wenn ich groß bin, werde ich science fiction autor
Sonntag, 25. Oktober 2009
Freitag, 23. Oktober 2009

Endlich wäre ich so weit, aufzuschreiben, was an diesem Tag alles passiert ist (was ich in Echtzeit getan hätte, wenn nicht die Batterien meiner drahtlosen Tastatur den Geist aufgegeben hätten), aber es kommen nur rätselhafte Einsätzer heraus. Ich hätte einen ganzen Roman im Kopf. Und es war vielleicht auch genau die Art von Tag, die andere Leute dazu bringt, tatsächlich einen zu schreiben. Oder ähnlich große Dinge zu tun. Oder noch größere. (Und dabei habe ich immer noch nicht diesen Traum aufgeschrieben, den ich am Mittwoch hatte: ich war wieder einmal in diesem anderen wien unterwegs ...). Nicht einmal über das Politische könnte ich irgendetwas zusammenhängendes schreiben, obwohl ich mir, kurz nachdem alles passiert war, schon etwas zurechtgelegt hatte. Aber der mit großer Verspätung einsetzende (und immer noch nicht voll eingesetzt habende) Schock des ersten großen Ereignisses dieses Tages hat das alles inzwischen wieder über den Haufen geworfen. Es ist etwas absolut unwahrscheinliches passiert. Und zu allem Überfluss ist es nicht einfach so passiert, sondern ich habe es, genau so wie passiert ist, schon den ganzen Sommer über herbeigesehnt. Und da es nur an diesem Freitag passieren konnte, war ich so nervös, dass ich kaum geschlafen habe, obwohl ich wusste, dass es absurd war, wegen einer Sache, die mit fast absoluter Sicherheit nicht passieren würde, nervös zu sein. Und dann ist es tatsächlich passiert ist, und ich war so perplex, dass ich nur blöd gegrinst und weitergemacht habe, als ob nichts passiert wäre. Und erst jetzt wird mir langsam klar, was das jetzt eigentlich bedeutet, und dass ich mir überlegen sollte, wie es jetzt weitergehen soll.

Und dann hat mich ein Freund in der Menge von hinten erkannt; und dann bin ich ins besetzte AudiMax gegangen; und später (viel später) habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten, der jetzt ein Genosse ist; und noch viel später habe ich auf dem Weg nach Hause noch eine Schulkollegin getroffen, die sich zu Recht darüber gewundert hat, dass wir einander noch erkannt haben; und später habe ich dann zum ersten Mal seit Jahren die Schnellbahn verpasst und mir dann (einen Tag vor der Zeitumstellung) die Uhr wieder richtig gestellt; und noch um einiges später war ich zu erschöpft um einschlafen zu können. Und wenn das ganze ein Roman wäre, würde ich neben ausführlichen Rückblenden auch Ausschnitte bringen aus dem einen Buch, das ich den ganzen Tag gelesen habe, und aus dem einen Buch, das ich in der Bibliothek zurückgebracht habe, und aus den zwei Büchern, die ich mir in der französischen Buchhandlung bestellt habe. Und aus dem einen Buch, aus dem wir im Seminar gelesen haben (und vielleicht auch aus dem einen Aufsatz, für den dann keine Zeit mehr war). Und aus dem einen Buch, von dem ich der Schulkollegin erzählt habe, weil unser Gespräch sehr schnell sehr weit abgedriftet ist, obwohl wir uns eigentlich nur gegenseitig erzählt haben, was in der Zwischenzeit bei uns so passiert ist. Auf jeden Fall aber würde ich ausbreiten, was das für ein Schock ist, wenn etwas, das so gut wie unmöglich ist, und das man sich trotzdem so fest erhofft hat, tatsächlich passiert; ich meine was soll man als vernünftiger erwachsener Mensch davon halten: man kann sich Dinge doch nicht einfach herbeiwünschen. Aber der größte Teil wäre wohl über Politik. Ich hoffe ich kann der Versuchung widerstehen, dieses Buch zu schreiben. Das würde sicher ziemlich schlecht werden.

