese geht es auch jetzt im Irak, auf diese reduziert sich (wenn sich mal wieder die Gelegenheit bietet, irgendwo auf einen Befreiungszug aufzuspringen) der "Antiimperialismus", hinter diese treten alle anderen Ziele zurück; zur Erreichung dieser geht man Bündnisse mit den reaktionärsten Elementen der ganzen Region ein; wegen dieser finden auch Nazis Anknüpfungspunkte und werden als Bündnispartner auch akzeptiert.

Diesen Eintrag schreibe ich seit etwas mehr als einem Monat und inzwischen hat sich die Situation ein wenig geändert. Dass der sogenannte Widerstand irgendetwas mit den hehren Zielen zu tun hat, die beschriebene Leute für sich reklamieren, lässt sich nach den letzten Anschlägen noch weniger behaupten, als zuvor. Trotzdem bleibt noch einiges zu der Thematik zu schreiben und ich werde mich bemühen, das in der nächsten Zeit auch zu tun.

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back issues: 08.03.2004: "Montag, 1. März 2004"
Geschichte der Philosophie in der Sowjetunion (Manfred Füllsack)
Langsam füllt sich der Hörsaal (in Wirklichkeit ein Kammerl, dessen türseitige Wand mit Schränken verkleidet ist); die Uhr gegenüber der Tafel (Plastik, Marke stilvoll vergoldet) steht still auf Punkt 4 Uhr. Die üblichen Verdächtigen haben sich eingefunden und warten gespannt auf den Beginn der Vorbesprechung. Wozu eine Vorbesprechung für eine Vorlesung, wurde gefragt. Aber jetzt herrscht Stille. Der Lehrveranstaltungsleiter kommt herein, stellt sich vor und beginnt, den Gegenstand der Vorlesung zu beschreiben: Trotz der Restriktionen sei die Philosophie der Sowjetunion keine "naive" gewesen, es wäre um reale Probleme gegangen und vorallem das Verhältnis Theorie-Praxis sei in der sowjetischen Philosophie auf das eingehendste untersucht worden. Weiters würde dieser Sachverhalt im philosophischen mainstream anders gesehen, weshalb sie wenig beackert würde (für die Grasser-Fraktion: das ist die Orchidee der Orchidee, wenn nicht gar die Orchidee der Orchidee der Orchidee, wie auch immer das aussehen würde), sich aber auch als Dissertationsthema anbiete - und womit man womöglich sogar Aufsehen erregen könnte. Der Vortragende merkt noch an, kein Marxist zu sein und nach diesen Ausführungen (und einigen kleinen Exkursen) gibt es die obligatorische Vorstellungsrunde. Gleich als erste stellt sich eine Sozioökonomin vor, die Runde geht weiter über ein bekanntes Gesicht aus der Marxismus-Lehrveranstaltung des letzten Semesters zu mir. Wie die meisten stellen ich mich als Philosoph im Hauptfach vor - füge aber hinzu, dass ich wohl im Herbst mit Volkswirtschaft anfangen werde - und bekunde mein generelles Interesse für das 20. Jahrhundert, und dass da der reale Sozialismus natürlich nicht fehlen darf; als Vorkenntnisse führe ich mein bisschen Marx an und ein paar Sozialdemokraten. Als ich noch hinzufüge, dass ich also von der anderen Seite bin, verändert sich der Gesichtsausdruck des Lehrveranstaltungsleiters noch mehr, als er es bei der Nennung der Sozialdemokraten schon tat. Was genau das zu bedeuten hat, wenn überhaupt, kann ich nicht herausfinden und bleibt mir rätselhaft. Insgesamt sind knappe zwanzig Leute anwesend, vielleicht fünfzehn.