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Sonntag, 2. Juli 2006
Es hat schon auch Vorteile, wenn man bis um 3 am Nachmittag schläft

Folgendes ist mir im Traum zugeflogen:

Etwas Postapokalyptisches (aber lustig postapokalyptisch): eine sogenannte Universität, untergebracht in einem ca. zwanzigstöckigen Wohnhochhaus in dem, was einmal die Vorstadt einer größeren Stadt war; wie man anhand einer abendlichen Feier erfährt, dient die Universität hauptsächlich dazu, ihrem Rektor - und ganz besonders dessen Frau - ein Leben zu ermöglichen, das man hier und heutzutage als bürgerlich bezeichnen würde. Dazu kommt, dass ein junges Mädchen, das von den anderen - aus unbekanntem Grund - als Außerirdische bezeichnet wird, sich mit einem Studenten verlobt hat (möglicherweise ein mittlerer oder entfernterer Verwandter der Frau des Rektors) und dass merkwürdige Spionageaktivitäten vor sich gehen; und dass sich die Popularität der Universität hauptsächlich darauf stützt, dass sich in ihrem Besitz zwei funktionsfähige Autos befinden. Was und wie genau, wurde in dem Traum leider nicht deutlich.

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Dienstag, 25. April 2006
Langsam zeigt dieser Frühling ja doch seine Wirkung

Man weiß ja gar nicht, wo man anfangen soll:

Frau Luna und Herr Pfister sind im luna park so bös und verspielt wie frischgeschlüpfte Vipern, und das schon seit ein paar Wochen; so bös sogar, dass ich direkt an die guten alten Zeiten denken muss, als ich Dienstag in der früh immer mit Augenringen bis über beide Ohren in die Schule gekommen bin, weil ich mir mit den beiden netten Leuten die Nacht um besagte Sinnesorgane geschlagen habe (was unsere ebenfalls nette Französischassistentin dazu bewogen hat, mich die längste Zeit ihres Aufenthalts an unserer Schule für schwer drogensüchtig zu halten). Wenn ich irgendwann einmal lustig bin, grab ich ein wenig etwas aus dieser guten alten Zeit aus. Denn ehrlich gesagt bis auf zwanzig dreißig Sekunden, die ich mir einmal auf die Festplatte und dann auf eine Kassette gespielt hab, kann ich mich an praktisch überhaupt nichts aus der guten alten Zeit des luna parks erinnern, obwohl es ihn doch schon (fast) Jahrzente gibt.

[Wo es dort gerade darum geht: Trainspotting hab ich irgendwann Jahre später im ORF gesehen; und all die Jahre bis zu diesem wenig denkwürdigen Ereignis hab ich all die vielen Witzchen nicht verstanden; jedenfalls hab ich ihn dann aber doch noch rechtzeitig gesehen, um halbwegs zu verstehen, was an Human Traffic so lustig war.]

Beim Standard dürfte irgendwas vorgefallen sein, jedenfalls hat jemand beschlossen, eine kleine, aber ziemliche Abrechnung mit George W auf Seite 2 zu schreiben [Christoph Prantner, Öl, Schock und Erlösung, Der Standard, 24. April 2006] und im ORF wird ganz heftig gegen einen EU-Deal mit Turkmenistan skandiert [Jeder Cent für den 'Turkmenbaschi'].

[Der Westen stützt seine Lieblingsdiktaturen, die Erlöse aus dem Ölgeschäft landen - mit freundlicher Unterstützung westlicher Banken - auf wundersame Weise auf den Privatkonten der Machthaber, und dann wundert man sich, woher denn plötzlich die Terroristen kommen, und stellt fest, dass das sicher etwas mit Religion zu tun haben muss - heute im Nahen und Mittleren Osten, morgen in Zentralasien.]

Zuguterletzt möchte ich noch bekanntgeben, dass ich heute einige sehr brauchbare Ideen hatte, die sich zwar noch immer nicht realisieren lassen, aber gut sind sie. Wenn ichs mir recht überlege, sind die aber alle eh recht alt und mir nur endlich wieder eingefallen, als ich gerade dabei war, etwas aufzuschreiben; neu ist allerdings doch, dass ich einem Schmäh am Schluss noch einen draufgesetzt habe, damits auch wirkt. Das wird so lustig.

[Vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich ist der Schmäh alt, und wenn ich ihn bringe, zeige ich nur, dass ich keine Ahnung hab, was so vor sich geht. Und außerdem hab ich vergessen, meinem Bruder Invisible Man aufzunehmen; wird aber zum Glück wiederholt.]

[25.04.2006, 16:56] Es ist mir endlich gelungen, ein paar Sachen aufzuschreiben, die mir schon seit längerem im Kopf herumschwirren und dabei ist mir sogar ein wenig etwas neues eingefallen. Ich hoffe sehr, dass das alles auch wirklich so neu und lustig ist, wie ich mir das denke. Details folgen später irgendwann. - Besser so?

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Dienstag, 28. März 2006
Ich bin so ein Eier

Es fing gestern am Abend damit an, dass ich mir einen 3,5mm Klinkenstecker in die Fußsohle gerammt habe; setzte sich damit fort, dass ich heute in der Früh gleichzeitig mit meinem Vater mit der Schnellbahn nach Wien fuhr und mich eiskalt von ihm abgesetzt habe, ohne dass ich das eigentlich wollte; und es gipfelte in einem erneuten politisch-philosophischen Versagen heute in der Mittagspause. Angefangen hatte es harmlos mit Plaudern über aktuelle Filme. Dann ging es über zu Fernsehserien, und dort dann das CSI Territorium zu erreichen. Wie es dann weitergegangen ist, ist mir zu peinlich genau zu erzählen, aber zumindest soviel: Wenn jemand die Meinung äußert, irgendjemand sei aus irgendeinem Grund kein Mensch mehr und sei nicht einmal mehr eines gerichtlichen Verfahrens würdig, sollte mir eigentlich doch etwas dazu einfallen. Aber wie sollen meine hilflosen Rekurse auf Rechtsstaatlichkeit, Aufklärung, Humanismus und sonstwas gegen die graphische Schilderung grausamer, mit dem Prädikat der Authentizität ausgezeichneter, Verbrechen ankommen?

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Montag, 13. Februar 2006
taking the bait
using the google
no result

CAPTAIN SUBTEXT TO THE RESCUE!

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Dienstag, 11. Oktober 2005
Dienstägliches

Ich war heute am Prüfungsreferat und habe mir meine Unterlagen abgeholt. Ich habe die Erste Diplomprüfung per 21. April 2005 mit Auszeichnung bestanden. Ich würde mich jetzt gerne betrinken.

Im luna park von dieser Woche war ein Interview mit Leander Haußmann zu seinem neuen Film NVA.

Herr Prof. Werner von der Judaistik sieht ein wenig aus wie David Cronenberg. Heute ist es in seiner VO+UE Hebräische Grammatik I erstmals richtig zur Sache gegangen. Ich wollte nur noch nach Hause ins Bett weinen.

Heute begann die Vorlesung Modern-arabische Literaturgeschichte I von Lektorin Frau Mag. Malina. Der Hörsaal war bis über den Rand voll, die Zahl der anwesenden männlichen Personen war im einstelligen Bereich. Wenn ich Eier in der Hose hätte, würde ich mich unterdrückt fühlen.

In selbiger Vorlesung saß eine junge Frau, die exakt wie Katie Holmes aussah - jedoch mit einem größeren Körper und proportional kleinerem Kopf. Ob ich sage, wem eine andere junge Frau dort ähnlich sah, muss ich mir noch überlegen. Diese ganze Ähnlichkeitssache ist mir überhaupt sehr unangenehm.

In der Firma meines Vaters wird für den Ernstfall einer Vogelgrippepandemie vorgeplant; eine größere Anzahl Atemschutzmasken wurde angeschafft. Ich musste gleich an die Szenen denken: Straßen, Gebäude und öffentliche Verkehrsmittel voll von Leuten mit diesen Dingern, wie im ärgsten Katastrophen-Sci-Fi-Schocker; die Ernüchterung folgte gleich danach: Das hatten wir ja alles schon, sogar in echt.

Jedes Mal, wenn ich die aktuelle A1-Werbung sehe (Wir verbinden, was sie verbindet), bekomme ich Schuldgefühle; nicht nur, dass ich mir denke, ich sollte mir endlich ein Handy kaufen, sondern ich sollte mir auch gleich das zugehörige und ebendort beworbene Leben zulegen.