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back issues: 16.01.2004: "Die Woche"
In bereits erwähnter Lehrveranstaltung am Montag bei Prof. Fischer ging es u.a. um den katholischen Antisemitismus. Bei der bloßen Erwähnung des Wortes sah sich ein Teilnehmer der Lehrveranstaltung verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass ja ein katholischer oder grundsätzlich ein christlicher Antisemitismus ebenso wie ein solcher Antijudaismus ja in völligem Gegensatz zu der Entstehungsgeschichte des Christentums stünde, also quasi ein Widerspruch in sich sei, denn: ohne Judentum kein Christentum. Auch der politische Einfluss des Katholizismus hätte erst seit der Gegenreformation überhaupt entwickelt, denn Religion hätte ja nun wirklich nichts mit Politik zu tun. Ich war so erstaunt über die Anhäufung von apologetischem Unsinn, dass ich halbwegs ruhig und sachlich geantwortet, mich jedoch unabsichtlich mit einem großen Teil der präsentierten Argumentation einverstanden erklärt habe, da mir spontan nur eine handvoll Kritikpunkte eingefallen sind. Ich meinte, eine knapp zwei Jahrtausende währende antisemitische Praxis ließe sich nicht mit der Behauptung eines Widerspruchs zur ursprünglichen Lehre vom Tisch wischen, vergaß aber zu sagen, dass trotz aller Verflechtungen das Judentum mit dem Christentum nicht kompatibel ist; es ist und bleibt für einen ernsthaften Christen einerseits die Konkurrenz, andererseits die Ansammlung Ungläubiger, die Jesus nicht als Messias und die Erlösung für eingetreten anerkennen will (ganz abgesehen von der üblichen Walze von wegen "die Juden haben unseren Messias getötet"). Weiters meinte ich, die politische Kontamination des Christentums sei spätestens zu dem Zeitpunkt eingetreten, als es zur Staatsreligion des römischen Reiches wurde, vergaß aber hier zu argumentieren, dass die etablierte Religion von Beginn der menschlichen Zivilisation an so gut wie immer mit der politischen Macht verflochten war, sei es im alten Babylonien, in Ägypten, im Palästina der römischen Besatzung, in Rom selbst, ... bis in die heutige Zeit; auch der Gedanke, Religion könnte eine reine Privatsache oder zumindest eine private Vereinsaktivität sein, ist etwas merkwürdig, macht sie doch üblicherweise den ihr Anhängenden sehr konkrete Vorschriften über das Verhalten anderen Menschen gegenüber, was sie auf jeden Fall zumindest zu einem gesellschaftlichen Akteur macht (selbst unter Abwesenheit einer kirchlichen Organisation).

In ebenfalls bereits erwähnter Übung "Probleme der marxistischen Theorie und Praxis" heute Freitag wurde ein Referat über Lenins Imperialismustheorie und ihre mögliche Anwendung auf den Irak gehalten, an und für sich nichts besonderes für eine solche Lehrveranstaltung. Jedoch: das Referat sollte bereits vor Weihnachten gehalten werden, musste aber verschoben werden, da die Referentin, laut Auskunft des Lehrveranstaltungsleiters, eine Konferenz in Kairo besuchte; daraus schloss ich, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um diese Konfernz handelte. Über die in der jungle world 53/2003 zu lesen war: "Bezeichnend für die gesamte Ausrichtung der Kairoer Konferenz ist vor allem das Papier des eingangs erwähnten Libanesen Kamil Dagher, der seine aufrichtige Verachtung für Saddam Hussein und scharfe Kritik am antidemokratischen Charakter der übrigen arabischen Regimes mit einem geradezu steinzeitlich kruden Antiimperialismus und Antizionsmus verbindet. Neben den üblichen Boykottforderungen verlangt er gleich noch die Rückführung aller arabischen Juden in ihre Herkunftsländer. Wie viele andere Konferenzteilnehmer verdammt er die Beteiligung der irakischen KP am Regierungsrat und fordert sie zum Sturz der gegenwärtigen Führung auf, damit die KP dann ihren gebührenden Platz in »den Frontlinien des Widerstands gegen die Besatzung« einnehmen kann. Auch die Arbeiterkommunistische Partei des Irak (AKPI) wird aufgefordert, ihre bisherige Weigerung aufzugeben, sich dem »militärischen Widerstand« anzuschließen (Jungle World, 51/03). Die linken und rechten Antiimperialisten Europas mit ihrer Kampagne »Zehn Euro für den irakischen Widerstand« werden solche Signale aus Kairo gern vernehmen." Ich machte mich bereits auf alles mögliche gefasst, aber das Referat selbst war dann, wie eingangs erwähnt die Vorstellung von Lenins Imperialismustheorie und einige recht allgemeine Worte zum Irak. In der üblicherweise den Referaten folgenden Diskussion wollte ich dann, im Zusammenhang mit der Bewertung der Situation im Irak von Seiten der Referentin diese Konferenz zur Sprache bringen und fragen, ob sie teilgenommen hat und falls sie dies bejaht hätte, um Näheres gebeten. Tatsächlich stellte ich auch die erste Frage, wollte aber nur wissen, ob Lenin denn überhaupt keine alternative Entwicklung in seiner Theorie vorgesehen hatte. Daraufhin entwickelte sich die Diskussion entlang dieser Fragestellung, bis sie von einer tagespolitischen Dringlichkeit unterbrochen wurde. Der Lehrveranstaltungsleiter wollte aber, ebenso wie ich, das Thema nicht Irak nicht auslassen, also wird die Diskussion nächsten Freitag nachgeholt; leider kann ich da nur die Hälfte der Zeit anwesend sein, aber immerhin.

Die tagespolitische Dringlichkeit war die Besetzung einzelner Räume der Universität Wien durch Studenten. Ein Teilnehmer schlug mit erregter Stimme vor, die Lehrveranstaltung in den besetzten Sitzungssaal zu verlegen. Auch daraus entwickelte sich eine Diskussion, in deren Verlauf einige der zahlreichen Mängel dieser Aktion recht unverblümt zur Sprache kamen, sodass besagter Teilnehmer mit deutlich weniger Enthusiasmus als zu Anfang den Hörsaal verließ und sich alleine zum Sitzungssaal aufmachte. Vorallem wurde bemängelt, dass die Aktion offensichtlich nicht durchgeplant worden war, was allerdings auch als Vorteil dargestellt wurde. Ich selbst sagte nichts, hätte aber einiges sagen sollen: Es wurden hier die Grundregeln politischen Handelns missachtet: Am Anfang hätte eine genau Analyse stehen müssen; es hätte geklärt werden müssen, wer in der ganzen Affäre tatsächlich die handelnden Akteure, welches ihre Interessen und welches die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel sind; die bisherigen Ereignisse hätten ebenso rekapituliert werden müssen, wie das, was man dem entgegenzusetzen hatte. In diesen Kontext hätte dann die aktuelle Maßnahme gestellt werden müssen, um konkret die Frage zu beantworten, wer für sie mit welchen Absichten verantwortlich zeichnet. Nach der Klärung der eigenen Position und der durchzusetzenden Maßnahmen hätte sich daraus halbwegs klar ergeben, welche Forderungen an wen zu stellen gewesen wären und vorallem in welcher Weise man diese, unter Berücksichtigung der eigenen Stellung innerhalb sowohl des Prozesses als auch der Geselllschaft insgesamt, durchsetzen hätte können. Ausformuliert: Man hätte sich die bisherigen Reformvorgänge dahingehend ansehen müssen, wie sich die Machtverteilung geändert hat, entschieden, ob man jetzt gegen Unterrichtsministerin Gehrer, das neue Universitätsgesetz, Rektor Winckler oder den Organisationsplan für die Uni Wien ist. Man hätte zu dem Schluss kommen können, der erfolgversprechendste Weg wäre der einer Orientierung am Rektor und seinen Plänen zur autoritären Umgestaltung der Universität. Danach wäre es darum gegangen zu klären, wie man auf die Entscheidungen des Rektors Einfluss nimmt und hätte, da einem dazu die institutionelle Macht fehlt, zu anderen Maßnahmen gegriffen, Druck auszuüben, sich darauf konzentriert, den Rektor und sein Alliierten zu blamieren und für dessen Chefin untragbar werden zu lassen. Bei all dem hätte man im Hinterkopf behalten, dass Studenten in der österreichischen Gesellschaft einen schweren Stand haben und mit Anliegen irgendwelcher Art in der Mehrzahl negative Reaktionen auslösen, wenn überhaupt. Insofern ist - leider - auch der gestrige und heutige Protest ein Fortschritt gegenüber bisherigen Aktionen, von denen nicht einmal berichtet wurde; beispielsweise der sogenannte Streik gegen die Einführung der Studiengebühren, von dem die große Mehrheit der Bevölkerung nicht mitbekommen hat, dass es ihn überhaupt gegeben hat. Die Besetzung ist mittlerweile zu Ende gegangen, der Rektor hat zum Gespräch geladen; die Studentenvertreter meinen, der Organisationsplan müsse zurückgezogen werden und behalten sich weitere Maßnahmen vor. Mal sehen.