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Donnerstag, 19. Mai 2005
Ich glaube ich hätte dort hingehen sollen


Männerpolitik als Teil einer
ganzheitlichen Geschlechterpolitik


von und mit

Dr. Johannes Berchtold

Philosoph, Leiter der Männerpolitischen Grundsatzabteilung im
Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen

Mein iBook und ich sind wieder gut, seit ich letzten Samstag die Funktion des Trackpads wiederhergestellt habe. Auch die Telekom Austria und ich sind wieder gut, nachdem, sie mir gestern auf meinen Einspruch gegen die mir in Rechnung gestellten Kosten für die Überschreitung des Datentransferguthabens insofern reagiert hat, als uns der volle Betrag gutgeschrieben wird. Was mich jetzt zu der Frage bringt, was ich mit dem dafür gesparten, genauer gesagt: nicht ausgegebenem, Geld machen soll. Mein Bruder kam auf die absurde Idee, ich könnte es sparen, aber - ehrlich - worauf sollte jemand wie ich ernsthaft sparen? Mein anderer Bruder will unbedingt, dass ich mir eine Playstation Portable kaufe. Ich selbst hatte für den Fall endlich eine AirPort Karte und eine saftige Speichererweiterung für mein iBook vorgesehen, aber nach diesem massiven Vertrauensbruch mit der kaputten Festplatte, werde ich das wohl nicht tun, obwohl zumindest die Anschaffung des erst kürzlich erschienenen Mac OS 10.4 (welche Großkatze das ist, vergesse ich immer wieder, und weiß das jetzt aus dem Stand nicht) ratsam wäre, da meine ganze Lieblingssoftware in naher Zukunft für 10.3 nicht mehr upgedatet werden wird und es bei manchen schon jetzt Funktionen gibt, die für das alte System nicht mehr implementiert werden werden /oder ist es inzwischen üblich, bei der pluralen passiven Zukunft das zweite 'werden' generell wegzulassen, oder nur bei bestimmten Konstellationen wie der hier vorliegenden?/.

Im tiefsten Grunde meines Herzens möchte ich meinen PC wiederinstandsetzen und weit genug aufrüsten, um A7 darauf spielen zu können. Kleine Rückblende: Der Vater eines Schulkollegen verkauft mir ein Spiel namens AIV Network$ (4,5 MB), mit dem er nicht allzuviel Freude hatte; ich dagegen hatte sehr viel Freude damit, man könnte sagen: zuviel Freude, aber wir wollen hier nicht allzusehr ins Detail gehen. Tatsache ist: dieses Spiel war Teil einer sehr erfolgreichen Reihe von Spielen des japanischen Softwarehauses Artdink und wurde in dieser speziellen Instanz in Zusammenarbeit mit Infogrames auf die westlichen Märkte gebracht. Davor war bereits A-Train 3 (2 MB), hier in Zusammenarbeit mit Maxis, außerhalb Japans (dort bekannt als "Take the A-Train III") und für mehrere Plattformen erschienen, darunter auch für den Mac (500 kb). A-IV war gar kein so erfolgloses Spiel, jedoch im Vergleich zu dem darin investierten Geld (James fucking Coburn für die Videosequenzen!) ein Flop und so wurde der Nachfolger A5 Eternal (für Windows) nie für die westlichen Märkte adaptiert. Kleiner Sprung: A2001 ist eines der ersten Spiele für die Playstation 2 und wird im März 2004 als A Train 6 von Midas Interactive viersprachig für PAL-PS2s herausgebracht. Für dieses Spiel habe ich mir dann gemeinsam mit meinem Bruder C eine Playstation 2 angeschafft, und zwar die gerade herausgekommene dünne Neuauflage. Da weder ich noch er einen eigenen Fernseher haben, steht das Gerät im Wohnzimmer und dementsprechend sind die Zeiten, in denen wir spielen können, few and far between, ganz abgesehen davon, dass ich ohnehin keine Zeit habe. Nichtsdestotrotz hänge ich in der fünften von sechs Karten; bitte, das ist auch sehr schwer, denn man muss auf ein paar dünnen Küstenstreifen und mit den üblichen Einschränkungen in der Anzahl von Zügen und Stationen eine äußerst stattliche Zahl von Industriepunkten erreichen, und ich habe bisher keinen wirklichen Durchbruch in dieser Angelegenheit geschafft.

Jedenfalls ist es mir nicht verborgen geblieben, dass sich Artdink still und heimlich an eine weitere Ausgabe gewagt und vor kurzem eben A7 herausgebracht hat, das auf Windows läuft und durchaus unbescheidene Anforderungen stellt. Mein durchaus bescheidener Desktop hingegen ist dem nicht nur nicht gewachsen, sondern auch seit letztem Sommer aufgrund mysteriöser Störungen außer Betrieb und es ist mir seitdem nicht gelungen, die Ursache dieses Fehlverhaltens ausfindigzumachen. Sollte mir dies doch noch gelingen, wäre es durchaus im Bereich des Möglichen, dass ich nach geglückter Instandsetzung noch eine angemessene Grafikkarte und natürlich noch das Spiel selbst prokurieren könnte, um anschließend sehnsüchtigst auf den Sommer zu warten und bis dahin weiter die screen shots angaffen.