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back issues: 14.12.2003: "Positive Ansätze in der Richtung, revisited"
Über Claus von der linkskurve ein Link zu einem Artikel auf x-berg.de. Die üblichen Verdächtigen sind vertreten: die Zeitung "Junge Welt" und die AIK. Über beide gibt es viel zu sagen und später werde ich das auch tun. Vorerst - und um den Anschluss an den vorherigen Eintrag herzustellen - genügt es zu sagen, dass letztere österreichisch ist, ebenso wie das Scharnier zwischen beiden, ein gewisser Werner Pirker, über den auch noch viel zu schreiben ist.

Konkret aber: Es geht um einen Bericht des deutschen Fernsehmagazins Panorama, in dem über die Aktion "10 Euro für den irakischen Widerstand" berichtet wurde. Diese läuft seit Mitte August (habe ich leider nicht ganz mitbekommen) und mit dem "irakischen Widerstand" ist dabei genau das gemeint, was der Typ aus dem vorigen Eintrag mit seinen "positiven Ansätzen" gemeint hat, nämlich die massenhafte Ermordung von Koalitionssoldaten - hauptsächlich natürlich aber der amerikanischen - und anderen Angehörigen westlicher Staaten, mit dem Ziel ... welchem Ziel eigentlich? Wie soll es danach im Irak weitergehen? Ganz einfach: wenn erst einmal die USA weg sind, steht - das ist theoretisch abgesichert - einer neuen freien, tollen Gesellschaftsordnung nichts mehr im Weg, denn dem "linken Flügel der Baath-Partei", den religiösen und den "arabisch-nationalistischen" Parteien (so wird die Zusammensetzung der unterstützten "patriotischen Front" beschrieben) liegt evident nichts mehr am Herzen als das.

Interessant, aber ziemlich vorhersagbar wird die Reaktion auf die Gefangennahme Saddams sein. Man wird Lobeshymnen auf ihn als den Größten Antiimperialisten Aller Zeiten singen, ganz laut (sodass man es bis nach Nürnberg hört) "Siegerjustiz!" rufen, zum x-ten Mal seine Terrorherrschaft auf die gleiche Stufe mit den umgebenden Staaten stellen, darüber wie immer als "Apartheidstaat" Israel und ganz oben natürlich den "Feind der Völker" selbst, die USA. Weiters wird der Irak unter Saddam zu einem friedlichen, säkularen, prosperierenden Paradies stilisiert werden, dessen einzige Fehler direkt auf den Westen zurückgeführt werden können. Der Überfall auf Kuwait wird zu einem heroischen Akt des Widerstands gegen die US-amerikanisch diktierte Ordnung; Angriffskrieg wird das keiner sein, ganz anders natürlich als der Zweite Golfkrieg. Und der Dritte ist natürlich sowieso nur noch Ausgeburt der Hölle.

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back issues: 20.12.2003: "Die Irrtümer des Rudolf Burger"
Am Montag hätte in einer Lehrveranstaltung mit dem Titel "Auschwitz" ein Herr Rudolf Burger erscheinen können, um über die Frage zu reden, ob man die Judenvernichtung vergessen soll. Der Lehrveranstaltungsleiter hatte ihn eigentlich für den 1. Dezember eingeladen; Burger hatte auch zugesagt, kam dann aber nicht. Die Hoffnung war, dass es gelingen könnte, ihn doch noch heranzuschaffen.