Abschließend möchte ich noch ankündigen, dass ich mir am Sonntag im Filmmuseum Kippur ansehen werde. laila tov.

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Freitag, 29. April 2005
Um es kurz zu machen:

Die Festplatte meines geliebten iBook ist gestorben. Um es genauer zu sagen: sie ist glücklicherweise immer noch nicht tot, sie gab mir genügend Zeit, mich um einen Ersatz umzusehen, und sie wird mir hoffentlich noch genug Zeit geben, auch die noch nicht gesicherten Daten ins Trockene zu bringen. Nachdem die Anschaffung des Ersatzes bereits am Dienstag geschehen war, musste ich allerdings feststellen, dass mein Glück an einer Schraube hing, einer einzigen. Also musste ich gestern, Mittwoch, noch ein Schraubenzieherset kaufen (so kleine, wie ich brauchte, bekommt man nicht einzeln) und konnte gegen Abend mit höchster Nervernanspannung die Platte tauschen. Das ist ein Vorgang, der ausschließlich von autorisierten, geschickten und abgehärteten Personen vorgenommen werden sollte (was mir aber zu teuer war), und der darin besteht, dem iBook bei lebendigem Leib die Haut abzuziehen, um danach in den Eingeweiden herumzuwühlen, bis die Festplatte freigelegt ist, anschließend den Körper wieder zuzunähen, und festzustellen, dass beim letzten Handgriff ein Fehler passiert ist: Die Akkufedern haben sich verkeilt und verunmöglichen es nun, den Akku wieder zu entfernen. Der nächste Fehler offenbart sich dann nach dem von unerträglicher Spannung begleiteten Einschalten: das Trackpad funktioniert nicht mehr - das lässt sich allerdings mit einer USB-Maus überbrücken, um den Akku kann man sich später auch noch kümmern, und zuerst muss einmal das Betriebssystem installiert und müssen die notwendigsten Dateien übertragen werden.

Das alles und noch etwas mehr hat mir einen unruhigen Schlaf und eine mittelschwere Verdauungsstörung eingebracht, und heute war wieder einmal Donnerstag. KPL feierte seine Rückkehr und einer der heutigen Referenten versuchte sich in freier Assoziation auf Zarathustra, was bedeutete, dass er das kleine einmal-eins der Psychoanalyse durchkonjugierte. Fast hätte man Untertitel einblenden können: "Phallus Alarm!" "Ödipuskomplex voraus!" Es ging von einer ganz starken Stelle zu einer ganz suggestiven Stelle zu einer ganz offensichtlichen Stelle zu ... Es war schon nicht einmal mehr lustig, obwohl KPL sich redlich bemühte, uns (das werte Publikum) zu unterhalten.

Der eine interssierte Kollege zeigte sich nachher etwas ärgerlich über all das, sagte, er überlege ernsthaft, nicht mehr hinzugehen, und ließ sich auch durch den von mir herausgestrichenen Unterhaltungswert der Lehrveranstaltung nicht trösten. Im nachfolgenden Seminar hielt er selbst dann ein Referat - ein sehr gutes - und als ich mich vorhin am U-Bahnsteig in den Überwachungsmonitoren selbst betrachtete, ekelte es mich wieder einmal vor mir selbst. Ich beneide den Kollegen sehr darum, dass er eine Vorstellung davon hat, was Philosophie ist, eigentlich hasse ich ihn dafür, dass sein Leben offensichtlich einen Sinn hat, und dass er sich nicht ständig fragt, ob er mit dem, was er da tut, an der richtigen Adresse ist.

Immerhin steht jetzt fest, dass ich nach diesem Semester nie wieder in einer Philo-LVA sitzen werde, die mich ankotzt. Andererseits will ich unbedingt fertig werden, denn das Bedürfnis, endlich etwas zu tun, wird von Tag zu Tag größer, und ehe ich es mich versehe, komme ich dem Wunsch unseres Sonnenkönigs nach und trete in die Partei ein, oder schreibe dem Standard einen bösen Leserbrief, wenn sie wieder einmal KPL zu irgendetwas befragen oder ihn gar etwas schreiben lassen.

[Nachtrag 01:15: So schnell kann man gar nicht schauen ...]

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Montag, 28. Februar 2005
vita passiva, oder: I'm a fool, I've been had

Ich habe versucht, einen Lebenslauf zu verfassen. Zwanzig Sekunden später war ich fertig. Das ganze soll für einen Ferialjob sein, den mir meine Mutter dank ihrer Kontakte bei der Gemeinde Wien verschaffen möchte. Prinzipiell bin ich gegen solche Sachen, aber mein Gegenentwurf zu einem Leben auf Vitamin B besteht in guter alter proletarischer ehrlicher Arbeit bei minus achtzehn Grad in einem Lager für Tiefkühlkost, möglichst den ganzen Sommer, mit Überstunden bis tief in die Nacht hinein - Bruttosozialprodukt steigern und so.

Die Gründe sind mehrere, aber im Prinzip drei: Ich will nicht wieder so versumpfen wie letzten Sommer; mein Vater wird es mir dieses Jahr nicht mehr durchgehen lassen - er hat schon die ganzen Semesterferien über sehr mißtrauisch und die letzten Tage über auch offen feindselig gewirkt, aber ich kann mich da auch irren - bei solchen Sachen ist mein Gefühl äußerst unzuverlässig - aber durchgehen wird er es mir trotzdem nicht lassen: am Anfang des Sommers ist er zu mir ins Zimmer gekommen, hat gefragt, was ich diesen Sommer vor habe, ich habe ihm geantwortet, dass ich nichts vorhabe, worauf er mich daran erinnert hat, dass er mich bereits einige Zeit vorher angehalten hat, mir für den Sommer etwas zu suchen, und ist mit einem "Na gut" (das eher wie ein "Das wird Konsequenzen haben" geklungen hat) wieder gegangen; Ich brauche Geld!

Dass ich Geld brauche, war mir schon länger klar, aber es hat sich verschlimmert, denn ich bin auf den ältesten Trick der Welt hereingefallen: Man verspricht dir eine flat rate und vier Jahre und elf Monate später andert man den Vertrag und behauptet später, dir schon Monate vorher einen Brief deswegen geschickt zu haben (den Bekannte von dir auch tatsächlich erhalten haben), aber das merkst du erst, wenn du bereits GBs über dem Limit bist und dich von einem dreistelligem Eurobetrag verabschieden kannst. /Das erklärt auch meine Abwesenheit die letzten paar Tage über, falls die überhaupt jemandem aufgefallen ist./

Aber das ist nicht die einzige Regeländerung, die mir den Angstschweiß in alle Körperöffnungen treibt. Im neuen Studienplan Philosophie wurden die "freien Wahlfächer" eingeführt, von denen es ursprünglich geheißen hatte, sie ständen zur freien Disposition der Studierenden. Davon ist nicht mehr viel übrig, und schon im kommentierten Vorlesungsverzeichnis des letzten Semesters hieß es dazu:

An der Uni Wien musst du die freien Wahlfächer entweder als Module absolvieren oder deine individuelle Kombi von der StudienprogrammleiterIn (SPL) bewilligen lassen. Bei den Modulen hast du die Wahl ein solches zu 48 SSt., zwei zu 24 SSt. oder eines zu 32 SSt. mit 16 freien Stunden zu belegen. Was du machst, musst du bis zur Nachinskriptionsfrist des dritten Semesters deines Studiums der SPL bekanntgeben.

Wie das dann alles konkret ausschauen würde, welche Module mit welchem Inhalt es geben würde, wie das mit Übergangsfristen geregelt würde, ... wusste niemand. Formulare oder sonstiges dazu gibt es immer noch nicht, vielleicht ist es ja dieses Semester endlich so weit. /Wenn ich Arabisch und Hebräisch nicht genehmigt bekomme, sieht es äußerst schlecht für mich aus./

Ein weiteres betrifft die Leseliste für die Diplomprüfung, von der es ursprünglich geheißen hatte, sie bestünde aus mindestens 15 Hauptwerken - jeweils drei aus vier der sechs Epochen plus drei weitere - und wäre von dem Studierenden mit der Prüferin auszumachen. Der momentane Stand laut aktuellem KoVo:

Im neuen Studienplan ist eine Leseliste vorgesehen, die bei der Diplomprüfung geprüft wird. Die Liste ist noch nicht fix und wird wahrscheinlich dieses Semester festgelegt. Für Studierende die sich zum Zeitpunkt der Festlegung bereits im zweiten Abschnitt des neuen Studienplans befinden wird es eine Sonderregelung geben.