Besagter Herr Burger war nämlich in einem Artikel in der Ausgabe 2/2001 der Zeitschrift "Europäische Rundschau" eine Provokation ersten Ranges gelungen. Das Versprechen des Titels "Die Irrtümer der Gedenkpolitik. Ein Plädoyer für das Vergessen" löste er ein. Eingeleitet von einem veränderten Zitat aus Michel Foucaults "Sexualität und Wahrheit", behauptet er, die Rede von der Verdrängung der Vergangenheit sei ausschließlich auf Sigmund Freuds Konzept der Verdrängung gegründet, und da eine Gesellschaft kein Bewusstsein (und damit auch kein Unterbewusstsein) hat und Psychoanalyse von vorne bis hinten unwissenschaftlich ist, existiert eine wie immer geartete Verdrängung der Vergangenheit nicht; zugleich mit dem (unglücklich gewählten) Begriff schafft Burger die (trotzdem vorhandene) von dem Begriff bezeichnete Realität ab. Es ist zwar richtig, dass man nicht nicht von der "Nazizeit" gesprochen hat. Wichtig ist aber in dem Zusammenhang, was nicht gesagt wurde. Offiziell war hieß es, Österreich sei erstes Opfer Hitlers gewesen. Für die überwiegende Zahl der österreichischen Politiker - die gerade aus dem Exil oder dem KZ zurückgekommen waren - stimmte das. Für die überwiegende Zahl der Bevölkerung war es eine Position hinter der man es sich bequem machen konnte, von der eigenen Unschuld und Hilflosigkeit und der Brutalität der Nazis sprechen konnte; aber wenn man genauer zuhörte, war immer auch die Rede von den Leistungen, von der Ordnung, die wieder einmal jemand geschaffen hat, dass es schon richtig war, dass manche im Lager gelandet sind, dass jemand etwas gegen die Juden unternommen hat, es den frechen Franzosen, Briten, Amis, Polen, ... gezeigt, uns gegen ihre Angriffe, und vorallem gegen die Russen, verteidigt hat, usw. Ein Beispiel dafür sind die in einem Artikel auf news.orf.at zitierten "Ausrutscher" in der Politik der Zweiten Republik:

Im Wahlkampf 1949 kämpfte der Ex-KZ-Häftling und steirische ÖVP-Chef Alfons Gorbach (ÖVP), der später auch Bundeskanzler wurde, unter anderem mit folgendem Statement um Wählerstimmen.

"Da mögen die Herren Emigranten noch so viel Moralinsäure verspritzen: Jene, die draußen (an der Front) ihren Mann gestanden haben, wissen besser, was anständig ist, als jene, die sich beim ersten Kräuseln des Ozeans in Übersee in Sicherheit gebracht haben. Ich spreche den Emigranten das Recht ab, in der NS-Frage mitzureden."

1975 erklärte der damalige Kärntner SPÖ-Landeshauptmann Leopold Wagner, er sei zwar "kein Napola-Zögling" (Eliteschule der Nazis), dafür aber "hochgradiger Hitlerjunge" gewesen. Der burgenländische SPÖ-Landeshauptmann Theodor Kery bestritt seine Wahlkämpfe ebenfalls mit Verweis auf seine braune Vergangenheit.


Um noch klarer zu machen, was er von denen hält, die das Erinnern an diese "Wohltaten" einfordern, unterstellt er ihnen die Propagierung einer "Kollektivschuldthese", deren Basis Carl Gustav Jung geliefert hätte, der ja immerhin ein Nazi gewesen sei. Er stellt die Mahner in dasselbe völkische Eck wie die Täter. Da also die vermehrte Beschäftigung mit dem Themenkreis nicht die "Wiederkehr des Verdrängten" sein kann, weil nichts verdrängt wurde, steht das ganze im Zusammenhang mit der Kulturindustrie, das Gedenken ist "moralische Erpressung".

Das Vergessen "um des lieben Friedens willen" hingegen wäre ein Akt höchster Pietät und Zivilisation. Für Burger gibt es keinen Beweis, dass das Gedenken an Untaten irgendetwas positives bewirkt hätte. Für ihn ist das Gegenteil wahr: "Umgekehrt galt in der gesamten europäischen Zivilisationgeschichte die Maxime 'Niemals Vergessen!' nicht als Mahnung, eingedenk des vergangenen Schreckens seine Wiederholung zu verhindern, sondern als militante Kollektivverpflichtung, unter günstigeren Bedingungen wieder zu mobilisieren; nicht als Friedensformel, sondern als Kampfparole". Aha! Hinter der Parole "Nie wieder!" steckt also die verhüllte Absicht, bei nächstbester Gelegenheit aufs Neue zu versuchen, die Juden, rassisch minderwertige sowie Roma und Sinti zu vernichten! Eine Absicht, die einzig und allein Rudolf Burger durchschaut hat; jeder andere Mensch könnte glauben, hinter der Erinnerung an den Nationalsozialismus würde tatsächlich die Absicht stehen, dass sowas nie wieder vorkommt.

Als Beweis dafür, dass Vergessen zivilisert, führt Burger an, dass es immer wieder praktiziert worden ist und man erst im 20. Jahrhundert begonnen hat, diese Praxis zu ändern. Er impliziert, dass die Katastrophen dieses Jahrhunderts genau hier ihrem Ursprungspunkt haben. Die Frage ist aber: Was hat das Vergessen gebracht? Ist die europäische Geschichte denn nicht eine Aneinanderreihung von Greueltaten? Hatte eine Politik des Vergessens (so es sie überhaupt gegeben hat) eine bessere Wirkung als eine Politik des Erinnerns?

Das sind Fragen, denen sich Rudolf Burger verweigert. Er ignoriert die Debatte, die über das historische Gedenken im Gange ist. Es ist ihm "pietätvoller", wenn er davon nichts mitbekommen muss.

Weitere Meinungen:

Verächter des Erinnerns Martin Meyer, Neue Zücher Zeitung, 16. Juni 2001
Vom "Kampf um die Erinnerung" zur Inszenierung eines Medien-Hype Zur Verortung der "Burger-Debatte" im "österreichischen Gedächtnis", Heidemarie Uhl, context xxi
Nationaler Schulterschluss gegen die Erinnerung Über Aktualität und politische Opportunität von Burgers Philosophie des Vergessens, Alexander Pollak/Heribert Schiedel, context xxi
Beifall von Rechts
Krause Theorien Rudolf Burger und die jüdische Weltverschwörung, Karl Pfeifer, hagalil.com, 12. März 2003
'Schwamm drüber' läuft nicht Warum eine Amnestie für Hitler & Österreich kaum zu bekommen sein wird, Siegfried Mattl, science.orf.at
Ein "dummdreister" Philosoph... register. Mailing List für deutschsprachige Philosophie
Abstraktionen des Denkens Stefan Nowotny, Kulturrisse 0401
Brutalphraseologie und Kühle des Denkens Zu ideologischer Verblödung durch Provokanzsucht: Interview mit Slavoj Zizek betreffend, Burgart Schmidt, Kulturrisse 0401
Debatten im Nationalrat, in denen sein Name genannt wird
langeweilend gelangweilt Camp Catatonia
Des Kanzlers Musketiere Österreichs Medienintellektuelle werden zum Ritter geschlagen statt getortet, Gerald Raunig, kunst|fehler online sep/okt 00
Unterirdische Erinnerung Peter Gstettner, Die Brücke, Oktober 2001
Süßstoffland ist abgebrannt. Österreich im Zeitalter des Zuckers Eine Replik auf Slavoj Zizek, Gerald Raunig, European Institute for
Progressive Cultural Policies
Apologie der Erstarrung Klaus Neundlinger, grundrisse 1
Bartoszewski-Rüffel für Rudolf Burger Die Presse, 03. September 2001

Weiters:
"Ein babylonischer Krieg" Nachdruck eines Interviews mit der schweizer Zeitschrift "Das Magazin" in der Tageszeitung "Die Presse", 08. März 2003
"Das ist nicht mein Krieg" Interview mit der Tageszeitung "Die Presse", 13. Juni 2002
Vergessen oder erinnern: Warum heute noch von Auschwitz reden? Die Sendung Kreuz & Quer des ORF, Dienstag 6. 11. 2001, 23.05 Uhr in ORF 2; Teilnehmer: Rudolf Burger, Philosoph, Wien; Dan Diner, Historiker, Tel Aviv; Jörn Rüsen, Philosoph, Essen; Eva Menasse, Journalistin, Wien; mit Videostreams und Diskussionsforum (scheinen nicht zu funktionieren)

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back issues: 13.12.2003: "Erster Eintrag"
Die ersten zwei Versuche (ausgestreckt über inzwischen mehr als zwei Jahre) sind grandios gescheitert; dermaßen, dass eine Archivierung zwecks Dokumentation unnötig erscheint. Der Grund dafür, dass es jetzt von neuem sein muss, ist wie immer politisch.