Arrrgh!

Anstatt einmal richtig nach langen und reiflichen Überlegungen und breiter Diskussion einen neuen Studienplan einzuführen, wird einfach alle paar Semester einmal ein großer Wurf gemacht, und dann noch einer; was sich konkret ändert, ist egal, Hauptsache "die Grundzüge der Reform stehen", auch wenn man sie später, wenn sie bereits beschlossen sind und heillose Verwirrung für alle Beteiligten gestiftet haben, wieder verwerfen muss.

[Ja, ich weiß, dass das alles abzusehen war, aber manchmal ist zuviel einfach zuviel. Und ich bin selbst schuld, wenn ich meine e-Mails nicht lese, und deshalb den Moment verpasst habe, als uns unsere liebe Telekom gewarnt hat, dass wir vier fünftel unseres Transferkontingents verbraucht hatten, und auch den Moment, als sie uns gewarnt hat, dass wir unser Transferkontiengt verbraucht hatten. Trotzdem wurmt es mich gewaltig, dass sie zu den Warn-e-Mails nicht verpflichtet sind und es egal ist, ob ich sie bekomme oder nicht, und dass die Onlinestatistik, die sie anbieten, keine rechtsverbindliche Auskunft ist, sondern nur ein grobe Schätzung, die sich /wenn ich das bis jetzt richtig mitbekommen habe/ auch nach einem anderen Zeitrahmen richtet als die tatsächliche Statistik. Und es ärgert mich ganz gewaltig, dass wir keine schriftliche Benachrichtigung über die Vertragsänderung bekommen haben, dass das unsere liebe Telekom aber wahrscheinlich nicht kümmern wird, ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, das irgendwie zu belegen.]

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Freitag, 25. Februar 2005
Sucht es euch aus

Ich bin ausnehmend guter Stimmung. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich ein paar lange verschollene Teile meiner Musiksammlung ausgegraben habe (Pizzicato Five, Devo, Trans Am, Tyro, Vangelis' Blade Runner Soundtrack /ist der Track für die Endtitel nicht das science-fictionste Stück Musik überhaupt?/ und noch ein wenig mehr) und dass endlich wieder die Uni beginnt und ich keine Zeit mehr haben werde, mir blödsinnige Fragen über Sinn und Zweck meines Studiums zu stellen. Die Fragen sind nicht prinzipiell blödsinnig, aber das Ergebnis ist jedes Mal, dass ich niedergeschlagen bis deprimiert den ganzen Tag im Bett liege und darauf warte, dass ich mir endlich einen runterholen und einschlafen kann. Und, dass ich jedes Mal zu der Ansicht komme, dass ich im falschen Studium bin, dass jedes andere Studium auch das falsche wäre, dass ich überhaupt auf der Universität nichts verloren habe, und auch sonst nicht hierher gehöre und dass ich eigentlich am liebsten den ganzen Tag im Bett liege und darauf warte, dass ich mir endlich einen runterholen und einschlafen kann. Es endet jedes Mal in der felsenfesten Gewissheit, dass ich der Welt nichts mitzuteilen, dass ich zum Fortschritt der Menschheit nichts beizutragen, dass ich für mich selbst nichts besseres machen kann, als mich still und heimlich aus dem Leben zu stehlen. Es endet jedes Mal in der Affirmation eines zynischen Hedonismus als Methode eines ausgedehnten, in jeder Phase kontrollierten Selbstmordes. Da ich das aber nicht möchte, auch wenn ich keine andere Möglichkeit sehe, mich auf Dauer vom Abstieg in den Wahnsinn abzuhalten, ist der einzige Ausweg, mich selbst um jede nur erdenkliche Form von Selbstreflektion zu bringen, mich um jeden Preis davon abzubringen, über meine gegenwärtige Lage nachzudenken. Zu diesem Zweck bin ich nun auf die Idee verfallen, es mit der absurden Übung zu probieren, zwei Sprache zu lernen - keine allzu leichten, gleichzeitig. Das hat im letzten Semester hervorragend funktioniert, also habe ich es auf mein eigentliches Studium ausgedehnt, was bedeutet, dass ich endlich angefangen habe, das Zeug tatsächlich zu lesen, und ich plane, nicht mehr damit aufzuhören; es war ein großer Fehler, jemals mit dem Lesen aufzuhören - mit dem Lesen von Büchern aufzuhören zugunsten des Lesens von Zeitungen, Nachrichten aller Art, Zeitschriften, blogs, was auch immer; diese nehmen zwar viel Zeit in Anspruch, aber es hat mich doch immer wieder zur Selbstreflektion geführt, weil es entweder unangenehm nahe an meiner eigenen Situation war, oder weil es nicht tiefgreifend genug war, um zu verhindern, dass meine Gedanken während der Lektüre abschweiften. Das Lesen wird also mit sofortiger Wirkung wiederaufgenommen, das Sprachenlernen fortgesetzt, die Konstellationen "ich mich" und "ich mir", und ganz besonders "ich mich meiner" und "ich mir meiner" werden aus dem Sprachgebrauch verbannt. Und weil das alles mit der Uni leichter geht, bin ich ausnehmend guter Stimmung.

Auf der anderen Seite: Ich bin ausnehmend guter Stimmung. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich ein paar lange verschollene Teile meiner Musiksammlung ausgegraben habe (Pizzicato Five, Devo, Trans Am, Tyro, Vangelis' Blade Runner Soundtrack /ist der Track für die Endtitel nicht das science-fictionste Stück Musik überhaupt?/ und noch ein wenig mehr) und dass ich mir heute fast alles davon angesehen habe und dann gleich zu Sunshine Airlines 2.0 ("New York"), Six Feet Under ("Tante Sarahs Party") und den Sopranos ("Vater und Sohn") übergegangen bin und jetzt festgestellt habe, dass draußen eine wunderschöne schneeweiße Vollmondnacht ist, was bedeutet, dass hell genug ist, Farben zu unterscheiden. Ich wollte schon immer in so einer Nacht draußen spazieren gehen, aber ich habe Angst, dass es mir zu gut gefallen und ich es jede Nacht machen könnte. Genauso geht es mir mit vielem, das ich nicht mache. Es fällt mir leicher, Dinge zu tun, die mir egal sind, weil ich weiß, dass ich aufhören kann, sie zu tun, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Bei Dingen, die mir wichtig sind, kann ich zwar auch aufhören - zum Beispiel durch äußere Umstände gewzungen sein, sie einmal nicht zu tun, und sie dann in weiterer Folge auch nicht wieder aufzunehmen; oder sie sich einfach verlieren lassen - aber irgendwann muss ich dann doch wieder anfangen und mich ewig mit dem abquälen, was ich versäumt habe; beim Radio hören ist es zum Beispiel so. Deshalb fange ich eine ganze Reihe von Dingen, die ich gerne tun würde, lieber erst gar nicht an. Auch wenn es mir schon jetzt leid tut, nie "alles probiert" zu haben werden. Aber ab nächster Woche wird das alles keine Rolle mehr spielen, denn dann habe ich die besten meiner Ausreden wieder: Ich muss auf die Uni / lernen / das jetzt lesen / mal wieder ausschlafen / in Ruhe überlegen, was ich als nächstes ansteht. Und weil das alles mit der Uni leichter geht, bin ich ausnehmend guter Stimmung.

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Das bin nicht ich. Das ist Bruno Kreisky. Ich für meinen Teil bin 25 Jahre alt und ein kurzsichtiger, leseschwacher, besserwisserischer, aufmerksamkeitsdefizitärer, ungeschickter, linkshändiger, unausdauernder, übergewichtiger, un-unaufgeregter, unkonzentrierter Schwätzer ohne Führerschein (sowie ohne Ehrgeiz, Handy, Ziel im Leben, Job, eigene Wohnung, ...), dafür mit unregelmäßigem Bartwuchs, schlechter Verdauung und dem Wunsch, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten (der Sonnenkönig hängt dort oben wegen seines Gesichtsausdrucks und weil er mein erster und bisher bester Kanzler war - sollte sich aber ein gutes Photo finden, könnte er unter Umständen von Lenin ersetzt werden). Mein Lebensmotto ist 'wenn schon, denn schon', was angesichts meiner Defizite im menschlichen, zwischenmenschlichen und übermenschlichen Bereich sicher nicht weiter verwundert. Ich tue was ich hier tue schon 2014 Tage. Das letzte Mal hat es hier am 07.03.2010 um 22:27 irgendetwas neues gegeben.
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