Heute auf der Uni: Übung "Probleme der marxistischen Theorie und Praxis"; es geht um den Irak; Bemerkung des Lehrveranstaltungsleiters, die Situation im Irak unterscheide sich von derjenigen damals in Vietnam. Antwort: "... aber es gibt positive Ansätze in die Richtung." Die Aussage bleibt nicht die einzige derartige. Immer wieder ist vom Widerstand die Rede. Dass der sein müsste, ist nicht einmal zu begründen; was passiert, wenn die Koalition scheitert, scheint egal, Hauptsache, das Imperium blutet. Am Anfang möchte ich noch alles mögliche einwerfen, provokante Fragen stellen, diese gefühllosen Sofarevolutionäre fragen, was sie sich davon erhoffen, aber (so meine Ausrede) ich bin zu müde und sinke immer weiter in mich zusammen.

Später, als die ganze Geschichte immer abstruser wird, wache ich noch kurz auf, um den Universalismus (speziell der Menschenrechte und ihrer Durchsetzung) zu verteidigen, gegen die (mir verhasste) nationale Selbstbestimmung. Ich mache den Kollegen darauf aufmerksam, dass, wenn er den Universalismus aufgibt zugunsten einen kulturellen Relativismus, er sich vom Boden der Aufklärung entfernt. Er räumt freimütig ein, dass es so ist; trotzdem schafft er es, dass am Ende der Aufklärer ist und ich als der verknöcherte Ideologe und wahre Feind der Aufklärung dastehe.

Nicht genug, dass ich meine Positionen nicht argumentieren kann und ich mir meine Aussagen im Munde umdrehen lasse, geschieht dasselbe auch mit solchen, die ich gar nicht getätigt habe. Wieder wird erfolgreich die bürgerliche Revolution mit Stalinismus gleichgesetzt (und mit ihr werde ich ein Stalinist) über die Rede vom stalinistischen Stufenmodell und wieder wird der direkte Gang zur sozialistischen Revolution gefordert, unter Hinweis, ein solcher sei bis jetzt noch nie erfolgt.

Dass ich mich und meine Ansichten vor anderen Leuten blamiere, wäre gar nicht einmal so schlimm, wenn ich mich nicht vor mir selbst blamieren würde. Die ganze Zeit, als ich nicht auf der Uni war, wurde ich jedes Mal beim Gedanken an künftige Wortgefechte ganz kribbelig, wärmte mich an dem Gedanken, keinen Schritt von dem abzuweichen, was ich für richtig halten würde, immer den Mund aufzumachen, zu jedem Zeitpunkt bereit, noch ein Argument nachzuschieben, noch ein rhetorisches Manöver zu durchkreuzen. Ich dachte mir, ich würde mich bemühen müssen, stets einen kühlen Kopf zu bewahren und aufpassen, dass mir im linken Auge nicht eine Ader platzte. Stattdessen muss ich darauf schauen, dass mir die Schultern nicht zu weit herab sinken, dass mir das Gesicht nicht zu weit herunterfällt.

Ich schäme mich und am meisten beschämt mich, dass es beim nächsten Mal nicht anders sein wird, dass es immer so sein wird.

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 28 Jahre alt und ein kurzsichtiger, wenig- und langsamlesender, aufmerksamkeits- und noch vielgestalt andersgestörter, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter und unkonzentrierter stummer Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Ziel im Leben, eigene Wohnung, geregeltes oder sonstwie geartetes Geschlechtsleben, usw …), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs und Stoffwechsel sowie dem starken Wunsch, Drängen und Verlangen, der bürgerlichen Gesellschaft doch noch ein Ende zu bereiten (warum dennoch der Sonnenkönig dort oben hängt, darf jeder für sich selbst ausknobeln). In Ermangelung eines besseren ist mein Lebensmotto ‹wenn schon, denn schon›, was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich niemanden wundert, der mich kennt. Ich weiß nicht, was ich mit diesem Blog eigentlich will, aber ich schreibe es mit kleineren und größeren Unterbrechungen doch schon seit 2819 Tagen, und so lange es mich noch freut, wird weitergeschrieben. Das letzte Mal hat es hier am 22.05.2012 um 20:29 irgendetwas neues gegeben.
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by flowo (2010.10.20, 00:18)
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Ich möchte mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei allen echten Science Fiction Autoren entschuldigen. Sie wissen schon wofür …
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